Frage von MissFairy, 268

Wie mit Homophoben Menschen umgehen/ Was kann ich verändern/ Problem mit Religiosität der Schule?

Hey ihr Lieben, Ich (w./16j.) bin im Moment ziemlich in dieser "F*ck the system" Phase. Ich weiß nicht so wirklich wie ich damit umgehen soll.

Ich hab ständig den Drang etwas zu veränder, weil es mir regelrecht "weh" tut zuzugucken, was auf dieser Welt passiert. Aus diesem Grund gucke ich auch nicht mehr sooft Nachrichten. Ich ertrage das schlicht und einfach nicht. Nennt man das nicht Weltschmerz? Aber nun zu meiner Frage: In meinem Alltag gibt es viele Dinge, die mich direkt betreffen und sehr stören z.B homophobe Mitschüler. Ich weiß dann nicht wie ich reagieren soll. Ich bin eigentlich sehr unauffällig und ruhig und versuche zu jedem nett zu sein. Die meisten mögen mich auch. Doch möchte ich überhaupt von homophoben oder ausländerfeindlichen Menschen gemocht werden?

Letztlich gab es da so eine Situation, dass 2 Mitschüler ( wir hatten eine Gruppenarbeit) gesagt haben, dass Homosexualität abnormal, unnatürlich sei und die mit diesen Leuten auch nicht befreundet sein wollten. Ich war ehrlich gesagt so geschockt, dass ich gar nichts gesagt hab. Dann bin ich gegangen und hab die Gruppe gewechselt. Vorher hab ich ihnen aber noch gesagt, dass ich ziemlich geschockt bin. Die finden das für ziemlich übertrieben... Wie soll ich denn reagieren ? Ich meine ich kann und will ja auch gar sagen, dass sie das nicht denken dürfen aber das stört mich einfach. Heute hatte ich Freistunde und saß im Forum unserer Schule, wo sich die Schüler währen der Pause aufhalten und wo auch Auftritte stattfinden. Dort hängen seit neustem die 10 Gebote. Im gleichem Raum steht außerdem noch an der Wand " Für eine Gesellschaft unabhängig vom Geschlecht, Religion etc. Das steht doch im direkten Widerspruch gegen das 1. Gebot ( Du darfst keine anderen Götter haben neben mir) oder nicht ? jedenfalls bin ich dann zu den 10 Geboten gegangen und hab mit nem Edding ,,Religion ist Opium für das Volk" drauf geschrieben. Normalerweise würde ich mich sowas echt nicht trauen aber ich musste das einfach tun. Die Hälfte meines Kurses hat das bemerkt und eine war ganz verzweifelt und sagte mich, dass ich dafür in die Hölle komme. Der Rest fand das ganze ziemlich übertrieben und so hab ich mich erklärt. Dass doch nicht war sein kann. Alles. Mehrere Religionslehrer haben schon zu mir sowas gesagt wie " das dürfen Sie nicht denken" oder " mit dieser Einstellung sind Sie hier falsch" oder " es gibt Gott. Das müssen Sie akzeptieren".

Als ich das erzählt hab, habe ich gar nicht gemerkt, dass noch ein paar aus der 12. Klasse gekommen sind, die sogar geklatscht haben. Das hat mich irgendwie total ermutigt, was zu verändern oder irgendwas zu tun. Das war total befreiend.

Ich kann das einfach nicht gleichgültig hinnehmen, wie die meisten. Habt ihr vielleicht Ideen was ich machen kann?Vielleicht irgendwelche Aktionen? Oder generell eure Meinung zu dem ganzen ?

Antwort
von Ottavio, 101

Liebe Miss Fairy, ich glaube, jetzt bist Du gesund ! Verwandle Deine depressive Grundstimmung in Zorn und Deinen Zorn in Energie. Eine f*ck the system - Phase, die mit 16 beginnt, muss mit 67 noch lange nicht zu Ende sein. In einer Gesellschaft, die sich erkennbar immer schneller immer weiter nach rechts bewegt, ist es wichtig, dass junge Menschen wie Du und alte Menschen wie ich, die das nicht wollen, gemeinsam etwas dagegen tun. Suche Dir eine Gruppe von jungen Meschen, die so denken wie Du ! 16 ist genau das richtige Alter dafür. Was für Jugendgruppen gibt es denn in Deinem Ort. Gibt es da Jugendgruppen der Parteien, die im Bundestag in der Opposition sind, Friedensgruppen, DFG-VK, Falken, Jusos ? Come together, right now ! Allein bist Du schwach, zusammen sind wir stark ! Das Zitat von Karl Marx lautet übrigen "Religion ist das Opium des Volkes." Im 19.Jh. wurde Opium übrigens noch gar nicht so negativ wie heute als Rauschgift gesehen. In England, wo Marx ja von 1850 bis 1880 lebte, wurde es sogar sehr viel als Medikament gegen depressive Störungen eingesetzt - von reichen Leuten, die es sich erlauben konnten. Das ist ja nicht nur negativ. Dem armen Volk blieb dagegen nur die Religion. Die Religionsfreiheit umfasst selbstverständlich auch die negative Religionsfreiheit, das heißt, Du hast das Recht, ohne Religion zu sein. Ob' Gott gibt oder keinen Gott, die Hölle gibt es jedenfalls nicht. Es grüßt Dich herzlich Ottavio.

Antwort
von Aleqasina, 150

Das sind ganz verschiedene Themen, die du da ansprichtst.

Das eine ist die Homophobie der Klassenkameraden. Wenn sie so was äußern, würde ich sie fragen, in wie weit sie davon betroffen sind. Also welchen Einfluss das auf ihre ganz persönliche Lebensgestaltung hat, wenn andere homosexuell sind.

Wahrscheinlich keine. Also haben sie auch gar keinen Grund, darüber zu urteilen. Es zwingt sie ja keiner, homosexuell zu sein.

Das andere ist die Frage nach der Religion. Es wirkt gerade so, als seien da ein paar Fundamentalisten in eurer Klasse, die andern ihre Ansichten aufdrängen wollen. An deiner Stelle würde ich da nicht polemisch gegenan gehen, sondern das interessiert beobachten. Wie sind die? Warum sind sie so? Fühlen sie sich vielleicht unsicher und veschanzen sich hinter vermeintlichen Glaubenswahrheiten?

Wichtig ist, dass du zu dir stehst und dabei "ich"sagst. Zu deiner Meinung, zu der du ein Recht hast. So wie die anderen zu ihrer, nur sollen sie auch "ich" sagen und dabei nicht über andere herziehen.


Antwort
von MaxMuller, 50

Hallo MissFairy

Ich bewundere es wirklich das du mit 16 Jahren  eine eigene Meinung  vertrittst die von der Mehrheit deines Umfeldes, besonders deines schulichen Umfeldes, abgelehnt wird. Dazu gehört etwas was viele heutzutage nicht besitzen, Mut. Mut den eigenen Standpunkt zu vertreten, egal was die anderen sagen oder denken. Mut etwas zu tun, weil man glaubt das es richtig ist und es nicht zutun schlimmer ist als alles was passiert, wenn man es tut.

Was ich wirklich bedauere für dich ist, dass deine "Gegner", so wie du sie beschrieben hast, einfach "Idioten" sind. Sowohl Lehrer als auch Schüler bringen es nicht fertig dir zu erklären warum du falsch liegst mit dem was du sagst. Alles was sie können ist, ihre Axiome zu wiederholen ohne dir begreiflich zu machen, warum sie existieren und warum sie es wert sind zu existieren. Sie unternehmen nicht den Versuch dir ihr Weltbild zuerklären, damit du begreifst warum sie richtig liegen und du falsch.  Weil sie es schlicht nicht selbst erklären können, weil sie nicht darüber nachdenken warum "sie" richtig "liegen" und du "falsch".

Sie denken es einfach und es tut mir Leid für dich, dass dies die Leute sind gegen die du rebellierst, weil sie es schlicht nicht fertig bringen dir die Bedeutung von Glaube, Religion, Gott und Jesus näher zubringen. Du kannst dich nicht mit ihnen auseinandersetzen, weil sie Mitläufer sind, aber keine überzeugten Fundamentalisten, die wirklich tief und fest daran glauben und auch wissen wieso sie es tun.

Weil man muss gar nichts akzeptieren, auch nicht Gott. Man darf alles denken und gerade wenn man "mit dieser Einstellung hier falsch ist", ist man dort genau Gold richtig. Weil sich dort allein die eigene Weltanschauung beweißt.

Was du tun solltest ist dir diese Einstellung immer tief im Herzen zu halten, dass du immer du bleibst und das du dich nicht von anderen verwirren lässt durch ihr Geschwätz. Weil was zählt ist woran du glaubst.  Was zählt ist was du dir für ein Bild von der Welt erworben hast  und du musst fähig sein es zu verteidigen, du alleine. Also solltest du damit anfangen dir ein Weltbild aufzubauen das es Wert ist, so genannt zu werden.

Lese Bücher, Zeitungsartikel, Blogeinträge, Wissenschaftliche Publikationen, alte Philosophen, neue Philosophen, Bücher größer Persönlichkeit und was du noch so denkst, was dir hilft, die Welt zu verstehen.

Verständnis ist der einzige Weg die Welt zu verändern, weil du sie nur verändern kannst, wenn du verstehst, wie sie zu dem geworden ist wie sie jetzt ist. Du musst ihre Abläufe verstehen, ihre naturgegebenen Gesetze und ihr ureigenes Wesen.  Du musst den Menschen verstehen, was ihn antreibt, was ihn dazu bringt zu glauben oder nicht zu glauben. Warum er wählt was er wählt, warum er kämpft oder nicht kämpft, wieso manche leben und manche sterben.

Es wurde genug geschrieben, genug erfasst und genug analysiert von anderen Menschen. Es ist genug Material da, du musst es nur sichten. Weil gegen etwas zu rebellieren, aus dem Gefühl heraus das es falsch ist, mag zwar persönlich richtig sein, aber kann man das auch unumstößlich  objektiv beweisen? Das du das irgendwann kannst, kann nur dein Ziel sein. Das du beweißt das du richtig lagst die ganze Zeit über oder aber selbst einsiehst das du bei manchen falsch lagst, dass musst du anstreben! Du musst dich selbst verbessern, damit du die Welt verbessern kannst. Du musst deine Weltanschauung überprüfen damit du nicht zum  Wortführer derer wirst, die dich für ihre Zwecke benutzen wollen. Du musst denken, denken und noch mehr denken und nie aufhören.

Den Luxus von Vorurteilen kannst du dir nicht leisten. Du willst rebellieren gegen das System also musst du die Leute des Systems verstehen und das tust du indem du in Gedanken annimmst das sie "vielleicht auch recht haben könnten" und dann widerlegst du Stück für Stück ihr Weltbild und beweißt dir, dass sie wirklich falsch liegen, nicht weil sie etwas sagen und du gerne hättest das sie falsch liegen "Weil es ja total böse ist" , sondern weil das was sie sagen wirklich falsch ist und nicht der Wirklichkeit entspricht.

Viel Erfolg auf deinem Weg! Lass dich nicht unterkriegen!

MfG Müller

Antwort
von DottorePsycho, 79

Also erstmal besteht da kein unüberbrückbarer Widerspruch zwischen dem 1. Gebot und "einer Gesellschaft unabhängig vom Geschlecht, Religion etc." Jeder darf seinen Gott anbeten. Dann aber bitte nur den einen. :-) Es dürfte sich ohnehin immer um denselben handeln. .-)

Ich find's mutig, dass Du Deinen Opium-Spruch geschrieben hast, und ich finde es auch gut. Selbstverständlich musst Du nicht akzeptieren, dass es einen Gott gibt. Das ist zum einen nicht bewiesen, zum anderen herrscht in Deutschland Religionsfreiheit; das gilt auch so weit, dass man Atheist oder Agnostiker sein darf. Du darfst denken, was Du willst. Du bist richtig - genau hier. Deinen Religionslehrern solltest Du imho mal deutlich widersprechen - respektvoll natürlich. :-)

Bleibt ggfls. die "Sachbeschädigung" durch Deine Schmiererei. Die ist Fakt. Für die solltest Du Dich entschuldigen und die Kosten für die Reinigung/ Wiederbeschaffung übernehmen. Am besten unaufgefordert. Das hätte Größe. Das würde zu Dir passen. Das sollte es Dir Wert gewesen sein.

Weisst Du, irgendwas zu machen, das jeder gut findet, das kann jeder. Aber den Mund aufzumachen und - im Angesicht von KEINER Zustimmung - für Dich und Deine Haltung einzustehen, das ist groß. Dafür ziehe ich hier meinen imaginären Hut.

Ähnlich würde ich mit den Homophoben und Fremdenfeindlichen umgehen; groß und großzügig! Die meisten schwätzen wahrscheinlich die Parolen von zu Hause nach. Konfrontiere sie mit ihrer Dummheit und rege sie zum Nachdenken an. Und dann verzeih ihnen - denn sie wissen nicht, was sie tun. Wenn Du wissen möchtest, wie das am wirkungsvollsten geht, dann mach Dich mal schlau über das "sokratische Gespräch"! Das ist ideal, um festgefahrene Sichtweisen zu ändern.

Viel Erfolg!

Kommentar von MissFairy ,

Danke für deine Antwort :) Naja und zur der Sachbeschädigung, war eh nur Papier :D Und ja da werde ich mich drüber informieren. Danke für den Tipp! 

Kommentar von vonGizycki ,

 Jeder darf seinen Gott anbeten. Dann aber bitte nur den einen. :-) Es dürfte sich ohnehin immer um denselben handeln. .-)

Das möchte ich doch sehr in Frage stellen. Ich fühle mich da jedenfalls gar nicht angesprochen, obwohl ausgesprochen religiös bin, aber eben freireligiös, was nicht mit freikirchlich zu verwechseln ist. Gott ist für mich ein ES keine Person, also auch kein Du.
Übrigens: Der Opiumspruch stammt von Karl Marx. Aber er hatte die herkömmlichen Religionen im Sinn. Von Freireligiösen wusste man damals noch nichts, wohl aber von Atheisten, aber wiederum nichts von religiösen Atheisten.

Kommentar von BellaBoo ,

Marx hätte sich über Freikirchen auch nicht anders geäußert, wie über die anderen Kirchen...wahrscheinlich sogar noch kritischer, denn ihr seid definitiv nicht besser, sondern eher sogar noch schlimmer als die. Ihr stellt euch nur gerne so dar, im Endeffekt sind viele Freikirchen Horte für fundamentalistische Christen.

Und was spricht dich denn bitte an der Aussage nicht an...das es nur einen Gott gibt...das jeder das anbeten kann, was er will (okay...das passt dann wieder zum Fundamentalismus...)

Kommentar von Raubkatze45 ,

er gehört doch gar keiner Freikirche an, sondern ist ein "freireligiöser Atheist", was auch immer das sein soll.

Antwort
von Bodaway, 22

auch wenn es hart ist, und weh tut: Lass dich bitte nicht brechen und biegen! Das ist nämlich auch nicht weniger schmerzhaft, als wennn Du dich zur Wehr setzt und stringend für deine Ideale einstehst.
freiheit endet, wo Grenzen beginnen.
Wenn Leute sich so verhalten, dass andere Leute sich schlecht fühlen, weil sie lieben, dann ist das eine klare Überschreitung der grenzen anderer, und es ist richtig, wenn Du dann was sagst. Ich denke sogar, wenn du das wahrnimmst, dass es ein Stück weit auch Deine Verantwortung ist zu handeln.

Meistens gibt es mehr Leute, die dir dafür respekt zollen, als es zugeben wollen. ;)

Was Du machen kannst?
Hängt davon ab, woran du gerne weiter arbeiten möchtest.
Du kannst versuchen dir ein paar coole Leute zu schnappen und an der Schule AGs zu gründen, die sich mit bestimmten themen befassen und vielleicht auch eine peer to peer anlaufstelle sein kann, für Leute, die betroffen sind von bestimmten sachen (z.b. eine antihomophobie ag), damit sich niemand so allein fühlen muss mit den Problen. Am Besten ist dafür support von Lehrpersonal. Gibt es Lehrerinnen, die ganz cool sind?
Du kannst weiter einfach Dir nicht den Mund verbieten lassen, lesen, dich weiter bilden, dich auseinandersetzen mit den sachen und herausfinden, warum du manche sachen richtig doof findest,
Du kannst schauen, was es so für Politgruppen in Deiner Nähe gibt.
Du kannst Texte schreiben und an die Zeitung schicken, mit Deiner Meinung
Du kannst weitere Guerillaaktionen machen.
Schau einfach, wozu du energie hast.

Ich kann aber auch sehr gut nachvollziehen, was für Kämpfe es bedeutet, nicht zu sein, wie andere es gern hätten.
Schule ist ein grausamer Ort. Es ist aber möglich sie zu überleben.
Such dir am Besten außerhalb der Schule Leute, die dich bestärken.
Oder was ist mit den Leuten aus der 12, die dir positiv gesotten sind? kannst du nicht auch mit denen abhängen?

Kommentar von MissFairy ,

Danke für Deine Antwort :)

Also, einige Punkte hab ich auch ausprobiert, ich habe zum Beispiel eine online Schülerzeitung gegründet und mehrere Artikel mit kritischem Inhalt geschrieben. Nur leider wurden sie zensiert (kann ich aber auch nachvollziehen), sodass ich das relativ schnell aufgegeben habe. Und Texte an die Zeitung schicken ist eigentlich eine gute Idee, allerdings bezweifle ich, dass die süddeutsche Zeitung Interesse hat :D 

Die Leute aus der 12. machen jetzt ihr Abi und danach werde ich die vermutlich nie wiedersehen, außerdem bin ich gerade bei älteren schüchtern. Also gestaltet sich das auch eher schwierig...

Es gibt auf meiner Schule wenige coole Leute mit denen man solche Projekte machen kann, aber danke für den Tipp mit den Politgruppen. Darüber werde ich mich auf jeden Fall informieren !

Auch wenn es nicht ganz einfach ist seine Meinung zu vertreten, werde ich das weiterhin tun. Ich lebe ja schließlich für mich und nicht für die anderen!

Mein Ziel ist es im Moment ,,mündig" im Sinne von Kant zu sein :D

Kommentar von Bodaway ,

Du hast auch eine sehr philosdophische Art an die Sachen ranzugehen, oder? ;)

Wenige coole Leute reichen doch, oder? ;o) Kann ja auch etwas sehr niedrigschwelliges sein... Mobbing finden bspw viele Leute bekämpfenswert und das ist ein echtes Problem. (Sei froh, wenn Du zur Schule gehen kannst, ohne Bauchschmerzen, ohne mit Dingen beworfen zu werden, bei jeder gelegenheit ein beinchen gestellt zu bekommen, ohne systematisch ignoriert zu werden....)

Ach und was die Relegion angeht:
Lies in der Bibel!
Klingt absurd, oder?
Das meine ich aber sehr ernst.
Du glaubst nicht, wie Du denen das dann um die Ohren hauen kannst. Diese Himmel Hölle Dichotomie gibt es da gar nicht.
und auch das Verständnis von Strafe, dass viele haben, ist äußerst fragwürdig, ob es dort überhaupt steht. Es gibt Bücher, die auf grund ihrer Brutalität aus der Bibel herauszensiet wurden und überhaupt auch, wie dieses Buch zu nehmen ist...
Ich meine, du wirst denen ihren glauben nicht austreiben, aber wenn du versuchst dich da reinzudenken, kannst du ihn ins positive verändern. ;)

Antwort
von nobytree2, 38

Religion muss in Freiheit gelebt werden und Ausdruck von Nächstenliebe sein. Häufig wird Religion als Unfreiheit und Bosheit gelebt. Das ist wohl das, worüber Du Dich (zurecht) aufregst. Z.B. ist gleichgeschlechtlicher Verkehr nach der Bibel oder wohl insgesamt in den Schriften der mosaischen Religionen verboten. Davon unabhängig ist das höchste Gebot der Bibel, alle Menschen, egal mit welcher sexuellen Ausrichtung, von Herzen zu lieben, egal ob sie das Gebot einhalten oder nicht. Würden die Christen sich daran halten, wäre vieles einfacher und für Dich wäre die Religion nicht so sehr ein Stein des Anstoßes.

Ebenso ist dieses: "Du musst akzeptieren, dass es einen Gott gibt" völlig unbeholfen. Man kann niemanden zum Glauben zwingen. Wenn jemand nicht glaubt, ist die einzig mögliche Antwort, ihn mit Nächstenliebe davon zu überzeugen, dass es einen Gott gibt. Nur das können knapp 100 % der Christen nicht. Und willst Du aus Angst vor der Hölle an Gott glauben? Oder wollte Jesus nicht vielmehr, dass man Gott liebt und deswegen an Ihn glaubt und sich an Ihn hält? Wie Du siehst, Religion kann auch etwas anderes sein als ein Kulturschock.

Mein Vorschlag: Fange mit Kampfsport an, mit Boxen, mit Karate. Das macht Spaß, beruhigt und lehrt Kämpfen sowie Disziplin. Damit kannst Du unschöne Dinge an Dir abprallen lassen und koordiniert agieren. Das befreit innerlich sehr.

Antwort
von vonGizycki, 96

rüß Dich MissFairy !

Du bist wie Du bist und was du denkst, das finde ich absolut richtig. Man muss sich nicht um jeden Preis anpassen, damit man seine Ruhe hat. Die hättest Du wahrscheinlich dann sowieso nicht, was ich richtig gut finde!

Du denkst eben nach und nimmst nicht alles hin. Und ich finde, dass Dein Gefühl des Geschocktseins über die Äußerungen der Mitschüler absolut verständlich ist.

Das mit den 10 Geboten hat eigentlich in einer öffentlichen Schule nichts zu suchen und die 10 Gebote sind sowieso völlig out und taugen in einer modernen Gesellschaft nicht zur ethischen Orientierung. Dein Protest diesbezüglich ist völlig richtig. Und hier zu behaupten, es gebe Gott und man käme in die Hölle ist mittelalterliche Angstmacherei und darf auf keinen Fall ernst genommen werden. Ich finde es sogar verwerflich mit sowas zu drohen.

Ist das eine katholische Schule?

Zu den 10 Geboten:

http://www.bibelkritik.ch/kirchenkritik/e6b.htm

Der berühmte und nicht zu umgehende Philosoph Kant hat folgendes zur Aufklärung erklärt:

Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.

Immanuel Kant

(1724 - 1804), deutscher Philosoph

Quelle: Kant, Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?, 1784

Keine Schule, keine Religion und kein ideologisches oder politisches System kann daran vorbei und muss sich daran messen lassen. 

Und allen ist dieses Zitat bekannt, weil es so berühmt ist, aber man will das nicht hören. Dabei wird in dieser Aussage der Grund für die Freiheit des Menschen begründet und ist gleichzeitig eine Warnung an alle, die nicht sich selbst trauen sondern lieber gehorsam sein und nicht selbst denken wollen. 

Dieses Zitat solltest du auswendig lernen und allen auf den Kopf zu sagen, die wollen, das du Dich gegen alle Vernunft anpassen sollst.

Mein Rat ist: Handele danach, wann und wo immer Du es kannst. Dafür sind Menschen auf der Welt sogar bereit zu sterben.

Es macht Dich zu einem besseren Menschen. Du brauchst keine Angst zu haben, Du fliegst nicht von der Schule und wenn doch, dann melde Dich bei mir! Ich könnte helfen. Ich glaube es aber nicht, dazu wäre das viel zu heikel. Welchen grund sollte man auch anführen? Selbständiges Denken? Das kann es doch wohl nicht sein. Du hast den gesunden Menschenverstand auf Deiner Seite und dem vertraue.

Ich möchte Dir daher ein Angebot machen:

http://www.leitkultur-humanismus.de/manangebote.htm

Lies es Dir aufmerksam durch. Ich glaube, das könnte das Richtige für Dich sein.

Bleibe wie Du bist und lasse Dich nicht verunsichern und gehe konsequent diesen Weg weiter. 

Wärest Du meine Tochter, ich wäre stolz auf Dich. :-)

Allerdings wärest Du dann auch nicht auf solch einer Schule, das muss ich dazu sagen.

Ganz herzlichen Gruß

Rüdiger

Kommentar von MissFairy ,

Danke für deine liebe Antwort :) 

Ich bin auf einer evangelischen Privatschule. Leider aber in 2 Jahren bin ich eh fertig. Bis dahin halte ich durch :D Das Zitat ist ziemlich gut und ich werde es mir auf jeden Fall merken. Danke !!

Kommentar von vonGizycki ,

Das freut mich sehr! Aber das eine evangelische Privatschule von der Hölle faselt ist absolut unglaublich. Sind das Evangelikale?

Kommentar von vonGizycki ,

Also ich meinte, das die Faselei von der Hölle geduldet wird. Irgendwo muss es ja herkommen, oder?

Kommentar von MissFairy ,

Das war ja nur eine Schülerin, die das zu mir gesagt hat aber die Ausübung ihrer Religion geht schon sehr über das "normale" Maß hinaus...

Kommentar von Raubkatze45 ,

"Faselei von der Hölle"  muss nicht sein, aber soweit mir bekannt ist, ist die Existenz der Hölle als ewiger Zustand der Gottesferne auch Glaubensaussage der evangelischen Kirche. Immerhin haben Christen die gleiche biblische Grundlage. Die Befolgung der Lehre Jesu reicht schon aus,die Welt zu verändern, dazu braucht es keine  Leitkultur Humanismus oder Zitate der Aufklärung.

Antwort
von Nijori, 81

Du kannst jetzt denen sonstwas erzählen, aber so doll es klingen mag solche Leute sind in der Regel die Sorte von Idioten die sich nicht überzeugen lassen.

Also alles was du tun kannst ist sie ignorieren und es gut sein lassen, in soner Meinung rum zu stochern macht diese Leute meist noch unerträglicher.

Wenn du was ändern willst dann versuchs mit anderen Dingen, denn die Meinung von Idioten lässt sich nich ändern.

Kommentar von Bodaway ,

durch Ignorieren hat sich noch nie etwas verbessert. Durch falsche Resignation auch nicht.
Selbst wenn die Leute selbst sich nicht ändern, so kann es doch einfluss auf andere haben, was sie tun und sagen. Wenn Niemand was dagegen sagt, dann können andere Leute die Einstellung unhinterfragt übernehmen. dann wird homophobe kackschaize einfach reproduziert...

verdammt das ist nicht einfach irgend eine Meinung. Das hat einfluss auf das Leben anderer Leute... es gibt Gründe, warum schwule Jugendliche ein so hohes suzidrisiko haben... nämlich genauz die einstellung von solchen Leuten, und der fehlende support anderer.

Kommentar von Nijori ,

Natürlich änderst du so nichts, hab ich auch nie behauptet, das Problem ist nur du kommst nicht in die Köpfe solcher Dep pen.
Wer wahnhaft intolerant ist, egal gegenüber wem oder was lässt nicht vernünftig mit sich drüber reden oder hört Argumenten zu.

Das einzige was du tun kannst, ist versuchen diese Leute so auszuschließen das ihre Meinung nicht populär wird.
Nun reden wir hier aber von Schule und dort sind die, die am lautesten irgendeine Gruppe oder bestimmte Person zum Mobbingopfer verschreien die "coolsten".
In der Regel ist Schule wenn du nicht Hetero und Mainstream bist der größte Dreck und hier scheinen auch noch dümmliche Lehrer das ganze anzustacheln.
Lehrer die so eine Sch eiße unterstützen hab ich noch nie erlebt, da sollte man lieber mal zum Schuldirektor gehen und wenn der auch so ein Id iot ist ans Schulamt wenden, denn Kinder so verziehen ist ekelhaft.

Sie hat doch schon ihre Meinung gesagt, ist ja richtig sich für seine Überzeugungen auszusprechen, aber leider ist Schule etwas wo der der am lautesten schreit und den meisten Rückhalt hat nicht klein zu bekommen.
Wenn du versuchst gegen sowas zu pushen ziehst du negative Aufmerksamkeit auf eben die Leute die du unterstützen willst.

Ich bin Bi und war in der Schule total Emo drauf und ich sage dir, du kannst nichts dagegen tun das du abundzu unter die Räder kommst.

Kommt aber auch alles auf die Schule an und wie da der generelle Umgang miteinander ist.
Das hier scheint ja eine üüüüble Schule zu sein für eigene Meinung und Homosexualität oder ich bin schon zu lange aus der Schule und die sind noch üblere Dreckslöcher geworden.
Die letzte Schule auf der ich war, so als grade wirklich "Hopper gegen Emos" Zeit war hatte einen Haufen von denen.
Ich hatte die Ar schkarte gezogen und hab sie jeden Tag drüber bekommen, versucht über der Sch eiße zu stehen(hilft wie du schon sagst garnix), versucht n bisschen Rückhalt zu bekommen von Leuten(hat das "Kleinzeug" weg gehalten), Lehrer(nutzlos), bis ich dann eines Tages nicht mehr drüber stehen wollte und dem "Obera rsch" vor versammeltem Schulhof eine verpasst hab danach war Ruhe bisauf das übliche, jeder bekommt mal ne Runde schlechte Witze ab.

Egal was es ist, Respekt verschaffst du dir selber, ob dich jmd für wie du aussiehst, was du bist oder warum auchimmer fertig macht, wenn es nicht grade die Mehrheit des Umfelds ist das dich mit offenen Armen aufnimmt, ändert das nichts an Id ioten die auf sowas "Popularität" aufbauen.

Es ist sicher wichtig das man mal solchen Leuten die Meinung sagt, damit die und besonders die Leute, für die du dich aussprichst wissen wo du stehst.
Aber ändern tust du damit in dem Köpfen nix, du gibst nur denen die du verteidigst Rückhalt:
Der stützt, aber wird nicht die Id ioten zum schweigen bringen, da muss man schon selber ran.
Ich sage ja nicht das jeder mit seinem Mobber den Boden wischen soll, bei mir ergabs sich grade so das ich eben an dem Tag zurückgeschlagen hab.
Aber, solange man nicht selber als der, auf den es abzielt, die Deppen in ihre Schranken verweist, ist man das kleine Weichei, das sich nicht selber verteidigen kann und das gibt den Hatern nur noch mehr Munition.

Was man also tun muss ist nicht an die Idioten appellieren, sondern denen, die es drüber bekommen, den Mut zusprechen sich selber gegen diese Sch eiße zu wehren.

Ihr geht es aber offenbar darum was zu ändern, die traurige Wahrheit ist, wir können nichts ändern, außer das was wir tun.
Denn es gibt immer genug die es lieber so haben wie du es nicht willst und gegenhalten, weil es bequemer ist alles zu lassen wie es ist.

Antwort
von omikron, 50

Ich finde, Homophobie ist ein ziemlich intoleranter Begriff. Denn er diskriminiert Menschen als krankhaft, nur weil sie in Bezug auf ein Thema anderer Meinung sind als du.

Es handelt sich um einen Begriff, der mit einem Thema in übertrieben emotionaler Weise umgeht und dafür sorgen will, dass andere Meinungen nicht geäußert werden. - 

Wenn deine Mitschüler beispielsweise mit homosexuellen Menschen nicht befreundet sein wollen, muss das doch nicht dein Problem sein. Du regst dich doch auch nicht auf, wenn sie nicht mit Anglern nicht befreundet sein wollen, die gemein sind und putzige, wehrlose Fische fangen. So what?!

Kommentar von MissFairy ,

ich verstehe was du meinst, stimme dem aber absolut nicht zu. Das kann man doch überhaupt nicht vergleichen meiner Meinung nach.

Kommentar von Raubkatze45 ,

mich stört  schon der neumodische Ausdruck "homophob", der diejenigen diskriminiert, die zur gelebten Homosexualität  eine  andere Meinung haben. Um die Welt zu verändern, könnte man sich den Wahlspruch von Mutter Teresa zu Herzen nehmen "man muss die Menschen nur lieben, bekehren tut Gott sie dann schon". Aber wenn der Glaube an Gott natürlich nur Opium fürs Volk ist, wird wohl nichts draus werden.

Kommentar von Bodaway ,

Für ein neumodisches Phänomen wie Homophobie, und Homophobie ist in jeder Hinsicht krankhaft, denn eine gesunde Gesellschaft kann so was nicht brauchen, braucht es auch neumodische Begriffe!

Kommentar von omikron ,

"In jeder Hinsicht" sicherlich nicht. Vielleicht können wir uns darauf einigen, dass einige Menschen wirklich (psychisch) krank sind, während andere in Bezug auf das Thema einfach nur anderer Meinung sind. 

Antwort
von Royyd, 82

Man hast du probleme. Es sollte dir egal sein ob die paar Jungs homophob sind aber auch sollte es niemand interessieren das du keiner Religion zugehörst

Kommentar von MissFairy ,

Aber es ist mir nicht egal. Wir können doch nicht immer wegschauen..

Kommentar von chrissi396 ,

Es gibt Meinungen die man nicht beachten sollte. Evtl sagen sie es auch weil es eine Art Gruppenzwang ist und sie angst haben zu sagen was sie wirklich denken, außerdem sind viele homophobe Menschen selbst homosexuell ;)

Kommentar von Royyd ,

Weg schauen? Vor was hahahahah die haben doch nur ne Meinung gegenüber Homosexuellen. Die tun den nichts aber reden einfach nur von sowas

Kommentar von DottorePsycho ,

Heute haben sie nur ne dumme Meinung.

Morgen infizieren sie andere mit diesem Gift.

Übermorgen werfen sie den ersten Stein.

Kommentar von vonGizycki ,

Ganz recht und:

Schweigen ist die unerträglichste Antwort. 

Gilbert Keith Chesterton

Kommentar von Enzylexikon ,

Das sehe ich auch so.

Über den hysterisch kreischenden Arbeitslosen, der auf der Apfelkiste stehend große Reden geschwungen hat, haben sie in Österreich auch nur gelacht.

Als er an die Macht kam, den Zweiten Weltkrieg auslöste und Massenmorde durchgeführt wurden, lachte niemand mehr.

Wehret den Anfängen!

Kommentar von Royyd ,

bruh also ich kenne sehr viele "homophobe" leute eher jugendliche das ist einfach so aber die wenigsten von denen "werfen den ersten stein". Wenn wirklich jeder mit homophoben gedanken irgendwann einen Homosexuellen angreift dann müssten es mehrere milliarden sein

Kommentar von DottorePsycho ,

Wenn niemand den Mund aufmacht, wäre es genau so. Nur weil es - Gott sein Dank - noch einige Menschen mit Mut gibt, die homophobes Gedankengut anprangern, haben die homophoben Strömungen genügend Gegenwind, um nicht irgendwann Steine zu werfen. Wären alle stumm, würden die Homophoben das als stumme Zustimmung interpretieren.

Mir ist klar, dass Jugendliche sehr sehr viele homophobe oder schwulenfeindliche Äusserungen machen. Das passiert oft aus der Gruppendynamik heraus - und aus Dummheit. Auch begegnen einem diverse Beleidigungen wie z.B. "Du schwule S**" auf jedem Schulhof. Frag Dich mal, wie das für einen schwulen Jungen sein mag, der nur daneben steht und das mitkriegt! Wie soll der den Mut aufbringen, offen zu seiner Homosexualität zu stehen?

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