Frage von Sam2212, 104

Wie lange muss ich auf ein Arbeitszeugnis warten?

Ich möchte mich nach nun 10 Jahren in meiner jetzigen Firma anderweitig umsehen. Damit ich mich aber woanders bewerben kann benötige ich ein qualifiziertes Arbeitszeugnis. Nun stellt sich die Personalabteilung, besonders unsere Personalchefin, quer. Ein Arbeitszeugnis sei sehr Zeitaufwendig und müsse erst intern besprochen werden, heißt es auf mein ständiges nachfragen. Und ich müsse eben geduldig sein... Wie lange muss ich denn nun auf mein Arbeitszeugnis warten? Ich hab eben keine anderen Zeugnisse ausser meine fast 12 Jahre alten Schulzeugnisse, die ja jetzt kaum noch jemanden interessieren und ich will mich so schnell wie möglich anderweitig bewerben.

Expertenantwort
von Setna, Community-Experte für Bewerbung, 72

Ich möchte mich nach nun 10 Jahren in meiner jetzigen Firma anderweitig umsehen. Damit ich mich aber woanders bewerben kann benötige ich ein qualifiziertes Arbeitszeugnis. Nun stellt sich die Personalabteilung, besonders unsere Personalchefin, quer. Ein Arbeitszeugnis sei sehr Zeitaufwendig und müsse erst intern besprochen werden, heißt es auf mein ständiges nachfragen. Und ich müsse eben geduldig sein... Wie lange muss ich denn nun auf mein Arbeitszeugnis warten? 

Eine Woche Wartezeit ist doch gar nichts, wenn du wirklich ein qualifiziertes Arbeitszeugnis und nicht irgendeinen Wisch haben möchtest. Es müssen nun erst mal deine Vorgesetzten befragt oder deine Personalakte eingesehen werden, um deine Leistungen und dein Verhalten einordnen zu können. Das geht nicht von heute auf morgen. 

Besonders wenn du nach zehn Jahren nun das erste Mal ein Arbeitszeugnis verlangst, dann ist deine Ungeduld nicht nachvollziehbar. Offensichtlich hast du ja jetzt auch noch nicht gekündigt oder wurdest nicht gekündigt. Ein Endzeugnis bekommst du dann JETZT sowieso noch nicht.

Wenn du regelmäßig Zwischenzeugnisse beantragt hättest, dann wäre vieles einfacher. Zudem ist ja nun auch gerade Urlaubszeit. Ich kann dir nur empfehlen, nicht ständig nachzufragen und nicht die Leute zu nerven. Setze eine angemessene Frist und dann ist gut. Du hast nicht das Recht, sofort ein Arbeitszeugnis zu bekommen, schon gar nicht innerhalb von ein paar Tagen. Mit drei Wochen musst du schon rechnen. Ist das so unverständlich für dich, dich in die Position der Zeugnisaussteller hineinzuversetzen?

Und es sollte zwar nicht so sein, ist meiner Erfahrung nach aber so: je mehr die Leute nerven, desto negativer fällt das Arbeitszeugnis aus. 

Kommentar von Nightstick ,

"Regelmäßig" Zwischenzeugnisse zu beantragen ist weder sinnvoll noch möglich (schon gar nicht um zu sehen, wie man im Moment steht)!

Für ein Zwischenzeugnis benötigt man einen konkreten Grund ==> siehe hierzu

http://www.arbeitsrecht.org/arbeitnehmer/zeugnis/wann-sie-einen-anspruch-auf-ein...

Allerdings macht man sich aus meiner Erfahrung mit der Anforderung eines Zwischenzeugnisses auch selbst sehr viel unnötige Arbeit.

1. Kein potentieller neuer Arbeitgeber verlangt ein Zwischenzeugnis, wenn der Bewerber noch in einem (möglicherweise sogar ungekündigten) Arbeitsverhältnis steht.

2. Ein Zwischenzeugnis muss genau so intensiv geprüft werden wie ein endgültiges Arbeitszeugnis, da die dort akzeptierten Formulierungen direkten Einfluss auf das Endzeugnis haben.

Fazit: Ich empfehle in diesem Fall, von einem Zwischenzeugnis Abstand zu nehmen! 

Antwort
von DarthMario72, 65

Als AN kannst du die Ausstellung eines Zwischenzeugnisses verlangen, wenn du dafür einen triftigen Grund hast. Deine Bewerbungsaktivitäten wären ein solcher Grund. Allein der Wunsch nach einem Zwischenzeugnis genügt nicht. Wie hast du denn dein Anliegen begründet?

Auch wenn du das nicht mit deinen Bewerbungen begründet hast, riecht dein AN Lunte. Möglicherweise wird gebummelt, weil man dich halten will...

Das Gesetz nennt keine ausdrückliche Frist, innerhalb derer das Zeugnis ausgestellt sein muss. Eine "angemessene Frist" musst du allerdings schon abwarten. Leider schreibst du nicht, wie lange du schon wartest. Schreibe deinen AG an, fordere ihn höflich aber bestimmt auf, das Zeugnis innerhalb einer Frist von 14 Tagen zu erstellen. Verstreicht diese Frist erfolglos, kannst du dich an das Arbeitsgericht wenden.

Antwort
von Violetta1, 67

Wann hast Du das beantragt und wie lange waertest Du jetzt schon?

Nen lahmer Verein braucht 4 Wochen, ein zügiger 1.. und ein schikanöser bremst es einfach mal ganz aus.

http://www.zeugnis-center.de/faq/#Sprungmarke_Frage8

So weit ich weiss, gibt es keine gesetzliche, konkrete Vorgabe. Aber bei Rumgebummel kannst Du entweder davona usgehen, die wollen nicht.. oder können nicht (wenn man mal öfter Zeugnisse schrieb,w eiss man,d as ist kein Hexenwerk)

So was wie bei Dir ist nicht in Ordnung.

Kommentar von Sam2212 ,

Ca. eine Woche warte ich nun schon. Und wie es aussieht wird es auch noch ne ganze Weile dauern... Ich werde halt ständig mit Kommentaren wie "ist ja grad Urlaubszeit", "ein Arbeitszeugnis ist sehr Zeitaufwendig" und "muss erstmal alles intern besprochen werden", vertröstet. Ich weiß von anderen ehemaligen Kollegen dass das ne ziemlich langwierige Sache werden kann weil die Firma allgemein es nicht gerne sieht wenn sich Mitarbeiter woanders bewerben wollen.

Kommentar von rotreginak02 ,

@Sam2212: eigentlich solltest du froh sein, dass dir dein AG nicht mal eben schnell ein "Zwischenzeugnis" ausstellt, nur um dein Anliegen vom Tisch zu haben. Mit so einem "Wisch" kannst du meist hinterher ohnehin Nichts anfangen. 

Eine Woche Wartezeit ist in der Tat nicht sehr lange.... und die Begründungen aus AG-Seite gut nachvollziehbar. Bei 10 Jahren Betriebszugehörigkeit (mit eventuellen Tätigkeitswechseln/ Abteilungswechseln) müssen dann auch intern einige Menschen zunächst befragt werden, um ein qualifiziertes auszustellen. Das sind also weder Ausreden noch "Kommentare", es ist zeitaufwändig.

Antwort
von Skibomor, 59

Schreibe selber einen Entwurf, wie du dir das Zeugnis vorstellst. Und dann gehst du damit zum Chef und/oder zur Personalchefi und erklärst im süßesten Tonfall, den du draufhast, du hättest Verständnis für ihre Lage und ihnen bereits die "zeitaufwendige" Arbeit weitestgehend abgenommen.

Kommentar von Sam2212 ,

Hab ich auch schon vorgeschlagen, mit den der Begründung der Arbeits- und Zeitentlastung für Sie, also unsre Personalchefin. Ging Sie nicht drauf ein, bin wohl nicht charmant genug... :-)

Kommentar von Everklever ,

Ging Sie nicht drauf ein, bin wohl nicht charmant genug... :-)

Das hat mit Charme nichts zu tun, sondern mit der Tatsache, dass die Zeugniserstellung originäre Aufgabe des Arbeitgebers und nicht des Arbeitnehmers ist.

Kommentar von Everklever ,

Schreibe selber einen Entwurf, wie du dir das Zeugnis vorstellst

Kein guter Ratschlag, wenn der Fragesteller nicht gerade ein ausgemachter Zeugnisfuchs ist. Da sind wegen der Eigenheiten der Zeugnissprache Schüsse ins eigene Knie praktisch vorprogrammiert.

Die ganz überwiegende Mehrheit der Arbeitnehmerschaft ist ja (leider) nicht mal in der Lage, ein Arbeitszeugnis korrekt auszuwerten, vom Schreiben ganz zu schweigen.

Kommentar von Nightstick ,

Genau so ist es...!

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