Wie muss ich hier mit dem Urheberrecht umgehen?

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2 Antworten

Eine "Idee für eine Geschichte" ist per se kein urheberrechtlich geschütztes Werk:

UrhG § 2 Geschützte Werk

"(1) Zu den geschützten Werken der Literatur, Wissenschaft und Kunst gehören insbesondere:

1. Sprachwerke, wie Schriftwerke, Reden und Computerprogramme;"

Und die Handlung einer Geschichte ist per se auch noch kein urheberrechtlich geschütztes Werk.

Wenn ich aber ein Werk schöpfe, das geschützt ist aufgrund seiner Originalität, seiner Schöpfungshöhe (s. Wikipedia), dann können auch die Bestandteile dieses Werkes (Sprachwerk, Filmwerk, Gemälde usw.) geschützt sein als meine Schöpfung.

Denn die Idee des Urheberrechtsgesetzes in D. (wie in der ganzen Welt) ist es ja, den Lebensunterhalt des Schöpfers eines Werkes zu sichern (und 70 Jahre lang nach dessen Tod den Lebensunterhalt seiner Erben) - und nicht den Schöpfer einer Idee!

Wenn ich also ein originelles, gar künstlerisch wertvolles Sprachwerk schöpfe mit der Handlung "Opa, 100, isst Haferbrei und kriegt Wunderkräfte und springt aus dem Fenster", dann kann auch die Handlung geschützt sein - und auch der Charakter oder sogar die Kleidung des Opas, siehe Urteil zu Pipi Langstrumpfs Kleidung:

"Ein einzelner Charakter eines Sprachwerks (hier: Pippi Langstrumpf) kann selbständigen Urheberrechtsschutz genießen." http://medien-internet-und-recht.de/volltext.php?mir\_dok\_id=2539, Herv. Gerd.

Ohne Sprachwerk (oder Filmwerk) ist eine Idee, ein Charakter oder eine Kleidung aber kein geschütztes Werk! Der Schöpfer der Idee usw. kann dabei zwar UrhG § 8 Miturheber des Werkes sein - aber nur dann, wenn er mit dem eigentlichen Schreiber / Filmemacher "ein Werk gemeinsam geschaffen" hat: http://www.gesetze-im-internet.de/urhg/\_\_8.html

Die Aussage eines Freundes "Du, ich habe da eine tolle Idee mit einem tollen Charakter in toller Kleidung! Mach daraus mal einen tollen Text / einen tollen Film!" kann man dabei aber kaum als "gemeinsames Schaffen" bezeichnen! Dazu müsste die Vorgabe des Freundes ja selbst schon ein geschütztes Werk darstellen - also etwa eine detaillierte Ausarbeitung von Story und Charakter der Figuren.

Man könnte sich aber auch einen Extremfall vorstellen, in dem erst die Kombination zweier nicht geschützter Werke ein geschütztes Werk entstehen lässt. Im Streitfall entscheidet darüber aber ohnehin ein angerufenes Gericht.

Gruß aus Berlin, Gerd

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Kommentar von TVDFan2
21.08.2016, 17:50

Also ich habe ingame bekannt gemacht, dass ich Geschichten ingame schreibe.

Dazu hat sich dann zB X bei mir per Privater Nachricht im Forum gemeldet und gesagt: 

Also, was das Buch angeht... Hm... Es soll eine Romance/Fantasy Geschichte sein. Mit mir und J in der Hauptrolle^^" Kennst du Furries?

Wir haben dann den verlauf der Geschichte besprochen, also was wann passieren soll (ich habe das vorgeschlagen und er es dann "abgesegnet").

Schließlich schrieb ich die Geschichte, gab sie ihm zum lesen, als er meinte, sie sei gut so, veröffentlichte ich sie ingame mit einer Widmung an ihn.

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Seine Idee selbst ist kein geschütztes Werk oder? (Wieso nicht?)

Wann sind Bestandteile einer Geschichte geschützt?

Wie wird ein Miturheber definiert, also ab wann zählt der andere als Miturheber?

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1. Meiner Ansicht nach wurde hier ein Werk gemeinsam geschaffen und so seid ihr nach § 8 UrhG Miturheber und dabei kommt es vor allem darauf, was du mit den Spielern vereinbart hast. Grundsätzlich gilt Folgendes:

Das Recht der Veröffentlichung und Verwertung liegt bei allen Zusammen. Ein Miturheber muss einer Verwertung  grundsätzlich nicht zustimmen, außer seine Verweigerung verstößt Treu und Glauben. Das selbe gilt für Bearbeitungen des Werkes. Die Erträgnisse durch das Werk teilen sich je nach Umfang der Mitwirkung auf, außer es wurde was anderes vereinbart. Und Miturheber könne auch auf ihren Anteil verzichten.

2. Bei solchen Sachen gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder es ist eine Bearbeitung nach § 3 UrhG oder freie Benutzung nach § 24 UrhG. Erster braucht wieder die Erlaubnis des Urhebers. Gerade bei deinem Fall würde ich sagen: Wenn komplette Bildelemente durch das Abzeichnen übernommen mit gerinfügigen Änderungen, ist es eine Bearbeitung. Wenn aber das Originalwerk verblasst (also nicht mehr wirklich erkennbar ist) und ein eigenes Werk entsteht, ist es freie Benutzung.

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Kommentar von TVDFan2
20.08.2016, 15:49

Okay danke und wie gehe ich dann mit 2. um? Kann ich mein Bild dann verwenden und eine Quelle angeben?

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