Frage von TeddiThaelmann, 50

Wie lernt ein mensch Empathie?

Das ist eine Entwicklungsstufe, aber nicht zwangsläufig. Mensch lernt es nicht automatisch, in dem gutes oder schlechtes widerfährt. auch menschen, denen es immer gut ging entwickeln keine Empathie. Kleiner Tipp: auf Wikipedia steht nicht viel darüber!

Antwort
von Lichtpflicht, 33

Das liegt daran, dass Empathie eine grundlegende Fähigkeit des Menschen ist (auch einige Tiere haben das drauf). Man unterscheidet kognitive und emotionale Empathie.

Kognitive Empathie lernen Kinder sehr früh, sozusagen automatisch durch Beobachtung und Gehirnentwicklung, es heißt nur, Absichten von anderen nachvollziehen zu können. Zum Beispiel läuft Mama im Zimmer hin und her, macht alle Schubladen auf, das Kind versteht: Mama sucht etwas. Das ist bereits Empathie.

Sozialität an sich braucht die Fähigkeit der Empathie, um mit anderen umgehen zu können müssen wir verstehen können, dass andere Ziele, Absichten, Wünsche haben weil sie eigenständige Personen sind. Wie Sprache ist es eine "Grundfunktion" des Menschen.

Emotionale Empathie ist schwieriger. Sie ist das, was man allgemeinsprachlich als Mitgefühl versteht.

Es gibt Menschen, die kognitive Empathie drauf haben aber keine emotionale, im harten Fall sind das dann die Narzissten, Machiavellisten und Psychopathen dieser Welt. Leute ohne kognitive Empathie wären zB Autisten, wobei es bei all diesen Dingen große Abstufungen gibt.

Weiterhin kann Empathie auch davon abhängig sein, wie kreativ man ist (sich vorstellen wie der andere sich fühlen könnte), die Bereitschaft muss da sein (Leute, die man hasst will man manchmal nicht verstehen) oder wie sehr wir mit eigenen Problemen beschäftigt sind (Stichwort Empathieerschöpfung). Bei Depressionen zB lässt auch die Fähigkeit zur Empathie nach.

Empathie ist auch in der Forschung ein extrem komplexer Begriff, der sich vermutlich aus mehreren Fähigkeiten zusammensetzt und nur in der Alltagssprache oft synonym für Mitgefühl verstanden wird. Empathie ist aber mehr als Mitgefühl.

Natürlich kann auch durch Erziehung, Umfeld oder Traumas die Empathiefähigkeit abstumpfen. Kurz gesagt :)

Kommentar von TeddiThaelmann ,

sehr gute antwort, vielen dank! das wusste ich alles nicht im ansatz! aber wodurch entstehen denn dann die anteile emotionaler empathie? welche sind das denn?

Kommentar von Lichtpflicht ,

Tatsächlich ist das sogar in der Forschung nicht ganz einfach beantwortet.

Allgemein haben wir emotionale Empathie oft dann, wenn wir dem anderen besonders ähnlich sind oder uns die Ähnlichkeit zumindest einbilden (man hat wohl mehr Empathie bei dem eigenen Bruder als bei einem fremden Schafhirten aus Mumbai).

Man hat mehr Empathie, wenn man zB einmal schon dasselbe erlebt hat wie der andere und sich daher die Gefühle gut vorstellen kann. Googel doch auch mal nach "Spiegelneuronen". Auch die emotionale Empathie ist so "angeboren".

"Mitgefühl" ist aber auch an moralische Gefühle gekoppelt, zum Teil. Man kann zu "Mitgefühl" erzogen werden wenn man zB immer wieder dazu angehalten wird, Rücksicht zu nehmen, sich gut zu verhalten und die Gefühle von anderen erklärt bekommt. Man kann aber auch zu Ignoranz, Härte und Hass erzogen werden!

Später kann man Empathie auch trainieren, indem man genau das selbst aktiv übt (sich vorstellen wie andere sich gerade fühlen und warum).

Kommentar von Dxmklvw ,

Diese Antwort ist vollständig, schlüssig und auch für Laien nachvollziehbar.

Vielleicht könnte noch ergänzt werden, daß Psychopathen es drauf haben, jede Menge theoretisches Wissen über Empathie zu erlangen, um diese dann selbstzweckgerecht zu simulieren.

Antwort
von Dahika, 13

Ein Mensch, d.h. ein Baby und kleines Kind, lernt Empathie, indem er empathiert wird. Die Empathie der Bezugspersonen kommt zuerst und ist unabdingbar nötig.

Antwort
von chrisis98, 27

Empathie ist eigentlich nichts was du dir aneignen kannst da Jemand anderes für dich empathie empfindet und das nicht weil du "empatisch" oder sowas bist (neologismus bitte in keinem deutsch aufsatz verwenden) du kannst nur nett zu anderen sein dann empfinden sie empathie

Kommentar von TeddiThaelmann ,

nein, ich kann auch empatisch sein, ohne das jemand empathisch zu mir ist.

Kommentar von chrisis98 ,

Empathie bezeichnet die Fähigkeit und Bereitschaft, Gedanken, Emotionen, Motive und Persönlichkeitsmerkmale einer anderen Person zu erkennen und zu verstehen.

Antwort
von will1984, 24

Indem man drüber nachdenkt, wie eine Äußerung bzw. Handlung auf andere wirkt. Zieht man aus dieser Reflexion Bedenken, nimmt man seine ursprüngliche Absicht zurück. So fängt Empathie an, dass die Wirkung bzw. Folgen für andere in Betracht gezogen werden.

Kommentar von TeddiThaelmann ,

interessant. du meinst, es hat mit erkenntnis, schon mit geist oder sogar bewusstsein zu tun. eine reaktive reflexion. also nach meiner intuition widerspricht das jetzt aber nicht dem kalten kalkül.

Antwort
von epicRainstorm, 5

Such mal nach moralentwicklung gemäss lawrence kohlberg. Der hat interessante sachen dazu rausgefunden ^^

Antwort
von Pandora1313, 29

Das ist keine Frage wenn du sie dir selber beantwortest

Kommentar von TeddiThaelmann ,

was hab ich denn gesagt?

Kommentar von Pandora1313 ,

Egal Empathie lernt man jedenfalls aus Erfahrung es gibt auch Internetseiten (praktische Philosophie)die sich mit Empathie befassen

Kommentar von TeddiThaelmann ,

welche erfahrung ist es denn??? und welche seiten???

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community