Frage von Raynor21, 60

Wie nennt man das Phänomen, dass man nicht davon überzeugt werden will, etwas zu machen, obwohl es nachdem man überzeugt wurde mehr Spaß macht als das Aktuelle?

Wenn es dafür einen Namen gibt xD

(Hoffe ich hab es verständlich erklärt ^-^)

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von rolfmengert, 15

Einen speziellen Namen für dieses Phänomen kann ich leider nicht anbieten. Dennoch ließen sich noch einige Bemerkungen dazu anbringen.

Die Abwehr der "Belehrung" ist durch den damit verbundenen Kompetenzverlust zu begründen. Jemand, der belehrt wird, erlebt in dieser Situation, dass er in seiner Autonomie geschwächt wird. Er spürt ganz klar, dass der ihn Belehrende in dieser Situation über ihn dominiert. 

Wenn der zu Belehrende nun merkt, dass sein Gegenüber ihn belehren möchte, kann er unmittelbar in einen Abwehrreflex fallen, um den drohenden Autonomieverlust zu vermeiden, d.h. der Erhalt des Selbstwertgefühls ist ihm in diesem Moment wichtiger als der Zugewinn an Wissen, den er gegebenenfalls durch die Belehrung erlangen könnte.

Bei dem, der die Belehrung anbringen wollte, stellt sich oftmals ein Gefühl ein, dass er es doch nur gut gemeint habe, und dass der andere irgendwie verstockt, renitent und belehrungsunwillig sei, was ihm als menschliches Defizit angerechnet werden sollte. Er merkt oftmals nicht, dass eine Machtproblematik im Hintergrund wirksam ist, die das sichtbare Verhalten sehr gut erklären kann.

Daher geben sensible Menschen auch nur auf ausdrücklichen Wunsch ihres Gegenübers Belehrungen ab, und selbst bei diesen Belehrungen versuchen sie sich selbst zurück zu nehmen, indem sie ihre Aussagen als noch diskussionswürdig deklarieren, was dem Belehrten zusätzliche Kommentierungen ermöglicht. Er kann also in der Situation noch Anteile seiner eigenen Kompetenz retten, was wohltuend ist.

Wenn man nun merkt, dass ein anderer etwas außerordentlich Ungünstiges zu tun beabsichtigt, und man ihn davon durch eine "Belehrung" abbringen möchte, dann ist es ratsam zunächst das Problem zu kennzeichnen. Dann kann man (als eine mögliche Strategie) einwerfen, dass man sich selbst auch damit schwer tut, aber dass man jemanden kennt, der meint, dass man es so und so lösen könne. Es sei natürlich ein gewisses Risiko damit verbunden, aber vielleicht sei es einen Versuch wert.

Bilanz: Immer den möglichen Autonomieverlust des Belehrten im Auge behalten und Strategien überlegen, die den anderen vor diesem Verlust schützen können. Dann kann er unter Umständen lustvoll das neue Wissen anwenden ohne vorher die Demütigung erlitten zu haben. 

Kommentar von Dovahkiin11 ,

DH dafür sage ich nur. 

Antwort
von murksi1, 9

Es gibt dafür keinen eigenen Begriff, aber das Phänomen existiert etwa bei Konvertiten, die fanatischer sind als andere Gläubige. Auch findet man viele militante Nichtraucher unter ehemaligen Rauchern.

Antwort
von GreenDayFan97, 35

Angst vor Veränderung?

Kommentar von Raynor21 ,

Ich hatte es vielleicht etwas schlecht erklärt, ich meinte mehr, dass ich jemanden Lust auf etwas mache, was er dann auch machen will, er aber vorher nicht wollte dass ich ihn überzeuge.

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