Wie lange muss man verheiratet sein damit die Partnerin Witwenrente bekommt? Darf sie auch trotzdem Angestellte bleiben?

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6 Antworten

Hallo scheidsricht,

Sie schreiben:

Wie lange muss man verheiratet sein damit die Partnerin Witwenrente bekommt? Darf sie auch trotzdem Angestellte bleiben?

Antwort:

Kleine oder große Witwenrente!

Zunächst ist zwischen altem und neuen Recht zu unterscheiden, dadurch wird das Thema ziemlich komplex, wie Sie unter folgendem Link der DRV nachlesen können!

Lassen Sie sich von der zuständigen DRV-Rentenanstalt individuell beraten!

Grundsätzlich:

Die Partnerin muß zumindest eingetragen sein = "eingetragene Lebenspartnerschaft!"

http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Inhalt/5_Services/03_broschueren_und_mehr/01_broschueren/01_national/hinterbliebenenrente_hilfe_in_schweren_zeiten.pdf?__blob=publicationFile&v=25

Auszug:

Bitte beachten Sie:

Bei Eheschließungen ab dem 1. Januar 2002 wird eine Witwenrente nur noch gezahlt, wenn die Ehe mindestens ein Jahr bestanden hat. 

Dabei gibt es Ausnahmen: 

Stirbt der Ehepartner zum Beispiel bei einem Unfall, besteht auch bei kürzerer Ehedauer ein Rentenanspruch.

Eine Witwenrente erhalten Sie, wenn

> Ihr verstorbener Ehepartner die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren (Mindestversicherungszeit) erfüllt, sie vorzeitig erfüllt ist (zum Beispiel durch einen Arbeitsunfall) oder er bereits eine Rente bezogen hat und
> Sie nicht wieder geheiratet oder eine eingetragene Lebenspartnerschaft begründet haben.

Unser Tipp: 

Für die Wartezeit zählen Beitragszeiten (Pflicht­ und freiwillige Beiträge), Ersatzzeiten sowie Zeiten, die durch einen Versorgungsausgleich, ein Rentensplitting oder durch einen 450­Euro­Job erworben wurden.
Näheres erfahren Sie in der Broschüre „Rente: Jeder Monat zählt“.

Darf sie auch trotzdem Angestellte bleiben?

Antwort:

Angestellt bleiben ja, aber bestimmte Freibeträge dürfen nicht überschritten werden, sonst kommt es zu entsprechenden Kürzungen bei der Witwenrente!

Freibetrag

Das ermittelte Nettoeinkommen wird nicht in voller Höhe auf Ihre Hinterbliebenenrente angerechnet. Erst wenn es einen bestimmten Freibetrag überschreitet, werden vom verbleibenden Nettoeinkommen 40 Prozent auf die Rente angerechnet.

Lesen Sie hierzu bitte das Beispiel auf Seite 32.
Die Höhe des Freibetrages hängt davon ab, ob Sie sich gewöhnlich in den neuen oder den alten Bundesländern aufhalten.

Anzurechnendes Einkommen 

Dauerhaftes Erwerbsersatzeinkommen: 

So viel wird abgezogen 1 Renten aus eigener Versicherung aus der
gesetzlichen Rentenversicherung, Altersrenten und Renten wegen Erwerbsminderung der Landwirtschaftlichen Alterskasse 14 Prozent
Renten aus der knappschaftlichen Rentenversicherung 14 Prozent
zuzüglich 25 Prozent
Betriebsrenten 17,5 bzw. 23 Prozent Renten aus privaten Lebens­ und Rentenversicherungen, allgemeinen Unfallversicherungen und sonstige private Versorgungsrenten 12,7 Prozent
Ruhegehalt und vergleichbare Bezüge,
Unfallruhegehalt und vergleichbare Bezüge 25 / 43,66 Prozent
Renten der berufsständischen Versorgung 29,6 / 316 Prozent
Verletztenrente aus der gesetzlichen Unfallversicherung,
Berufsschadensausgleich nach dem
Bundesversorgungs gesetz und nach anderen
Gesetzen kein Abzug oder 10 Prozent 5
1 Diese Pauschalsätze gelten bei einem Leistungsbeginn nach 2010.
2 abzüglich des Sparer­Pauschbetrages
3 nach Abzug der Werbungskosten
4 bei Verlängerung des Elterngeldbezugszeitraums
5 Wenn der Berechtigte Beiträge zur sonstigen Sozialversicherung oder zu
einem Krankenversicherungsunternehmen zahlt.
6 Diese Pauschalsätze gelten seit dem 1. Juli 2002, wenn für den Betreffenden
„altes Recht“ gilt.

Der Freibetrag beträgt für die Renten an Witwen und Witwer und für die Erziehungsrente monatlich

> in den alten Bundesländern 803,88 Euro,
> in den neuen Bundesländern 756,62 Euro

Fazit:

Eine sehr komplexe Angelegenheit, jeder Einzelfall ist anders, ohne eine individuelle Beratung zum konkreten Einzelfall kann es keine zufriedenstellende Lösung geben!

Beste Grüße, viel Erfolg und bestmögliche Gesundheit

Konrad

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Eine reine Versorgungsehe durch einen Schwerkranken ist ausgeschlossen.

Die Ehe muss mindestens 12 Monate Bestand gehabt haben. Ausnahme Tod durch Unfall.

Eigenes Einkommen wird unter Berücksichtigung eines Freibetrages angerechnet

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Man muß ein Jahr verheiratet sein.

Natürlich kann sie weiter arbeiten, egal als was.
Dann wird aber ihr Einkommen mit der Witwenrente gegengerechnet und die Rente entsprechend gekürzt.
Sollte sich ihr Einkommen mindern, wodurch auch immer, oder wenn sie dann selbst in Rente geht, wird die Witwenrente neu berechnet und angepaßt.

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ein Jahr wird immer pauschal vorgegeben.

es gibt wenige Ausnahmen, wo es auch weniger sein kann.

alle Einkommen werden bei der Zahlung von Witwenrente heranzgezogen. wenn zu viel Einkommen besteht, dann kann es auch zu einer Nichtzahlung kommen.

zudem unterscheidet man in kleine und große Witwenrente.

alles weitere findest du hier: http://www.finanztip.de/witwenrente/

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Für die witwenrente muß matürlich erstmal einer der partner tot/gestorben sein..
der berufliche status spielt nirgends eine rolle..

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Hä?

Das klingt schon nach einer Scheinehe.

Klar kann deine Frau auch Angestellte bei dir sein. Und für die Witwenrente gibt es keine Grenzen.

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Kommentar von kevin1905
20.08.2016, 13:40

Wer nicht 12 Monate miteinander verheiratet war, hat keinen Anspruch auf Witwenrente, es sei denn der Tod ist durch Unfall eingetreten.

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