Frage von Froid19, 71

Wie liebt man sich selbst?

Nein, ich spiele hier nicht auf Masturbation an, sondern würde von euch gerne wissen wie man mit seinem Aussehen, seinen Charakter und seine Eigenarten klar kommt.

Ich möchte jetzt nicht so sehr auf mich eingehen, aber ich fühle mich seit c.a. einem Jahr unwohl und hab immer so eine Traurigkeit im "Hinterkopf" (sag ich jetzt mal).

Ich gucke ständig in den Spiegel, mach mir viele Gedanken, finde mich hässlich/dumm und manchmal ist das einfach so ein richtig heftiges drücken auf der Brust (mies zu beschreiben).

Meine Frage ist jetzt, was ihr in so einer Phase tut, was euch ablenkt oder sowas. Freu mich über Hilfe. (M/17)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von PolluxHH, 25

Hallo Froid19,

eigentlich ist es eine "ganz normale Phase", die jeder irgendwann durchlebt, allerdings beginnt sie in der Pubertät meist etwas früher und ab 15 / 16 stabilisiert sich die eigene Persönlichkeit. Aber Du kannst recht gut sagen, daß es vor ca. 1 Jahr begann. Ist da etwas besonderes geschehen, was Dich innerlich aus den Gleisen warf? Dies wäre nämlich wichtig zu wissen, denn wenn es einen konkreten Auslöser gegeben hat, fiele eine passende Antwort ganz anders aus, als wenn ein solcher fehlte.

Statt zu antworten, hätte ich erst einmal ein paar Fragen an Dich.

1. Meinst Du, daß Du in solchen Phasen eher eine innere Leere spürst, eher emotionslos das Leben an Dir vorbeigeht?

2. Bist Du dabei traurig o.ä. oder fühlst Du eher wenig bis gar nichts?

3. Ziehst Du dich in solchen Momenten zurück oder gehst Du deinen üblichen Interessen im üblichen Maß nach? Bist Du motiviert, etwas zu tun, oder kannst Du dich nicht wirklich aufraffen, etwas anzufangen, ggf. selbst dann wenn Du weißt, daß es nötig wäre?

4. Leidest Du unter Schlafstörungen?

Wenn Du 2 von den 4 Fragen mit "Ja" beantworten solltest, wäre es keine Frage für eine Site wie diese ... und bis jetzt kann ich es nicht ausschließen, deshalb auch kein echter Antwortversuch, denn mit einem Schuß ins Blaue wäre Dir, wie auch immer, wenig geholfen.


Kommentar von Froid19 ,

1.  Ich hab manchmal das Gefühl, dass ich keine Kontrolle habe, alles von alleine passiert und zieht schnell vorbei.

2.Ja, ziemlich traurig.

3.Naja, ich bin eig nur viel in meinem Zimmer

4. Ich lieg meistens was wach. Ab wann ist das denn eine Störung ?

Kommentar von PolluxHH ,

Hallo Froid19,

was ich gestellt hatte waren Kontrollfragen, ob eine Depression vorliegen könnte, weil schon bei Deiner Frage es als Hypothese im Raum stand, was Du jetzt nicht gerade entkräftet hast.

Da aber eine Depression eine wirklich ernsthafte Erkrankung wäre, sollte sowas bei Anzeichen dafür immer durch einen Psychotherapeuten o.ä. untersucht werden und dies kann nicht durch einen guten Rat auf einer Plattform wie dieser ersetzt werden. Sollte man eine Depression haben, braucht es mehr ...

Kommentar von PolluxHH ,

Vielleicht sollte ich dabei ergänzend sagen, daß eine echte Depression durchaus physische Ursachen hat, denn hier stehen dem Gehirn bestimmte Botenstoffe in zu geringem Umfang zu Verfügung. Dies nur, weil eine Depression im Volksmund immer noch eher verharmlost wird.

Kommentar von Froid19 ,

Naja, Depressionen sind ziemlich heftig. Das Urteil ist vllt etwas vorschnell.

Kommentar von PolluxHH ,

Es ging mir ja nicht darum, hier ein Urteil zu fällen, sondern zu sehen, ob man eine Depression ausschließen könne. Bisher kann ich es nicht, sondern von einem eigentlich unzulässigen Analogieschluß hat es sich sogar zu einer durchaus berechtigten Hypothese entwickelt. Auf der Basis kann man weder sagen, daß es eine Depression sei, richtig, noch eine solche ausschließen. Mein Standpunkt ist nur, daß ich jetzt nicht Ratschläge für "Alltagsniedergeschlagenheit" geben kann und m.E. auch nicht dürfte, solange ich eine Depression nicht ausschließen kann.

Traurigkeit paßt nicht wirklich in das Bild einer Depression, denn sie ist standardmäßig eher emotionslos, solltest Du aber unter traurig die "Abwesenheit von Freude oder positiver Empfindungen" verstehen, wäre es schon wieder "passend" und auch das begriffen viele unter traurig. "Keine Kontrolle haben" aber paßte [und das sogar äußerst gut, denn es ist kein Kennzeichen einer "normalen" Niedergeschlagenheit, bei der es eher mit "Lustlosigkeit" zu umschreiben wäre, also nur eine Frage des Wollens ist, aber nicht das Gefühl eines Marionettenspielers, dem die Schnüre zu seiner Puppe durchtrennt wurden und sie nicht bewegen kann, obwohl er eigentlich will], ebenso das Rückzugsverhalten und die Schlafstörungen. Nun sag Du mir, wie ich auf der Basis deiner Infos hier eine Depression ausschließen können sollte, denn mehr ist es ja nicht, um was es mir gerade geht.

Könnte das mit "heftig" heißen, daß Du schon persönliche Erfahrungen mit Depressionen gesammelt hast?; - familiäres Umfeld?

Antwort
von mangocarii, 21

Same here  (w/17)

Versuch in dich rein zu fühlen und zu hören, denn manchmal ist es auch das Gefühl, dass du in der Situation in der du bist, nicht glücklich bist und was ändern musst (Beziehungen? Familie ? Schule ? Hobbys?) Vielleicht ist dir auch nur oft langweilig ? Wenn man zeit hat langweilig man sich schnell und dann fängt man an sich Gedanken zu machen.  Frag dich mal die Sachen da oben wie du zu denen stehst, also wie kommst du in der schule klar, mit deinen Freunden, Familie usw. Es liegt nicht immer an dir :) Fang an jeden morgen erst mal Gesichts Training zu machen, stell dich vor den Spiegel und lächel und ziehe Grimassen, das lockert auf und ist sogar wissenschaftlich bewiesen, dass dadurch Glücks Hormone frei gesetzt werden. Als nächstes such dir Ziele und versuch sie zu erreichen. 

Du brauchst jeden tag nur eine Sache, eine Tätigkeit zu ändern und schon hast du das Gefühl du lebst anders, aufregender. Wenn man so wie wir 17 ist, dann fängt es an sich alles zu ziehen und "alltäglich" zu werden. 

Wir müssen nur unser inneres Kind wieder zum Vorschein bringen.

Lg Carina:)

(PS: vielleicht magst du konkreter erzählen wie momentan dein Lebensstand so ist ? Dann kann man dir noch besser helfen ! Außerdem versuch doch mal mit jemanden zu reden, wie Therapeuten oder so! Meine Psychologin kann mir immer irgendwie helfen. Auch wenn du nicht weißt woher die Traurigkeit kommt, einfach mal "nach Hilfe fragen und anrufen" :) )

Kommentar von Froid19 ,

Heftiges Bild, danke für den langen Text.

Also ich würde nur ungern auf jemanden zugehen. Ich guck mal ob sich da was ergibt.

Ich kann dir hier aber jetzt nicht alles schreiben, was so in letzter Zeit passiert ist.

Ist halt blöd, weil ich Abends lang wach und dann natürlich auch alleine bin. Es wird eigentlich nur Abends so richtig mies.

Im großen und ganzen ist mein Leben ganz okay. Hab meine Freunde. Sport und Schule ist okay. Rede vllt wenig mit meiner Familie.

Kommentar von mangocarii ,

Abends früher ins Bett gehen, ist momentan mein Motto! Ich kenn das. Versuch es irgendwie einfach mal. Handy weg, Licht aus, Wasser trinken, sich den nächsten Tag aus malen und dann versuchen einzuschlafen.  So kriege ich es in letzter Zeit hin. 

Antwort
von Realisti, 22

Du hast anscheinend zu viel Zeit zum Nachdenken und verlierst dich in deiner Welt.

Bei meiner Arbeit sehe ich viele schlimme Dinge. Ich komme in viele Familien, denen es richtig schlecht geht. Wenn ich dann heim komme, verstehe ich nicht mehr, warum mich mein Bad-Hair-Day so wütend gemacht hat. Meine Teenager-Blagen sind dann doch wieder ganz süß, meinen Mann finde ich wieder doppelt so toll und ich bin froh ein anständiges Heim zu haben.

Geh mal mit offenen Augen durch die Welt. Man kann vieles unternehmen um sie zu verbessern. Wenn du es nicht alleine bemerkst, solltest du dir ein Ehrenamt suchen. Wer ein ausgefülltes und sinnvolles Leben führt, der gerät nicht so schnell in Depressionen. Ferner rückt es das Weltbild ein wenig zurecht und man weiß wieder zu schätzen was man hat.

Ein Glas ist gleichzeitig halb voll und halb leer. Es kommt immer auf die Sichtweise an.

Kommentar von mangocarii ,

So ist es !

Kommentar von Froid19 ,

Ist momentan schlecht, aber ich kann in den Ferien mal danach gucken. Danke für den Tipp.

Antwort
von PurpurSound, 33

Zunächst muss man sich gut erforschen damit die selbstliebe ein klares ziel und realistisches fundament hat. "Erkenne dich selbst!" wäre demnach der erste schritt...

Kommentar von Froid19 ,

Das klingt jetzt etwas vage. Wie "erkennt" man sich selber ?

Kommentar von mangocarii ,

Das ist eigentlich ein sehr langer Weg bis dahin. Aber ein Stück dorthin kannst du schon gehen. 

Erst mal musst du sozusagen alles vergessen was du weißt :D also theoretisch. Und dann wenn Gedanken kommen wie : "ich sehe hässlich aus." Sie einfach wie Wolken vorbei gehen lassen. Ohne Urteil ohne weiter darauf einzugehen. 

Das ist eigentlich ne ganz gute Übung. Noch was anderes : wenn du was negatives denkst, sofort sagen: nein das stimmt nicht, ich bin schön und ich mag mich so wie ich bin :) 

Das kann schon sehr viel helfen. So kannst du dich auch selbst finden, ich weiß nicht genau wie ich das erklären kann, aber du gelangt dann zu einem wissen in dir drin, wo du einfach nur Frieden hast, wo du weißt wie du wo reagieren würdest UND DARÜBER also über dich reden kannst, sicher und klar als wärst du ein freund von dir, den du beschreiben würdest. 

Kommentar von PurpurSound ,

Auf manche fragen, welche auf individuelles aus sind, gibt es nur vage antworten, denn den "königsweg gibts dort nicht. Man kann aber sozusagen die himmelsrichtung angeben!

Wege der selbstfibdung wären m.e. kritische selbst- und fremdbeobachtung und wahrnehmung der spiegelung von aussen!

Kommentar von PurpurSound ,

P.s. es ist wohl eine der interessanten und herausfordernden aufgaben des mensch-seins, diese individuellen wege zu finden bzw. auch das persönliche ziel oder die aufgabe zu finden, die einem das leben gestellt hat. Zu viele geben zu früh auf oderziehen erst gar nicht los...

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