Frage von KuchenMitSahne, 65

Wie meiner Oma helfen?

Ihr lieben, Die Situation ist folgende: Meine Oma, 95 Jahre alt, lebt im Altersheim. Sie hat mir in meiner Kindheit wahnsinnig viel gegeben. Leider litt sie unter Depressionen. Als Jüdin war sie während dem zweiten Weltkrieg im Ghetto und hat da Unfassbares erlebt. Ihre Eltern sind dort gestorben. Ich weiß nicht ob dies der einzige Grund für ihre emotionale Lage war, jedoch sicherlich stark ausschlaggebend. Dann begann ihre Demenz. Zuerst fiel sie in ihrer Wohnung einige Male hin. Sie zog dann in eine Wohnung näher bei uns, und auch da fanden wir sie mehrmals in einer Urinpfütze auf dem Boden liegend auf. Sie bekam Pflegepersonal, was die Situation jedoch nicht besonders verbesserte- also kam sie zu uns. Das klappte gar nicht. Die Demenz meiner Oma verschlimmerte sich, sie widerholte sich permanent und irgendwann hatte sie auch vereinzelt Schwierigkeiten damit, sich überhaupt auszudrücken. Ihre Inkontinenz und Gehfähigkeit wurden ebenfalls schlimmer, meine Mutter musste sie aufs Klo begleiten. Und letztendlich ging sie uns allen auf die Nerven. Etwas, was ich bereue wie nichts, denn es waren wohl die letzten Gelegenheiten wo sie Trost und Gespräche noch hätte klar aufnehmen können. Sie kam in ein Altersheim, dann in das nächste. Die jetzige Lage: im Altersheim werden keine Unterhaltungen geführt, die meisten die dort sind sind nicht mehr besonders "kommunikativ". Meine Oma war bis vor einigen Monaten noch hauptsächlich unglücklich, ängstlich und verwirrt, wenn sie sich ausdrückte. Sie kommt aus Tschechien, und ich denke, die deutsche Sprache immer um sich zu hören weckt negative Assoziationen in ihr. Hinzu kommt, dass sie sich ihrer Lage nicht bewusst ist, allein zwischen Fremden, und sie nie der allerkommunikativste Typ war. Inzwischen reagiert sie kaum noch. Wenn ich sie besuche rührt sie ihr Essen manchmal kaum an, dann macht sie mit der Hand eine abwehrende Bewegung wenn ich sie füttern will. Ich denke auch dass sie mich gar nicht erkennt. Sie blickt mich nicht an, popelt die ganze Zeit in ihrer Nase herum, wendet sich manchmal gar ab wenn ich sie berühre oder reagiert gar stark abweisend auf die Gegenwart anderer Personen. Das letzte Mal als ich dort gewesen bin war der einzige Satz, den sie gesprochen hat: "ich habe Angst". Mehr bekam ich aus ihr jedoch nicht raus. Manchmal, wenn ich moch verabschiede und ihr einen Kuss auf den Kopf gebe dann lächelt sie, als wäre sie wieder die Alte - kurz darauf blickt sie jedoch wieder verwirrt. Nun meine Frage an euch: ich denke es wäre unrealistisch, zu hoffen, dass sich ihr Demenzzustand bessert. Tausende vor ihr haben bereits diese Abwärtsspirale betreten. Ich würde jedoch gerne alles in meiner Macht stehende tun, um ihr ihre Lage angenehmer zu gestalten - selbst wenn die Hoffnung gering ist, so es doch versuchen, das ist das geringste was ich ihr schulde. Bitte helft mir, mit jedem Rat und Tipp den ihr mir geben könnt, wie aussichtslos er auch erscheint, ich will alles versuchen!

Antwort
von Mirarmor, 28

Hallo, tut mir leid, dass es deiner Oma schlecht geht.

Demenzkranke können immer wieder Phasen einer Besserung erleben, aber dauerhaft wird es schlimmer.

Musik, die der Mensch früher gekannt hat, kann helfen, schöne Erinnerungen zurückzubringen.

Antwort
von Miezimaus, 31

Bessern wird sich der Zustand deiner Oma meiner Meinung nach  nicht. Du kannst in der Verfassung, in der sie sich befindet, nur versuchen, für sie da zu sein. Ich würde sie so oft als möglich besuchen, ihre Hand halten, beruhigend mit ihr reden. Wobei ich mit reden nicht meine, dass ein Gespräch zustande kommt. Versichere ihr immer wieder, dass du sie liebst. Bei dem, was deine Oma unter dem Hitlerregime hat durchmachen müssen, ist es nur zu verständlich, dass diese schlimmen Erlebniss nun in ihr hoch kommen.

Antwort
von Zschmi01, 4

Du kannst hier mal vorbei schauen:

www.demenzhilfe24.de

oder auch als APP im Google play store Suchbegriff DEMENZ

Wünsche dir alles Kraft, die du brauchst.

LG

Antwort
von BellAnna89, 36

Ich finde es richtig stark, dass du für deine Oma da bist. Ich konnte das nicht, als es meinen Großeltern so ging, ich habe die Ablehnung nicht ausgehalten. Ich glaube, du tust genau das richtige, sie immer wieder zu besuchen und einfach bei ihr zu sein. Ganz großes Kompliment!

Antwort
von Sanja2, 4

Gibt es Musik die sie gerne hört? Gibt es Kunst die sie genießt? Ihr einen Kuss zu geben scheint sie zu erreichen, mag sie vielleicht Massagen oder so was?

Antwort
von Knegges78, 26

Ich kenne das alles ganz gut von meiner eigenen Oma. Demenz ist etwas sehr schlimmes. Nicht nur für die betroffene Person sondern auch für die Familie. Leider ist Demenz nicht heilbar. Manchmal kommen helle Momente in denen die Personen dann plötzlich wieder wie die Alten erscheinen. Ich habe damals die Hilfe einer Gruppe in Anspruch genommen und viel mit anderen Betroffenen geredet. Da erhält man sehr gute Ratschläge und es hilft einem auch das für sich selber zu verarbeiten. Vielleicht gibt es bei euch ja auch so eine Gruppe. Wenn ja würde ich dir sehr empfehlen dir das mal anzusehen dort.

Antwort
von chrissilkan, 35

Naja .. Mach nochmal alles mit ihr was ihr eine freude bereitet schenk ihr sachen mach sie glücklich... Ich habe meine oma mit 95 verloren 😔.. Ich denke es dauert nicht mehr lange bei dir

Antwort
von Herpor, 13

Besuch sie und sei lieb zu ihr. Sprich mit ihr. Der Ton macht die Musik.

Mehr kannst du nicht tun.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community