Frage von FelixWeingardt, 82

Wie mache ich meinen Geist Still?

Ich beschäftige mich seit kurzem mit Magie Okkultismus etc. Hierbei stoße ich immer wieder auf verschiedene Übungen um den eigenen Geist zu beruhigen. Beim durchführen dieser Übungen stoße ich immer wieder auf das selbe Problem. Je mehr ich versuche meinen Geist zu beruhigen desto unkontrolieter tauchen mit einem male Gedanken in meinem Verstand auf. Wie schaffe ich es also diese unerwünschten Gedanken abzustellen oder sie wenigstens so beiseite zu schieben das ich mich nicht in selbigen verliere.

Vielen Dank schonmal im Voraus.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Enzylexikon, 36

Ich bin Zen-Buddhist, habe einige Jahre Meditationserfahrung und werde daher versuchen, dir bei der Beantwortung dieser Frage zu helfen.

Meditation ist keine Technik

Die meisten Menschen denken, dass Meditation eine Technik ist, mit der man "sich ruhig macht" und dadurch auf irgendeine Weise "besser gemacht" wird.

Doch eigentlich ist Meditation ein Zustand entspannter Achtsamkeit und damit weder schläfrige Trance, noch angespannte Konzentration.

Es geht darum, den Geist nicht bewusst zu manipulieren, wie etwa bei einigen magischen Praktiken, sondern darum, ihn zu Ruhe kommen zu lassen.

Du kennst bestimmtes das Beispiel vom Sturm im Wasserglas:

Wird man lediglich zum Beobachter, ohne zu handeln, dann kommt das aufgewühlte, schlammige Wasser zur Ruhe und die trübenden Teilchen setzen sich am Boden ab, so dass das Wasser wieder klar wird.

Je mehr du aber versuchst, den Geist aktiv zu beruhigen, desto mehr gibst du dem Geist zu arbeiten und er wird immer neue Gedanken produzieren.

Es ist also besser sich hinzusetzen und einfach achtsam zu sein und ansonsten einfach alles geschehen zu lassen.

Du kannst deinen Geist nicht "still machen" - denn genau wie die Drüsen eines Körpers ständig Schweiß und Hormone absondern, produziert das Gehirn ständig irgendwelche Gedanken.

Das durch Konzentration unterbinden zu wollen ist ein Kampf gegen Windmühlen, der letztlich nichts mit Meditation zu tun hat.

Ziele der Meditation.

Meditation sollte meiner Meinung nach ohne besondere Erwartungen oder Ziele geübt werden - auch um das geistige Gleichgewicht zu fördern.

Meditation vergisst das Leistungsdenken vollkommen.

Wer sich erhofft, "spirituelle Erfahrungen" bei der Meditation zu machen, wird nach einiger Zeit sicher irgendwelche besonderen Dinge bemerken, oder sogar Visionen haben - einfach weil das Gehirn die gewünschten Halluzinationen produziert.

Diese Art von "Selbstbetrug" führt natürlich zu nichts und man bildet sich dann ein, bestimmte Dinge "erreicht" zu haben. Das ganze hat dann eher mit Trance und nicht mit entspannter Achtsamkeit zu tun.

Zwei buddhistische Traditionen der Meditationspraxis die ich empfehlen kann und die keine besondere Zielsetzung haben, sind Zazen und Vipassana.

Zazen

Wenn du tatsächlich Zazen erlernen willst, dann solltest du es, meiner Meinung nach, unter Aufsicht eines Lehrers in einer Sitzgruppe lernen. Hat man das Zazen verinnerlicht, kann man auch  alleine üben.

Zazen hat keinerlei Zielsetzung, denn es geht nicht darum, irgendetwas zu erreichen, sondern lediglich um die achtsame Praxis, ohne sich dabei irgendetwas zu erhoffen.

Hier ist eine Einführung, in der die Grundlagen erklärt werden. Ein solches Video ersetzt aber meiner Ansicht nach nicht den Lehrer.

Vipassana

Für Einsteiger, die keinen Kurs besuchen wollen, empfiehlt sich dagegen Vipassana, eine buddhistische Achtsamkeitsmeditation. Dabei wird der Atem und die Empfindungen bewusst wahrgenommen, so dass die Gedanken dabei von selbst zur Ruhe kommen können.

Hier ist ein Anleitungsvideo - einfach entspannt hinsetzen und 15 Minuten Vipassana üben, ohne besondere Vorkenntnisse:

Anders als beim Zazen ist die "korrekte Haltung" weniger formell geregelt und dadurch, dass der Atem beobachtet wird, gibt es zumindest ein so genanntes Meditationsobjekt für den Geist. Zazen dagegen ist völlig gegenstandslos.

Das sind jetzt nur zwei Formen buddhistischer Meditation, daneben gibt es jedoch in praktisch jeder Kultur irgendeine Form meditativer Praxis.

Solltest du noch Fragen haben, helfe ich gerne weiter.

Kommentar von Enzylexikon ,

Vielen Dank für den Stern. :-)

Antwort
von BelaFarinRod300, 38

Das ist jahrelanges Üben. Mal funktioniert es super, mal eher weniger. Wichtig ist das Leistungsdenken aus deinem Kopf zu nehmen. Wenn du aufhörst ein Ziel zu verfolgen und festzuklammern wirst du wie von selbst erreichen :)

Antwort
von dandy100, 27

Beschäftige Dich mal mit Zen Buddhismus - es dauert ein Leben lang, zu lernen, seine Geist zu befreien; das ist auch eine Frage der Lebenseinstellung.

In Büchern über Okkultismus wird Du das jedenfalls nicht lernen

Kommentar von FelixWeingardt ,

Erstmal Danke für die Rasche antwort.

Ich hatte nicht wirklich vor geistige stille aus Okkultistischen Büchern zu lernenes wird in selbigen nur immer wieder als Übung aufgeführt. Bsp. Franz Bardon Weg des wahren Adepten Ob die nun eine andere Art von Stille meinen ist mir leider unbekannt.

Antwort
von gottesanbeterin, 30

DU kannst deinen Geist nicht still machen, die Kundalini (wenn sie aufgestiegen ist) allerdings kann das. Die will jedoch mit Magie und Okkultismus nichts zu tun haben und deshalb wahrscheinlich bei dir den Aufstieg verweigern.

Antwort
von paranomaly, 19

Du solltest meditieren und dabei deine Konzentration auf die Atmung richten.

Antwort
von IchMagSchinken, 39

Also willst du wie mönche an nichts denken? Kann ich, einfach üben

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