Frage von Lasse16, 47

Wie ne Friendzone vermeiden?

Hi erstmal, Ich weiß die Frage wurde schon öfter gestellt aber ich finde direkte Antworten doch hilfreicher. Meine Situation begann am 18 Geburtstag eines Freundes letzte Woche. Auf dem Geburtstag habe ich ein Mädchen kennengelernt mit dem ich mich sehr gut verstanden habe. Seit dem Abend haben wir uns noch einmal etwas länger unterhalten und seitdem habe ich auch echtes Interesse an ihr. Meine Frage ist nun. Wie kann ich ihr näher kommen ohne in die Friendzone zu gelangen. Da sind anscheinend nämlich schon einige gescheitert. Über jede Hilfe würde ich mich sehr freuen :)

PS: Bitte aber nicht sowas wie Nachhilfe geben oder so. Das führt zu nichts - leider

Antwort
von freezyderfrosch, 12

Ich erzähl mal eine von mir geschriebene Darstellung aus der "Ich/Wir-Perspektive". Vielleicht erkennst du dich wieder.

Der Begriff Freundschaftszone ist, wie der Name schon sagt, ein Substantiv, der das Wort "Freundschaft" beinhaltet. Und in der Tat gibt es viele Dinge die an eine sehr vertrauenswürdige, tiefgehende Freundschaft erinnern. Der Mann der die Frau voller Hoffnung umgarnt, weiß... Frauen schätzen fürsorgliche, hilfsbereite und zurückhaltende Männer. Das hat er so gehört. Von den Medien. Von seiner Mutter. Und seine beste Freundin sagt das Selbe. Also sieht der Plan wie folgt aus. Ich höre auf als Kerl, meiner biologischen Ader zu folgen. Offenbar ist es nicht in Ordnung, dass mir die genetischen Merkmale der Frau schmecken. Im stillen Kämmerlein, bekäme sie niemand mit - während des Balztanzes jedoch, wäre es eine Problematik. Die Dame darf nichts Falsches denken. Wir erlösen die Prinzessin von schlimmen Fingern die sie nur ins Bett bekommen wollen. Wir wären also ein heißer Kandidat dafür, sie rumzukriegen - wir müssten nur anders als die anderen sein - Da trifft es sich doch ganz gut, die Interesse vorerst zu verbergen, um nicht mit der Tür ins Haus zu fallen. Jeglicher Gedanke den Frauenkörper zu begehren und ihn anfassen und daran riechen zu wollen, soll bitte gut versteckt sein, während es zu einem Treffen kommt. Schließlich sind wir ja kein Widerling, der nur auf Sex aus ist, auch wenn die biologische Ader in uns, nach dem  heißbegehrten weiblichen Körper lechzt - wir müssen diese Energie vorerst heimlich  fortsetzen, denn sie würde nur für Verwirrung und Misstrauen sorgen, sobald die Angebetete vor uns stehen würde.. Angenommen das wundervolle Wesen, dass vor uns ihren Kaffee trinkt, würde von unseren Bedürfnissen erfahren - dann wäre buchstäblich die Hölle los. Sie würde wahrscheinlich jedes kleinste Signal von uns, dass in Richtung "Begierde" geht, bitterböse auffassen und sofort die Eisdiele in Windeseile verlassen. Das möchten wir nicht riskieren. Offenbar ist es falsch, etwas längeren Blickkontakt zu halten - denn sie darf von unserer bösen sexuellen Anziehung, die in uns aufkommt, wen wir der Dame in die Pupillen blicken, bloß nichts wissen - also schauen wir nebenbei immer wieder an der Frau vorbei und fokussieren uns auf den Fusel an unserem Pullover, den wir mit der Hand wegwischen - Das war knapp!  Beinahe hätte sie den "Nimm-Mich-Blick" von uns bemerkt! - so dass wir auf der sicheren Seite sind. Wir stellen auch keinen Körperkontakt her, sei es auch nur eine kleine haptische Geste, die den Unterarm der Frau betrifft. Wir wissen: Das könnte schon zu viel des Guten sein - das würde umgehend bedeuten, dass unsere Hormone der Dame sichtbar werden könnten. Wir sind erneut auf der sicheren Seite. Selbst wenn wir mit unserer Herzensdame Hand in Hand, von Ort zu Ort durch die Walachei schlendern und sich sanft-verträumt die Blicke treffen würden, wäre ein Kuss, völlig aufschiebbar. Denn der passende Moment zu einem Kuss muss sich erst bei einer Flasche Chardonney, auf einem gründen Hügel bei einem violett-gestreiften Sonnenuntergang ergeben - darum müssen wir damit warten. Wir wollen erneut auf der sicheren Seite agieren und die Frau nicht überrumpeln - sei es auch schon das vierte Treffen. Wir bleiben dabei. Das absolute Wundersignal ihrerseits fehlt noch völlig. Sie gibt sich immer noch nicht hin. Sie redet mit uns über ihre Lieblingsmusik - aber der Mann geht neben ihr her und hört brav zu - immer mit dem Hintergedanken, dass gleich irgendwas Großartiges passieren soll. Diese eine kleine Wunderatmosphäre, die beide einfach so aus dem Nichts verführt ... da wäre es auch dreist, eine Frau zu fragen, ob sie nicht mal Lust hätte, mit nach Hause zu kommen. Schließlich würde jeder Vorwand, von DVD-Gucken bis Kochen auf einen moralisch fragwürdigen Akt hinweisen. Wir vermeiden förmlich alles, was in irgendeiner weise bedeuten könnte "Ich finde dich heiß!". Denn schließlich überlassen wir diese Signale den bösen Machos, die mit der Frau nur den Spaß in den Federn anpeilen. Wir möchten auf gar keinen Fall zu dieser gefährlichen Sparte hinzugerechnet werden und packen endlich unseren Plan B aus. Wir schaffen es nicht authentisch zu sein und unseren Mann zu stehen - wir brauchen manipulative, theatralische Nettigkeits- und Höflichkeits-Techniken und werden schnell in Hollywood fündig. Wir führen lieber mit der Frau hochpsychologische Therapiegespräche, in denen wir den Ex solange diffamieren, bis wir uns erhoffen, dass die Herzensdame realisiert, dass sie es , in unserem Fall, mit einem ganz besonderen Kerl zu tun hat. Seine gekonnte Seelenklemptnerei und sein detailverliebtes Nachgrübeln, wie man der Frau am besten helfen könnte bei ihren Problemen, ist einfach zuckersüß und total lieb. Er erhofft sich in den kühlsten Träumen, dass sie einen grippalen Effekt hat, nur um ihr Crossaints ans Bett zu bringen - und er würde seinen Terminkalender schnell über Bord werfen, wenn die Frau niemanden finden würde, der ihr beim Tapezieren helfen könnte - und dann ist der Moment gekommen: Er darf ihr Zimmer tapezieren und wiederholt gebetsmühlenartig, was es denn für eine Frechheit wäre, dass ihr sonst niemand beim Tapezieren unter die Arme greift - natürlich alles nur, um ihre Augen zum Leuchten zu bringen. Irgendwann muss die Frau ein unglaublich starkes Wundersignal senden. Irgendwann wird sie erkennen, dass sie es mit keinem widerlichen Halodri zu tun hat, der sich nur an sie ranmachen will - sondern endlich mal mit einem, der nett ist und Verständnis zeigt. Einer der auf Körper- und Blickkontakt und auf eine romantische Atmosphäre sicherheitshalber verzichtet, da er, anders als die aufdringlichen Machos, alles gemütlich und langsam angehen möchte - immer in dem Glauben, dass es ausreichen würde, einfach nur nett zu sein - um auserwählt zu werden. Die Frau wird langsam ungeduldig und ihr gehen tausend Fragen durch den Kopf. Letztendlich hat sie, ohne seines Wissens nur einen von möglichen drei Gedanken, die ihr jetzt um den Kopf schwirren. A) "Er ist ja ganz nett, aber es funktioniert irgendwie nicht, ich weiß nicht woran es liegt..."
B) "Wieso macht dieser Kerl das alles für mich? Will der mich verarschen?" oder B) "Supi! Ein neuer männlicher Freund der immer für mich da ist, wenn ich Probleme habe". Und so wird sie sich nächstes Wochenende, egal welchen Gedanken sie davon auch pflegen mag,  in eine Diskothek begeben und auf einen dominanten Mann treffen, der seine Desinteresse nicht simuliert, sondern standhaft und steuerungsfähig auf sie zugeht und genau das Gegenteil von dem macht, was wir für richtig halten. Das Ende. Ihr bleibt nichts anderes übrig, als dem Tapezier-Gehilfen eine SMS zu schreiben mit "Hey! Ich hab in der Disko einen coolen Typen kennengelernt!"

Antwort
von MaraMiez, 28

Zwei Möglichkeiten, die beide so oder so damit stehen oder scheitern, was sie will.

Du sagst ihr, dass du Interesse hast, oder du erwartest einfach gar nicht mehr, als Freundschaft und wirst sehen, wohin eine Freundschaft führt.

Bei ersterem wirst du halt gefriendzoned, wenn sie nicht das gleiche Interesse hat, aber daran könntest du nichts ändern, egal, was du machst...sowas lässt sich schließlich nicht erzwingen und wenn "du selbst sein" nicht funktioniert, wäre alles andere eh irgendwie unehrlich, wenn es funktionieren sollte.

Bei letzterem kann man nicht gefriendzoned werden, denn...wie soll man das bei einem normalen Freund machen. Und wenn mehr draus wird, super, wenn nicht, haste ne Freundin mehr, was dich auch was tolles ist.

Antwort
von tactless, 29

Sag ihr direkt dass du kein Kumpeltyp bist und fertig! 

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