Frage von janaina14, 33

Wie mit der Entscheidung umgehen?

Im Juni ist meine Großmutter verstorben, die eine große Wohnung vererbt hat. Bis heute nimmt mich der Tod sehr mit.

Die Wohnung (zwei Etagen) hätte, so war der Plan meiner Eltern, fair auf beide Kinder (meine Schwester und mich) aufgeteilt werden können. Die eine oben, die andere unten. Meine Schwester wollte das eigentlich nicht. Nur alleine oder gar nicht.

Im Gespräch mit meinen Eltern sagte ich, dass ich mich über diese Aufteilung sehr freuen würde, aber verzichten würde, wenn meine Schwester nur alleine dort wohnen will. Ich muss dazu sagen, dass ich ein Mensch bin, der immer zurücksteckt, Hauptsache andere sind glücklich. Genauso, das weiß ich, haben meine Eltern es auch verstanden: Ich würde mir gern die Wohnung teilen, verzichte aber, um Streit mit meiner Schwester zu vermeiden.

In jeweils einem sehr von mir tränenintensiven Gespräch mit meinen Eltern wurde betont, dass sie nicht wollen dass einer zurücksteckt. Dass ihnen das Leid tut, wie meine Schwester zu mir ist(schon immer gewesen). Dass wir eine Lösung finden und ich immer zu ihnen kommen kann. Auch hierzu muss ich sagen, dass meine Eltern wirklich immer(!) für mich da sind und alles für mich machen würden.

Ein paar Tage später bekomme ich durch Zufall mit, wie die Planungen im vollem Gange sind. Welche Küchenzeile eingebaut werden soll, welcher Bodenbelag und wie die Zimmeraufteilung ist.

Bis heute nie wieder ein Wort zu mir oder meinem Empfinden zu der ganzen Situation. Stattdessen darf ich helfen Dinge zu verkaufen, mein Rat sei wichtig, ich soll meine Meinung zu Mosaiksteinen abgeben, mit in den Baumarkt fahren.

Die Wohnung ist mir gleichgültig - ich hätte wirklich verzichtet. Abgesehen davon, dass der Tod immer wieder hochkommt, ich die Wohnung ungern betrete und es nicht gut finde, wenn Schränke rausgerissen werden, während noch ein paar Oberteile von meiner Oma am Haken hängen, fühle ich mich sehr überfahren. Fakt ist, dass meine Schwester(beide Anfang 20) ihr Leben lang sicheren Wohnraum hat und ich nun bald auf Wohnungssuche gehen darf.

Hätte man nicht noch einmal mit mir reden können? Mich über Entscheidungen informieren? Hätte meine Schwester nicht noch einmal zu mir kommen können? Und warum soll ich meine Meinung sagen, wenn ihnen die von vor ein paar Monaten gleichgültig war? Das sind Fragen, die mich seitdem sehr belasten.

Ein kurzes Gespräch mit meinem Vater hierüber, in dem ich ihm mitteilte, was mich bedrückt, endete mich einem "Das hast Du alles falsch verstanden".

Ich hoffe sehr, ich komme nicht egoistisch rüber. Es nagt wirklich sehr an mir, da es mir das Gefühl gibt, ich sei nicht wichtig. Mein Empfinden sei nicht wichtig. Wenn ich weinend mit meiner Mutter am Tisch sitze und diese mir sagt, dass es ihr Leid tut wie meine Schwester ist und das wir eine Lösung finden, dann aber kurze Zeit später ohne mich eine getroffen wird, dann frage ich mich wieso. Schon immer habe ich das Gefühl, dass ich nur "die Kleine" bin, die nichts kann.

Antwort
von ArnoNestler, 3

Ich finde es befremdlich, dass du jetzt jammerst, denn du hast vorher verzichtet. Wenn das ein  rein rhetorischer Schachzug war, weil du ohnehin gedacht hast: "Das machen die eh nicht. Und ich bin die Gute, wenn ich potenziell Verzicht erkläre" dann hast du jetzt Pech. 

Und wenn es dein Ernst war, dann akzeptiere, dass man auf dein Angebot auch einging und es annahm. Dumm genug war es aus wirtschaftlicher Sicht ohnehin. Du hättest auch anbieten können, dass deine Schwester dich auszahlt. Oder wenn sie nur "alles oder nichts" will, dann eben verzichten soll, weil du es nicht tun wirst. 

Tja.  

C'est la vie. Frechheit siegt. Oder so. 

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