Frage von Alicia2809, 52

Wie mit bedrückenden/ernsten Themen in Büchern umgehen?

Also, diese Frage ist vielleicht ein wenig seltsam aber ich stelle sie jetzt einfach doch, weil ich im Internet eigentlich wenig dazu gefunden habe. Ich liebe es zu lesen und bin eine Person, die sich immer total in Geschichten verliert. Ich weine, wenn etwas Trauriges passiert und bin dann immer ziemlich niedergeschlagen, auch nachdem ich das Buch weggelegt habe und bin generell eine empfindliche Person. Jetzt habe ich eine Geschichte angefangen (eine englische Fanfiction), die auch als MA (18+, soweit ich weiß) ausgeschildert ist. Nun habe ich angefangen und gemerkt, dass mich die Geschichte sehr interessiert, aber nun spielt das ganze in einem Krieg. Das heisst natürlich, dass auch sehr ernste Sachen geschildert sind. Ich merke, das mich die geschilderten Sachen bedrücken (ich muss auch ab und zu aufhören, zu lesen und mich sammeln), aber ich will auch weiterlesen. Also, endlich die Frage: Wie kann ich damit besser umgehen? Hat irgendjemand ähnliche Erfahrungen? (Ich fühle mich ein bisschen allein damit nach meiner Suche im Internet) Wie kann ich verhindern, dass diese Sachen mein Leben "außerhalb" vom Lesen beeinflussen? (Mit Schule und anderem kann ich mir eigentlich nicht erlauben, ständig abgelenkt und bedrückt zu sein.) Sorry für den langen Text und danke falls jemand die Frage beantwortet. :)

Antwort
von Hetja3, 15

Vielleicht hilft es, wenn du mit jemandem über das gelesene sprichst. Das hilft oft die bedrückenden Szenen zu verarbeiten. 

Ausserdem solltest du vielleicht ab und an etwas fröhlichere Bücher lesen. Zu viele bedrückende Bücher können echt anstrengend sein. 

Kommentar von Alicia2809 ,

Ja, ich habe mich schon nach ein paar fröhlicheren Geschichten umgesehen,  als Ablenkung sozusagen.  :)

Danke fürs Antworten:)

Antwort
von Othetaler, 33

Versuche dir klarzumachen, dass das nur Geschichten sind. Oder Geschichte und nicht (mehr) real.

Dein Mitgefühl und deine Fähigkeit, dich so in den Geschichten zu verlieren ist eigentlich eine tolle Sache, aber wenn es dich so mitnimmt, solltest du die Bücher vielleicht nicht alleine, sondern mit einer vertrauten Person lesen.

Kommentar von Alicia2809 ,

Danke für die Antwort :)

Ich habe auch schon versucht, mich nicht so sehr in Geschichten hinein zu versetzen, aber dann macht das Lesen halt nicht so viel Spaß. Und danke für den Tipp, vielleicht kann ich ja eine/n Freund/in fragen, ob sie/er die Geschichte auch liest, sodass wir uns austauschen könne.  :)

Antwort
von TailorDurden, 16

Hallo Alicia,

gar keine seltsame Frage! :D

Ich habe vor ein paar Jahren Germanistik studiert und kenne Dein Problem nur zu gut. Weil mich die Texte und Themen am meisten berührt haben, hatte ich schnell Kafka, Max Frisch und Dostojewski in mein Herz geschlossen und habe mich fast nur mit ihnen beschäftigt.

Alles sehr negative Denkweisen von depressiven Autoren, die eigentlich immer Einzelgänger waren.. Eines kann ich Dir sagen: Literatur prägt Dich. Nach dem Studium habe ich nie wieder ein Buch von ihnen angefasst, am Ende dachte ich sogar darüber nach, abzubrechen, weil ich mir das nicht mehr antun wollte, zu was ich selbst werde, wenn ich permanent nur in der depressiven Gedankenwelt dieser Autoren lebe und mitdenken muss.

Mein einfacher Tipp: Lies diese Bücher nicht! Probleme damit haben vor allem Leute wie Du und ich, die etwas sensibler auf Inhalte reagieren, bzw. viel Empathie besitzen. Das kann man aber auch in positiver Hinsicht nutzen. Kauf Dir Bücher mit Erfolgsgeschichten, tolle, positive Reisebüchern von herzlichen Menschen, die optimistisch denken. Solche Bücher werden Dich im positiven Sinne genauso ergreifen können.

Ich empfehle wirklich von dieser harten, schweren Kost abzulassen, wenn einem das zu sehr an die Nieren geht. Auf Dauer kann einen das wirklich negativ verändern.

Grüße, TailorDurden

Kommentar von Alicia2809 ,

Vielen Dank für deine Antwort. :)

Ich habe noch nie darüber nachgedacht, dass mich diese Sache auch später beim Studium oder Beruf beeinflussen könnte, danke für diese Perspektive. Der Grund, warum ich nicht einfach die Finger von diesen Werken lasse, ist das ich auch in der Schule  fast ausschließlich mit Büchern mit harten Themen konfrontiert werde. ("Damals war es Friedrich" von Hans Peter Richter, "Stolperschritte" von Mirjam Pressler hatten wir schon, "Nichts" von Janne Teller wahrscheinlich in absehbarer Zeit).

Also wollte ich mich auch ein wenig "abhärten", weil ich mich nicht immer "drücken" kann.

Wie gesagt, vielen Dank.  :)

Antwort
von 4ssec67, 2

Also manchmal hilft es sich das Buch erstmal bei Seite zu legen und es ein halbes Jahr später nochmal zu lesen. Bis dahin hat man sich soweit gefasst, dass man nicht mehr davon überrascht wird, in welcher krassen Art darin berichtet wird.

Antwort
von sternenmeer57, 22

Mir geht das auch immer so, muß Bücher weg legen, wenn es mir zu Krass ist. Aber ich finde das gut, denke es ist ein Zeichen von Empathie. Im Alltag hat es auch ein Gutes, da man mit Situationen besser umgehen kann. Schön , daß es Menschen gibt, die wie ich gern Bücher verschlingen.

Kommentar von Alicia2809 ,

Danke schön, gut zu wissen, dass ich nicht allein bin. :) 

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