Frage von StellegernFrage, 48

Wie macht sich Diabetes Typ 1 oder 2 bemerkbar welche Symptome hat man?

Antwort
von Cassiopeija, 10

Die Symptome ähneln sich teilweise, die Ursache ist aber eine andere.

Typ 1 ist eine Autoimunerkrankung, die nur selten vererbt wird. Tausende Typ 1 Diabetiker, die keine anderen Typ 1 Diabetiker in der Verwandschaft haben, belegen das.

Dennoch wurden auch bei Typ 1 Diabetikern bis zu 50 defekte Genome festgestellt. Es gibt mehrere Theorien, was der Auslöser sein kann, eine hohe Wahrscheinlicht  ist eine Kombination aus der genetischen Disposition, einer Virenerkrankung (wobei es sich dabei um normalerweise eher harmlose Viren handelt wie z.B. das Rotavirus) und einem Vitamin D3 Mangel.

Zu wenig  Sonne oder zuviel Sunblocker. Ausserdem spielt wohl auch der Vitalstoffspiegel der Mutter während der Schwangerschaft eine Rolle.

Daraus kann dann eine Autoimunreaktion entstehen, die dazu führt, dass das eigen Imunsystem die insulinproduzierenden Betazellen der Bauchspeicheldrüse als Fremdkörper "erkennt" und sie zerstört.

Typ 2 ist immer genetisch bedingt. Bis zu 150 defekte Genome wurden bei Typ 2 Diabetikern bis jetzt gefunden.

Grundsätzlich muss die Krankheit deswegen nicht zwingend ausbrechen, allerings passiert das in den allermeisten Fällen schon. Eine kohlehydratreiche Ernährung, Übergeweicht und zu wenig Bewegung können in Gemeinschaft einen frühen/verfrühten Ausbruch der Krankheit bewirken.

Andersrum sorgt eine wirklich gesunde Ernährung, Gewichtskontrolle und viel Bewegung dafür, das sich der Ausbruch ins hohe Alter verschieben kann oder in seltenen Fällen gar nicht zum Ausbruch kommt.

Bei Typ 2 passiert vereinfacht dargestellt folgendes: durch die genetische Disposition bildet sich eine Insulinresistenz. Normalerweise dockt ein Insulinmolekül an einen Rezeptor eine Zelle an, um diese für die Aufnahme von Glucose zu öffnen.

Bei einer Resistenz werden z.B. am Anfang 2 Moleküle benötigt, weil die Zelle nicht mehr so sensitiv ist und ein Molekül nicht mehr ausreicht. Das bedeutet aber für die Betazellen die doppelte Menge Insulin, also eine erhöhte Produktion.

Dummerweise bleibt die Resistenz nicht stehen, entwickelt sich weiter und es wird immer mehr Insulin für die Glucoseaufnahme benötigt. Die Betazellen produzieren auch immer mehr, bis sie an das Ende ihrer Leistungsfähigkeit stossen.

Damit sie sich nicht selbst zerstören, wird dann die Produktion zurückgefahren, in der Regel auf ein geringeres Level eines gesunden Menschen. Meist sind vorher auch schon einige Zellen "auf der Strecke geblieben", also zerstört.

Erst jetzt wird der Typ 2 offensichtlich, während Typ 1 sofort ersichtlich ist und in der Regel auch keine Resistenz entwickelt.

Hat übrigens man die genetische Dispostion nicht und führt den oben genannten ungünstigen Lebensstil, wird man einfach nur dick. Wir haben in Deutschland ungefähr 20 Millionen Übergewichtige, aber inklusive Dunkelziffer "nur" 8 Millionen Diabetiker. Also 12 Millionen ohne Diabetes.

Typ 2 ist hochgradig vererbba Das Risiko liegt z.B. bei ca. 40%, wenn ein Elternteil Typ 2 Diabetes hat, haben es beide , ist das Risiko doppelt so hocht.

Jetzt aber zu Deiner eigetnlichen Frage. Die Smptome bei Typ 1 sind:

häufiger Harndrang
starker Durst
Müdigkeit und Abgeschlagenheit
trockene, juckende Haut
Gewichtsverlust
Azetongeruch der Atemluft
Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen

und bei Typ 2:

allgemeine Schwäche
häufige Infektionen
schlecht heilende Wunden
trockene oder juckende Haut
Durst
häufiges Wasserlassen

Wie Du siehst ähneln sich da einige, einige sind anders. Der Gravierenste Unsterschied ist aber, das beim Ausbruch von Typ 1 die Symptome teilweise sofort da sind, bei Typ 2 kann auf Grund der Resistenzspirale sehr lange dauern, bevor irgendwelche dieser Symptome zum spürbar werden.

Expertenantwort
von Lirin, Community-Experte für Diabetes, 18

Hallo!

Egal ob Typ 1 oder Typ 2 Diabetes, die Symptome sind immer gleich!

Symptome für Diabetes, also dauerhaft hohen Blutzuckerwerten sind:

++ großer Durst und ständig ausgetrockneter Mund (ich habe damals 10 Liter Wasser pro tag getrunken)

++ häufiges Wasserlassen, da der Körper stark entwässert

++ Müdigkeit, Lustlosigkeit, kein Antrieb und Konzentrationsschwierigkeiten

++ eventuell schlecht heilende Wunden oder stark juckende, trockene Haut

++ Gewichtsabnahme (ich habe innerhalb von 2 Wochen mehr als 10 Kilo verloren)

++ Schmerzen im Oberbauch als würde man von einem breiten Gürtel, knapp über der Taillie, abgeschnürt

++ Schwindelgefühl, Übelkeit

Zumindestens die ersten drei Symptome kommen so gut wie immer vor
aber erst, wenn der Blutzucker über längere Zeit hoch ist. Bei Typ 1
Diabetes verstärken sich die Symptome innerhalb weniger Tage, da der
Blutzucker ständig weiter ansteigt, bei Typ 2 dauert es länger. Die
Symptome sind weniger deutlich und ausgeprägt. Deshalb kann es auch vorkommen, dass Typ 2 über viele Jahre unerkannt besteht.

Solltest du einige dieser Symptome haben, dann geht sofort zum Arzt! Lass ein Blutbild mit Hba1c (durchschnittlicher Blutzuckerwert der letzten 8-10 Wochen) machen. Dieser Wert ist aussagekräftiger als ein einzelner Blutzuckerwert.

Für eine dauerhafte Behandlung solltest du dann aber zu einem Diabetologen gehen! Ein Hausarzt, selbst mit Zusatzqualifikation, kann deinen Blutzucker nie so gut einstellen.

Ich wünsche dir alles Gute und allzeit gute Blutzuckerwerte!

Gruß Lirin

Antwort
von DorktorNoth, 19

Diabetes ist ein Mangel an Insulin. Insulin ist das Hormon, das Zucker aus dem Blut in die Zellen transportiert. Beim Typ I-Diabetes fehlt es in der Regel fast völlig oder sogar ganz, da beim Typ-I-Diabetiker die Zellen der Bauchspeicheldrüse, die Insulin produzieren, nicht funktionieren. Beim Typ-II-Diabetiker fehlt Insulin nicht völlig, aber es ist zu wenig da oder wirkt nicht richtig. Insgesamt bedeutet das, dass bei Typ II die Symptome langsamer entstehen als bei Typ I.

Was macht das Insuin nochmal? Befördert Zucker aus dem Blut in die Zellen. Da dies nicht oder nur schlecht funktioniert, steigt der Zuckergehalt im Blut stetig. Dadurch kommt es zu diversen Symptomen:

  • Zucker im Blut zieht zur Verdünnung Wasser aus den Zellen drumherum in das Gefäßsystem ab. Dadurch kommt es zu Wassermangel im Gewebe, der Körper bekommt Durst.
  • Gleichzeitig versucht der Körper, den überschüssigen Zucker im Blut durch die Niere wieder auszuscheiden. Zucker im komplizierten Nierenapparat zieht ebenfalls Wasser nach sich, führt also dazu, dass man sehr viel Urin produziert und darüber noch mehr Wasser verliert. Dies führt auch zu Gewichtsverlust.
  • weitere Folge ist natürlich Hunger, da die Zellen gerne Energie hätten! DIe wissen ja nicht, dass die Energie vor der Haustür ist, aber nciht reinkommen kann.
  • Mangels Energie kommen noch Antriebslosigkeit und Schwäche dazu.

Man muss allerdings noch bedenken, dass Zucker extrem wichtig für den Stoffwechsel der Zelle ist, nämlich zur Energieproduktion. Besonders das Gehirn kann aus nichts anderem Energie beziehen, als aus Zucker. Ein Zuckermangel wird also früher oder später zu lebensbedrohlichen Zuständen führen:

  • Bewusstseinstrübung bis Bewusstlosigkeit
  • durch Umstellung der Energieproduktion der Körperzellen auf alternative Energiegewinnung kommt es zur Bildung sog. Keton-Körper, die zu einer Übersäuerung des Blutes führen. Die machen mit der Zeit auch Probleme für das Bewusstsein.

Im Extremfall wird in der Summe ein lebensbedrohlicher Zustand entstehen:  Bewusstlosigkeit, sehr komische Atmung (Kussmaul-Atmung), Fieber mit heißer, trockener Haut, Azetongeruch der Atemluft, Dehydrierung. Das Krankheitsbild heißt ketoazidotisches Koma.

So weit kommt es zum Glück meist nicht, aber wenn doch, wird es gefährlich. Diabetes behandelt man entweder mit Tabletten (z.B. Metfomin) oder man spritzt Insulin. Spätfolgen schlecht behandelten Diabetes sind Durchblutungsstörungen der Haut, aber auch diverser Organe (als erstes der Niere und der Augen), Blutgefäßerkrankungen, Wundheilungsstörungen und weitere komplexe Veränderung des Organismus.

Kommentar von djbee ,

Grundsätzlich rihctig - nur eine Kleinigkeit:
Die Betazellen (insulinproduzierende Zellen) funktionieren prinzipiell schon, nur werden sie vom Immunsystem zerstört.

Kommentar von DorktorNoth ,

Stimmt, die Betazellen werden zerstört, entweder vom Immunsystem  (Tap 1a) oder aus unbekannter Ursache (Typ 1b). Ich habe in der Tat nicht ganz korrekt geachrieben, dass die Zellen nicht funktionieren. Das Ergebnis ist zwar das selbe ,  aber dennoch danke für die Korrektur, so ist es präziser. 

Antwort
von CAthyconnor, 28

Zunächst einmal ist Diabetes Typ 1 angeboren also genetisch bedingt. Diabetes Typ 2 ist der sogenannte erworbene Diabetes. Symptome sind unter anderem:
Häufiges Wasserlassen, Schwächegefühl, Durst und trockene Haut

Oft bleibt Diabetes Typ2 leider  lange unerkannt(da die Symptome bei vielen nicht so stark auffallen) . Aufschluss kann dein Blutzuckerwert, besonders dein Langzeitblutzucker, der HbA1c-Wert  geben. 

Kommentar von djbee ,

Typ 2 Diabetes ist (in den meisten Fällen) auch genetisch bedingt. Falsche Ernährung etc. sind nur ein mitausösender Faktor.

Kommentar von CAthyconnor ,

Sowohl als auch. Typ 2 kann, wie Studien belegen, auch durch genetische Faktoren ausgelöst werden. Bzw. nicht jeder Übergewichtige bekommt automatisch Diabetes Typ 2. Aber dennoch spielt die Ernährung eine sehr wichtige Rolle. Menschen, die sowohl eine Prädisposition besitzen und sich zudem "falsch" ernähren haben eine besonders hohes Risiko. 

http://www.diabetes-deutschland.de/archiv/archiv_4220.htm

Antwort
von cocostoertchen, 14

Ist auch bei jedem anders, der eine hat die Symptome, der andere nicht. Viel Durst und häufig Wasserlassen müssen, Abnahme, Schwindel, Schwächegefühle, Heißhungerattacken..u.s.w. am  besten zum Arzt wenn man die Vermutung hat. :)

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