Frage von Adri2501, 74

Wie lerne ich mit Liebeskummer umzugehen?

Wie oben beschrieben habe ich zurzeit extremen Liebeskummer. Ich bin nun fast 20 Jahre alt und war mit meiner Partnerin seit meinem 13. Lebensjahr zusammen. Sie war meine erste Große Liebe. Mit ihr hatte ich mein erstes Mal und meine schönsten Momente. Ich schätze sie sehr auch wenn es vorbei ist. Mit gehen die gemeinsamen Jahre nicht aus dem Kopf. Ich denke täglich, fast ununterbrochen an unsere Urlaube, Träume, Pläne, Wünsche... Ich fühle mich etwas leer ohne sie. Sehr sogar. Sie war so lange bei mir und ich verstehe nicht recht wie es ohne sie weitergehen könnte. Wenn wir uns sehen oder über den Weg laufen sprechen wir immer kurz miteinander und begrüßen uns herzlich. Wir sind inzwischen 7 Monate getrennt und kommen gut miteinander aus. Streit gab es nie durch die Trennung. Ich denke behaupten zu können wir haben uns im guten getrennt. Sie schreibt zwar öfter jedoch versuche ich den Kontakt zu ihr so niedrig wie möglich zu halten. Sie weiß auch nicht das ich ihr innerlich nachtrauere. Nach 4 Monaten der Trennung hatte ich einen Ons. Wahrscheinlich auch etwas auf das Drängen meiner Freunde hin. Nach Sätzen wie : "Geh raus und lebe das Leben." Oder: "lass es einfach passieren". Habe ich es dann auch getan. Es war grauenhaft und hat mir noch mehr gezeigt das mir Ihre Liebe und Zuneigung, Geborgenheit und Wärme fehlt. Danke im Vorraus.

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von offeltoffel, 37

Deine Freunde scheinen nicht sonderlich viel Einfühlungsvermögen zu haben. Wenn sie die Worte gehört hätten, die du uns hier schreibst, hätten sie gemerkt, dass es mit ein bisschen Rumpimpern nicht getan ist.

Für manche ist ja schon das Ende der Welt erreicht, wenn ihre Freundin nach 3 Monate Beziehung Schluss macht. Deinen Fall finde ich in der Hinsicht ziemlich krass, weil du ja quasi gar nichts anderes kennst, als eine Freundin zu haben. In der Jugendzeit stellen sich so viele Weichen und du lernst so viele Dinge, die dich für das Leben prägen. Und all das verknüpfst du immer mit deiner Freundin.

Hey, ich will dir nicht den Teufel an die Wand malen, aber ich denke du solltest einsehen und akzeptieren, dass es sehr lange dauern wird, bis du darüber hinweg bist. Du kannst über diese Erkenntnis jetzt jammern, oder du lernst, damit umzugehen. Mein Weg wäre, dass ich meine Trauer akzeptiere. Dass ich mir erlaube, diese Gedanken zu haben, dass ich aber trotzdem immer wieder aufstehe und mein Leben lebe.

Zuerst braucht es ein paar Pflaster, um die nötigsten Wunden zu heilen. Computerspiele, Schokolade, Clubbesuche - was auch immer dir hilft. Als nächstes musst du lernen, alleine klarzukommen. Was momentan "leere Stunden" sind, wird nach und nach zur "freien Zeit". Dass du dir Fantasien mit anderen Frauen erlaubst, oder vielleicht sogar auch wieder Gefühle, das dauert so lange, wie es eben dauert. Du merkst, wenn es soweit ist. Vielleicht in ein paar Monaten, vielleicht erst in einem oder mehreren Jahren. Spielt keine Rolle, solange du in der Zwischenzeit lernst, auch alleine gut zurecht zu kommen und glücklich zu sein.

Kommentar von Adri2501 ,

Wow... so habe ich es wirklich noch nicht großartig betrachtet. 

Da ist einiges dran. Ich muss zugeben das ich ziemlich stinkig auf meine Freunde war. Sie verstehen es nicht und sind Aufreißer durch und durch. Mir war das immer etwas fremdes. 

Ich denke ich sollte die Trauer wirklich aktzeptieren und mich auf die wesentlichen Dinge im Leben konzentrieren... 

Danke für diese schöne Antwort, sie gibt mir viel Anreiz etwas zu überdenken. 

Antwort
von MonicasFly, 23

Hallo Adri,

ich kann mich gerade sehr gut in dich hineinversetzen, bei mir war es zwar "nur" von meinem 16 bis zu meinem 21 Lebensjahr, aber ich weiß wie du dich fühlst.

Was ich aus dem Text nicht lesen konnte, warum habt ihr euch getrennt? Und wenn deine Exfreundin sich öfters bei dir meldet, hast du das Gefühl dass sie dich auch noch liebt?

Manchmal passiert "etwas", und die Beziehung wird dadurch zerstört.

Wenn man sich aber nur etwas auseinander gelebt hat, den Partner als Selbstverständlich betrachtet hat, es aber nie größere Probleme gab, dann kann es unter Umständen wieder was werden. Nun merkt man halt erst richtig, wie wichtig einem der Partner war, und doch nicht alles Selbstverständlich war.

Wenn du aber für dich entschieden hast, dass es zwischen euch nie wieder was werden soll (war damals meine Entscheidung), dann muss man diese Zeit einfach irgendwie durchstehen. So hart das klingt, aber ein Wundermittel gibt es nicht. Ablenkung ist gut, aber in der ruhigen Zeit geht es einem trotzdem dreckig. Daher habe ich mich einfach 24/7 abgelenkt.

Aber eines kann ich dir versprechen, es geht vorbei. Und man ist danach verändert, ist mehr "man selbst". Und Unabhängig. Und kann wieder jemanden neues ins Leben lassen. :) 

Alles Gute!

 

 

Kommentar von Adri2501 ,

Hey Monica, Danke für deine Antwort.

Der Grund unserer Trennung war urplötzlich da. Sie sagte mir das sie mich nicht mehr auf die Art und weise liebt wie ich es vielleicht denke. 

Das sie sich sicher ist das ich ihr extrem viel bedeute und das immer tun werde, aber das sie mich nicht liebt. Oder zumindest nicht weiter auf die Art und weise liebt um mit mir eine Partnerschaft zu führen. Das habe ich dann auch eingesehen und aktzeptiert.

Wie gesagt sie meldet sich regelmäßig und häufig und möchte viel unternehmen. Ich weiß das ich ihr auch fehle. Allerdings einfach weil wir beide ein gutes Team waren. Wie lange ich dieser "Freundschaft" noch stand halten kann weiß ich nicht. Ich überlege schon länger ihr zu sagen das es mich verletzt Sie zu sehen und ob wir das besser lassen sollten. Dabei weiß ich allerdings das es sie wieder verletzten würde und das würde ich nicht wollen.

Ich denke auch das ich damit zurrecht kommen muss und lernen werde auch allein mein Leben weiter zu leben.

Kommentar von MonicasFly ,

Ach Mensch, war bei mir gleich. Morgens aus dem Haus mit den Worten "Bis später Schatz, lieb dich". Und am Abend nach der Arbeit standen die gepackten Koffer da. Die Liebe war Geschwisterlich, und nicht mehr so, wie es zwischen Mann und Frau sein "sollte".

Hast du dich während der Beziehung nie manchmal gefragt, "was wäre jetzt, wenn ich Single wär?" Ich habe mich während der Beziehung damals oft nach Freiheit gesehnt, und das habe ich mir dann wieder vor Augen geführt. 

Wenn dich der Kontakt mir ihr verletzt, würde ich ihr das sagen. Ihr kennt euch so gut, ihr könnt, dürft - ja ihr sollt sogar mit offenen Karten spielen. Du musst es ihr ja nicht Vorwurfsvoll erklären. Ihr mögt euch ja, sie wird es verstehen. Und vielleicht liegt ihr auch noch das ein oder andere auf der Seele, was sie dann loswerden kann.

Auf alle Fälle würde ich das aber persönlich machen, nicht über Whatsapp oder so ..

Alles Gute

Antwort
von Manuuuuel96, 22

Hey, wenn ihr so lange zusammen wart, ist es ganz verständlich, dass
du ihr so hinterher trauerst.. Ihr habt euch aus bestimmten Gründen getrennt, weil ihr wisst, dass es so keine Zukunft hat. Manchmal funktioniert es nicht, auch wenn man es so gerne hätte. Ich bin mir sicher, sie vermisst dich auch. Aber vielleicht solltet ihr beide euch erstmal auf euch konzentrieren und da müsst ihr nicht gleich wieder Jemand neuen haben. 

Kommentar von Adri2501 ,

Dankeschön. So sehe ich es auch. 

An eine neue Partnerin ist für mich gar nicht zu denken. Bevor ich mich auf etwas Neues einlassen könnte muss dieses Buch geschlossen sein. Damit lasse ich mir Zeit..

Antwort
von Universal0, 41

Das Leben kann auf ein Schlag sehr Mies sein/werden. Deine Situation ist verständlich eigentlich aber das mit dem ons musste echt nicht sein. Du musst dich auf dich konzentrieren! Das dauert noch ja aber das wird mit der Zeit!

Kommentar von Adri2501 ,

Danke, ja damit behältst du wohl recht...

Aus meiner Sicht war dieser Ons auch ein Fehler. 

Antwort
von tommy40629, 12

Das wir uns dann so super toll fühlen, das hat die Natur so eingerichtet, damit man sich nicht vom Partner trennt, wegen dem Fortbestehen der Art und so.

Bei mir hat das Folgende geklappt, das war aber recht radikal und hart.

Ich bin damals auf die Idee gekommen, dass man sich vielleicht abhärten kann, wenn man sich von jemandem trennt, der einem richtig viel bedeutet.

Ich habe mich von einem Mädchen getrennt, die wirklich ein Traum war. 

Ich habe es per Telefon gemacht und nach dem Gespräch hätte ich mich fast übergeben. Was in den nächsten Tagen abging, das war wirklich abartig, so sch..ße hatte ich mich noch nie gefühlt. Mit Worten beschreiben kann ich das nicht.

Aber es hat irgendwie funktioniert, denn ich konnte ab da viel schneller Schluss machen. Auch wenn ich eine treffe, bin ich nicht mehr sofort im 7-ten Himmel. Heute kann ich sehr nüchtern an die Sache rangehen und das finde ich pers. sehr gut, denn wenn die Gefühlsdusellei wieder losgeht, dann denke ich daran, wie es mir damals ging und alles ist wieder ok.

Kommentar von Adri2501 ,

Ich denke auch das das eine sehr radikale Art ist. Aber nicht eine die mich anspricht. 

Schließlich möchte ich selbst nicht eine Frau verletzten müssen um mich "abzuhärten".

Noch dazu kommt das ich nicht verschlossen oder irgendwann abgebrüht in eine Beziehung gehen würde. Das wäre nicht fair.

Kommentar von tommy40629 ,

Ich habe sie ja nicht verletzt. 

Ich finde dieses abgebrüht sein aber ganz gut, weil man nicht mehr von einem Güterzug an Gefühlen zermalmt wird.

Klar fühlt sich das toll an, wenn man eine ganz Nette kennen lernt und man könnte die ganze Welt umarmen, aber was ist wenn sie dann genau in diesem Moment Schluss macht? Dann ist für die nächsten Tage / Wochen das Leben nicht so wie es einmal war.

Aus diesem Grunde finde ich diesen kleinen Vorteil fair, so kann ich nämlich viel schneller Schluss machen, wenn ich merkte, dass etwas nicht ganz koscher ist.

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