Frage von Fuchssprung, 100

Wie mag der Moment ausgesehen haben als der Mensch zum Menschen wurde?

Vor langer, langer Zeit waren unsere Vorfahren Tiere. Diese Tiere entwickelten sich zu schließlich zu Menschen. Doch wie mag der genaue Moment ausgesehen haben, als der Mensch vom Tier zum Menschen wurde? War es der Gebrauch des Feuers? Die Herstellung eines Werkzeugs? Die Weitergabe von Wissen durch Sprache? War der Übergang vom Tier zum Menschen fließend? Oder stand der Mensch eines Tages von seinem Lager auf, betrachtete sein Spiegelbild in einer Wasserpfütze und stellte überrascht fest, dass er kein Tier mehr war?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Dxmklvw, 43

Ich meine, das Menschsein fing an, als die ersten Menschen begannen, über ihr eigenes Schicksal nachzudenken (woher kommen wir, wohin gehen wir nach dem körperlichen Tod).

Dabei vermute ich eine Gleichzeitigkeit von diversem Nachdenken über alles drum herum und damit verbunden auch über den Zweck von alldem, was ist.

Infolge fehlenden Wissens wird dieses erste Denken sicher auch voller der Fantasie entstammender Irrtümer und Verkennungen gewesen sein, jedoch weitgehend unschädlich.

Irgendwann kam es dann zu einem folgeschweren Irrtum, indem die Menschen meinten, selbst wissen und festlegen zu können, was moralisch und ethisch richtig oder falsch ist, ohne daß sie sich darüber klar waren, daß jedes und alles miteinander in Wechselwirkung steht und auch mit all dem, was ehemals war.

Die Folgen davon waren selbst auferlegte Zwänge, der gedanklich erzwungene Ausschluß diverser Alternativen (führt zu einseitigem Denken und Dogmatismus) und damit festgelegt eine fortdauernde Selbstversklavung unter pauschalisierende Regeln, die unter dem Strich vielfach gar nicht einhaltbar waren und so auch zum Widerstand motivierten.

Das Endergebnis ist die Menschheit, wie sie gegenwärtig existiert.

Antwort
von kayo1548, 54

Wir sind immer noch Tiere;

Und diese ganze Klassifikation ist nur eine Beschreibung eines Momentausschnittes - diese ganze Geschichte geschieht nicht immer stück und ruckartig (auch wenn man das durch solche Stammbäume denken könnte) sondern ist ein fließender Prozess.

Man geht aber hin und fasst gewisse "Gemeinsamkeiten" zusammen um damit besser arbeiten zu können; wenn dich das interessiert solltest du dir ein Buch über Biologie oder Anthropologie besorgen - das ist ein bisschen zu viel um das hier genau zu erklären.

Aber wie gesagt: es ist kein "Moment", es ist ein stetiger Fluss und auch heute entwickeln wir uns noch weiter (mangels Selektionsdruck natürlich nicht mehr so intensiv):  Mutationen treten zufällig auf (z.b. bei Fehlern der Zellteilung mitunter auch äußeren Einflüsse) und wenn sie sich in einem gegebene Selektionsdruck vorteilhaft erweisen werden sie dadurch vermehrt weitergeben.

Der Gebrauch des Feuers war sicher ein wichtiger Schritt um die Nahrung besser erschließen und auch sicherer zu machen.

Werkzeuge sprechen natürlich für unsere kulturelle Welt, doch habe viele Tiere eine Verwendung für Werkzeuge, vor allem bei artverwandten sieht das recht ähnlich aus und wird kulturell sogar weitergegeben.

Sprache ist natürlich auch etwas sehr wichtiges, das wohl mit der Entwicklung des Gehirs verbunden war.

Da gab es in letzer Zeit erst einen interessanten Bericht:

http://www.uni-tuebingen.de/aktuelles/pressemitteilungen/newsfullview-pressemitt...

ist zwar nicht genau das, aber ich finde trotzdem sehr interessant.

Letztendlich ist alles das was du da aufzählst, das Resultat vieler Schritte bzw das "Symptom", die Auswirkung bzw Konsequenz bestimmter Eigenschaften

Um auf den letzten Punkt zurückzukommen: so lange wie das alles dauert kann diese Entwicklung keinem Menschen bewusst gewesen sein.

Antwort
von OlliBjoern, 33

Diesen "Moment" gab es gar nicht. Ein Moment ist in unserem Sprachgebrauch ein kurzer Zeitabschnitt (wenn man sagt "einen Moment, bitte!", meint man, dass die (zuvor noch zu erledigende) Sache schnell vorbei sein wird).

Die "Menschwerdung" ist aber ein Vorgang, der sich über viele Generationen und Jahrhunderte hinweg vollzogen hat, ohne dass man klar sagen könnte, "das war X" und "das ist nun ein Mensch".

Man kann sich den Stammbaum zunächst mal wie einen Baum vorstellen, der sich in viele Äste, und diese wiederum in viele Zweige, verzweigt. Aber heute weiß man, dass manche Zweige auch partiell wieder zusammenwuchsen (so findet man eine geringe Beimischung von Neandertaler-DNA auch beim Homo sapiens).

Viele dieser Zweige reichen nicht bis in die Gegenwart (der Zweig des Neandertalers z.B.). Entferntere Zweige reichen bis hierher (die heutigen Menschenaffen, z.B. Bonobos und andere Schimpansen...).

 

Expertenantwort
von DiegoderAeltere, Community-Experte für Evolution, 35

Es gibt keinen genauen Moment und auch kein genaues Individuum, an dem man aus biologischer Sicht den Beginn der Menschheit festmachen kann. Für gewöhnlich wird der Begriff Mensch mit Angehörigen der Gattung Homo gleichgesetzt, die in den letzten Millionen Jahren entstanden ist. Diese Grenzziehung ist aufgrund der fließenden Übergänge zwischen den späten Australopithecinen und den frühen Menschen aber im Prinzip willkürlich.

Die Entstehung einer neuen Art ist aber kein einschneidendes und plötzliches Ereignis, sondern ein Vorgang, der sich über eine Vielzahl von Generationen zieht. In einer Population, die sich zu einer neuen Art entwickelt, entstehen für sie spezifische Merkmale erst nach und nach und häufen sich an, bis sie sich merklich von der ursprünglichen Art unterscheidet.

Übrigens sind auch die modernen Menschen immer noch Tiere. Bei der Einteilung und Ordnung der Lebewesen auf Basis der Kladistik müssen bestimmte Regeln beachtet werden. Eine davon ist, dass eine Art niemals aus ihrer übergeordneten Gruppe "herauswachsen" kann.

Kommentar von NadarrVebb ,

Meine Mutter will sich bis heute nicht damit abfinden, dass der Mensch zur Teilordnung Affe zugehörig ist. :(

Antwort
von Rudolf36, 14

" . . .  und stellte überrascht fest, dass er kein Tier mehr war."
Dann war ihm also vorher bewusst, das er ein Tier ist?

Der Übergang ist noch immer nicht abgeschlossen, er ist fließend. So mancher Mensch benimmt sich wie ein Tier. Und manches Tier benimmt sich menschlicher als ein Mensch. 

Kurz: der Übergang dauerte Jahrtausende bis -millionen und die Entwicklung geht weiter. Der Mensch schafft sich veränderte Lebensbedingungen und passt sich denen an. 

Antwort
von Mastrodonato, 53

Das war kein Moment, dass war eine über tausende Jahre gehende sukzessive Entwicklung, in der der Mensch seine Kommunikation verfeinerte.

Antwort
von Dahika, 18

Der Affe Brubb stand am Ufer eines Sees, schaute ins Wasser, schlug sich an die Brust und schrie: "Sein der nicht Sein, das ist die Frage."

Er war ein Vorläufer von Shakespeare.

Ne, jetzt im Ernst:

Es gibt keinen Moment, wo ein Vormensch sich pötzlich als Mensch erlebte. Das hat 100tausende von Jahren gedauert.

Antwort
von Andrastor, 40

War der Übergang vom Tier zum Menschen fließend?

Natürlich war der Übergang fließend. Oder glaubst du dass in einer Gruppe Shimpansen auf einmal ein Mensch geboren wird?

Viele der Eigenschaften die du gerade aufgezählt hast, finden wir bei Tieren, vor allem den Menschenaffen wieder.

Sie benutzen Werkzeuge, vererben diese sogar weiter, können sich selbst in ihrem Spiegelbild wiedererkennen etc.etc.

Antwort
von Wippich, 38

Das ging doch nicht von Heute auf Morgen

Antwort
von Silmoo, 32

Der Mensch hatte Von Kopf bis Fuß ein Haarfell.

Viele Haare sind immer noch da zum Glück mit Rasuren zu bändigen.

Wir Menschen waren eine Art Zottelbär. hahaha.

Der Übergang fand nach Jahr Tausenden statt. Heutzutage benehmen sich noch Menschen sehr primitiv, wenn sie  unbeobachtet sind.

Der Urinstinkt bleibt.

Expertenantwort
von earnest, Community-Experte für Sprache, 16

Einen solchen Moment gab es nicht.

Auch mein Ebenbild brauchte eine Weile, ehe es vom Neandertaler zum "homo sapiens" wurde.

Gruß, earnest


Antwort
von StudiH22, 42

Ein Komiker hat mal gesagt, der aufrechte Gang kam deshalb, weil unsere Vorfahren keine Lust mehr hatten, mit den Händen in Dinosaurier-Exktrementen herumzutapsen... ;-)

Aber ich glaube auch, dass das kein "Moment" sondern eine Entwicklung war.

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