Frage von Wrakas, 167

Wie nennt man es, wenn jemand zu dem Schluss kommt, dass das Leben keinen Sinn hat?

Ich habe mir viele Gedanken gemacht, über Philosophie, Biologie und Physik. Und und ich bin zu dem Schluss gelangt, dass wir Menschen garnicht "leben". Wir sind bloß Materieansammlungen von enormer Komplexität die ständig in jeder Sekunde Millionen von physikalischen und chemischen Prozessen unterliegt (...) Ich glaube, dass "alles" nur ein enormer Zufall ist. Eine gigantische Lawine und Kettenreaktion, mehr sind wir nicht. Alles in allem glaube ich nicht, dass wir "leben", das wir "freie" Entscheidungen treffen und das wir ein "Schicksal" haben. (Von einer anderen Zeitlichen Ebene aus gesehen.) Außerdem ist mir klar geworden, wie unendlich bedeutungslos wir alle sind, im Vergleich mit dem Universum. Ich glaube auch, das es den "Sinn des Lebens" nicht gibt, weil es 1. egal ist was wir tun (es beeinflusst nicht das universelle geschehen) und dass wir 2. garnicht "leben" weshalb es auch keinen Sinn gibt und so gesehen auch keine Frage danach (etwas komplex :D).

So, genug aber davon.
Nun kommt meine Frage, wie nennt man Leute wie mich (außer Schwarzseher :D)? Und gibt es eine spezielle Bezeichnung.
Und außerdem interessiert es mich wie ihr darüber denkt?!
(Ist eigentlich paradox euch das alles zu fragen, da ihr ja auch nicht "lebt" :D).

Der einzige Grund warum ich trotzdem weiterlebe (und auch glücklich) ist, dass ich mir immer sage: "ich sollte dass beste aus der Situation machen"!

So, eure Meinung ist mir wichtig!

(Bin 17 Jahre alt und gehe auf ein Gymnasium mit Schwerpunkt: Naturwissenschaften und Philosophie)

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Expertenantwort
von indiachinacook, Community-Experte für Chemie, 72

Ich würde sagen, daß Du ein Materialist mit einer pessimistischen Ader bist. Ein Materialist ist jemand, der alles auf Materie zurückführt, der also nicht an eine von der Materie unabhängige Seele glaubt und der das Bewußtsein als Funktion der Moleküle im Gehirn auffaßt.

Du glaubst nicht an einen Sinn des Lebens: Das wird oft als Spielart des Nihilismus aufgefaßt, genauer gesagt als existentieller Nihilismus (es gibt auch andere Formen des Nihilismus, die nicht unbedingt alle gemeinsam auf­treten müssen). Außerdem glaubst Du vermutlich nicht an Willens­freiheit (bist also ein Determinist).

Falls Du auch Zweifel an der Existenz eines Ich hast (bzw. meinst, daß das Wort „Ich“ keine wirklich klare Bedeutung hat), dann inter­essiert es Dich vielleicht auch, was die Bud­dhisten zum Thema Anattā sagen (diese bud­dhisti­sche Version des Nihilismus ruht aller­dings auf einem idealisti­schen und nicht auf einem materia­listi­schen Unterbau).

Jetzt hast Du aber wirklich genug Stichworte zum Weiterlesen.

Expertenantwort
von uteausmuenchen, Community-Experte für Physik & Universum, 74

Hallo Wrakas,

lass es mich so sagen: Ben Goldacre hat neulich ein Buch geschrieben über Naturwissenschaftliches Arbeiten. Und auch, wenn es darin um andere Themen geht als in Deiner Frage, der Titel des Buches passt wunderbar als Antwort auf Deine Frage:

"I Think You'll Find it's a Bit More Complicated Than That"


Damit will ich sagen, dass die Welt nicht nur "schwarzweiß" ist, zwischen den Extremen gibt es viele faszinierende Möglichkeiten...

Zunächst einmal ist die moderne Gehirnforschung eine Disziplin, die tatsächlich erst in den Kinderschuhen steckt. Wir haben erst seit Kurzem die Möglichkeiten, unser Gehirn genauer zu untersuchen und die Vorgänge im Gehirn sind keineswegs abschließend geklärt. Die Frage nach dem "freien Willen" ist de facto offen.

Ich persönlich denke allerdings, dass in diese Frage zu viel interpretiert wird.

Was wir nun einmal definitiv wissen, das ist die Tatsache, dass wir ein Selbstbewusstsein haben und dass wir den Eindruck eines freien Willens haben. Daran ändert sich auch nichts, wenn letztlich das Ergebnis wäre, dass der "freie Wille" eine gut gemachte Illusion ist.

Uns das "Leben" abzusprechen, das geht allein deshalb schon viel zu weit, weil jede beiologische Definition von "Leben" weit unterhalb der Ebene des "bewussten Lebens" ansetzt.

Den Mensch - und andere Lebewesen auch - allein auf seine Bestandteile zu reduzieren, das trifft also nicht einmal das naturwissenschaftliche Bild, geschweigedenn das philosophische Bild. Auch in der Naturwissenschaft ist das Ganze oft mehr als die Summe seiner Teile; moderne Naturwissenschaft zeichnet ein systemisches Bild von der Welt.

Aber selbst wenn wir uns für einen Augenblick reduziert sehen wollen als unter dem Einfluss physikalischer Kräfte selbstorganisierte Materie, dann negiert das eben doch nicht die Tatsache unseres bewussten Wahrnehmens. Dann landen wir zumindest bei Carl Sagans berühmten Satz




"We are a way for the cosmos to know itself."

Eine Sinnlosigkeit des Daseins allein aus der Frage nach dem freien Willen zu folgern halte ich als Naturwissenschaftler daher für ebenso unberechtigt wie die Vorstellung, mich für das Elend der Welt deswegen nicht verantwortlich zu fühlen.

Grüße




Kommentar von uteausmuenchen ,

Falls nicht bekannt ist, was mit dem "systemischen BIld" gemeint ist, dieser Text erklärt es eigentlich sehr schön:

http://www.spektrum.de/lexikon/biologie/vitalismus-mechanismus/69730

Grüße

Antwort
von Enzylexikon, 74

Ich bin Buddhist und denke, dass es mir nichts bringt, wenn ich über das Schicksal des Planeten in Jahrmillionen nachdenke, oder meinen freien Willen in Frage stelle.

Für mich ist wichtig, dass meine jetzigen Handlungen mit globalen Ereignissen im Zusammenhang stehen. Kein Mensch ist eine Insel.

Wenn ich etwa eine Scheibe Brot esse, dann steckt sehr viel in darin und die Umwelt hat einen erheblichen Einfluss auf mich.

Brot

Eine Pflanze hat sich von Mineralstoffen, Wasser und  Sonnenlicht ernährt und ist zu einem Getreide herangewachsen. Ein Landwirt hat das Korn geerntet, gedroschen, an einen Großhändler geschickt.

Der Großhändler hat es an einen Mehlhersteller geschickt, der daraus Mehl machte und weiterschickte. Irgendeine Großbäckerei hat daraus mit anderen Zutaten ein Brot gebacken. Es wurde an eine Backstube geliefert.

Dort wurde es dann von einer Angestellten aufgebacken, bevor mein freundlicher Nachbar es mir mitbrachte.

So viel Arbeit...für eine Scheibe Brot.

Es mag infantil wirken, aber da habe ich ein Gefühl des Respekts und der Dankbarkeit, für alle, die an diesem Brot mitgewirkt haben. Das ist nichts selbstverständliches für mich. Es ist Teil meiner Verantwortung.

Umgekehrt hat mein Verhalten auch Einfluss auf die Umwelt.

T-Shirt

Wenn ich eine Zehnerpackung Billig-T-Shirts vom Discounter kaufe, unterstütze ich damit moderne Sklaverei, Umweltzerstörung durch giftige Farbstoffe und Pestizide und illegale Rodung für Baumwollfelder.

Kaufe ich die Packung aber nicht, bekommt die Sklavenarbeiterin keinen Lohn und kann womöglich an diesem Tag ihre Kinder nicht ernähren. Es ist meine Verantwortung, mich zu entscheiden.

Anrempeln

Oder ein mir völlig unbekannter Mann rempelt mich aus Unachtsamkeit an und ich werfe ihm eine Beleidigung an den Kopf. Er steht nach Streit mit seiner Frau eh unter Druck und ist sehr gestresst. Diese Beleidigung versaut ihm den Tag völlig.

Er sagt also seinem Vorgesetzten, was er von ihm hält und bekommt als Konsequenz eine fristlose Kündigung. Frustriert geht der Mann in eine Kneipe und säuft sich zu, bevor er sich in sein Auto setzt und in betrunkenem Zustand einen Mann überfährt und Fahrerflucht begeht.

Als er nach Hause kommt und seiner Frau von der Kündigung erzählt, macht sie ihm Vorwurfe und macht ihn runter. Er sieht rot, greift zum Küchemesser und sticht seine Frau ab, bevor er sich selbst aufhängt.

Das Ergebnis; Drei Tote Menschen und trauernde Hinterbliebene - und möglicherweise war meine Reaktion auf den Rempler der entscheidende Faktor.

Fazit

Ich kann vielleicht nicht das Universum vor dem Kollaps, oder die Erde vor dem Untergang retten, aber ich fühle mich dazu verpflichtet, meinen Teil der Verantwortung zu übernehmen, damit dieser Planet erst vor die Hunde geht, nachdem wir hier einigermaßen friedlich leben konnten.

Wie du selbst sagst: "Das beste aus der Situation machen" - für mich selbst und andere.

Natürlich kann man sagen, dass dies ein Teil meines religiösen Bewusstseins, einer Art von Konditionierung ist - aber ich lebe sehr gut damit.

Dass das Leben an sich keinen fest definierten Sinn hat, darin stimme ich überein.

Kommentar von Wrakas ,

Gut gesagt. Geistig denke ich oft Nihilistisch, aber praktisch, richte ich mein Leben nach Hedonistischen Werten aus.

Kommentar von Wurzelstock ,

Das tun wir alle. Wir können garnicht anders.

Antwort
von chris2912, 52

Zu einem sehr großen Teil kannst Du diese Welt mit Logik erfassen und für bedeutungs-los erklären. Deine Analyse ist auf hohem Niveau und zeigt, dass Dein Bewußtsein weiter (offener) als das vieler anderer Menschen ist. Das zeigt auch Dein freundlicher Umgang mit weniger verständigen Menschen. Und vermutlich kennst Du die Antwort auf die Frage, wie man Menschen mit Deiner Denkweise nennt. Dafür bist Du zu klug. Kann der Mensch zwischen "Bauch" und "Kopf" liegen, so ist Deine Welt die des Verstandes. Doch bedenke, dass der Verstand nur ein kleiner Teil des menschlichen Wesens ist.

Vieles kann der Verstand erklären und sich damit abheben, distanzieren, vor starken emotionalen Reaktionen schützen. Das ist _eine_ Möglichkeit des menschlichen Wesens. Und doch gibt es Ereignisse, die uns "umhauen". Mag es die Liebe sein, der Tod, die Ungerechtigkeit oder ähnliche Dinge, die auch ein kluger Verstand nicht mehr zu ertragen vermag. Da rebelliert der "Bauch" zu stark.

Reden wir über den Bauch aus Sicht des Verstandes: Ist ein Leben in, aus und für Gefühle ein Irrtum? Vielleicht! Ist es sinnlos? Nein! Große "Kunstwerke" vermag der Verstand nur selten zu schaffen. Was ist Einsteins Relativitätstheorie gegen eine Symphonie, eine Mona Lisa, ein gutes Gedicht und die vielen großen Werke aus Liebe zu Menschen?

Wird der Verstand stehen bleiben? Nein! Deine Erkenntnis, dass das Leben keinen Sinn hat (mit der Du in diesen Dingen sehr weit gekommen bis), wird nicht so bleiben. So wie die Wissenschaft, auch die Philosophie, nicht stehen bleibt, so wird auch Deine Erkenntnis neues integrieren und zu noch höheren Erkenntnissen kommen (hoffe ich doch wengistens).

Ein kluger Mensch spricht: Wir müssen Kopf und Bauch verbinden, Wissenschaft und Kunst. Ich sage: Zwischen Bauch und Kopf liegt das Herz.
Spock (der alte Logiker) würde sagen: faszinierend.

Antwort
von Trashtom, 59

Und außerdem interessiert es mich wie ihr darüber denkt?! 

Der Sinn des Lebens.. ;) 

Ich sehe das genauso wie du, mit einem Unterschied: Dass ich es auf 2 Ebenen einteile.

Ja wir sind Atome, oder eigentlich nur Energie die wechselwirkt... Ich denke auch nicht dass es bei genauerer Betrachtung einen freien Willen gibt.

Unsere Wahrnehmung findet allerdings nicht auf dieser "mikroskopischen Ebene" statt, sondern eben weiter weg. Daher ist es mir egal, dass mich meine Freundin technisch gesehen noch nie berührt hat oder meine Lebenserfahrung für mich entscheidet, was ich heute zu Mittag essen werde. Mir gefällts und ich lebe gerne in der Matrix ;)

Antwort
von berkersheim, 52

Du denkst zuviel. Du lässt Dich von den menschenüberhöhenden Theorien einfangen und runterziehen. Wieso musst Du Dich mit dem Universum messen? Das Universum ist! Gedanken, Spekulationen WERTENDER ART machen wahrscheinlich nur wir Menschen und da nur die, die vor Langeweile nichts besseres zu tun haben. Du kommst mir vor wie ein riesiges Ohr, das auf außerirdische Einflüsterungen lauscht nach Sinn, Bedeutung usw.. Die Sterne sprechen nicht! Deinen Sinn musst Du Dir schon selbst geben. Und wenn es sein muss als vibrierender Materiehaufen. Ist Dein Problem, wenn Du Dich derart abwertest. Ich bin nur ein Stück Dreck! Hallo, Stück Dreck will Spaß haben! Bist wohl Neu-Schopenhauer - und der musste sehr alt werden, bis er seinen Pessimismus überwunden hat. Dafür hatte er sich dann den größten Teil seines Lebens selbst vermiest, sich als Tierfreund ausgegeben und fleißig Schweinekottelets verdrückt.

Antwort
von Machtnix53, 25

Man könnte dich Universumist nennen, weil dir das Universum so wichtig erscheint, dass du das Leben hier auf der Erde verachtest.

Es mag sein, dass das irdische Leben das universelle Geschehen nicht beeinflusst. Aber umgekehrt ist es genauso, das Geschehen im Universum außerhalb unseres Sonnensystems hat so gut wie keinen Einfluß auf unser irdisches Leben.

Da können Supernovas explodieren oder schwarze Löcher ihre Umgebung einsaugen, für uns auf der Erde ist das nichts weiter als extrem weit entferntes Theater.

Antwort
von ThomasJNewton, 32

... Materieansammlungen von enormer Komplexität die ständig in jeder Sekunde Millionen von physikalischen und chemischen Prozessen unterliegt ...

Mit einigen Präzisierungen ist doch genau das die Definition von Leben.

Und ich würde dich einfach als Realisten bezeichnen, weil du nicht nach etwas suchst, das es nicht gibt.

Es gibt keinen tieferen Sinn hinter dem Leben im Allgemeinen und deinem im Speziellen.

Das heißt aber nicht, dass du in deinem Leben keinen Sinn siehst.
Der ist natürlich nur dein persönlicher Sinn.
Was aber nicht heißt, dass du ihn allen an dir festmachst.
Der Mensch ist nun mal ein Gemeinschaftswesen.

Es gibt nur einen Grund, dass du lebst, nämlich dass du nicht gestorben bist.
Das scheint ja auch nicht anzustreben.
Du "solltest" auch nicht das Beste aus deinem Leben machen, denn keiner macht dir da Vorschriften oder kann es überhaupt.

Es ist nur klug, dein Leben so zu gestalten, dass es ein gutes Leben ist, bleibt und wird.
Und ein gutes Leben für dich kann nicht auf Schlechtem für andere basieren.
Das geht an die ewigen Nörgler, die vermuten, dass man ohne höhere Regeln zum hemmungslosen Egoisten wird.

Es ist auch etwas gutes, wenn man in den Spiegel schauen und sich über ein graues Haar ärgern kann.
Und sich nicht immer wieder einreden muss, dass das ein Gesicht zwischen den Ohren ist, ..., du verstehst schon.

Antwort
von qgsdlcfwkdgsd, 10

Also ich will dir noch etwas sagen. Dieses Universum ist so wunderbar, so viele Sachen sind noch nicht entdeckt und ich habe mir die Gedanken, die du gemacht hast auch schon mehrmals gemacht. Ich bin auf den Schluss gekommen, man KANN NICHT wissen, ob die Welt wirklich materialistisch ist, in der Art und Weise, wie du es beschreibst. Man (und momentan auch ich noch) nimmt es einfach an aufgrund der momentanen Erkenntnissen, kann sich aber alles wieder ändern. Vor allem in der Quantenphysik hat man interessante Entdeckungen gemacht, die vieles offen lassen KÖNNTEN.

Wenn unsere Welt wirklich rein materialistisch ist, wie wir es jetzt mal vermuten ist der Sinn einfach selber ein gutes und glückliches Leben zu führen und eine Bereicherung für andere Menschen zu sein.

Antwort
von Phanyom, 116

Das nennt man Wahnsinnig. Was anderes fällt mir dazu nicht ein. Hättest du das vor einem Jahr gesagt hätte ich sofort auf deiner Seite gestanden, aber was da steht ist, man verzeihe meine Wortwahl, absoluter Bullshit. Wir arbeiten ständig daran das wir alles verstehen, mehr erforschen und irgendwann können wir vielleicht die Dehnung des Universums beenden

Kommentar von Wrakas ,

Was genau stimmt nicht? Vielleicht ändere ich meine Meinung ja.

Kommentar von Infomercial ,

Sehe ich anders. Der Fragesteller hat in ganz entscheidenden Punkten recht.

1. Es gibt mittlerweile genügend Studien und Experimente, die den freien Willen ernsthaft - auch wissenschaftlich vertretbar - in Frage stellen.

2. Wir sind tatsächlich unendlich bedeutungslos. Nicht nur im Universum, sondern auch hier. Wie auch immer unser Planet aussieht, unsere Idealvorstellung von ihm hat nichts mit der Realität zu tun. Ob alles im Meer versinkt ode wir die Erde nuklear auslöschen ist vollkommen egal.

3. "Das Beste aus der Situation machen": was andres bleibt uns eh nicht übrig.

Kommentar von Wrakas ,

Danke :D

Kommentar von scatha ,

Dann sind alle, die die Mainstream-Version von Wirklichkeit glauben, Wahnsinnige. Könntest recht damit haben.

Antwort
von Imago8, 70

Ich glaube das nennt man Matierialismus.

Was war denn bei dir zuerst da? Dein Gefühl der eigenen
Bedeutungslosigkeit oder die rationale Herleitung deiner
Bedeutungslosigkeit?

Und warum begehen Menschen den Irrwitz, von der eigenen gefühlten oder rational hergeleiteten Bedeutungslosigkeit auf die Bedeutungslosigkeit von ALLEM zu schließen?

Natürlich kann man alles auf seine erkennbaren / messbaren Bestandteile reduzieren und sogar Lebewesen als bloße komplexe "Roboter" verstehen. Diese Sichtweise ist mir persönlich zu eindimensional. Und das entscheidende ist: ich fühle mich nicht wie ein Roboter. Ich fühle mich nicht bedeutungslos. Also bin ich es auch nicht.

Entscheidend ist auch die Frage: Bedeutungslos für wen?

Antwort
von ROSAROT2007, 49

Ich glaube, dass die Frage nach dem Sinn des Lebens nicht in den Naturwissenschaften entschieden wird - dazu ist sie zu komplex - sondern aufgrund von ERfahrungen und der individuellen Sicht auf das eigene Leben beantwortet werden muss. Viktor Frankl hat sich intensiv mit der Sinnfrage beschäftigt und dabei einige wirklich interessante Dinge zusammengetragen. Wenn du meinem Link folgen möchtest, schau dir bitte aber erstmal an, wie das Leben dieses Psychotherapeuten verlaufen ist ...

http://www.gym-hartberg.ac.at/schule/images/stories/Religion/themen_matura/04_Si...

Antwort
von amrita1, 19

Das nennt sich Identitätskrise und kommt öfter im Leben vor.

Antwort
von MarkusGenervt, 55

Bevor ich die anderen Antworten lese:

Die Antwort auf Deine Frage, wie man so jemanden nennt, ist:
"einen Unwissenden"

Es gibt so vieles mehr, was Du anscheinend in all Deinen Überlegungen überhaupt nicht bedacht hast und anscheinend auch nicht weißt.

Du bist 17 Jahre alt und – lass es mich mal provokativ sagen – maßt Dir an, über das Universum und die Natur der Existenz und des Werdens Bescheid zu wissen.

Alleine schon durch Deine Frage und Dein Interesse hast Du bereits bewiesen, dass Du lebst.

Ehrlich gesagt war mein erster Gedanke – bitte nicht in den falschen Hals kriegen –, dass Du Dir wohl eine Tüte zu viel durchgezogen hast. Diese Art von Existenz-Zweifeln kenne ich nämlich nur zu gut von meinen alten Kiffer-Freunden.

Ob das Leben und die Existenz einen Sinn macht oder nicht, kannst Du doch gar nicht wissen! Du weißt doch nicht, was die Zukunft bringt.

Stell Dir doch – nur mal so hypothetisch – vor, dass Die Menschheit sich weiter entwickelt und eines sehr fernen Tages einen mentalen Zustand entwickelt, in dem der Geist über die Materie triumphiert und alle Sorgen, Ängste und Nöte, Hunger, Krieg und Tod, all dies überwunden sein wird.
Jetzt ist es aber erforderlich, um an dieses Ziel zu gelangen, dass jeder einzelne Mensch darauf hin arbeitet, also Stück für Stück, in ganz kleinen, winzigen Schritten, seine Beitrag dazu leistet.

Und jetzt nimm mal die Analogie mit dem Schmetterling und dem Tornado.
Angenommen Du entschließt Dich, Dein Leben zu beenden, weil Du denkst, dass es Leben nicht gibt oder, dass es sowieso keinen Sinn hat. Was wäre, wenn Du der entscheidende Schmetterling gewesen wärst, der am Ende einen Tornado der Evolution hätte auslösen können?

Alles greift ineinander. Kein Mensch ist eine Insel. Kein Staubkorn im Universum ist unbedeutend. Und das Ganze ist immer mehr als die Summe seiner Teile.

Das sind keine Plattitüden, sondern Lebensweisheiten.

Denke mal darüber nach und versuche es zu ergründen.
Sieh die Welt mit den Augen des Lebens.
Wie kann es sein, dass diese einfachen Verbindungen von Neuronen, mit einfachem Austausch von Atomen und Molekülen, ein Bewusstsein erschaffen können?
Wie kommt es, dass wir nicht mehr als Einzeller durch einen Ozean treiben ohne Ziel und Bewusstsein?
Wieso konnte der schlimmste und mörderischste Krieg, den die Welt je gesehen hat, zu so viel Wohlstand und Fortschritt führen?
Warum leben wir überhaupt noch?
Was treibt uns voran?
Wieso gab es den Urknall?
Wieso konnte sich aus ein paar Aminosäuren, aus den Tod eines Sternes und der Kälte des Universums, überhaupt Leben entwickeln?

Da sind so viele Fragen und noch viel mehr, was Du alles nicht mal ansatzweise bedacht hast!

Bedenke all dies, bevor Du so eine Erkenntnis für wahr hältst.

Kommentar von Wrakas ,

Oh, bitte verstehe mich nicht falsch. Ich habe mir in der Vergangenheit über ALLE Punkte in deiner Liste Gedanken gemacht! Angefangen vom großen Ganzen, bis hin zum Beginn des Lebens. Nun ist es so das ich alles auch durchdacht haben. (Ich habe auch die Meinung und das Wissen meiner Lehrer miteinbezogen! Gerade zur Entstehung des Lebens.)
Ich bin am Ende zu meinem Schluss gekommen.
Ich glaube, du willst mir eine gewisse Unreife und Verwirrtheit unterstellen. Bitte überdenke alles was ich sagte!

--> wir bestehen aus Materie, toter Materie. Und die wiederum unterliegt gewissen Prozessen. Diese Prozesse sorgen dafür, das sich die Materie bewegt. Im Großen und ganzen, ist ein Mensch, eine Ansammlung aus Materie, die sich bewegt, weil sie durch Prozesse gesteuert wird. Kannst du dich steuern oder glaubst du es nur? Oder glaubst du nur das du es glaubst? Oder glaubst du garnicht.
Denk daran: der Glaube an etwas ist auch nur ein Produkt aus biochemischen Prozessen.

Kommentar von MarkusGenervt ,

Verzeih mir, das mit der "Unreife" habe ich tatsächlich in Erwägung gezogen. Ist aber nicht diffamierend gemeint. Als ich 17 war hatte ich die gleichen Existenz-Fragen und eine Zeit lang erschien mir das Alles genau so sinnlos, wie Dir.

Aber im Laufe der Zeit habe ich immer mehr erlebt und "erfahren", was meine Sichtweise auf die Natur der Existenz immer mehr und entscheidender geändert hat. Ich habe inzwischen Dinge erlebt, das glaubst Du nicht. Aber diese Dinge ließen mich meine Urteile über das Sein neu bewerten.

Und das ist des Pudels Kern.

Ich kann mich noch sehr gut an die Zeit mit 17 erinnern, was ich dachte und fühlte und wie sehr ich überzeugt war, dass ich das Leben und das Sein begriffen hatte. Erst heute ist mir klar, wenn ich zurück blicke, wie naiv und unwissend ich damals war. Du wirst nur dann einen Stillstand in Deiner Entwicklung erreichen, wenn Du Dich mit dem Status Quo arrangierst.

Also ist mir klar, wie Du Dich jetzt unter dem Eindruck fühlst, ich halte Dich für "unreif".

Was nun die "tote" Materie und den "Glauben" betrifft:
Ja, aber die Existenz des Glaubens impliziert, dass eben das Ganze mehr ist, als nur die Summe. Die Neurobiologischen Prozesse erklären einfach nicht wie oder was das Bewusstsein ist. Damit setzt sich bisher nur die Philosophie auseinander, was wiederum eine Art Paradoxon darstellt, dass sich das Bewusstsein über das Bewusstsein selbst Gedanken macht.

Solange Du keine ECHTE Antwort auf die Frage nach dem Bewusstsein finden kannst, bleibt alle Erkenntnis hierüber nur Glaube und kein Wissen. Vielleicht hast Du diesen Punkt übersehen und nicht in Deine Überlegungen mit einbezogen.

Es geschieht sehr schnell, dass wir aufgrund von Thesen mit logische Schlussfolgerungen schnell zu einer "Erkenntnis" kommen und dann meinen, alles sei "logisch" nachzuvollziehen. Die Argumentationskette mag logisch, bewiesen und stringent sein, wenn aber der Ausgangspunkt eine unbewiesene Hypothese ist, bleibt auch das Endergebnis eine unbewiesene Hypothese.

Ich weiß, dass es nervig und unbequem ist, aber klopfe Doch mal alle Deine Gedankengänge und Erkenntnisse darauf ab, ob sich irgendwo in der Kette nicht doch eine Hypothese ohne Beweis befindet. Letzten Endes basieren nämlich alle unseren Erkenntnisse nur auf Hypothesen. Entscheidend für den Wahrheitsgehalt ist eigentlich nur der Grad der Plausibilität – und das kann sich mit jeder neuen Erkenntnis ändern.

Einfaches Beispiel:
Noch vor 30 Jahren waren alle Wissenschaftler und alle Welt davon absolut und total überzeugt, dass das Sonnensystem das Einzige im Universum sei und dass es nirgendwo andere Planeten geben könne. Dann hat man andere Planeten entdeckt und es stellte sich heraus, dass dies alles nur Gasriesen waren. Also wurde proklamiert, dass es nirgendwo im Universum Erd-ähnliche Planeten gäbe. Und wieder wurde das Gegenteil bewiesen.

Du siehst, der Erkenntnishorizont spiegelt immer nur das aktuelle Wissen wider und dieses wächst stetig.

Kommentar von scatha ,

Noch vor 30 Jahren waren alle Wissenschaftler und alle Welt davon absolut und total überzeugt, dass das Sonnensystem das Einzige im Universum sei

Tippfehler! .. Es ist ca. 300 Jahre her.

http://www.andromedagalaxie.de/alphacentauri/html/history.htm

Kommentar von MarkusGenervt ,

Sorry, ich habe meinen Zwischensatz vergessen. Ich meinte,

"[...] dass das Sonnensystem das Einzige im Universum sei, in dem es Planeten gibt, und dass es nirgendwo sonst Planeten geben könne."

Natürlich ist das Andere schon länger bekannt. Das sollte aber nicht in mein Beispiel.

Danke!

Antwort
von Infomercial, 75

Ich glaube, der Nihilismus kommt dem ziemlich nahe.

Es ist schon eine sehr stark philosophisch geprägte Frage. Da spielt Bio und Physik kaum eine Rolle.

Der Sinn der Natur (nicht nur des Menschen) ist einfach das Sein, das Entwickeln, sich verändern,... die pure Existenz ist letztlich der ganze Sinn des Lebens.

Ich würde es nicht als Sinn des Lebens bezeichnen; wenn man forscht und bastelt um dann etwas sicher tolles und nützliches zu bauen. Oder man schafft ein Kunstwerk oder züchtet blaue Tomaten.... das sind letztlich alles nur Varianten des Nutzens der Zeit, die einem bleibt.

Kommentar von MarkusGenervt ,

Hey, ho! Ich wusste gar nicht, dass es noch jemanden gibt, der den Sinn des Lebens richtig begriffen hat! Ich hatte es mir zwar schon gedacht, aber nie zu hoffen gewagt, mal jemanden zu treffen. :-)

Nein, ernsthaft, das ist KEIN Sarkasmus. Das meine ich wirklich so.

Sehr schön!

Kommentar von Infomercial ,

Danke für die Blumen :)

Antwort
von Wurzelstock, 26

Bei deiner Beschreibung des Lebens fehlt m.E. ein unterscheidendes Kriterium: Das Leben reproduziert, rekombiniert,und reorganisiert sich selbst. Wenn ich jetzt behaupte, dass Unbelebtes dies nicht tut, so muss ich zugeben, dass ich den Gdanken der Unterscheidung noch nicht konsequent zu Ende denken konnte.

Denn so einleuchtend mir das prompt erscheint, so nachhaltiger drängt sich mir der Verdacht auf, dass dieses Kriterium nur ein quantitativer Unterschied ist, nicht aber ein qualitativer. Dies um so mehr, als selbst Paradoxa sich u. U. auflösen, sobald man auf eine höhere Betrachtungsebene wechselt.

Das können wir nicht jederzeit, obwohl wir zwingend dazu gedrängt werden, falls die Theorie der kognitiven Dissonanz nicht ganz und gar eine Leerformel ist.

Gemäß dieser Theorie leiden wir nämlich unter einem Paradoxon zwischen Gefühl und Verstand. In unserem Gefühl existiert kein Ende unserer Existenz. In unserem Verstand aber sehr wohl.

Dies müssen wir zwingend unter einen Hut bringen, wenn wir leben wollen. Gelingt uns das nicht, müssten wir uns tatsächlich gleich ins Leichenhaus begeben, wie ein User ganz richtig feststellt. Er unterschlägt uns, dass dies vereinzelt auch gemacht wird.

Das gefällt uns nämlich nicht so besonders gut. Einfach deshalb, weil der Verstand dem Gefühl dient, und nicht umgekehrt. Kann jeder leicht bei sich selbst feststellen: Das Wissen um Zeugung, Schwangerschaft, und Geburt, macht der Liebe kein Kind.

Ein objektiver Sinn des Lebens ist mit diesem doch recht zentralen Beispiel beschrieben. Wo aber liegt der subjektive Sinn? Es hilft nichts - eines Tages werden wir wieder zu dem Sternenstaub, aus dem wir auf einem langen, langen Weg vom Urknall bis heute zusammengebastelt wurden. Wozu die ganze Mühe?

Das fragt unser Verstand und gibt auch die Antwort: Für nichts. Aber damit gibt sich wiederum unser Gefühl nicht zufrieden. Wenigstens nicht während des größten Teils unseres Lebens. Also sucht unser Verstand weiter, und sucht, und sucht...

Das würde ich Agnostik nennen. Vielleicht ist das der Sinn.

...oder, Herr Dr. Faust jr.?  :-))

Antwort
von Suboptimierer, 34

Erleuchtung? Wenn die Erleuchtung zur Resignation führt, dann "Resignierung".

Antwort
von AterNex, 33

Das wichtigste zuerst:

Glaube was du möchtest, richte dein Leben wonach du möchtest, tu wonach immer dir der Sinn ist, aber lass andere dabei in Ruhe und misch dich nicht ungefragt in ihre Weltanschauung ein.

Was der Sinn des Lebens ist kann dir niemand außer dir selbst beantworten. Es gibt einfach keine universelle Antwort, sondern nur eine die auf dich selbst zutrifft.

Ob du Bedeutungslos bist oder nicht hängt nur vom Bezugspunkt ab. Wobei ich sogar so meine Zweifel hege, dass der Mensch im kosmischen Maßstab unbedeutend ist. Die Chaostheorie sagt ja unter anderem, dass der Flügelschlag eines Schmetterlings das Wetter ganz woanders auf dem Planeten beeinflusst. Oder anders formuliert: alles hängt zusammen und beeiflusst sich gegenseitig. Ist auch im Bezug auf das Universum nicht anders. Das fehlen unseres kleinen blauen Planeten wirkt sich schon mal in erster Linie auf die Umlaufbahnen der anderen Planeten aus usw. usw.

Zum Schluss: Die Tatsache, dass du glaubst, ist für mich ein Hinweis darauf, dass du einen freien Willen hast ;)

Antwort
von scatha, 41

Wir sind bloß Materieansammlungen von enormer Komplexität die ständig in jeder Sekunde Millionen von physikalischen und chemischen Prozessen unterliegt

Achja. Der übliche Aberglaube des 20. Jahrhunderts. Der Schöpfergott heißt "Chaos" und das Bewußtsein wird von Gehirn geschaffen.

Man nennt dich "Anhänger des reduktionistischen Materialismus."

Antwort
von derMannohnePlan, 79

Für all das ganze komplexe, was Du hier beschreibst, existiert kein einzelnes Wort. 

Oder warte mal, vielleicht doch? Man könnte es als "verrückt" bezeichnen.

Kommentar von Wrakas ,

Krass. Jetzt bin ich verrückt :D

Antwort
von laragie, 87

Die Sache ist, wenn du dich zu sehr auf deine Erkenntnis fokussierst, könnte man dich sehr bald einen Depressiven nennen. Natürlich stimmt das alles irgendwo, man arbeitet, um Geld zu verdienen und leben zu können..., letztendlich lebt man aber gar nicht und man bedient sich täglich einer Routine.

Und jetzt kommt es darauf an, was du persönlich als "leben" definierst, das ist nämlich bei jedem anders. Ebenso wie bei dem Sinn.

Es gibt nämlich gar keinen Sinn, also muss man sich selbst einen schaffen. Manche brauchen die Religion dafür, andere lösen es mit Erfolg und Wissenschaft.

Also pass auf, denn wenn es wirklich keinen Sinn gibt, kann man sich ja auch von der Brücke stürzen

Kommentar von Wrakas ,

Ja du hast recht. Auch wenn das Leben keinen Sinn hat, will ich damit nicht aufhören :D

Kommentar von Loveschocolate ,

ob die Theorie nun eher eine positive oder negative darstellt sei mal dahingestellt, aber so eine Person, wird nicht so leicht depressiv. Depressionen haben ganz andere Symptome, Gedankengänge, als die des Fragestellers... aus einem extrem negativen Weltbild können natürlich negative Gedanken resulieren, dennoch finde ich, sollte man nicht einfach so mit diesen Begriffen wie Depressionen, eine sehr ernst zu nehmende Krankheit, um sich werfen, allein schon aus Respekt vor den wirklich schwerberoffenen

Kommentar von laragie ,

Das stimmt schon, allerdings bin ich selbst mal da hinein (wenn auch nur in kleinerer Form) gerutscht, weil ich mich zu sehr auf diese Gedankengänge konzentriert habe. Irgendwann hatte dann alles keinen Sinn mehr und dann fragt man sich, wofür es sich überhaupt noch zu leben lohnt...

Von daher wollte ich den Fragesteller nur einmal warnen

Kommentar von Loveschocolate ,

*schwer betroffenen

Antwort
von achimhausg, 45

Ich musste mal lernen, dass der Sinn immer in sich selbst begründet ist, während der Zweck außerhalb liegt.

Ergo: Der Sinn des Lebsns liegt im Leben, während der Zweck z.B. Erkenntnis sein könnte, oder, auf metaphysischen Ebene des Pantheismus, Erschaffung der Illusion der Dualität.

Keinen Sinn im Leben zu sehen bezeichnet man glaube ich als suizidgefährdet  ;)

Antwort
von josef050153, 28

Wie nennt man es, wenn jemand zu dem Schluss kommt, dass das Leben keinen Sinn hat?

Selbstmordkandidat

Antwort
von Sandraaaa15, 59

Ich denke genauso wie du. Ich finde auch dass Menschen nicht "leben".
Du hast es richtig erkannt und es ist sehr schön dass du dazu deine eigene Meinung hast, nicht die der Gesellschaft

Antwort
von Punktsetzung, 58

Ob ein Kind in Afrika verhungert oder die freundliche Nachbarin von nebenan beim Autounfall stirbt hat keinerlei Auswirkung auf das Universum. Das ist richtig... Der Sinn des Lebens ist das Leben selbst. Für das Universum ist unser Leben Banane, für unsere Welt, unseren Wahrnehmungsbereich, unser Mikrokosmos sind wir äußerst wichtig... 
Das wir zu nichts größerem Bestimmt sind ist höchstwahrscheinlich Fakt... 
Selbst wenn alles lediglich physikalische Abfolgen sind, selbst wenn alles lediglich chemische Reaktionen und logische Schlüsse sind, sind eben diese Regelmäßigkeiten, eben diese Abläufe der Inbegriff von Leben. Das Leben ist in uns. 
Der Sinn des Lebens ist es zu leben. Der übergeordnete Sinn des Lebens ist die Fortpflanzung. Eine alles belohnende Lichtexplosion am ende des Tunnels die uns belohnt und in ein Paradies aufsteigen lassen wird ist sehr wahrscheinlich nicht existent. Nach dem Tod kommt vermutlich nichts... jedenfalls nichts für uns persönlich... der mensch kann logisch denken, der mensch denkt ich-bezogen, so wie jedes andere tier auch... der mensch hat die fähigkeit das zu hinterfragen und genau da liegt der knackpunkt... Wir fragen uns was nach dem Tod kommt... nach dem Tod kommt das leben, nicht für uns Ego-Spasten, sondern für alles andere, der Tod schafft platz für neues, der Tod schafft platz für das Leben... das Leben ist ein ewiger Zyklus, Leben und Tod sind Keine Gegensätze, das Leben umfasst Geburt, leben, Tod... LEBEN ist der überbegriff... 

Kommentar von Wrakas ,

Sehr gut. Wir lebten vor der Geburt nicht und nicht nach dem Tod. Warum glauben wir dazwischen zu leben. Interessanter Ansatz. Ich werde darüber mal nachdenken :D

Antwort
von Weltraumdackel, 35

Warum müssen wir in allem immer einen Sinn sehen? Kann denn das zufällig entstandene Materiemonster nicht einfach fröhlich vorsich hin leben und die Sonnenstrahlen der zufällig entstandenen Sonne genießen? Kann denn nicht einfach mal alles so herrlich egal sein?

Ob Zufall oder nicht, dass wir hier sitzen und uns über uns selbst wundern ist schon Wunder genug.

Antwort
von Rosenblad, 18

Mir fallen in diesem Zusammenhang die französischen Existenzialisten ein – so konnotiert Camus „Mythos von Sisyphos“ genauso auf den Kategorialbegriff der menschlichen Sinnlosigkeit wie Sartre, der schreibt: „Es ist sinnlos dass wir geboren werden; es ist sinnlos, dass wir sterben.“  Bei Neil Postmann wird diese Sinnlosigkeit in einem Kulturpessimismus quasi begründbar.

Antwort
von Bounty1979, 47

Das ist alles weit weniger tiefgründig als du vielleicht meinst.

So nach dem Motto:

Es ist völlig egal, ob die Menschheit jetzt ausstirbt, oder erst in 10-Millionen Jahren, da es hinterher niemanden mehr interessiert und es aus Sicht der Unendlichkeit des Universums eh völlig unerheblich ist.

Nur bist du nicht das Universum, sondern Teil dieser Welt, und deshalb sollte es für dich durchaus relevant sein.

Und bevor du entscheidest, ob etwas lebt oder nicht, solltest du die Definition für das Wort "Leben" mal genauer studieren.

Kommentar von Wrakas ,

"Leben" ist ein Begriff für etwas bestimmtes. Für mich ist "leben" nicht wirklich. Es kommt auf die Definition an!

Kommentar von scatha ,

Dein Geist ist nicht wirklich ?

Antwort
von Oidossi, 102

Ich glaube, du kann den Stoff auf deiner Schule irgendwie nicht verarbeiten, es ist zuviel für dich und verwirrt und verdreht dich. Vielleicht nicht mal ganz so harmlos. Versuchs mit einer einfachen, klaren Botschaft - der unseres Erlösers, Christus Jesus. Fang an, regelmäßig den Gottesdienst zu besuchen.

Wenn du dich nicht einkriegst und weiterhin auf all diese Dinge, manche sicherlich nicht von der Hand zu weisen, aber Dinge von Menschen ausgedacht und verfeinert, mit Sinnkrisen reagiertst, solltest du außerdem vielleicht das Gymnasium wechseln.

PS: Vermutlich wird dir der ganze Ansichtenstorm hier auch nicht weiterhelfen, im Gteil, die noch mehr durchschütteln. 17 ist auch genauso ein Alter, wo man langsam anfängt erwachsen zu werden, aber noch auf eine ganz zaghafte Weise, die mehr eine Charakterbildung ist, da noch nicht mit der entsprechenden Lebenserfahrung unterlegt.


Kommentar von Wrakas ,

Der Stoff ist nicht zu "viel" für mich. Ich habe in fast allen Fächern eine 1. na ja, es ist nichts was mein Leben zum Einsturz bringt. Ich denke nur ab und zu daran. Sonst geht's mir gut :D

Kommentar von Oidossi ,

Die seelische Einordnung des Ganzen hat mit der Note überhaupt nichts zu tun. Die Note zeigt nur, dass du wohl ziemlich helle bist, mehr nicht.

Kommentar von Wurzelstock ,

Genau dieses "helle sein" hat Leuten wie dir, Oidossi, schon immer Sorge gemacht.

Ich meine damit nicht etwa die Kirche, oder den Klerus. Ganz im Gegenteil! Die haben unter der Existenzangst, der Du Autorität verleihen willst, oft erheblich mehr gelitten, als unter kritischen Geistern wie Wrakas.

Leider bestimmt in Organisationen, die auf Mitmenschlichkeit ausgerichtet sind, das schwächste Glied das Tempo, und deren gibt es im großen Haufen allzu viele.

Kommentar von Oidossi ,

Der Fragesteller ist weniger ein kritischer Geist, als ein sensibler 17-jähriger, der dabei ist, das Denken zu entdecken. Das ist eine erste Stufe zum Erwachsenswerden, aber davon noch weit entfernt, wenn man bedenkt, dass manche Menschen nie ganz erwachsen werden, was ich auch gar nicht schlimm finde. Manche haben es in diesem Alter sehr eilig, alles Kindhafte abzulegen, während sich andere darüber gar keine Gedanken machen. Und was du da von "schwachem Glied" und "Leuten wie dir" andeutest...das ist eben GF (bzw. Internet generell) - man keine Ahnung, wer schreibt und was dahintersteckt.

Kommentar von Wurzelstock ,

Was Du orakelhaft beschreibst, mag ja richtig sein. Letztlich willst Du Wrakas vom Denken abhalten. Wer aber mit 17 schon so weit ist, wie der alternde Dr. Faust im ersten Akt der Tragödie, wird sich kaum durch einen erhobenen Zeigefinger davon abbringen lassen.

Kommentar von Oidossi ,

In einem Punkt hast du nicht ganz unrecht - in der Kirche , bzw. auf dem Weg zu Christus und zu Gott geht es um den Glauben, weniger um das Denken.

Kommentar von Wurzelstock ,

So ist es. Und über den Glauben können wir nicht beliebig verfügen. Er hängt ab von dem, was wir für glaubhaft halten, und nicht etwa auf einem Gehorsam. Das für glaubhaft Halten orientiert sich vielmehr an dem, was wir zu wissen glauben.

Der Zusammhang ist unübersehbar: Sowohl für das Glauben, als auch für das Wissen müssen wir uns ständig weiter vergewissern, was Wrakas allein schon mit seiner Frage tut.

Statt ihn zu bestärken, versucht Du das zu verhindern. Aus einem einzigen Grund: Weil am Ende nicht herauskommen kann, was nicht rauskommen darf. Was aber herauskommen muss - haben das nicht die katholischen Universitäten bestätigt?

Sie wurden gegründet, um die Ergebnisse des Rationalismus wissenschaftlich zu widerlegen. Ging das etwa nicht gründlich daneben? Willst Du nun auch den Gymnasiasten den (inzwischen abgeschafften) Antimodernisteneid aufnötigen?

Er wurde nie befolgt! Auch nicht von Klerikern. Wie sich auch immer das Christentum weiterentwickeln wird: Solche Scheuklappen führen den Glauben unweigerlich in die Sackgasse. Doch nicht nur das: Genau solche Scheuklappen kosteten den christlichen Religionsstifter das Leben. Bekanntlich hatte er einen furchtbaren Tod.

Kommentar von Oidossi ,

Es gibt auch Naturwissenschaftler, die gläubige Christen sind. Vielleicht haben Geisteswissenschsaftler damit sogar mehr Schwierigkeiten. Dein Text veranschaulicht auf sehr plastische Weise, wie das Denken, den Glauben blockieren kann. DER Glaube, nicht DAS Glauben - vielleicht denkst du mal über den Unterschied nach.

Kommentar von Wurzelstock ,

Dir ist sicher nicht entgangen, dass ich das und den Glauben bei Bedarf differenziere. Warum forderst Du mich trotzdem zum Nachdenken auf? Erwecke ich denn wirklich den Eindruck, ich würde nur so vor mich hinplappern?

Das Argument von den gläubigen Natur- und sonstigen wissenschaftlern habe ich auch oft und gerne benutzt. Bis ich mich einmal nachdenklich(!) auf die besonnen habe, die ich persönlich kannte. Sehr selten äußerten sie sich zu ihrem Glauben. Bei denen aber, die es taten kam erstaunliches zu Tage: Sie waren zwar praktizierende Christen, aber sie glaubten weder an Gott noch an ein Leben nach dem Tode.

Sie glaubten aber an die Heilswirkung ihrer Kirche für die Menschen. Um Christ zu sein ist es nicht zwingend nötig, an einen persönlichen Gott zu glauben. Es genügt, die christlichen Lehre zu praktizieren. Du braucht mich jetzt nicht zu belehren. Denn vor das und den Glauben, vor das Denken und Nachdenken, ist als Grundlage das Beobachten gesetzt.

Wer mir einen Glauben empfiehlt, bei dem ich die Augen fest zu machen soll, kann sich selbst mir nicht als Heilsbringer empfehlen - völlig unabhängig davon, ob ich irre oder nicht.


Kommentar von Oidossi ,

Nene, mir ist schon nicht entgangen, dass du beides benutzt hast. Letzlich ist es so - beweisen kann ich einem Nicht-Gläubigen gar nichts - ich weiß nur, dass es mir mit Glauben bedeutend besser geht also ohne. Das ist für mich eine Tatsache.

Kommentar von Wurzelstock ,

Danke für die Diskussion.

Antwort
von voayager, 38

Das ist ein Mensch, der Bilanz gezogen hat.

Kommentar von scatha ,

Er ist nur konsequent. Die meisten von uns bleiben bei einem halbscharigen Doppeldenk :p

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