Frage von iceman2015, 204

Wie muss ich eine Prämie, Urlaubsgeld, Weg zur Arbeitsstätte in der Steuererklärung 2015 angeben?

Guten Abend:)

Ich bereite gerade meine Steuererklärung für 2015 vor. Nun bin ich auf ein paar Fragen gestoßen und ich hoffe Ihr könnt mir Helfen.

Ich habe letztes Jahr eine Sonderzahlung in Höhe von 1333,00 Euro sowie anteiliges Urlaubsgeld in Höhe von 624,83 Euro erhalten. Das Urlaubsgeld bzw. Weihnachtsgeld steht auf dem Bezugsnachweis für Dezember drauf.

Deswegen habe ich das Gesamtbrutto - also + Urlaubsgeld - in der Lohnsteuerbescheinigung eingetragen. Muss ich sonst noch was beachten? Oder ist dies der falsche Weg?

Jedoch bin ich mir nicht sicher, ob ich die Sonderzahlung angeben soll, da sie mit der Januarabrechnung versteuert wird. So geht es zumindest aus dem Schreiben meiner Behörde hervor. Also wird der Lohn für Januar 2016 geringer ausfallen.

Das nächste Problem sieht wie folgt aus. Meine Einarbeitung habe ich in der Behörde A bin aber für Behörde B vorgesehen. Kann man das in der Steuererkläung irgendwo vermerken? Dadurch habe ich ja einen großen Mehraufwand?! Jedoch habe ich bis jetzt in dieser Richtung nichts gefunden. Ich wollte nach Antritt der Stelle dies bei der Agentur für Arbeit geltend machen, jedoch geht dies nur vor Antritt der Stelle. Somit ca. 260 EUR in den Sand gesetzt... Leider hat mir dies keiner mitgeteilt... Aber dies nur am Rande. Somit muss ich jeden Tag 40 km mehr zur Behörde B fahren, Behörde A wären gerade mal 10 km.

Ich hoffe Ihr habt alle Informationen von mir bekommen, um mir eine Antwort auf meine Fragen geben zu können. Wenn noch etwas unklar sein sollte, werde ich es gerne noch näher erläutern.

Viele Grüße und danke für Eure Hilfe im Voraus!

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von DerSchopenhauer, 133

In die Steuererklärung kommen die Beträge, die auf der Lohnsteuerbescheinigung ausgewiesen sind.

Einmalzahlungen

Beim Weihnachtsgeld/Urlaubsgeld/Prämie handelt es sich nicht um laufenden Arbeitslohn sondern um eine Einmalzahlung; Einmalzahlungen fließen in dem Monat (Jahr) zu, indem sie abgerechnet werden und nicht in dem Jahr zu dem sie wirtschaftlich gehören - wenn der Nettobetrag erst im neuen Jahr ausgezahlt wird, ist das ohne steuerliche Bedeutung.

Daher darf der ArbG keine Rückrechnung in 2015 vornehmen, wenn diese im Januar 2016 abgerechnet werden.

Deine Angaben sind aber widersprüchlich:

"Das Urlaubsgeld bzw. Weihnachtsgeld steht auf dem Bezugsnachweis [Gehaltsabrechnung?] für Dezember drauf."

also wäre er im Dezember versteuert worden

Sollte tatsächlich erst im Januar versteuert werden, dann gehört die Einmalzahlung in 2016.

Solltest Du im Dezember vorab schon die Netto-Zahlung erhalten haben aber im Januar erst versteuert werden ändert das nichts - dann hättest Du einen Vorschuß erhalten, der dann im Januar als persönlicher Nettoabzug abgezogen wird.

"Jedoch bin ich mir nicht sicher, ob ich die Sonderzahlung angeben soll, da sie mit der Januarabrechnung versteuert wird. So geht es zumindest aus dem Schreiben meiner Behörde hervor. Also wird der Lohn für Januar 2016 geringer ausfallen. "

Wieso wird der Lohn geringer ausfallen???? Wann wird denn nun versteuert?

Fahrtkosten - Weg zur Arbeit

"Meine Einarbeitung habe ich in der Behörde A bin aber für Behörde B vorgesehen"

Hier muß die erste Tätigkeitstätte ermittelt werden; die erste Tätigkeitsstätte hat die Behörde an Ort B vorgesehen; die erste Tätigkeitsstätte ist perspektivisch zu betrachten und nicht wo man vorübergehend tatsächlich erst einmal beschäftigt ist.

Daher ist die Zeit der Einarbeitung an Ort A eine Auswärtstätigkeit; hier können 0,30 € pro gefahrenen km angesetzt werden (hin- und zurück) - zusätzlich kann für max. 3 Monate Verpflegungsmehraufwand in Höhe von 12 € pro Tag geltend gemacht werden, wenn die Abwesenheit von zu Hause mehr als 8 Std. beträgt (Arbeitszeit + Fahrtzeit).

Wenn Du dann an Deiner ersten Tätigkeitsstätte Ort B eingesetzt wirst, dann kannst Du 0,30 € pro Entfernungskilometer ansetzen (nur eine Fahrt).

Kommentar von iceman2015 ,

Endlich eine Antwort mit der ich was anfangen kann.

Habe mich mit der Einmalzahlung etwas wiedersprüchlich ausgedrückt. Aus dem Schreiben meiner Behörde geht hervor, das die Sozialversicherungsanteile mit dem Januarentgelt nachberechnet werden. Deswegen auch die Aussage mit dem etwas geringeren Lohn.

Wegen den Fahrkosten zur Behörde A: Die entstandenen Kosten gebe ich dann nicht in der Entfernungspauschale ein, diese gilt ja nur zur ersten Arbeitsstätte?!

Pauschbeträge für Mehraufwendungen für Verpflegung

Bei der Abwesenheit von mehr als 8 Stunden: Wird für mich erstmal schwer sein zu ermitteln. Gilt dies komplett für die Fahrzeit und Arbeitszeit? Oder spielt dort nur die Arbeitszeit eine Rolle? Habe so einen Fall bis jetzt noch nie gehabt.

Gebe ich dort die 85 Tage an oder abzüglich der 10 Urlaubstage?

Denke das wars mit meinen Fragen. Nochmals vielen Dank für deine Zeit und Mühe.

Kommentar von iceman2015 ,

Ok eben erst richtig gelesen. Die Frage wegen der Abwesenheit hat sich somit geklärt. Nur halt noch wegen der Angabe der Tage.

Kommentar von DerSchopenhauer ,

Zu der Auswärtstätigkeit:

tatsächliche Arbeitstage (also ohne Urlaub und Krankheitstage)

Entfernungspauschale erste Tätigkeitsstätte

grundsätzlich wie oben - anerkannt wird aber bei 5-Tage-Woche meist 230 Tage (durchschnittlich 250 Arbeitstage im Jahr ./. 20 Tage gesetzlicher Mindesturlaub)

Auf die pauschalen 230 Tage hat man allerdings keinen Rechtsanspruch; ggf. kann das Finanzamt die genauen Tage fordern (öD hat z. B. 30 Tage Urlaub und man ist ja auch mal krank)

Kommentar von DerSchopenhauer ,

Es sei noch zu erwähnen:

Eventuelle Erstattungen des Arbeitgebers sind noch abzuziehen.

Es wäre allerdings zu empfeheln, Dir die Fahrten zur Auswärtstätigkeit an Ort A als Reisekosten und auch ggf. den Verpflegungsmehraufwand von der Behörde erstatten zu lassen (steuer-und sv-frei) - damit dürfte es eigentlich kein Problem geben --> einfach Reisekostenabrechnung einreichen (dafür dürfte es ein Formular geben).

Bei der Angabe in der Steuererklärung stehst Du Dich schlechter, da das ja keine 100%-Erstattung ist, sondern nur das zu versteuernde Einkommen sinkt und die "Erstattung" sich dann nur in der Höhe des persönlichen Steuersatzes bewegt.

Antwort
von grubenschmalz, 131

Zu deinem ersten "Problem": Warte doch einfach die Lohnsteuerbescheinigung vom Arbeitgeber ab, da steht doch alles drin.

Kommentar von iceman2015 ,

Ist mir schon klar. Nur wenn es mit der Januarabrechnung verrechnet wird nützt mir das dann auch nicht viel. Habe die Prämie als Bruttobetrag bekommen.

Kommentar von wurzlsepp668 ,

jede Prämie wird als Bruttobetrag bezahlt ...

Kommentar von iceman2015 ,

Die Antwort von dir löst nun alle meine Probleme -.- Hauptsache die Punkte eingefahren! Das eine Prämie als Bruttobetrag ausbezahlt wird ist mir klar. Jedoch wird diese erst im Januar verrechnet. Um das geht es.

Kommentar von wurzlsepp668 ,

dann wird sie 2016 versteuert. Wo Problem?

P.S. auf Kommentare auf Antworten geben keine Punkte .....

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