Frage von JohnGrammaticus, 287

Wie nennt sich diese Schussposition auf dem Pferderücken und war sie effizient, warum blieb man nicht einfach im Sattel sitzen (mit Bild)?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von beglo1705, 129

Hab mal den Opa hierzu befragt, das war aus der Reichswehr in der Ausbildung, wo unter anderem stehend geschossen wurde. Diese Praktik konnte sich aber nicht durchsetzten, weil Männer (im Gegensatz zu Frauen) einen anderen Körpermittelpunkt und Schwerpunkt haben, der sehr empfindlich auf kleinste Bewegungen reagiert: siehe hier, da wird das ganz schön erklärt

http://www.wdr.de/tv/kopfball/sendungsbeitraege/2013/1110/gymnastik.jsp

Ich weiß vom Bogenschießen vom Pferd aus, dass es sich besser im Galopp schießt, als auf einem ruhig stehenden Pferd. Vielleicht liegt´s daran, dass man nur Bruchteile einer Sekunde hat, wo das Pferd "alle Viere" in der Luft hat und man ist sozusagen gezwungen, bei nächster Gelegenheit zu zielen und zu schießen.

Kommentar von JohnGrammaticus ,

Okay, vielen vielen Dank für die Antwort.

Gruß an deinen Opa.

Kommentar von beglo1705 ,

Ja und Gruß zurück vom Opa ;-)). Die Position nennt sich übrigens `Stehender Schuss vom Pferde aus´, leider finde ich auf die Schnelle keinen Link (liegt wahrscheins am Wort Reichswehr), morgen guck ich aber nochmal in Ruhe um was handfestes aufzutischen.

Kommentar von beglo1705 ,

hier, leider alles, was zu finden ist im deutschen Netz:

http://de.tinypic.com/view.php?pic=2ymevxl&s=3#.VserBDX2Zjo

Kommentar von JohnGrammaticus ,

Super, vielen dank für deine Mühe.

Kommentar von ponyfliege ,

und das stehend schiessen würde auch das gehör des pferdes schonen.

und - was ich an dem foto noch besonders interessant finde, ist das "halsseil" mit dem ring, was das pferd trägt. offenbar ist das am kopfstück befestigt.

frag mal opa, wenn du kannst, wozu das da war...

Kommentar von beglo1705 ,

Ja das durchaus. Wobei auch bei der Jagd zu Pferd anzuraten ist:

Absteigen (wenn möglich) und Pferd und Hund hinterhalb links zu platzieren, um sie zum einen aus der Reichweite des Gewehrs zu halten und zum anderen, dass beide geschützt sind, da die Patronenhülsen echt heiß sein können, kein Witz.

Antwort
von LyciaKarma, 148

Vielleicht war das Ziel höher gelegen, vielleicht hatten die Waffen so einen Rückstoß, das man nicht sitzen bleiben konnte, vielleicht konnte man so besser zielen und das Pferd war nicht gefährdet, wenn es mal den Kopf hochreißt, während man schießt.. 

Kommentar von beglo1705 ,

Grad bei Waffen, die einen enormen Rückstoß haben, ist ein Sitz besser, als halbstehend halb kniend und das auch noch auf dem "mobilen" Untergrund, der sich jederzeit bewegen kann.

Aber das mit dem Kopf hochreißen würde einleuchten, da könntest wirklich Recht haben.

Expertenantwort
von ponyfliege, Community-Experte für Pferde & reiten, 90

liebe leute, ihr solltet euch angewöhnen, NIE ein bild, an dem ihr keine urheberrechte habt, direkt einzustellen. streng genommen ist das verboten. ab der nächsten frage mit fremdbildern wird gemeldet... ;-(

ausserdem ist es immer viel besser, in solchen fällen einen link zu haben, weil viele dinge einfacher nachvollziehbar sind.

http://www.cosmiq.de/qa/show/3690646/Reiterstaffeln-im-Zweiten-Welkrieg/

nicht viele ausser mir hätten  spontan sagen können, dass es sich um eine reiterstaffel aus dem zweiten weltkrieg handelt.

die schussposition hiess luftabwehr.

Kommentar von ponyfliege ,

und diese hiess kapitulation und flucht.

http://www.marnach.info/feuerkraut/images/Haff.gif

Kommentar von beglo1705 ,

:´-(

Kommentar von ponyfliege ,

flucht übers haff... 

meine oma hat das letzte pony vorgespannt, was noch geblieben war und das peterle (ein trakehner, der zu klein fürs militär war)  hat 6 leute mit dem erntewagen, der für 2 arbeitspferde gedacht war bis in die tschechei gezogen....

ostpreussisches erbe... die unsterbliche pferdeliebe und die liebe zu allem was kreucht und fleucht ist quasi angeboren  ;-))

Kommentar von beglo1705 ,

Schlimm genug, dass all die passieren musste.

Kann dich aber beruhigen, auch in meiner Gegend gab´s Leute, die denen, die wirklich Hilfe benötigten, Hilfe leisteten. Der Opa (übrigens mein Schwiegerpa und, wie könnt es anders sein, auch Landwirt und Jäger mit Leib und Seele) hat mit Hilfe eben solcher Erntewagen samt Kaltblüter die damaligen Flüchtlinge bei uns im tiefen Wald versteckt und diese versorgt. Frag bitte nicht, mit was und wie, aber man hat sich drum bemüht, das diese Leute nicht elendig verrecken.

Der letzte innige Freund aufgrund dieses Ereignisses verstarb Mitte letzten Jahres, seither baut auch der Opa ab... Weiteres kann man sich ausmalen, wie belieben.

Antwort
von ES1956, 105

Das sieht extrem gefährlich und unpräzise aus, ich kann mir nur vorstellen dass die das bei einer Vorführung "mal gezeigt" haben.

Oder sie wollten über ein Hindernis schießen.

Kommentar von ponyfliege ,

nee... für shows hatten die keine zeit.

Kommentar von beglo1705 ,

Zu der Zeit garantiert nicht ;-))

Antwort
von Nijori, 127

Damit man nicht direkt am Kopf des Pferdes vorbei schoss und weil man von höherer Position anlegen konnte, zum über Hindernisse zielen z.B. hilfreich.
Außerdem kannst du in einer Position die weniger Kontakt zum Pferd hat besser ausgleichen wie das Pferd sich bewegt, die Atmung des Pferdes bewegt im Sitzen direkt deinen Körperschwerpunkt während du in der Position mehr Körper zum Gegenbalancieren dazwischen hast.
Deswegen steht ein Schütze ja auch aus dem Sattel auf wenn er in der Bewegung schießt um die Bewegung des Tieres auszugleichen auch wenns natürlich beim Galopp viel mehr Bewegung auszugleichen gibt, brauchst du für nen präzisen Schuss jede Balance die du bekommen kannst.

Allerdings hat das auch den Nachteil hatte das der Gegner dich besser sieht.

Kommentar von JohnGrammaticus ,

Wirklich?

Ich kann mir nicht vorstellen, dass im Trab oder Galopp auf dem Sattel stehen kann.

Ich reite seit fast 10 Jahren und würd' mich das nie trauen.

Kommentar von Nijori ,

Nicht auf, im Sattel, aber auf geht auch, schonmal ne Kosakenshow gesehen?^^

Kommentar von JohnGrammaticus ,

Nein.

Kommentar von Nijori ,

Die hüpfen aus dem Sattel neben das Pferd und drüber alles in vollem Tempo drauf stehen ect ;)

Kommentar von ponyfliege ,

der gegner dürfte einen eh schon gesehen haben.

sie schiessen auf flugzeuge.

Kommentar von Nijori ,

Ich meinte generell ... was genau da nun passiert ist doch irrelevant.

Kommentar von JohnGrammaticus ,

Wow, ich hab mir grad die ersten Momente davon angeschaut 

https://www.youtube.com/watch?v=-jk8phwh91A

Kommentar von Nijori ,

Jep das ist schon was anderes als unser deutsches Wald und Wiesenreiten^^
Waren zu ihrer Zeit die gefürchtetste leichte Reiterei und nun nurnoch für Kunststücke gut, is sicher gesünder aber etwas traurig find ichs trotzdem.

Kommentar von ponyfliege ,

da hat aber einer fleissig meine links aus der "sattelfrage" gelesen.

sorry - off topic.

das auf dem bild ist im zweiten weltkrieg - deutsche kavallerie.

Kommentar von Nijori ,

Hää, wenn du mich meinst, nein für sowas bin ich zu faul ;)
Ich geb normal nur meine unbestätigten Gedanken zu den Fragen wieder und wenn ich zu wenig Gedanken hab oder ihren Sinn anzweifel schau ich mal bei Google nach, aber ehr selten.

Und juu das scheinen deutsche Kavalleristen zu sein ne Weile nach dem 1. WK.

Kommentar von ponyfliege ,

das scheinen... wenn du gut im googlen wärst, hättest du gefunden, was ich gefunden hab.

den kosakenlink hat krümel heut nachmittag in einen kommi gesetzt.

hier gehts aber gar nicht um kosaken, sondern um die deutsche wehrmacht.

Kommentar von Nijori ,

Hier gehts um ne Haltung auf dem Pferd und ihre Vorzüge die Kosaken waren lediglich n Beispiel reiterischer Leistungen....ließ wies zu Aussagen kam...

Antwort
von Panazee, 89

Keine Ahnung wie man das nennt, aber man schießt von weiter oben, was eigentlich immer von Vorteil ist.

Kommentar von JohnGrammaticus ,

Danke für deine Antwort.

Leider ist das für die Stabilität der Waffe nicht so gut.

Mir fällt es jedenfalls richtig schwer auf dem Sattel zu stehen.

Hätte ich dann auch noch ein 4kg Gewehr in den Händen, könnte ich das nicht so ruhig halten, wie z.B. im Sitzen.

Kommentar von Nijori ,

Der steht ja nicht auf dem Sattel wenn du richtig guckst steht der Links im Steigbügel und nur mit Rechts auf dem Sattel.

Kommentar von beglo1705 ,

Der steht links im Steigbügel, weil man rechts bei der Cavallerie immer die Waffe trug. Daher rührt auch das links aufsteigen.

Kommentar von ponyfliege ,

wenn er mal einen militärsattel testen würde zum drauf stehen und stiefel mit weichen sohlen, wüsste er, dass das soooo schwer mit ein bissel übung nicht ist.

man sollte vielleicht mal drauf achten, dass die beiden rösser nicht unmotiviert in der gegend rumstehen, sondern stabil und korrekt auf allen vier beinen. das machts ebenfalls einfacher.

Antwort
von liheido, 78

Und das Pferd bleibt völlig ruhig einfach so stehen, wenn einen Meter über seinem Kopf ein 98er abgefeuert wird...?

Kommentar von JohnGrammaticus ,

Das hoffe ich mal für die Soldaten.

Kommentar von chris1717 ,

Solche Pferde wurden ja schileßlich speziell ausgebildet. So wie zum Beispiel Dienstpferde von berittenen Polizeistreifen.

Die militärisch eingesetzten Pferde haben sich bei Beschuss auf Befehl einfach flach hingelegt und sich vollkommen still verhalten.

Heutige Polizeipferde werden zB darauf geschult, auch bei Massendemos oder ähnlichen Ereignissen vollkommen ruhig zu bleiben.

Kommentar von ponyfliege ,

das pferd BLIEB so stehen.

man bekommt ein pferd relativ schnell "schussfest".

Kommentar von beglo1705 ,

Ja da stimme ich zu, wie bei Jagdhunden auch.

Kommentar von liheido ,

Na ja....: " schußfest " ist ein Hund oder Pferd nach ein paar abgefeuerten Gewehrpatronen in allernächster Nähe zweifellos......

Allerdings wohl eher im Sinne von taub.

Kommentar von beglo1705 ,

Taub muss Pferd/ Hund dabei nicht werden, kommt halt drauf an, ob man die Hauruckmethode wählt oder ein Tier langsam daran gewöhnt. Meine Pferde sind beide schussfest, ebenso mein KLM. Bei allen dreien hat es ca. 3 Monate gedauert, dass man sich darauf verlassen kann.

Kommentar von liheido ,

An derart massiven Impulslärm kann man Mensch / Tier allenfalls in der Form gewöhnen, weniger schreckhaft auf den Schuß zu reagieren.

Das Gehör hingegen " gewöhnt " sich nicht, sondern es wird irreparabel geschädigt.

Kommentar von ponyfliege ,

das pferd befindet sich in den meisten fällen oberhalb der druckwelle. es bekommt also nich noch den zusätzlchen reflex der vom boden zurückgeworfenen schallwelle mit.

meiner wurde ruckzuck schussfest - dank manövern von englischen soldaten, die im herbst überall schützengräben ausgehoben hatten und auf angriffskommandos geballert haben  - ob du in der nähe warst oder nicht.

schützengräben springen und die armen bubis in heillosen schrecken versetzen war im herbst eine unserer lieblingsbeschäftigungen. bei den ersten "attacken" hat man den fleiger gemacht und danach gings.

Kommentar von beglo1705 ,

Dir ist hoffentlich schon bewusst, dass derartige Schussfestigkeit zu Anfang mit einer platzenden Brotzeittüte trainiert wird? Da nimmt kein Pferd und kein Hund Schaden. Ansonsten wären alle, die in nächster Nähe eines Martinshornes wären schon 5 Mal taub.

Ein Schuss mit einer Jagdwaffe, Drilling, Schrotflinte was auch immer wird auch nicht 5cm am Ohr des jeweiligen Tieres abgefeuert, sondern man steigt ab und der Hund tritt hinter den Jäger, um Verletzungen und Schusshitzigkeit auszuschließen.

Kommentar von ponyfliege ,

..und genau das erklärt, warum die reiter auf dem pferderücken stehen. - damit der schuss nicht direkt neben dem pferdeohr losgeht. würde der reiter sich lediglich verkehrt herum aufs pferd setzen, bekommt das ross vermutlich die ausgeworfene patronenhülse an den kopf.

ich hab am anfang mit händeklatschen geübt, dann nach und nach immer sttärker aufgeblasene luftballons mit einem dorn zerstochen. bei den ersten "echten" schüssen kam trotzdem ein satz zur seite - aber eher durch die plötzliche bewegung aus dem graben heraus. darauf hin haben wir dann die plötzlichen bewegungen geübt.

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