Frage von Aoki74, 161

Wie lange vor einer Zwangsversteigerung ist ein freihändiger Kauf einer Immobilie noch möglich, u vor allem noch realistisch,kann Gläubigerbank das untersagen?

Der ZV-Termin ist bereits in 2 Wochen. Laut Eigentümer sind sie derzeit noch in Preisverhandlung mit einem weiteren Interessenten. Wir selbst konnten uns mit dem Eigentümer nicht auf einen Preis einigen. Ist es so kurz vor ZV noch realistisch dass der andere Interessent die Finazierung hinbekommt? Und wie steht es mit der Aussage der Bank, Vorabkauf nicht mehr möglich?

Antwort
von Morelle, 81

Wie in diesem Forum erwähnt, kann der betreibende Gläubiger bis quasi zur letzten Minute das Verfahren einstellen lassen.

Im vorliegenden Fall ist es jedoch wenig wahrscheinlich. Der Kaufvertrag ist noch gar nicht geschlossen, da man "derzeit noch in Preisverhandlungen" ist. Selbst wenn die Preisverhandlungen kurzfristig abgeschlossen werden und sich noch ein Notar findet, benötigt der betreibende Gläubiger, also die Bank, einige Zeit um die Seriosität des Kaufvertrages und des Käufers zu prüfen. Die Bank will vermeiden, daß es sich um einen Scheinvertrag handelt, der nur dazu dient, die Zwangsversteigerung abzublasen.

Genau da hätte ich als Kreditfachmann meine Bedenken, wenn jemand so kurz vor dem Termin einen Kaufinteressenten aus dem Hut zaubert.

Kommentar von Aoki74 ,

Ich dass es so kommt, dann hätten wir noch eine Chance das Haus zu erhalten. Traurigerweise wollte keine Bank die Immobilie zum angegebenen VK-Preis des Eigentümers finanzieren. Sollte es nun tatsächlich zur ZV kommen und der Preis sinken, würd die Sache natürlich anders aussehen.

Antwort
von lesterb42, 81

Das ist viel zu knapp. Bei einem Kauf kurz vor dem ZV Termin besteht die Gefahr, das der Käufer zwar einen Kaufvertrag hat, die Gläubigerin es jedoch nicht rechtzeitig schaft, den Termin aufheben zu lassen. In diesem Fall kann es passieren, dass das Objekt an einen Dritten versteigert wird und der "Käufer" auf den Notarkosten hängen bleibt.

Kommentar von Aoki74 ,

Also besteht für uns noch Hoffnung es in der Zwangsversteigerung zu erhalten! Dann heißt es jetzt abwarten u Glück haben.

Kommentar von lesterb42 ,

Setzten Sie sich vorher ein Limit, sonst kaufen sie viel zu teuer.

Antwort
von schelm1, 90

Die betreibende Gläubigerin kann das Verfahren jederzeit zur Eisntellung beantragen.

Sofern ein potenieller Käufer vorhanden ist, der das Vertrauen der betreibenden Gläubigerin genießt und diese veilleicht zusätzlich noch ein Kreditgeschäft wittert, könnte die Einstellung sogar noch während des Termins oder auch noch danach im Wege der Versagung des kurzzeitig ausgesetzen Zuschlags erfolgen.

Sofren es der Bank aber zu lästig erscheint das Risiko der ZV zu schmälern, gehen sie doch einfach hin und ziehen Sie sich die Immobilien per Gebot rein!?!

Entscheidet die Bank anders, können Sie das so oder so nicht verhindern. Bieter sind bei Terminen gern gesehene Gäste!

Sogar da geht teilwesie "noch was" im Gespräche auf dem Gerichstflur mit dem Vertreter der Bank während er 1/2-stündigen Bietzeit. -

Pecunia non olet!

Vergessen Sie nur nicht die Bietgarantie in Höhe von 10 % des Verkehrswertes beizubringen und denken Sie an Ihren Personalausweis!.


Kommentar von Aoki74 ,

Ja, das würden wir ja gerne. Haben jetzt nur Angst, dass es doch noch vorab verkauft wird.

Kommentar von LuciLiu ,

Aber die Angst kein hier keiner nehmen. Versuchen Sie doch mal beim Gläubiger zu fragen, ob ein freier Verkauf möglich ist. Wenn da direkt gesagt wird, dass z.B. der Eigentümer das nicht mitmacht, dann kommt es sehr wahrscheinlich zur Verteigerung. Aber auch da kann viel schief gehen. Vielleicht ist das Gebot zu niedrig und der Gläubiger stellt ein. Oder es kommen viele Interessenten und bieten sich hoch. Vielleicht bekommt aber auch der Eigentümer eine neue Finanzierung hin und schuldet um... Bei eienr Zwangsversteigerung kann alles oder nichts passieren. hingehen, Ziele setzen, abwarten... Mehr geht leider nicht.

Kommentar von lesterb42 ,

Darf ich mal fragen, wie man sich "eine Immobilie reinzieht" ?

Kommentar von schelm1 ,

Im übertragenen Sinne durch Kauf, Zuschlag, Schenkung , Ersitzen etc. - warum fragen Sie?

Kommentar von lesterb42 ,

Weil ich die Lässigkeit bei dieser Materie und den Summen um die es hier häufig geht für unangebracht halte.

Kommentar von schelm1 ,

Oh Verzeihung! Für mich ist der Umgang damit "täglich Brot", wenn dennn der Vergelich konviniert!?!

Antwort
von LuciLiu, 83

Grundsätzlich ist es bis zur letzten Minute möglich. Dazu muss aber der betreibende Gläubiger zustimmen und den Termin aufheben. Die Frage ist, was der Gläubiger haben will. Nur die Aussage "Ich kaufe" wird wohl nicht reichen. Der Gläubiger wird sicher Geld sehen wollen. Als Privatperson muss (ich glaube nur in manchen Bundesländern) dir der Kaufvertragsentwurf 14 Tage zur Verfügung gestellt werden. Erst dann darf beurkundet werden. Dies sollte man beachten.

Ob der Gläubiger mitmacht, hängt sicher vom Zeitpunkt und vom Kaufpreis ab.

Da die Zwangsversteigerung einmal läuft und der Termin möglicherweise schon steht, ist dies ggf. der leichtere Weg für den Gläubiger. Ein Kaufvertrag muss abgewickelt werden, ggf. weitere Gläubiger beachtet werden etc. Bei der Zwangsversteigerung wird der Zuschlag erteilt und gut.

Als Gläubiger kann der Kaufvertrag immer untersagt werden, außer dieser wird dadurch voll befriedigt.

Kommentar von Aoki74 ,

Der ZV-Termin ist ja bereits in 2 Wochen, also kann ich hoffen, dass es uns vorher keiner vor der Nase wegschnappt!?

Kommentar von LuciLiu ,

Richtig. Wie gesagt ist ein freier Verkauf immer Möglich. Dazu müssen aber Gläubiger UND Eigentümer (bzw. Insolvenzverwalter) mitspielen.

Kommentar von schelm1 ,

Als Privatperson muss (ich glaube nur in manchen Bundesländern) dir der
Kaufvertragsentwurf 14 Tage zur Verfügung gestellt werden. Erst dann
darf beurkundet werden.

Gilt nur für Geschäfte mit Immobilienprofis (Bauträgern etc.) zum Schutz des Käufers vor Übertölpelung, nicht für Verträge unter Privatleuten, die dürfen Sich gegenseitig vertraglich übers Ohr hauen!.

Antwort
von Schnoofy, 74

Ob es diesbezüglich rechtliche Fristen zu beachten gibt weiß ich nicht.

Ich kann mir allerdings nicht vorstellen, dass die Gläubigerbank Einwände haben wird, wenn durch einen Verkauf ein dem Verkehrswert entsprechender Erlös erzielt wird.

Spätestens mit der Eintragung der Zwangsversteigerung im Grundbuch dürften jedoch die Chancen auf einen Verkauf der Immobilie gegen Null tendieren.

Kommentar von Aoki74 ,

Wann geschieht denn diese Eintragung und wo kann ich erfahren ob sie schon erfolgt ist? Und weshalb sieht es dann genau mit dem Verkauf schlecht aus?

Kommentar von Schnoofy ,

Meines Wssens erfolgt die Eintragung auf veranlassung des zuständigen Amtsgerichtes; Du erhältst darüber eine Mitteilung.

(Bitte diese Aussage mit Vorsicht genießen, ich bin mir nicht ganz sicher.)

Kein Käufer wird Dir noch einen angemessenen Preis zahlen, wenn für ihn erkennbar ist (durch die Grundbucheintragung), dass er das Objekt bei der Zwangsversteigerung zu einem wesentlich niedrigeren Preis als dem verkehrswert bekommen kann.

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