Frage von IAlbOoZI, 49

Wie machen Künstler das, sehen sie Details vor geistigem Auge?

Huhu
Die frage oben. Wie machen das Leute die sehr gut malen zeichnen entwerfen können? Sehen die Details vor ihrem geistigen Auge?! Falls einer von euch ziemlich gut zeichnen kann oder so bitte mal erklären, wie die Details gemerkt werden

Expertenantwort
von rotmarder, Community-Experte für malen, 43

Sie beobachten die Welt sehr gründlich und speichern die Eindrücke, auch üben hilft . Bei manchen Künstlern spielt auch das https://de.wikipedia.org/wiki/Fotografisches\_Ged%C3%A4chtnis mit.

Michelangelo hat das Thema des "geistigen Auges" einmal zugespitzt so formuliert:

Die Figur war schon in dem rohen Stein drin. Ich musste nur noch alles Überflüssige wegschlagen.




Antwort
von ScreenTea, 49

Das ist von Person zu Person unterschiedlich. Manche haben ein Talent dafür Dinge die sie sich vorstellen zu Zeichnen, andere Üben ihr ganzes Leben lang dafür und erreichen ähnliches und viele Menschen vereinen beides. 

Jedoch benötigen selbst Leute mit Talent Übung. Der begnadetste Musiker muss trotzdem erst einmal Lernen eine Gitarre zu bedienen.

Ich zeichne seit ich klein bin immer wieder wenn meine Gedanken abschweifen, kritzle nebenbei wenn ich irgendwo zuhöre und schaue mit offenen Augen durch die Welt um zu erkennen wie Licht und Schatten miteinander hergehen, um das Sichtbar zu machen was ich aufs Papier bringen will. 

Fang einfach im kleinen Maßstab an. Wenn du Beispielsweise Menschen Zeichnen willst, übe dich immer wieder an Augen, der Form an sich, der Form der Pupille und Iris, den Reflexionen bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen, den Schatten die sich durch die Rundung ergeben, denen die die Falten des Liedes werfen usw. 

Dann übe dich in der selben Art an der Nase, dem Mund, den Brauen, den Haaren, dem Kopf, dem Hals, Schulter, Torso, Beine, Hände und Füße (diese beiden können manchen Schwierigkeiten bereiten).

Wenn du das alles drauf hast versuche verschiedene Dinge mit Übergängen zueinander zu Zeichnen und irgendwann bist du soweit Personen in verschiedenen Posen zu Zeichnen. Wenn du Licht und Schatten beim Zeichnen beherrschst wird es dir einfacher Fallen das ganze auch in Farbe umzusetzen, da beim Zeichnen nur diese beiden Dinge in Reinform eingefangen werden und die Farbe nur das i-Tüpfelchen ist.

Kommentar von AutorMJE ,

Wow...! Besser hätte ich es auch nicht erklären können.

 Die Ungeübten können das auch erreichen. Auch wenn sie nicht so talentiert sind. Einfach mehr Zeit und eine lockere Haltung des Stiftes oder des Pinsels sind gute Tipps dazu. Ansonsten sollte man immer gut beobachten, sich die Perspektiven, die Objekte gut betrachten. Dann kann man nur noch üben. Es ist noch nie ein Meister vom Himmel gefallen...:) Wer die Muse verspürt, sollte nicht zögern, sondern sofort die Idee aufs Papier, die Leinwand bringen. Auch wenn für die ersten Versuche kein so großer Erfolg zu sehen ist. Was mich bei manchen wundert: obwohl sie ein Talent dafür haben, sind sie viel zu ungeduldig mit sich, mit dem was sie aufs Papier bringen wollen, was dann eben wegen der Ungeduld leider viel zu häufig nicht funktionieren kann.

Kommentar von ScreenTea ,

Danke ^^. Und ja definitiv, auch "untalentierte" können einen Meister aus sich machen. Ich hoffe ich habe das nicht falsch wiedergespiegelt. Übung ist bei allem der Schlüssel. Es kommt nur auf den Mensch an wie lästig er diese Übung empfindet und ob er dadurch am Ball bleibt oder nicht.

Kommentar von AutorMJE ,

Ja... :) - zwar gibt es Leute, die brauchen nicht üben und haben oder wissen sofort was sie da tun und wie sie es tun. Aber die meisten könnten auch mehr wenn sie die Ausdauer dafür haben würden, sich dem was sie tun, mehr Zeit nehmen. Dann hätten wir durchaus noch mehr gute Künstler. Denn das ist heute kein Wunder mehr...:)

Ich selbst zeichne im Auftrag hin und wieder mal ein schönes Bild. Oder ich habe eine Beobachtung gemacht, das ich bildlich unbedingt mal darstellen will/muss...:)

Für mich keine große Besonderheit. Denn auch ich bin niemals perfekt dabei. Dennoch staune ich immer wieder über so viele Belobigungen. Oh ja - mir ist das manchmal echt peinlich... Nein, nicht weil ich es schlecht finde, was die Leute zu meinen Bildern sagen, sondern eher weil es ja auch diese Leute schaffen könnten...:)

Ich nehme gern Belobigungen an. Keine Frage. Aber es ist für mich nichts weil genau das auch andere bringen könnten, wenn sie sich mehr Zeit geben würden. So waren einige Leute echt so erstaunt, als ich meine Galerie zuhause präsentierte und sie da plötzlich ein unfertiges Bild gesehen haben. Das war wirklich Kritik pur...aber gleichzeitig auch eine gigantische Bewunderung von allen Beteiligten, als ich ihnen zur Info die kleine Tafel unter dem Bild ans Herz legte.

Ich kann Dir sagen, das war mal eine wirklich spannende und sehr gute Art von Ausstellung... Ja, ich mag das, wenn Leute mich auch mal kritisieren und nicht nur immer Lobe geflogen kommen...:)

Kommentar von ponter ,

👍 für die Antwort.

Antwort
von heliosphan, 38

Hey!
Bei mir ist es zB. so: Ich stellle mir nur grob das Bild vor, wie der Charakter beispielsweise stehen soll, welche Laune er ausdrückt, welche Stimmung das Bild hat... etc. Die restlichen Details kommen während des Zeichnens dazu, als würde ich das Bild nach und nach aufbauen. Ein fertiges Bild habe ich dabei vorher nicht im Kopf, es verändert sich von der Vorzeichung bis zum fertigen Produkt sehr. Aber mit der Zeit sammelt man eine Art Katalog an Details an im Kopf, die man einbauen kann... Komisch zu beschreiben, aber so würde ich es formulieren ;)

Antwort
von Tamuril, 37

Ja. Ich bin zwar kein Maler... ich kann auch nicht zeichnen, aber ich schreibe Geschichten. Das ist für mich beinahe das selbe. Du musst Dir sogar alles genau vorstellen können, um dann die Umgebung... einen Menschen, oder eine Handlung etc, in Worte fassen zu können. Genauso macht es ein Maler. Manche Maler malen einfach ab. Die setzten sich ans Fenster und malen die Landschaft, oder sie stellen sich eine Obstschale hin und malen die ab. Und dann gibt es die, die aus dem Gedächtnis malen... und Schriftsteller arbeiten genauso. Du musst Dir vorstellen, Du sitzt vor einem leeren Blatt Papier und musst einen Wald drauf bringen. Ohne dass Du jemals mit offenen Augen durch einen Wald gelaufen bist, wirst Du das nie hin kriegen. Wenn Du weißt, du wirst darüber schreiben, bzw. malen, prägst Du Dir automatisch viele kleine Details ein, den Geruch, die Geräusche, die Farben von Laub, Holz, Boden... Licht... einfach alles. Und in deinem stillen, warmen Kämmerlein sitzt Du dann und holst die Erinnerung wieder hervor und dann weißt Du einfach, welche Farben, welche Worte die richtigen sind, um diesen Wald beschreiben zu können. 

Antwort
von mxxnlxght, 21

Ich bin Künstlerin, weiß deswegen von was ich rede. 

Das interessante ist, das mein Vater und meine Schwester auch sehr gut Zeichnen können. Vor ein paar Wochen wusste ich noch nichts von meinem Vater, noch von meiner Schwester. Diese Bestätigung der Existenz des "Künstlergens", hat mich positiv überrascht!

Ich denke, das hinter dieser Leidenschaft sehr viel Übung und Technik steckt. Man muss einzelne Proportionen erst begreifen, um später ein Auge dafür zu haben. Genauso wie das Spiel zwischen Schatten und Licht. Lichtreflexe werden weiß gelassen & umso mehr etwas in den Hintergrund gerät, desto dunkler stellt man es dar- somit kommt die dreidimensionale Wahrnehmung zu Stande.

Aber der Begriff "Kunst" ist so weitläufig und kann nicht nur auf das Zeichnen von Stilleben oder Gegenständen sein. Kunst ist erst das, was Künstler mit ihren Werken zum Ausdruck bringen. Ob es bestimmte Gefühle, eine geheime Botschaft oder aktuelle Themen der Politik sind. Deswegen ist die Kunst auch so unendlich interessant!

Kommentar von IAlbOoZI ,

Ziemlich schöner Text, wann hast du gewusst das Zeichnen dir liegt? Und potentiell es sich als Talent herausstellt?

Kommentar von mxxnlxght ,

Ich weiß nicht, ich hab es schon immer getan.. Im Kindergarten saß ich nur am Maltisch xD .. & Danke:)

Antwort
von Arrived, 41

Hi,

ich kenne jemanden, der sehr gut zeichnen kann und habe ihn auch einmal gefragt, wie er das macht.

Er meinte, als er noch sehr jung war, hat ihm sein Bruder den Tipp gegeben sich ein Bild, das er sich vorher anschaut, gut einzuprägen und es dann geistig auf das weiße Blatt zu "projizieren". 

Er würde dann einfach nur die Linien nachzeichnen und das wäre einfach. Die Herausforderung sei das "Projizieren".

Ich denke, umso früher man das einübt, desto besser kann man zeichnen. 

Kommentar von ScreenTea ,

Es gibt halt auch immer verschiedene Arten etwas zu bewerkstelligen. Ich zeichne Beispielsweise auch viel Abstraktes, Surreales, Kreaturen und Welten die man sich nicht anschauen kann und habe meinen eigenen Stil indem ich meist mit kleinen Dinge anfange, oft auch nur einem Strich und dann nach und nach das Bild ensteht bis ich selbst erkenne was es wirklich wird ist das Bild meist schon fertig und dann geht es an die Feinarbeit. Wenn man natürlich fotorealistisch ein Stillleben einfangen will arbeitet man wieder auf ganz andere Art.

Kommentar von mxxnlxght ,

Die Kunst ist es, zu ERKENNEN, was man aus dem Werk an Gefühlen und geheimen Botschaften schöpfen kann. Nicht umsonst gibt es diesen Satz: "Ist das Kunst oder kann das weg?"

Antwort
von Saragoza, 23

Das nennt man auch "Inspiration" und "meditative" Achtsamkeit, wer mit "wachem" Auge seine Lebens- Umwelt < wahrnimmt und nicht "huschi-huschi", daran vorbeirauscht, hat deutlich mehr Chancen, besser zu zeichnen, .!

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