Wie Meditiert man richtig um Stress zu lindern?

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3 Antworten

Es gibt grundsätzlich zwei unterschiedliche Typen von Meditation. Das eine sind die Konzentrations basierten Methoden, das andere die Achtsamkeits basierten Methoden.

Meditation
mit Schwerpunkt Konzentration führt zu Zuständen von tiefer Ruhe und
können sehr erholsam sein. Aber sie haben keinen wirkliche "heilenden"
Effekt bezüglich Stress oder Ängsten.

Anders bei der
Achtsamkeits-Meditation. Sie führt nicht zu tiefen Ruhezuständen und
kommt einem eher ein wenig anstrengend vor. Sie hat aber das Potenzial
Stress und Ängste ein wenig zu lindern. Intensiv länger praktiziert
können die Ursachen für Stress und Ängste komplett getilgt werden. Das
ist aber schon eher eine Lebensaufgabe.

Konzentrations- und
Achtsamkeitsmeditationsmethoden lassen sich sehr einfach erkennen bzw.
auseinanderhalten. Immer wenn ausschließlich ein einzelnes Objekt
betrachtet werden soll, z.B. der Atem oder ein Wort, eine Farbe, ein
Konzept, ein Ton usw.. dann geht es um Konzentrations vertiefende
Methoden.

Wenn dagegen viele Objekte betrachtet werden
sollen, z.B. Körperempfindungen, Emotionen, Gedanken, Sinneseindrücke,
Wahrnehmungen, dann steht die Achtsamkeit im Vordergrund. Typisch ist
hierbei auch die Technik des Benennens. D.h. jedesmal wenn man mit einem
Objekt in Kontakt tritt sagt man sich in Gedanken ein entsprechendes
Wort. Zum Beispiel: Hören hören, wissen wissen, fühlen fühlen, jucken
jucken usw..

Taucht z.B. plötzlich Stress auf und dir gelingt es
in dem Moment wo er präsent ist, ihn in Gedanken mit Worten wie "Stress
Stress" zu belegen, dann raubst Du dem aufkommenden Stress an Potenzial.
Und was noch wichtiger ist, Du stehst ein wenig darüber. Also Du
begegnest dem Stress mit Achtsamkeit, dass bedeutet Du bemühst dich um
Aufmerksamkeit und Wachheit im Hier und Jetzt. Dann können dich solche
Regungen nicht so einfach "von hinten" anfallen. Sondern Du kommst eher
in die Lage dass Du Dir sagst: "Ahh, der Stress! Hmmhmmm, so sieht der
also heute aus. Der schonwieder!" Du lässt dich gar nicht davon
beeindrucken. "Der Stress ist gekommen, na und? der geht auch irgendwann
wieder." Überwältigen tut er dich nur wenn Du nicht achtsam bist.
Dagegen wenn Du Achtsamkeit übst und den Stress benennst, dann ist das
so wie wenn Du ihn abhakst. Ja, Du machst quasi ein Häkchen dran.
Stress? Häkchen!- Das Nächste bitte. Was? Nochmal Stress? Häkchen,
bittesehr! Das Nächste bitte. Auf diese Weise raubst Du dem Stress
Potenzial. Anders wenn Du ihn nicht abhakst - dann meldet er sich immer
und immer wieder.

Hier noch die allerbeste Audio-Kurzanleitung,
verfasst von Mahasi Sayadaw (<guckst Du Wiki). Von dem blechnernen
Klang der Stimme und den paar Pali-Ausdrücken (ist eine tote Sprache so
ähnlich wie Latein) darfst Du dich nicht abschrecken lassen.

http://www.palikanon.com/diverses/talk/Mahasi%20Sayadaw%20%28Meditation%29%20German%20Version.mp3

Wenn Du des Englischen mächtig bist empfehle ich auch die Anleitungen "How to meditate" von Yuttadhammo Bhikkhu auf Youtube

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Zählen oder an irgendein Wort denken und sobald ein Gedanke kommt, den Gedanken einfach vergessen und zurück auf das Wort fokussieren

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