Frage von CooleVanessa, 69

Wie nabelt man sich von den Eltern ab?

Es geht um meine 31-jährige Cousine. Wir verstehen uns sehr gut und haben uns heute wieder getroffen. Sie hat einen guten Job und eine schöne Wohnung. Es ist aber so (hat sie erzählt) dass ihre Eltern (beide 65) sie wie ein kleines Kind behandeln. Wenn sie bei ihr zu Besuch sind wird nur an ihr herumgemeckert wenn ein pullover auf dem Sofa liegt oder das Toilettenpapier falsch hängt. Sie wühlen sogar manchmal in ihren Unterlagen herum wenn sie gerade nebenan im Raum ist.

Meine Cousine hat ihnen erzählt dass sie bald in ein Konzert geht und dann meinte ihr vater: "So ein Schwachsinn. Wie kann man in sowas gehen?" und hat sich aufgeregt. Oder wenn sie zum Skifahren nach Österreich geht sagt er wie bescheuert das ist und regt sich auf. Sie traut sich schon gar nicht mehr rteay zu erzählen weil alles kritisiert wird und sie als blöd beschimpft wird von ihrem Vater. und ihre Mutter kritisiert sie immer wegen jeder Kleinigkeit und meint dass sie alles falsch mache.

Mir tut meine Cousine leid weil sie schon 31 ist. Sie ist Single und hat wen im Internet kennengelernt. Sie hat schon gemeint dass sie das ihren Eltern erzählen muss wenn sie echt ein Paar werden und ihr schon vor dem Gemecker graut weil sie dumm ist wie sie im Internet wo angemeldet sein kann bei Elitepartner und dass das im Internet gefährlich ist und wie blöd sie ist usw.

Sie hat bisher alle ihre Beziehungen vor ohren Eltern verheimlicht (aus dem Grund) aber on Zukunft will sie so sein wie sie ist und sich nicht immer vor ihren Eltern verbiegen. Sie sagen zu Uhr auch immer: "ändern dich und werde lieb"

Was ratet ihr? Danke!

Antwort
von Fortuna1234, 14

Hi,

das kommt mir alles bekannt vor ;) Wobei ich das nicht als fehlende Abnabelung sehe, da sie ja nicht ihr eigenes Zeug dann ändert, nur weil es den Eltern nicht passt. Nimmt sie das sehr mit, dann wäre es wohl eher fehlendes Selbstbewusstsein den eigenen Eltern Grenzen zu setzen bzw. auf Durchzug zu gehen.

Meine Eltern (und ich bin fast 30) sind auch ganz anders als ich. Sie sind sehr negativ. Sage ich, dass ich eine Zusage zu einem Job habe, wird solange kritisiert und gesagt, dass ohne Vertrag eh nix wird oder dass die mich veräppeln, bis ich mir denke "oh mann, warum hast du überhaupt was gesagt". Ich ändere meine Meinung nicht, bin aber genervt, dass sie immer was zum nörgeln haben.

Der Trick: Ich erzähle Dinge nur, wenn sie nicht mehr änderbar sind. Statt bei einer Zusage warte ich auf den Arbeitsvertrag, erster Arbeitstag oder sogar das erste Gehalt ab. Hab ich gewisse Dinge vor, bekommen sie davon meist erst spät was mit oder erst danach. Hätte ich einen Mann kennengelernt, dann würde ich auch gar nicht unbedingt vorstellen. Und schon gar nicht meine persönliche Kennenlern-Geschichte ausbreiten, wenn ich weiß was da für Kommentare kommen. Nenne ich "Vermeidungstaktik".

Ich kann sie nicht ändern und wenn ich es probiere gibt es nur Frust auf beiden Seiten.

Deswegen. Eltern müssen nicht alles wissen und schon gar nicht alles akzeptieren. Von einem Konzert müssen sie gar nichts wissen, vom Urlaub auch nicht. Und wenn sie sich dann fragen, warum das Kind immer weniger erzählt, verstehen sie vllt auch warum. Meist ist es nämlich so, dass diese Art von Eltern für eigene Kritik so gar nicht offen sind ;)

Aber auch wenn manchmal Treffen oder Telefonate echt aus dem Ruder laufen und mich öfter nerven: Wenn ich sie brauche, dann sind sie da. Wenn ich ihre Hilfe brauche (egal ob sie das unterstützen wofür), dann sind sie da. Geht es mir richtig schlecht, dann sind sie da. Wenn es also drauf ankommt, dann packen alle zusammen an. Und die restlichen Sachen darf man nicht so ernst nehmen.

Fehlende Abnabelung ist das aber nicht. Sie hat wohl den Eltern ihre Grenzen aufgezeigt und es ist ihnen scheinbar egal. Klar kann man jetzt den Kontakt abbrechen, aber wer tut das? Man sollte einfach weniger erzählen und bei Kritik auch genau in diesem Moment sagen "Nein, so nicht".

Antwort
von petrapetra64, 16

So sind viele Eltern nun mal, sie meinen es auch nur gut und merken gar nicht, dass sie damit viel kaputt machen. Meine Mutter ist auch nicht anders und die Mutter einer Freundin auch. Trotzdem hat sie mir im Leben auch immer viel geholfen.

Und ich bin noch viel älter als deine Cousine. Ich habe das immer so gehalten, dass ich ihnen immer so wenig wie möglich gesagt habe. Also in Punkt Beziehungen immer erst, wenn es definitiv Ernst wurde und wo ich denjenigen kennen gelernt habe, habe ich auch nicht erzählt. Geht sie doch gar nichts an, das muss man doch nicht erzählen. Auch meine Freizeit gestalte ich falsch, schmeisse das Geld zum Fenster raus und bin vergnügungssüchtig laut meiner Mutter. . Das muss einem dann halt zum einen Ohr rein und zum anderen wieder raus gehen. Einfach auf Durchzug stellen und eben nicht alles erzählen. Dann geht das schon.

Letztenendes wollten sie halt, dass ich so bin, wie sie es sich wünschen, an Haus und Garten interessiert, sparsam, das hat halt nicht wirklich so geklappt.

Wenn ich positive Beispiele von anderen vorgehalten bekommen habe, dann habe ich mit negativen Beispielen gekonntert. Die Nachbarin, die zu Hause angeblich so toll geholfen hat, die hatte viel schechtere Noten als ich. Und hab sie dann gefragt, ob sie das dann von mir auch wollte. Oder ich habe den anderen Nachbarssohn erwähnt, 'Alkoholiker und gewalttätig und sie gefragt, ob ihr der dann lieber wäre als ich.

Meine Schwägerin hat bei ihren Eltern, als sie über deren Zubereitung von Fleisch kritiisierten "wir mögen es aber halt so am liebsten". Das fand ich auch eine gute Antwort.

Aber Menschen kann man leider nicht ändern, die sind, wie sie sind. Man kann nur manchmal hat kontern und sich etwas mehr zurück ziehen von ihnen und nicht mehr offen wie ein Buch sein. Was sie nicht wissen, regt sie auch nicht auf.

Geschnüffelt hat meine Mutter auch schon (würde sie aber nie zugeben), aber manchmal hat sie Infos, die sie nur davon haben konnte, daher lege ich immer alles weg, was sie nicht sehen soll, wenn sie vorbei kommt.

Kommentar von realistir ,

na du bist aber auch so ein besonderes Muster als Frau ;-) Darf ich fragen, ist das typisch weiblich, oder Bestandteil weiblicher Angewohnheiten oder Rollenmuster? ;-)

Merkst du eigentlich auch deine eigenen Widersprüchlichkeiten?
Du sagtst, Menschen kann man nicht ändern.
Versuchst es aber auch garnicht, weder deine Mutter zu diversen Änderungen zu bewegen, noch ihr deutlicher zu machen, du bist ein Mensch, den Sie nicht zu ändern hätte!

Wie heißt noch ein Spruch, der mir im Zusammenhang mit deinen Argumenten einfiel? Ein Mann ein Wort, eine Frau ein Wörterbuch ;-)

Antwort
von habakuk63, 27

DEINE COUSINE muss für sich klären, ob SIE so weiterleben will. Wenn ja, nix ändern - alles gut. Wenn nein, dann den Kontakt zu den Eltern für einige MONATE abbrechen und bei Fragen erklären: Ich führe mein Leben.

Antwort
von realistir, 11

oh oh, das ist in einer Hinsicht dumm, sehr dumm. Dumm daran ist einzig, es geht nicht um abnabeln sondern viel krasser. ;-)

Es geht darum, den eigenen Eltern endlich mal deutlicher zu machen, was sie eigentlich ihrem eigenen Kind antun! Dumm daran ist vor allem auch, die Tochter hat 31 Jahre lang vieles über sich ergehen lassen, nie aufgemuckt.

Deshalb wird es jetzt kaum Erfolg haben, wenn Sie es endlich mal beginnen würde. Ich kenne so was ähnliches in meinem Bekanntenkreis. Meist sind es wieder mal Frauen, die von den eigenen Eltern wie unmündige Kinder behandelt wurden.

War ich bei solcherlei anwesend, korrigierte ich einiges und meist gelang es sogar relativ gut. Als -sinngemäß- neutrale Person fing ich an, einiges geschickt zu hinterfragen ;-)

Ich fragte z.B. was ich zu erwarten hätte, wenn ich im Haus oder in der Wohnung der Eltern so auftreten würde, wie das was ich da gerade bei ihnen hier erlebe. Zuerst wurde verdutzt geschaut, dann gefragt was das soll.

Ich sagte ganz ruhig, was das soll verstehen Sie als noch ältere Personen als wir hier nicht? Ist doch ganz einfach zu verstehen und eigentlich hätte ich erwartet, Sie als Eltern verstehen es und haben es auch angewendet. Aber dem scheint nicht so. Wenn man seinen Kindern beigebracht hätte, wie man sich sonstwo als Gast zu benehmen hätte, wüsste man das und würde das auch als Gast bei Anderen anwenden.

Als respektable Erzieher mit Vorbildcharakter kann ich Sie im Moment nicht empfinden und wenn ich Eigentümer dieser Wohnung wäre, würde ich auf solche Gäste keinen Wert legen, Sie bitten zu gehen.

Es kamen dann zwar sofort Fragen wie, wer sind sie, sind sie der Freund unserer Tochter. Ich blieb ruhig und besonnen, antwortete, wer ich bin, spielt hier und jetzt keine Rolle. Ich habe Sie auf einiges aufmerksam gemacht, mehr nicht. Ich sagte sogar nur meine Meinung, und diese muss nicht identisch sein mit der ihrer Tochter. Ich bitte sie nur, mal über meine Worte und Einwände betreffend ihrem auftreten als Gast hier nach zu denken und etwas im Sinne von Gast irgendwo zu verändern. Haben Sie ein Problem damit, sich eine Meinung einer Person anzuhören, die sich bemühte weitestgehend neutral zu sein und zu bleiben?

Meistens wirkte das. In hartnäckigen Fällen blieb ich lieber stumm, beobachtend und abwartend. Wollte dann zuerst mit der betroffenen Person besprechen, was in ihrem Sinne wäre, was nicht.

Deine Cousine hätte alleine kaum eine Chance, weil sie sinngemäß viel zu lange gekuscht hatte, die Eltern glauben, es weiter tun zu dürfen oder es weiter versuchen zu dürfen.

Du könntest als neutrale Person es ähnlich machen wie ich. Müsstest dabei aber ziemlich selbstsicher auftreten können, dich nicht zu leicht aus der Ruhe bringen oder zu irgendwas unbedachtem nötigen lassen.

Antwort
von Wuestenamazone, 27

Arbeiten gehen und eigene Wohnung suchen

Kommentar von Wonnepoppen ,

Hat sie, da die Eltern "sie" besuchen!

Kommentar von CooleVanessa ,

Hat sie ja

Antwort
von Wonnepoppen, 24

Sag ihr, daß sie zu ihren Eltern sagen soll, wenn sie sich weiterhin in ihr Leben einmischen u. ihr sagen, was sie tun u. lassen soll, dann brauchen sie vorerst mal nicht zu ihr kommen!

Hart, aber wirkungsvoll (hoffe ich)?

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