Frage von hhstpauli, 52

Wie lerne ich am besten (Abendgymnasium )?

Hey, ich habe in der letzten Zeit echt locker gelassen und wechsel nun die Schule, aus privaten Gründen.
Vormittags bis ca 13:30 arbeite ich und um 18:10 fängt meine Schule an. Könnt ihr mir eure tipps oder individuell auf mich gerichtete Tipps geben wie ich am besten meine Zeit einteile etc .? LG HHSTPAULI

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Wissensdurst84, 21

Guten Tag,

Lernstrategien für Erwachsene

Gebrauchsanleitung fürs Gehirn

Zur Einführung in die Thematik veröffentlichen wir ein Interview, das R.G. Münchow mit Andrea Susan Nolte (Dipl. Ökon. und Managementberaterin) geführt hat und das in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung am 24.12.98 veröffentlicht wurde:

Wie lernt man zu lernen?

Lernen ist ein aktiver Prozeß. Das Wort aktiv bedeutet: Man muß etwas dafür tun, daß man lernt. Der Begriff Prozeß soll bedeuten: es dauert etwas.

Was sollte der Lernende tun?

Wenn wir etwas vergessen, dann finden wir es im Gehirn meistens nur nicht wieder. Lernen heißt also auch wiederfinden. Anders gesagt: Wenn etwas lange im Kopf bleiben soll, dann müssen stabile Erinnerungsbahnen hergestellt und behalten werden. Das schafft man am besten, wenn man das Neue in Verbindung zu bereits Bekanntem setzt. Das wiederum bedeutet: Man muss sich eine Zeit lang auf das Neue einlassen, sich damit beschäftigen, um diese Verbindung herzustellen. suchen SieStrukturen, Verknüpfungen, Hierarchien zu bereits Bekanntem.

Wie nimmt man Neues leicht auf?

Wie gesagt, indem man Verbindungen herstellt. Das funktioniert um so besser, je mehr Sinne bei der Informationsaufnahme gebraucht werden. Bei einem Vortrag kann das Gehörte ins eine Ohr rein und aus dem anderen hinausgehen, wenn die Wahrnehmung des Gehörten nicht beispielsweise durch gezeigte Bilder, Grafiken oder Sprachbilder unterstützt wird. Das Aufgenommene im Hirn festhalten kann man auch, indem man beispielsweise mitschreibt, was einem auffällt, also für wichtig gehaltene Stichwörter, Kernsätze, Formeln. Man kann sich auch Sätze, die man beim Lesen nicht sofort versteht, selbst laut vorlesen. Probieren Sie es: das klappt. Je mehr man sich mit dem Stoff beschäftigt, indem man mit ihm irgendwie umgeht, ihn behandelt, in ihm eine eigene Ordnung schafft, desto eher erreicht man den Lernerfolg. Versuchen Sie doch, mit anderen zusammenzuarbeitenin Gruppen darüber zu reden, den Stoff anderen zu erzählen, Übungen zu bearbeiten.

Wie tötet man den eigenen inneren Schweinehund?

In Etappen. Wenn der Lernstoff zu groß und nicht zu bewältigen erscheint, dann teilt man ihn in kleine Häppchen. Haben Sie keine Lust, werden Sie auch nichts lernen, und der innere Schweinehund beherrscht Sie auch bei der nächsten Herausforderung. Also muß man sich den Spaß am Lernen entweder wieder schaffen oder erhalten. Wer bisher schlechte Lernerfolge gehabt hat, der lernt auch künftig eher schlechter oder ohne große Lust , also wohl fast gar nicht. Deshalb muß man auch lernen, sich selbst zu überlisten,sich selbst einen Erfolg zu gönnen. Schaffen Sie sich den Erfolg, indem Sie sich nicht etwa auf den - unangenehm erscheinenden- Lernstoff konzentrieren, sondern nehmen Sie das Ziel ins Visier, das Sie mit dem Erlernten erreichen wollen. Das kann eine Prüfung sein, die Sie bestehen wollen. Auch der Stolz, etwas gelernt zu haben, was einem nicht liegt, motiviert.

Und wenn der innere Schweinehund einem ständig die Konzentration klaut?

Konzentration ist die Voraussetzung von erfolgreichem Lernen. Mann kann sich einen Rahmen schaffen, der vor Ablenkungen abschirmt. Dazu gehört ein eigener, aufgeräumter Schreibtisch, genug Licht, Ruhe. Dann kann man auch die Aufmerksamkeit auf den Lernstoff richten, beziehungsweise man kann sich auf die Aufsplittung des Lernstoffs konzentrieren. Konzentrationsübungen, beispielsweise autogenes Training, sind dabei hilfreich.

Wo hat Lernen Grenzen?

Über die eine Grenze haben wir gesprochen: Wenn sie den Spaß am Neuen nicht irgendwie finden, dann brauchen Sie eigentlich gar nicht erst anzufangen. Die zweite Grenze liegt bei der körperlichen Belastbarkeit: Nach einem Arbeitstag bleiben nur noch wenige Kapazitäten, um abends neuen Stoff aufzunehmen. Ebenso sollte man die eigenen Leistungskurven berücksichtigen. Es hat keinen Zweck, nach dem Essen mit schwierigen Dingen zu beginnen. Deshalb: Auch Pausen einplanen - undWiederholungen. Eine weitere Grenze schafft der Stoff selbst. Es hat meistens keinen Sinn, sich bis ins Detail zu vertiefen, wenn man dabei den Überblick verliert und den Lernstoff nicht mehr in einemZusammenhang einordnen kann. Prüfer werden eher nach Strategien fragen, die man erkennen können sollte. Jeder weiß, daß es bei Detailfragen spezielle Informationsmedien gibt. Das heißt: Wer etwas lernen will, braucht auch den Mut zur Lücke.

http://www.abendgymnasium-hannover.de/ausbildung/lernstrategien-fr-erwachsene/le...

Ich hoffe ich konnte helfen und meine Antwort war hilfreich für dich.

Liebe Grüße

Wissensdurst84

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