Frage von manfredooo, 84

Wie lange müsste man Kampfsport machen bis man sich auf der Straße verteidigen kann?

Antwort
von Shiranam, 33

Man kann sich auch ganz ohne Kampfsport auf der Straße wehren. 

Durch Training erweitern sich die Chancen, doofe Situationen gut zu meistern, aber unbesiegbar wird man nie.

Da das Leben unvorhersehbar ist, weiß Niemand, in welche Situationen Du einmal gerätst oder was Du persönlich aus dem Kampfsporttraining mitnimmst und zu welchem Zeitpunkt dies geschieht.

Antwort
von Enzylexikon, 41

Dafür gibt es kein Patentrezept.

Jeder Mensch ist nun einmal unterschiedlich -  und das nicht nur in seinem eigenen Lernvermögen und seinen technischen Fähigkeiten, sondern vor allemauch in seiner individuellen Persönlichkeit.

Eine reale Bedrohungssituation setzt deutlich mehr voraus, als einen Gelenkhebel richtig anwenden zu können, nämlich Geistesgegenwart, Konzentration und die Fähigkeit ruhig zu bleiben, um der Situation angemessen zu handeln.

Manche verlassen einen Verein bereits nach einem oder drei Jahren und wundern sich, weshalb sie sich nicht richtig verteidigen können und ihre Zeit für solch einen augenscheinlich "ineffektiven" Stil geopfert haben.

Dass man auf diese Weise vermutlich niemals das gewünschte Ziel erreicht, dürfte klar sein - dennoch machen aber viele Menschen genau diesen Fehler.

Da du aber unbedingt eine Zahl haben willst.

Meine Kinder/Jugendlehrerin meinte mal in einem Gespräch, als ich noch ein kleiner Junge war, zu mir, "erst ab dem 5. Dan beginnt man zu verstehen"

Wenn wir jetzt mal rein hypothetisch davon ausgehen, dass einmal pro Jahr eine Gürtelprüfung stattfindet und man diese vermutlich auch besteht (das ist keineswegs sicher, ich habe auch schon unbestandene Prüfungen erlebt).

Vom 5. Kyu bis 1. Dan sind es fünf bis sechs Jahre. Vom 1. bis 5. Dan wären es noch einmal vier bis fünf. Man hätte dann also schon etwa zehn Jahre trainiert.

Damals war mir das nicht so wichtig, aber ich habe mitbekommen wie andere große Augen machten "waaas, so lange dauert das????".

Selbst wenn man halbjährliche Prüfungen ansetzt, wäre das Ergebnis immer noch ein vergleichsweise langer Zeitraum.

Aber eine bestandene Gürtelprüfung, oder eine hohe Graduierung garantiert noch keine Fähigkeit zur Selbstverteidigung.

Zu diesem Thema fällt mir eine Geschichte ein.

Ein Schüler ging zu einem Meister der japanischen Schwertkunst und bat um Unterricht

"Ich will unbedingt alles lernen, um ein echter Krieger zu werden und alle Techniken zu meistern. Wie lange werde ich dafür brauchen?"

"Zehn Jahre" sagte der Lehrer.

"Das ist viel zu lange!" rief der Schüler. "Was ist, wenn ich alle anderen Hobbies aufgebe und meine ganze freie Zeit dem Training widme? Wie lange werde ich dann trainieren müssen?

"Zwanzig Jahre" sagte der Lehrer.

"Was soll das denn??? Ich bin bereit, Tag und Nacht bis zum Tode zu üben, damit ich so schnell wie möglich den Weg des Schwertes meistern kann!!!!!"

"In diesem Fall", sagte der Meister, "wirst du sogar Dreißig Jahre benötigen - jemand der es so eilig hat, ist ein schlechter Schüler".

Ein guter Lehrer treibt einem in der Tat solche Flausen nach "schnellen Erfolgen" aus und wird dennoch zu langfristigem Training motivieren können.

Wenn sich dann unter Anleitung des Lehrers die Persönlichkeit und der Charakter entwickeln, wird diese zwanghafte Vorstellung, sich unbedingt selbst verteidigen zu müssen, ohnehin in den Hintergrund treten.

Anstatt dir also Gedanken über eine Situation zu machen, in die du hoffentlich niemals gelangen wirst, solltest du dich lieber deinem Training widmen.

Eine Garantie auf die "optimale Verteidigungsfähigkeit" im Ernstfall, kann dir ohnehin kein Stil der Welt bieten, also sollte das vielleicht auch nicht deine Hauptmotivation sein.

Ich selbst konnte mich auch schon mit geringerer Erfahrung in unverschuldeten Auseinandersetzungen behaupten, was jedoch nicht bedeutet, dass ich mich unnötig in Gefahr bringen, oder es auf einen Konflikt ankommen lassen würde.

Kommentar von AssassineConno2 ,

'Wer ein Auge auf sein Ziel richtet, hat nur noch ein Auge um den Weg zu finden.' So kenne ich das Zitat (die Geschichte). :D Ist aber mMn eines der besten :)

Antwort
von OnkelSchorsch, 24

Kann man pauschal nicht sagen.

Wenn ein Hänfling mit 50 Kilo Körpergewicht und 160 cm Größe, der seinen Lebtag lang nie Sport gemacht hat, der immer nur der Außenseiter war, eben ein "Schwächling", mit Kampfsport beginnt, dann braucht es schon einige Jahre, bis der so weit ist, dass er sich realen Gefahrensituationen stellen kann. Er muss ja nicht nur die Techniken lernen, er muss seinen Körper trainieren und seine allgemeine geistig-seelische Situation umstellen.

Wenn aber ein Zweimeteremann mit 120kg und alles reine Muskelmasse, der 12 Jahre beim Bund war und aktuell als bewaffneter Fahrer von Geldtransporten arbeitet, mit Kampfsport beginnt, dann kann der das Gelernte schon nach ein paar Trainingsstunden konkret umsetzen. Denn der ist schon körperlich fit, hat gelernt, mit Konfliktsituationen umzugehen, ist hellwach und beherrscht seinen Körper - dem muss man nur zeigen, wie's geht, dann setzt der das binnen kürzester Zeit um.

Antwort
von Skyscraper86, 45

Das kommt ganz auf das Gegenüber und auf deine Voraussetzungen und die Art des Kampfsports an.

Ich habe Erfahrung mit Thaiboxen und Krav Maga. Eine erste Sicherheit und grundlegende Dinge, wie z.B. vorher aus der Situation zu gehen, richtig zum Gegner stehen, erstes Schlagen und Treten, überhaupt mal Schlagen und Treten, Distanzgefühl etc. lernst Du bereits ein klein wenig innerhalb von 3 Monaten.

Das heisst aber nicht, dass Du dann jeden Gegner bezwingst. Es ist schwer, die Schlaghemmung zu überwinden und in einer solchen Situation wird man immer zittern, das kommt vom Adrenalin.

Also als Fazit: Erste Sicherheit hast Du nach wenigen Monaten. Sicher sein, Jeden (ohne Respekt, Regeln und Anstand) Angreifenden abzuwehren hast Du auch nach 10 Jahren nicht.

Antwort
von Mignon4, 45

Das hängt von deinem Gegenüber ab. Wenn er körperlich nicht fit ist, könntest du ihn ganz ohne Kampfsport überwältigen. Betreibt er selbst Kampfsport, hast du es schwer. Es kommt auf seine Kondition an. Du siehst, die Bandbreite ist groß und niemand kann vorhersagen, wie viel Kampfsport für deine Verteidigung notwendig ist. Dennoch: Je besser du im Kampfsport bist, desto größer ist deine Chance, dich verteidigen zu können.

Übrigens mußt du immer darauf achten, dass du dich nicht wegen einer Körperverletzung strafbar machst. Dann käme der Kampf möglicherweise wie ein Bumerang auf dich zurück und nicht auf deinen Angreifer. Bei Notwehr muß deine Verteidigung "angemessen" sein. Du darfst die Notwehr folglich nicht übertreiben. Das ist meistens eine Gratwanderung, was erlaubt und was nicht mehr erlaubt ist und hängt von den Umständen des Einzelfalls ab.

Antwort
von AssassineConno2, 16

Mal 3 Zitate für dich:
1. Das Training im Karate umfasst dein ganzes Leben. (Gichin Funakoschi).
2. Die größte aller Leistungen ist es, den Gegner zu bezwingen, ohne zu kämpfen.
3. Karate beginnt da, wo die Technik aufhört.

Trainieren muss man ein Leben lang. Aber um dich etwas auf der Straße Vertidigen zu können richen ein paar Jahre wenn man sich gut anstellt und gute Lehrer hat.
Aber die beste Leistung ist, sich nicht auf Kämpfe einzulassen.

Antwort
von GanMar, 61

Das hängt davon ab, in welcher Situation genau man sich gegen wen verteidigen muß. Ich bin beispielsweise noch nie auf der Straße angegriffen worden.

Antwort
von RangerPerry, 55

Kampfsport ist eher was für fitness und ausdauer wirklich anwenden aud der straße wirst du das erst nach 20 jahren training können 

Um kurzfristig also so 2-3 jahren was drauf zu bekommmen würde ich mit boxen und kraftsport anfangen weil ein einfacher schlag ins gesicht bewirkt wunder

Antwort
von Zidane47, 27

Kampfsport ist auf der Straße lediglich eine Schadensbegrenzung aber definitiv keine Garantie dass du den andern umhaust. Das ist immer noch Sport ! Auf der Straße kann jeder jeden Schlagen. So Punkte wie Schläfe, Kinn, Oberlippe kannst du nicht trainieren, wenn du da vernünftig getroffen wirst gehen die Lichter aus egal ob du Mike Tyson, Klitschko oder der unsportlichste Mensch der Welt bist. Du solltest Kampfsport immer nur für dich selbst machen, dann wird es dich prägen und dir in vielen Situationen im Leben weiterhelfen. Auf der Straße kann ein Schlag reichen und der Kampf ist vorbei, merk dir das. 

Antwort
von Timlin11, 38

Ich mache schon 5 Jahre  Karate und wir haben innerhalb des 1. Jahres alles gelernt über Angriffe auf der Straße.

Expertenantwort
von Sirius66, Community-Experte für Polizei, 27

Das hängt wohl sehr von der Straße ab. Man sucht sie sich ja aus. Ich bin bisher mit meiner Stimme ausgekommen.

Gruß S.

Kommentar von Shiranam ,

Was sucht man sich denn aus?

Ich hatte bisher zwar noch nie eine brenzlige Situation und möchte sie auch nicht erleben, aber ich schließe mich doch auch nicht zuhause ein. 

Ich denke schon, dass es jedem passieren kann, in eine brenzlige Situation zu geraten, denn man kann es sich nicht immer aussuchen, auf welche Leute man trifft.

Kommentar von Sirius66 ,

Ja, aber wenn man schon mit dem Gedanken raus geht, sich verteidigen zu müssen, bedeutet das für mich, daß man sich eben auch gern mal in die Nähe solcher Situationen begibt = auf Deutsch: auch etwas auf Krawall gebürstet ist.

Wenn es nicht so ist - Nix für ungut.

Ich war mit meinen Töchtern auch zum Verteidigungskurs für Mädchen und Frauen - so ist es nicht. Kampfsport muss es ja nicht gleich sein.

Gruß S.

Antwort
von 1900minga, 55

Kann man so nicht sagen

Antwort
von DANIELXXL, 40

Was für eine Frage...

Wenn du auf der Strasse den klitschkos begegnest braucht da wahrscheinlich ein bisschen mehr Zeit um denen das Wasser reichen zu können als wenn du Pli Pocher gegenüberstehst...

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