Frage von joooo1464, 94

Wie lebt ein streng gläubiger Christ?

Heyyy. Ich wollte wissen wie ein gläubiger Christ lebt und worauf er verzichten muss

Antwort
von Philipp59, 46

Hallo joooo1464,

eigentlich sollte es die Unterscheidung in "gläubig" und "streng gläubig" bei Christen gar nicht geben. Ein echter Christ sollte durch und durch von dem überzeugt sein, was er zu glauben bekennt und sich ernsthaft darum bemühen, danach zu leben.

Andernfalls müsste er sich in die Reihen derer einordnen lassen, die eher ein "laues" Christentum praktizieren. Wie Jesus jedoch über laue Christen denkt, geht aus folgenden aufrüttelnden Worten hervor, die er an die frühe Christenversammlung in der Stadt Laodicea richtete: "‚Ich kenne deine Taten, dass du weder kalt noch heiß bist. Ich wünschte, du wärst kalt oder heiß. Weil du nun lau bist und weder heiß noch kalt, werde ich dich aus meinem Mund ausspeien" (Offenbarung 3:15,16). Das sollte jeden, der sich als Christ bezeichnet, aufhorchen lassen und ihn dazu veranlassen, seine Einstellung und seine Handlungsweise im Licht der Bibel einmal zu überprüfen.

In der Bibel steht für einen Christen kein umfangreiches Regelwerk. Dennoch gibt es einige Anweisungen und Grundsätze, an die er sich halten muss und die keine Kompromisse zulassen. Dazu zählt u.a. das, was die Bibel zum Thema Sex und Moral sagt. Nicht alles, was heutzutage als "normal" gilt, ist auch in den Augen Gottes gut und erlaubt. Die Grundsätze und Richtlinien der Bibel auf diesem Gebiet sind für einen Christen bindend, auch wenn er sich dadurch dem Vorwurf aussetzt, "weltfremd" zu sein. Die Praxis zeigt jedoch immer wieder, dass es zu einem weitaus glücklicheren Leben führt, nach den hohen moralischen Standard der Bibel zu leben.

Ein anderes Gebiet, bei dem sich die Geister scheiden, ist die Verkündigung des Evangeliums. Viele glauben, dafür seien lediglich ausgebildete "Fachleute" zuständig. Jesus unterteilte seine Nachfolger jedoch niemals in Geistliche und Laien. Somit gilt für alle seine Jünger die Anweisung: "Geht daher hin, und macht Jünger aus Menschen aller Nationen, tauft sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes,  und lehrt sie, alles zu halten, was ich euch geboten habe" (Matthäus 28:19,20).

Ein Christ, der seinen Glauben wirklich ernst nimmt (wenn Du so willst ein "streng gläubiger Christ"), sollte also dafür bekannt sein, mit anderen über Gottes Wort zu sprechen und ihnen die Botschaft der Bibel zu vermitteln. Tut er das nicht, so erfüllt er eines für einen Christen wichtigsten Merkmale nicht.

Es gibt natürlich vieles Weiteres, das zum Leben eines Christen gehört, wie z.B. Gott und seinen Nächsten zu lieben, anderen Gutes zu tun, friedliebend zu sein, nicht zu lügen oder zu stehlen etc. Die von mir genannten Punkte gehören jedoch für viele zu den schwersten und werden daher oft als "zu streng" abgelehnt. Nach der Bibel gibt es jedoch kein "Christentum a la carte", bei dem ich mir nur das herausnehme, was mir persönlich genehm ist.

Bevor ich mich daher entschließe, den Weg echten Christentums zu gehen, sollte ich das machen, was Jesus einmal wie folgt gleichnishaft beschrieb, als er sagte: "Wer von euch, der einen Turm bauen will, setzt sich nicht zuerst nieder und berechnet die Kosten, um zu sehen, ob er genug habe, ihn zu vollenden? Sonst könnte er den Grund dazu legen, aber nicht imstande sein, ihn zu Ende zu bringen, und alle Zuschauenden könnten anfangen, ihn zu verspotten  und zu sagen: ‚Dieser Mensch fing an zu bauen, konnte [es] aber nicht zu Ende bringen" (Lukas 14:28-30).

Dazu, "die Kosten zu berechnen" gehört es eben auch, sich zu fragen: "Bin ich bereit, alles zu halten, was Jesus Christus geboten hat oder ist mir einiges davon zu schwer?" Wer verstanden hat, was wahres Christentum alles einschließt, ist auch dazu bereit die Worte zu bedenken, die Jesus in dem vorangehenden Vers sagte: "Wer nicht seinen Marterpfahl trägt und mir nachkommt, der kann nicht mein Jünger sein" (Lukas 14:27).

Dieser "Marterpfahl" schließt auch gewisse Härten ein, die der christliche Lebensweg u.U. mit sich bringen mag. Dennoch ist er der beste Lebensweg und der einzige, der zu wahrem und dauerhaftem Glück führt!

LG Philipp

Antwort
von MoBruinne, 83

In erster Linie heißt Christsein, dass du eine persönliche Beziehung mit Jesus hast - so wie eine Freundschaft.

Es gibt keine Liste, die man abarbeiten muss. Keine Dinge, die man "tun muss" oder "nicht tun darf".

Aber wenn ich in einer Beziehung mit Jesus lebe werde ich manche Dinge automatisch tun und andere lassen.

Wenn ich meinen Ehemann liebe, dann gehe ich automatisch nicht fremd. Da brauch ich kein Gesetz dazu. Wenn ich meine Kinder liebe werde ich sie automatisch nicht verprügeln. Wenn ich andere Menschen achte, werde ich sie automatisch nicht bestehlen oder betrügen.

So ist das auch mit Jesus. Wenn du ihn liebst, dann wirst du manche Dinge einfach nicht mehr tun. Aber eben nicht, weil das ein Gesetz ist, sondern weil du Jesus liebst. Andere Dinge wirst du dann gern tun (Gottesdienst besuchen, mit ihm reden = beten, Gemeinschaft mit anderen Christen haben etc...), aber auch das ganz ohne Gesetz und "du musst!". Einfach nur, weil es dir Spaß macht und dich vorwärtsbringt im Glaubensleben.

Christsein ist wirklich ganz einfach :-)

Kommentar von discoparty1 ,

Eine wunderschöne Antwort! :)

Antwort
von Franz1957, 79

Ein "streng" gläubiger Christ ist eine Wortkonstruktion, die in die Irre führt, weil sie den Kern des Christseins verschleiert.

Denn, wie Paulus im Galaterbrief (Gal 5,1) schreibt:

Zur Freiheit hat uns Christus befreit! 

Nicht anders, als der Kern des jüdischen Glaubens nicht, wie viele meinen, in der Strenge der Gesetzesbefolgung liegt, sondern in der Befreiung Israels aus der Sklaverei, wie im Buche Exodus (2. Buch Mose) erzählt wird.

Die Wenigsten erinnern sich, wenn man sie nach dem Anfang der Zehn Gebote fragt, daß da als Erstes (2.Mo 20,2) die Verkündigung der Freiheit steht:

Ich bin der Herr, dein Gott; ich habe dich aus der Sklaverei in Ägypten befreit.

Ein gläubiger Christ hat seine Heidenangst abgelegt und lebt im Bewußtsein dieser Freiheit. Er läßt sich nicht einschüchtern und nicht dressieren wie eine Laborratte. Wichtigtuer, die ihm vorschreiben wollen, was er alles nicht essen, trinken, lesen, hören, sagen oder denken darf, und die ihm einreden wollen, daß Christsein im Verzicht bestünde, haben keine Autorität über ihn.

Antwort
von Viktor1, 44

Hallo,

daß der Begriff "streng gläubig" irgendwie suspekt ist wurde schon gesagt.
Auch wurde schon gebracht , was Angehörige mancher Konfessionen als  "streng gläubig" auszeichnen soll, also Phantasien von denen, welche sich nicht auskennen und doch darüber schreiben - wie halt sehr viele hier.
Du fragst also danach wie ein Christ (das "streng gläubig" lassen wir mal weg) leben "muß" und was er nicht darf.
Da sind die Aussagen Jesu verbindlich - sonst nichts. Und der hat da sehr wenig gesagt, es aber auf den Punkt gebracht.
Ein Christ (das ist der welcher sich an der Botschaft Jesu orientiert) darf kein Unrecht tun gegen seine Mitmenschen.(und "muß" deshalb auf alles verzichten was dies bewirkt) Er ist im Gegenteil dazu angehalten, "Werke" der Gerechtigkeit und  Nächstenliebe zugunsten seines Mitmenschen zu vollbringen um zum "Heil" zu gelangen. (z.Bsp. Mt.25,34-40 u.v.a)
Das ist alles.
Hört sich einfach an, ist aber sehr anspruchsvoll, da hier das Gewissen und "Denken" (Herz und Verstand) immer gefordert sind im Gegensatz zu den  (Gebots-)"Schrift-Gläubigen" welche meist zuerst fragen "wo steht das in der Bibel ?" (der Schrift) genauso wie die "Schriftgelehrten" des NT, welche Jesus deswegen hart anging.

Gruß Viktor


Antwort
von Ichthys1009, 94

Es gibt bei den Christen verschiedene Richtungen, die sich als strenggläubig ansehen. Je nach Ausrichtung sind es dann auch andere Schwerpunkte, die als besonders wichtig erscheinen.

Katholische Strenggläubige achten zentral zum Beispiel auf die Sakramente (wie Kommunion und Beichte) , die sie besonders häufig empfangen wollen. Orthodoxe Strenggläubige halten besonders die vielen Fastenzeiten im Jahr ein. Evangelikale und pietistische Strenggläubige beschäftigen sich viel mit der Bibel, mit biblischen Gesprächen oder freiem Gebet. Religiosen wie Ordensleute und Priester widmen sich intensiv dem Gebet und haben Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam versprochen.

Auch im ethischen Bereich gibt es Verhaltensweisen, die heutzutage in Europa immer mehr zur Ausnahmesituation werden, und die man daher den besonders streng Gläubigen nachsagt. Darunter fallen zum Beispiel die Themen Ehe, Sexualität, Familie: nur eine Ehe, Sex nur in der Ehe, Kinder so viele wie eben gezeugt werden, Kinder in der Familie erziehen und so weiter.

Antwort
von Zischelmann, 16

Es  kommt darauf an welcher christlichen Kirche man angehört.

Was bei den einen erlaubt ist ist  bei den andern verpönt

Ob es sich um Themen wie Bekleidung, Essen oder aktuelle Themen handelt. Überall gelten fast andere Vorschriften

Antwort
von W00dp3ckr, 78

Es kommt drauf an. Es gibt verschiedene Strömungen.

Beispielsweise geht der Protestantismus davon aus, dass man durch Werke etc. nicht heilig werden kann, sondern im Glauben die Erlösung findet, sowie darin, dass man anderen Menschen hilft.

Über die Jahrhunderte hat es immer wieder Menschen gegeben, die hoffen, dass sie Gott nahe kommen, dadurch, dass sie asketisch gelebt haben, als Einsiedler ohne Kontakt zu Menschen.

Andere gehen in die Welt und helfen.

An verschiedenen Stellen der Bibel spricht Jesus davon, dass man nicht reich sein darf, wenn man ins Himmelreich will.

Und die so genannte Bergpredigt gibt eine Aufzählung von Dingen, die man tun und lassen soll. Dazu gehört das Gebot, seine Freunde, aber auch Feinde zu lieben.

Antwort
von Eselspur, 53

Christen leben im Bewusstsein dass das Leben unglaublich schön ist: von Gott geschaffen, wir sind von ihm geliebt, wir dürfen selber lieben: uns selber, Menschen, Gott.
Damit Christen in diesem Bewusstsein sind, bemühen sie sich um Kontakt mit anderen Christen und mit Gott.

Kommentar von Meatwad ,

Klar, wir dürfen alle lieben. Nur nicht Menschen gleichen Geschlechts.

Kommentar von Falbe ,

Siehst du Liebe nur auf Sex beschränkt ? Ich habe doch viele Frauen so wie ich mit denen ich befreundet bin .......

Wenn Gott uns die Liebe ins Herz gibt kann sie unser ganzes Lebensumfeld erfassen .

Kommentar von Meatwad ,

Nein, Liebe ist für mich in keinster Weise auf Sex beschränkt. Ich sprach überhaupt nicht von Sex. Wenn ich Liebe sage, meine ich damit nicht mehr und nicht weniger als Liebe.

Antwort
von hdb2011, 42

Glaube an den Herrn Jesus Christus und du wirst errettet.

Wenn du die liebe Gottes kennengelernt hast ,du dich bekehrt hast ,dann wird dir der heilige Geist alles lehren . durch die liebe wirst du Jesus nachfolgen und seine Gebote halten. Er schaut ins Herz ,was nützt mir grosse taten wenn ich die liebe nicht hab?

Antwort
von Elisamaus55, 27

Ich weiß zwar das viele Christen hier das nicht hören möchten oder anderer Meinung sind (ist vollkommen okay für mich), dennoch bin ich mir ziemlich sicher das es so oder ähnlich sein sollte.

Ein Christ, sollte die Gebote Gottes halten, dazu zählt auch am Samstag den Sabbat (auch die anderen Festtage der Bibel) zu halten um sich an diesem Tag intensiv mit der Bibel (Wort Gottes) auseinander zu setzten und sich über Gottes Wort zu erfreuen, möglichst mit der Familie oder einer anderen Gemeinschaft. 

Er sollte kein unreines Tier essen und er sollte weder regelmäßig Alkohol noch Drogen konsumieren um seinen Geist rein zu halten. Er sollte so oft wie möglich an Gott bzw sein Wort denken und versuchen danach zu handeln und natürlich zu beten und sich bedanken beim Herrn und Erlöser. 

Jedes Problemchen auf dieser Welt lässt sich auch mit Gottes Wort lösen, das weiß der gläubige Christ auch und setzt dieses um, also alles was er tut, basiert auf der Grundlage der Bibel. 

Aber am aller wichtigsten: "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst", kann man sich selbst nicht lieben, kann man auch niemanden anderes wirklich lieben, deswegen sollen wir nicht nur zu anderen gut sein sondern eben auch uns selbst gegenüber. (Gott hat eben an alles Gedacht....)

Das Opfern ist nicht mehr Notwendig da sich Jesus für unsere Schuld geopfert hat, daran glaubt der Christ von ganzen Herzen und Verstand und ist selbstverständlich unendlich dankbar dafür.

Antwort
von Whitekliffs, 49

In der Lebensgemeinschaft mit Jesus Christus.

Antwort
von Falbe, 44

Ich würde gerne wissen , warum du diese Frage stellst : möchtest du gern ein streng gläubiger Christ werden und erkundigst nach den  Bedingungen ?

Wenn du das wolltest hätte ich eine sehr entlastende Antwort für dich . 

Antwort
von hummel3, 51

Als grobe Richtschnur gelten für das Leben jedes Christen die 10 Gebote Gottes. - Verzichten muss er dabei allerdings auf nichts zusätzlich, was nicht diesen Geboten entgegen steht.

Dennoch weiß auch jeder Christ, dass er, egal wie er es auch anstellt, sein Leben trotzdem nicht fehlerfrei oder sündlos zu Ende bringen kann und daher auf das "stellvertretende Opfer" seines Herrn - Jesus Christus, am Kreuz von Golgatha angewiesen ist. Nur dadurch kann er bei Gott auf Vergebung hoffen. - So der christliche Glaube!

Mal ganz nebenbei - "streng gläubig'" ist nicht die richtige Bezeichnung. - Es gibt nur "gläubig" oder "weniger bzw. nicht gläubig".

Antwort
von scrutinize, 26

Die Frage hat irgendwie so einen Nebenklang, als ob einem der Hals zugeschnürt wird, sobald man ein Christ wird. So ist es nicht :)

Das Leben als Christ wird nicht von dem Gedanken geprägt, worauf man verzichten muss, sondern erweißt sich vielmehr in der Freude, was einem alles geschenkt wurde.



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