Frage von Trummler, 112

Wie nennt man den imaginären Orbit um einen Himmelskörper, bei dem die Umlaufzeit eines potentiellen Mondes der Rotationsperiode des Mutterplaneten entspricht?

Kurze Erklärung des gesuchten Begriffes:

Ein Satellit, der sich innerhalb dieses Orbits befindet, wird durch die Gezeiten-Kräfte in Relation zum Mutterplaneten verlangsamt, was zu einer stetigen Verkleinerung der Grossen Halbachse führt, wodurch der Mond im Laufe der Zeit (einige hundert Millionen Jahre) immer näher an den Planeten "herangezogen" wird, bis er schliesslich kollidiert ('Bekanntes' Beispiel: Der Marsmond "Phobos")
Ausserhalb dieses Orbits tritt der gegenteilige Effekt auf; Der Mond wird beschleunigt.
Ein AUF diesem gesuchten Orbit befindlicher Himmelskörper nimmt keine Gezeitenwirkungen wahr, da er sich in Relation zur Rotation des Mutterplaneten nicht Bewegt.

Danke schon mal für hilfreiche Antworten :D

Antwort
von NutzlosAlpha, 46

Doppelt gebundene Rotation? Der Mond dreht sich während eines Umlaufs
um das Mutterobjekt auch einmal um die eigene Achse (einfach gebundene
Rotation), jedoch dreht sich das Muttergestirn ebenfalls einmal um die
eigene Achse (doppelt gebundene Rotation). Der Mond wendet dem
Muttergestirn also nicht nur immer die gleiche Seite zu, sondern steht
am Himmel auch immer an derselben Stelle. Typisches Beispiel ist das
Pluto-Charon-System.

Übrigens scheinst du da ein paar Sachen
durcheinander zu bringen, und auch nicht genau zu wissen, wie Gezeiten
eigentlich funktionieren. Ein ominöser Orbit, hinter dem sich alles
wegbewegt und vor dem alles unweigerlich in Zerstörung durch
Gezeitenkräfte und Kollision endet, existiert nicht.

Bei
Gezeitenbeschleunigung tritt eine Übertragung von Eigendrehimpuls in
Bahnbreimpuls auf. Sobald ein Gleichgewicht vorhanden ist, wird keine
Energie mehr übertragen, weil die niedrigste Gesamtenergie bereits
erreicht ist. Das der Mond sich immer noch von uns entfernt liegt also
daran, dass die Erde so einen enormen Vorrat an Eigendrehimpuls hat, 
nicht an den Gezeiten selbst.

Wären die Eigendrehimpulse von
Erde und Mond entsprechend niedrig gewesen, könnten wir im Prinzip auch
ein doppelt gebundenes Erde-Mond-System haben, bei dem der Mond
meinetwegen nur 80 000 km oder sogar noch weniger entfernt ist. Und wäre
der Drehimpuls des Mondes hoch genug gewesen, wäre es ebenso denkbar
gewesen, dass wir heute einen Mond hätten, dessen Oberfläche wir von
verschiedenen Seiten sehen.

Die Gezeitenkräfte sind also nur für die Übertragung der Energie zuständig, welche an sich vom Drehimpuls zur Verfügung gestellt wird.

Beim
Marsmond Phobos ist  es nun so, dass das Ungleichgewicht auf Seiten des
Bahndrehimpulses liegt. Dies liegt daran, dass der Mond dem Planeten
sehr nahe ist und daher auch eine hohe Bahngeschwindigkeit besitzt. Es
wird daher Energie des Bahndrehimpules abgezogen und dem Drehimpuls von
Mars hinzugefügt. Statt dass die Rotation abnimmt, wie das bei der Erde
der Fall ist, dreht sich Mars immer schneller, und der Mond härt sich
dem Planeten.

Das könnte im Prinzip so weitergehen, bis der
Mond auf dem Planeten aufschlägt. Realistisch betrachtet wird dies aber
nicht passieren, da der Mond dem Planeten bereits so nahe ist, dass die
Gezeitenkräfte den inneren Zusammenhalt des Mondes stört. Bevor der Modn
also auf den Planeten aufschlägt, wird er durch die immer stärker
werdenden Kräfte auseinandergerissen.

Übrigens ist es auch
denkbar, dass die Orbitalgeschwindigkeit eines Mondes der
Rotationsperiode des Planeten entspricht und trotzdem der
Gezeitenbeschleunigung unterliegt. Geostationäre Satelliten bremsen
beispielsweise auch die Rotation der Erde, auch wenn das für alle
praktischen Zwecke ohne Bedeutung ist.

LG, NA


Kommentar von NutzlosAlpha ,

Hier kannst du übrigens sehen, wie Gezeiten funktionieren, Englisch vorausgesetzt:

https://www.youtube.com/watch?v=KlWpFLfLFBI

Kommentar von Trummler ,

Wüsste ich nicht, wie Gezeiten funktionieren bzw. wie sich Gezeitenkräfte auswirken, würde ich wohl kaum nach einem "imaginären" Orbit suchen, bei dem keine Gezeiten mehr wirken

Antwort
von NoHumanBeing, 55

Geostationärer Orbit?

Kommentar von Trummler ,

"Geo" = "Erde"    
Aber:
"Mars" ≠ "Erde"   

Es bräuchte eine allgemeine Bezeichnung dafür, aber die Überlegung geht schon mal in die richtige Richtung :)

Kommentar von NoHumanBeing ,

Im Englischen heißt es allgemein "synchronous orbit".

https://en.wikipedia.org/wiki/Synchronous\_orbit

Im Deutschen "synchroner Orbit" oder "gleichlaufender Orbit"? Habe ich noch nie gehört.

Oder einfach das "geo" weglassen und es als "stationären Orbit" bezeichnen.

Antwort
von SIMONSKUS, 2

Diese Antworten: "Planet??", "gebundene Rotatioin?" XD
OK die antwort is natürlich selbst nicht besser :D

Antwort
von MarioXXX, 58

Gebundene Rotation?

Kommentar von Trummler ,

Aber ist bei der "gebundenen Rotation" nicht nur die Rotation des Mondes zur der zum Mond relativen Position des Mutterplaneten synchron?

Ich will ja den Begriff dafür, wenn der Orbit synchron zur Rotation des Mutterplaneten ist

Kommentar von MarioXXX ,

Wie ich weiß, entfernt der Mond jedes Jahr um 3,8 cm von der Erde. Die Energie bekommt der Mond durch die gegenseitige Gezeitenkräfte. Die Erde liefert Energie, indem sie sich nach 100 Jahren um 0,0016 Sekunden pro Tag langsamer dreht.

Die Expertin für Astronomie müsste noch kommen. Den Begriff kenne ich nicht.

Leben ohne Mond? Eine Katastrophe:

http://www.spektrum.de/frage/was-passiert-wenn-der-mond-verschwindet/1223162

http://www.astronews.com/frag/antworten/3/frage3485.html

http://www.0095.info/de/index\_thesende3\_kosmologieundurknalltheorie\_erdemondd...


Übrigens: 
Der Abstand der Erde von der Sonne nimmt pro Jahr um 15 Zentimeter zu.

http://www.weltderphysik.de/gebiet/astro/news/2009/warum-die-erde-sich-von-der-s...







Kommentar von stey1954 ,

Man hat festgestellt, daß Magnetismus der Erde (der Sonne die Geschwindigkeit der Akkretionsscheibe verlangsamt, sonst würde nie genug vom Gas nachströmen, um Sonne zu "zünden") die Umlaufgeschwindigkeit des Mondes verlangsamt.

TV-Sendung darüber war gestern Abend im Discovery Channel !

LG

Kommentar von stey1954 ,

@MarioXXX,

Du meinst, unsere uteausmuenchen, gell?

Ab und an, läßt sie uns zappeln. UTEEEEEEEE!!!

Also, dies, da man es noch nirgends entdeckt hatte, nennt man Synchron-Orbit, so weit ich weiß. Aber, da Du selbst es bereits "verraten" hattest, meinte ich, daß dies, seit neuerdings noch einen, prezieseren Namen bekam. Stimmt das?

Synchron - Orbit ist imaginär, da normalerweise der Mutterplanet, den Mond immer nachzieht und dadurch nie synchron werden wird. 

Das, mit dem zunehmenden Abstand Sonne - Erde, ist eine gute Neuigkeit, danke!!!

Gestern Abend gab es eine TV-Sendung, in der man sagte (NASA - Astronaut), daß "Erdbeben" auf dem Mond, über 25 Min. dauern und die ganze Zeit ein Läuten, wie bei Kirchglocken  vernommen wird. Manche Wissenschaftler behaupten:

1. unser Mond wäre, wie Phobos, hohl ????????,

2. Läuten käme durch fehlende WASSER-Asorbtion der Beben.

PS: das mit 3,8cm im Jahr stimmt !!!! 

                                               ⏪🔴⚫🔴⏩

Liebe Grüße von uns beiden  <(●_●)>  Pippa & Rozina

Kommentar von stey1954 ,

GRUNDWASSER - ABSORBTION !

Kommentar von ThomasJNewton ,

Bei zwei Körpern kann entweder keiner, einer oder beide gebunden rotieren.

Der Normalfall ist wohl die einfache gebundene Rotation, der leichtere ist gebunden, der schwerere (noch) nicht.
Das letzte heißt wohl doppelt gebundene Rotation, aber ohne Gewähr.

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