ArianeHD am 31.03.2007 um 15:16 Uhr
Also ich habe das Problem, daß ich häufiger von Freunden und Bekannten um Gefälligkeiten gebeten werde. Nicht immer habe ich allerdings Lust dazu, weil ich mich nicht ausnutzen lassen möchte oder es mir schlichtweg zuviel ist, nachts um 3 jemanden aus der Discothek abzuholen (nur ein Beispiel). Es gelingt mir nur nicht immer, Nein zu sagen, wenn ich auch NEIN denke, oftmals wird daraus ein Ja und ich ärger mich über mich selbst.

Ich würde klein anfangen...beim nächsten Anruf, zwecks abholen.Nein, ich liege schon im Bett und werde auch nicht wieder aufstehen...sorry wenn ich so direkt bin, aber auch ich habe das NEIN sagen, erst gelernt, oder lernen müssen, und was soll ich sagen...mir geht es sehr gut.Am Anfang hatte ich ein schlechtes Gewissen, aber das ließ bald nach..dann hat men endlich auch mal Zeit für sich selbst.

Es kann zwar sein das der Andere nach einem Nein beleidigt ist, aber frage dich doch mal ob deine Freunde überhaupt achtung vor dir haben, wenn sie dir alles mögliche aufbürden. Freunden zu helfen ist eine Tugend, aber wenn es dir an die Substanz geht und keine Zeit mehr für dich hast, kann das auch nicht die Letzte Wahrheit sein. Zudem ich oft gemerkt habe das meistens nicht viel zurück kommt, wenn ich selber einmal dringend Hilfe bräuchte. Also Freunden zu helfen ist o.k., aber es sollte ein Geben und Nehmen sein. Auf einseitige Freundschaft kann ich verzichten. Und Glaub mir, auf die Dauer wird man dich ernster nehmen wenn von dir auch mal ein deutliches Nein kommt. LG Detlef

Das Problem kenne ich gut. Ich habe mich früher auch eher ausnutzen lassen, war - und bin es heute manchmal noch - zu weich, um nein zu sagen. Aber in den vergangenen Jahren habe ich schon gelernt, dass ich das Recht auf mein Leben habe, dass ich ein Recht auf Schlaf habe und ganz simpel gesagt, auch ein Recht darauf habe, Grenzen zu ziehen, nein zu sagen, ohne mich rechtfertigen zu müssen. Nein, ich will nicht. Nein, ich habe jetzt keine Zeit. Und ehrlich gesagt, finde ich das ganz schön dreist, wenn Dich jemand um 3h nachts rausreißt, um sich von der Disco abholen zu lassen. Soll derjenige sich halt nächstens ein Taxi rufen.
Ich habe ein paar Freunde, die dürfen mich auch nachts anrufen, wenn es sehr dringend ist bzw. sie in Not sind. Das wurde bisher aber nur ganz selten genutzt. Sag Dir, dass Du ein Recht darauf hast, "Nein" zu sagen und so zu sein, wie Du bist. Wer das nicht verstehen will, nutzt Dich eh nur aus.

Sicherlich wirst Du um das eine oder andere öfters gebeten. Spiel doch solche Gelegenheiten mal gedanklich durch und lege Dir die Worte zurecht, die Du sagen könntest, um Dein "nein" zu erklären. Und dann fang einfach mal an, zu "üben". Je besser Deine Begründungen, desto glaubhafter kommst Du rüber. Das erste "nein" ist das schlimmste, und der Fragende wird, wie Du sagst, beleidigt sein. "Aber du hast doch immer.." und so. Aber so nach und nach wirst Du eine wundersame Feststellung machen: Du wirst weiterhin gemocht, auch wenn Du mal "nein" sagst! Deine Freunde bleiben Deine Freunde, und sollte wirklich einer dauerhaft beleidigt sein, dann wars kein Freund, sondern jemand, der Dich nur ausgenutzt hat!
WildeFee am 31. März 2007 20:24 Aber warum muss man denn ein Nein immer begründen?! Hat der, der um einen Gefallen bittet, ein Recht auf eine Begründung, wenn man nun mal diesen Gefallen nicht leisten möchte? Ich kann doch auch ganz klar sagen: ich möchte das jetzt nicht. Ist doch mein Recht, oder? Ich sage oft: nimm's mir nicht übel, aber nein, ich möchte jetzt nicht... (was auch immer)
bommel65 am 31. März 2007 22:21 Ein Recht nicht, aber eine Erklärung wollen die meisten dann doch...
evistie am 1. April 2007 13:03 "ich möchte das jetzt nicht" ist ja auch schon eine Begründung in Richtung "ich habe keine Lust". Natürlich "muß" man nicht begründen, aber Menschen, die sich ohnehin schwertun mit dem "nein", fühlen sich oft mit einer begründeten Ablehnung nicht ganz so schuldbewußt, als wenn sie nur "nein, ich möchte nicht" sagen. WildeFee, laß mich raten: Du selbst hast keine Schwierigkeiten mit dem "nein"?

Das ist wirklich eine gute Frage! Denn ich habe festgestellt, wenn man sich dann zu einem NEIN durchgerungen hat, sind die anderen auf einmal beleidigt und man selber hat ein schlechtes Gewissen. Aber ich würde es auf jeden Fall sagen, wenn es mir mal nicht so gut geht und ich deshalb nicht helfen kann. Eine andere Möglichkeit wäre noch, sich Notlügen zurechtzulegen; Du hast dann eben schon was anderes vor! Gruß JuWie.
bommel65 am 31. März 2007 22:20 Daumen hoch, nur die Notlügen würde ich außen vor lassen - das ist nicht nötig, freundliche Ehrlichkeit siegt: "Sei mir jetzt nicht böse, aber..." :-)
Als ich vor Jahren die Meisterstelle meines Cefs übernahm sagte er zu mir:Von jetzt an mußt du öfters NEIN als JA sagen.Ich habs gelernt und bin bestens damit gefahren. Es ist leichter ein NEIN nachträglich doch in ein JA zu verwandeln als umgekehrt.Ein NEIN verschafft erst mal Zeit zum Überlegen.