Frage von Kajawizu, 26

Wie neutral; objektiv ist die Wissenschaft heutzutage?

Wie Ernsthaft ist das Streben nach Objektivität in der Wissenschaftt?

Antwort
von Agronom, 15

Das kommt ganz darauf an, was wo passiert.

In der Grundlagenfoschrung und solcher mit gesicherter (öffentlicher) Finanzierung, also dort wo es keinen Druck gibt um bestimmte Ergebnisse zu erzielen, wird i.d.R. höchstmögliche Objektivität angestrebt.

Leider ist das nicht der Regelfall, denn viele Universitäten und Institute sind von sog. Drittmitteln abhängig und diese Gelder gehen oft nur an die Projekte, die am populärsten und spektakulärsten sind, oder aber bekommen die Gelder nur für das Erzielen bestimmter Ergebnisse, können diese nicht erfüllt werden, gibt es auch keine Publikation der Ergbenisse und sicher auch kein weiteres Geld für Folgeprojekte.

Kommentar von Kajawizu ,

Professoren gründen Institute und sitzen in Gremien und beeinflussen somit die Entscheidungen wo Gelder hinfließen, diese Verantwortung hat ein großes Missbrauchspotenzial, welches überdacht werden muss.

Kommentar von Agronom ,

Von der anderen Seite muss es auch entschärft werden, wenn die Professoren nicht so stark abhängig von den Drittmitteln wären und mehr Geld zur freien Verfügung hätten, wäre auch der Druck nicht so groß, alles auf bestimmte Ziele zu lenken - es braucht mehr öffentliche Mittel in der Forschung um eine gewisse Freiheit zu ermöglichen.

Antwort
von Dxmklvw, 6

In der Summe aller Wissenschaftler wurde das meiste an sog. Wissen nachgeprüft. Jeder einzelne Wissenschaftler hat für sich aber nur eine winzige Menge davon selbst nachgeprüft, d. h., er glaubt das, was andere einmal gesagt oder aufgeschrieben haben, und er glaubt es so lange, bis er vielleicht auf etwas stößt, was dem bisher Geglaubten widerspricht.

Hat aber ein Wissenschaftler etwas entdeckt, das bisher Geglaubtes in Frage stellt, dann stößt er mit dem Neuen innerhalb der Wissenschaft häufig zuerst auf heftigen Widerstand, der so lange anhält, bis andere seine Auffassung nachprüfen und diese bei festgestellter Richtigkeit auch bestätigen.

Weiterhin sind es Akdademiker, die andere Akademiker mit Doktortiteln behängen. Als Gruppe betrachtet klatscht sich diese Gruppe somit selbst auf die Schulter.

Wie neutral das alles ist, darf jeder selbst bewerten.

Antwort
von ramay1418, 12

Wissenschaft heißt ja "Wissen schaffen" und das bedeutet, es kann nur objektiv sein. Ich messe etwas (Abmessungen, Massen, bestimmte Vorgänge in der belebten oder unbelebten Natur) und wenn mein Masßstab geeicht, sprich, von vielen oder den meisten Leuten anerkannt ist, ist das Ergebnis objektiv. 

Subjektiv wäre die Interpretation und schlimm ist es dann, wenn sie ungeprüft übernommen wird. Das aber ist im Bereich der Natur- oder Ingenieurwissenschaften und der Mathematik undenkbar. 

Die Naturgesetze sind immer und überall gültig und unüberwindbar. Ein Schaumstoff-Segelflugmodell aus einem Baukasten fliegt nach den gleichen physikalischen Gesetzen wie ein Verkehrsflugzeug. 

Und auch chemische oder biologische Vorgänge laufen nach bestimmten Verfahren ab. 

Bei den Ingenieuren ist es das gleiche. Wenn, wie jetzt in der Schweiz, ein neuer Tunnel gebaut wird, muss ein Ingenieur sein Fach beherrschen, egal, ob er Moslem oder Christ, Kapitalist oder Kommunist ist. Für den Berg spielt das alles keine Rolle. 

Und ein mathematischer Beweis gilt für die Ewigkeit. 

Das unterscheidet die drei Bereiche von allen anderen, gerade von BWL, VWL, Jura etc. und damit sind sie für mich objektiv, weil es immer mindestens einen Forscher geben wird, der eine Aussage überprüfen und sagen kann: "Halt, ganz so stimmt das aber nicht, weil ..." 

Ich denke also, das Objektivität in den Naturwissenschaften am größten ist; natürlich gibt/gab es Irrtümer, aber das ändert nichts am Prinzip. 

Kommentar von holodeck ,

Das aber ist im Bereich der Natur- oder Ingenieurwissenschaften und der Mathematik undenkbar. 

Falsch.  
Vergleiche den beschwerlichen Weg der Theorie der Kontinentaldrift / Alfred Wegener - heute Schuljungenwissen. 60 Jahre nachdem Wegener seine Theorie vorgestellt hatte. Denn zuerst mussten die führenden Meinungsinhaber aussterben, bevor die neue Theorie eine Chance bekam.     

Auch heute noch müssen sich Wissenschaftler, die GEGEN den Mainstream (d.h. Lehrmeinung) forschen mit Herabsetzung ihrer akademischen Reputation herumschlagen. So, wie einst Wegener sich anhören musste, die Sache mit der Kontinentaldrift seien 

„Fieberfantasien der von Krustendrehkrankheit und Polschubseuche schwer Befallenen“.

natürlich gibt/gab es Irrtümer, aber das ändert nichts am Prinzip

Das einzige Prinzip, was für immer Gültigkeit hat in Punkto "Objektivität", ob nun bei den Natur- oder den Geisteswissenschaftlern lautet:

Objektivität ist die Wahnvorstellung eines Subjekts, daß es beobachten könnte ohne sich selbst. Heinz von Foerster

Kommentar von ramay1418 ,

Ja, ja, objektiv sein heißt messen und vergleichen und sich eben auch als falsch herausstellen können. 

Das steht halt im Gegensatz zu Geistes- oder Wirtschafts"wissenschaften", wo man sehr viel fabulieren kann. 

Und übrigens: Wieso bezeichnest Du meine Antwort als "falsch"? Hast Du dafür unwiderrufliche (objektive) Belege? Und wer sagt, dass das, was Du sagst, richtig ist? 

Ach Leute ... 

Kommentar von holodeck ,

Wieso bezeichnest Du meine Antwort als "falsch"?

Zitiert war eine Aussage von dir. Nicht deine Antwort.

objektiv sein heißt messen und vergleichen und sich eben auch als falsch herausstellen können. 

Nein. Objektiv sein heißt objektiv sein, was - wie oben begründet - eine Illusion ist. Messen und vergleichen heißt messen und vergleichen.

Das steht halt im Gegensatz zu Geistes- oder Wirtschafts"wissenschaften", wo man sehr viel fabulieren kann. 

Nur, wenn man "objektiv sein" mit messen / Zentimeter, Liter, Gramm sowie der Berechnung von Energien, Kräften Einflüssen verwechselt.

Richtig ist hingegen: auch die Geisteswissenschaft hat ihre begründeten Methoden und Skalen. Denn nichts weiter soll "Wissenschaftlich" heißen: nachvollziehbar methodisch begründet.

Und so manche Hermeneutik sagt weitaus mehr aus, als 1 Gramm.

Kommentar von ramay1418 ,

Das alles hört sich eher nach irgendeinem Geschwurbel aus der Esoterikszene an. Oder doch mehr nach der Gartenzwergmentalität aus der Reihenhaussiedlung, deren Vertreter nicht über den Rand der Erdscheibe hinausschauen wollen? 

Egal, lassen wir es dabei. GF ist ja nur ein Spaßforum und keine Wissenschaftsplattform. 

Kommentar von holodeck ,

Das alles hört sich eher nach irgendeinem Geschwurbel aus der Esoterikszene an.

Q.e.d.:  

„Fieberfantasien der von Krustendrehkrankheit und Polschubseuche schwer Befallenen“.

Damals wie heute. Unverändert. Nur früher ;-)

Kommentar von Kajawizu ,

wissen ist wissen, ob es wahrhaftig ist oder nicht steht auf einem anderen blatt

Kommentar von ramay1418 ,

Ja genau und ein Stein ist ein Stein ist ein Stein. 

Antwort
von OnkelSchorsch, 8

Was genau meinst du?

Was möchtest du wissen?

In dieser Pauschalität ist deine Frage nicht beantwortbar.

Kommentar von Kajawizu ,

Such dir etwas konkretes über das thema aus, wovon du erfahrungen hast und sag deine meinung darüber, es ist allgemein, alles ist allgemein und abstrakt, es ist immer eine frage des gegenüber wie konkret man gehen kann und soll, daher geh du auf etwas genaueres ein worauf du wert legst ... (durch allgemeine fragen findet man mehr meinungen über ein thema, als wenn man ganz speziell etwas meint, daher soll jeder seine tiefe einbringen)

Kommentar von OnkelSchorsch ,

Du willst als chatten.

Da bist du hier falsch.

Antwort
von holodeck, 12

Es gibt keine "Objektivität". Weder damals noch heute. Es gibt nur Leute, welche die Sache mit dem blinden Fleck und dem Narzissmus nicht kennen und deshalb behaupten, sie seien objektiv. Im Gegensatz zu allen anderen.

Kommentar von Kajawizu ,

So ist es, deswegen auch das streben danach

Kommentar von holodeck ,


deswegen auch das streben danach

Nach etwas streben kann man ja nur dann, wenn man zuvor dieses "Etwas" als Problem identifiziert hat.

Da jedoch Wissenschafts- und Erkenntnistheorie im Zeitalter der Ökonomisierung von Bildung allgemein höchstens noch als Orchideenfach gelehrt wird, und man allen Ernstes einen Master in Neurowissenschaften oder Biologie haben kann, ohne jemals auch nur ansatzweise sich Gedanken gemacht zu haben über "Objektivität'", sondern diese als den Naturwissenschaften immanent voraussetzt, hält sich das Streben in Grenzen ;-)

Antwort
von Siggy, 14

Auch hier gilt: Wes Brot ich ess, des Lied ich sing.

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