Wie leben Leute in Hiroshima und Nagasaki, wenn es verstrahlt ist?

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4 Antworten

Da die Strahlung einer Bombe nach Jahren eher abnimmt, als zum Beispiel die Atomkraft-Strahlung in Fukushima, ist es kein Wunder das dort wieder Menschen Leben, auch wenn sie öfters mal Krank werden könnten, als in anderen Orten von Japan, die nicht verstrahlt sind. Und viele Menschen haben sicherlich ihre Häuser wieder versucht neu aufzubauen, nachdem die Bomben gefallen sind und sie nicht wussten wohin. 

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Um zu beantworten, wie gefährlich es tatsächlich ist, sollte man sich mit den verschiedenen Formen von radioaktivem Material und den unterschiedlichen Arten von Strahlung befassen.

Ich versuche es einfach zu erklären:

Die Zeit heilt (fast) alle Wunden

Radioaktives Material ist instabil und versucht ständig, sich zu stabilisieren. Bei diesem Vorgang wird Strahlung in Form von Partikeln und Wellen freigesetzt.

Beispielsweise setzt Jod-131 sowohl Gamma als auch Betastrahlung frei, bevor es sich stabilisiert und zu Xenon wird - ein chemisches Element (Edelgas), das keinerlei Radioaktivität mehr aufweist.

Einige Formen von radioaktivem Material sind sehr kurzlebig und existieren nur wenige Minuten, während andere über Jahrzehnte weiter Strahlung freisetzen.

Ein bestimmter Teil der radioaktiven Belastung reduziert sich also schon alleine aufgrund der Zeit, die seit dem Ereignis vergangen ist. Je länger es zurückliegt, desto mehr sinkt die Strahlungsbelastung.

Daher ist das Strahlungsniveau einer Stadt wie Nagasaki im Jahr 2016 nicht mit dem Nagasaki von 1945 zu vergleichen.

So haben Cäsium-134 und Cäsium-137, die durch die Fukushima-Katastrophe auch in der deutschen Presse bekannt wurde eine Halbwertszeit von zwei bzw. 30 Jahren.

"Halbwertszeit" ist der Zeitraum, den das radioaktive Material braucht, damit die Menge an freigesetzter Strahlung sich halbiert.

Die Bombardierungen von Hiroshima und Nagasaki ereigneten sich vor 71 Jahren. Damit ist die Halbwertszeit von Cäsium-134 und Cäsium-137 deutlich überschritten.

Bereits aus diesem Grund besteht heute keine besondere Gesundheitsgefahr für die Einwohner in diesen Städten.

Die ganzen baulichen Veränderungen in den Städten, die Verwendung neues Baumaterials sowie andere Faktoren klammere ich hier mal aus.

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Kommentar von Enzylexikon
27.11.2016, 15:52

Nachtrag

Wenn man schlau ist, informiert man sich womöglich über das damals freigesetzte Material und hat dann Einwände

"Aber hier steht, dass es radioaktives Material gibt, dass mehr als tausend Jahre lang weiterhin strahlt".

Auch hier muss man weiter denken.

Selbst bei Material mit sehr langer Halbwertszeit reduziert sich die Menge an freigesetzter Strahlung dennoch.

Außerdem gibt es unterschiedliche Formen von radioaktiver Strahlung, die unterschiedliche Eigenschaften haben.

So kann Alphastrahlung bereits von einem kräftigen Blatt Papier abgeschirmt werden und bei Betastrahlung wäre ein Aluminiumblech ausreichend (auch wenn es hierbei andere Probleme gibt).

Bei den modernen Gebäuden in beiden Städten wird also klar, dass auch radioaktives Material mit langer Halbwertszeit nicht gleichbedeutend mit "akuter Gesundheitsgefahr" für Einwohner ist.

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Oh Mann, im Ernst? Schon mal was von Halbwertzeit gehört? Ich war selbst schon in Hiroshima und glaube mir, da macht sich niemand mehr einen Kopf drum.

Frag mal lieber, wie die Leute hier in Deutschland in Johanngeorgenstadt leben (einfach mal nach Johanngeorgenstadt und Uran googeln, Du wirst Dich wundern...)

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Ganz normal

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