Frage von Lenee07, 44

Wie mache ich eine Eröffnungsrede zum Thema `Sollte eine Vermögenssteuer in Deutschland wiedereingeführt werden` halten wenn ich bin Pro bin?

Ich muss eine Eröffnungsrede zum Thema Sollte eine Vermögenssteuer in Deutschland wiedereingeführt werden halten und ich bin Pro. Ich weiß noch nicht ob pro 1 oder pro 2 aber icch bin bei beiden Seiten ratlos wie ich das bewerkstelligen soll. Pro eins steht ja dafürdie Maßnahme zu erläuter und pro 2 dafür, Effizienz und Legitimität zu begründe, aber wie? Ich verstehe nicht wie man in dem Fall Effizienz und Legitimität begründen soll und wie man das gut formuliert. Ich wäre euch sehr dankbar für Hilfe

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Dirk-D. Hansmann, 12

Insgesamt geht man rückwärts vor. Erst macht man sich die eigenen Argumente klar.

Dann überlegt man, für wen ist der Vortrag gedacht. Hier vermutlich die Klasse und nicht irgendwelche Bundestagsabgeordneten.

Was dann man bei der Zielgruppe erreichen? Es geht hier höchstens darum, dass die langfristig eine bestimmte Auffassung vertreten sollen.

Vor einem Fachpublikum geht man sehr stark in die Tiefe von Wirkungsweisen. Internationalem Steuervergleich.

Da kratzt Du nur an der Oberfläche. Welchen Anteil hat die Vermögensbesteuerung in Deutschland am gesamten Steueraufkommen? Wie ist das im internationalen Vergleich.

Welchen Vorteil hat die Kopplung einer Steuer an das Vermögen? Eigentlich sind das aus Sicht der Staatsfinanzen. Sie sind nämlich von der Konjunktur unabhängig.

Wem steht denn das Steueraufkommen zu? Bund, Ländern oder Kommunen? Den Ländern steht die Vermögenssteuer zu. Obwohl die Gesetzgebungskompetenz beim Bund ist.

Was können die Länder mit dem Geld machen? Eben nur für ihre Länderaufgaben verwenden. Daher wird die Vermögensteuer immer häufiger mit den Bildungsausgaben (was hauptsächlich eine Länderaufgabe ist) in Bezug gesetzt.

Es gibt die Frage der Steuergerechtigkeit. Demnach sollen die Steuerpflichtigen nach ihrem Leistungsvermögen an den Staatsausgaben beteiligt werden.

Hat jemand ein Einkommen rein aus einer Tätigkeit, wie ein Arbeitnehmer. Und ein anderer bezieht ein gleiches Einkommen aus Vermögen, dann bezahlen die Zwei die gleiche Einkommensteuer.

Aber ist damit die Leistungsfähigkeit der beiden korrekt erfasst?

Das Verfassungsgericht hat ganz oft entschieden, dass bestimmte Dinge gar nicht in die Vermögensteuer rein gehören sollen oder mindestens durch Freibeträge aus der Steuer raus müssen.

So kann man immer sagen: Ein selbstgenutztes Wohnhaus darf z.B. einen Wert von 200.000 Euro haben oder von 1.000.000 Euro. Erst bei einem höheren Wert soll eine Steuer anfangen können.

Denn auch hier ist ja die Frage: Was ist leistbar? Eine Familie, die sich vom Einkommen ein Vermögen geschaffen hat, könnte vielleicht aus den laufenden Einnahmen gar keine Steuer aufbringen und müsste im Zweifel das Vermögen aufgeben - Sprich zu Geld machen um die Steuern zu zahlen.

Ganz viel hängt in der politischen Diskussion am Begriff der Gerechtigkeit. Wer kann, soll und muss sich an den Staatsausgaben in welcher Höhe beteiligen?

Das wäre - Wenn Du Dich mit den vorgenannten Punkten beschäftigt hast - vermutlich der einfachste Kurzeinstieg.

Du bekommst in der Gerechtigkeitsfrage nur ein Problem, nämlich wenn andere genau darauf vorbereitet sind. Da heißt es dann, dass die Vermögen ja aus Geld bezahlt wurden, welches zum Einkommen gehörte. Da hat doch der Staat bereits kassiert.

Wenn einer sein Geld spart, dann bezahlt der Vermögensteuer. Ein anderer gibt sein Geld aus und zahlt keine. Ist das gerecht?

Dazu muss man wissen, dass Vermögen in der Regel nicht in einer Generation entsteht. Also ist dieses einfach kein Argument. Außerdem entscheidet sich jemand der spart bzw investiert ja für einen zusätzlichen Nutzen.

Wertentwicklung von Vermögen hängt natürlich von der Wirtschaftskraft eines Landes ab. Aber auch von seinen Leistungen gegenüber der Bevölkerung.

Polizei bietet Schutz, gute Ausbildung sorgt für hohe Einkommen, staatliche Transferleistungen wie Sozialhilfe/Hartz-4 sorgen ebenfalls für Ruhe. In einem Land mit sozialen Unruhen ist das Vermögen gar nicht mehr so sicher...

Viel Spaß bei dem Thema.

Antwort
von markusstendler, 19

Ich würde mit dem Erklären der Problematiken anfangen, also die soziale und finanzielle Ungleichheit in der Welt, speziell in Deutschland, ansprechen. Dann gehst du zu möglichen Lösungen über und erklärst die Vermögenssteuer und beziehst schließlich noch deine eigene Meinung mit ein.

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