Frage von KoSaF, 693

Wie lange müssen wir noch auf eine Reformation des Schulsystems warten?

Das Schulsystem ist veraltet und nicht mehr auf die heutige Jugend angepasst. Man sitzt stundenlang in schlecht ausgestatteten Klassenräumen, bekommt Themen vorgesetzt, die viele kaum oder gar nicht interessieren und sich daher langweilen und die außerdem in vielen Fächern kaum einer im späteren Leben braucht. Ganz davon zu schweigen, dass fast alles nur Theorie ist, aber für Praxis, fehlt wegen immer dichterem und anspruchsvollerem Lehrplan den Lehrern die Zeit, zum Beispiel mal in den Wald zu gehen, und dort den Schülern zu zeigen, wie, warum und mit welchen Voraussetzungen ein Baum so groß werden kann.

Dass das Schulsystem veraltet und so nicht mehr gut ist, sagen viele. Nicht nur Harald Lesch, Ranar Yogeshwar oder andere in den Medien präsente Personen, sondern genauso normale deutsche Bürger, die ihre Kinder zur Schule schicken und dabei sehen, wie Kreativität, Selbstentfaltung, das Betreiben von Hobbies usw. ihrer Kinder nach und nach verschwinden bzw. nicht mehr möglich sind und wenn, dann meist auf Kosten des Zeugnisses. Ich kann noch vieles aufzählen, aber ich denke die Nachricht ist klar: So wie das Schulsystem jetzt ist, kann und darf es nicht mehr lange sein. Ständig werden Hoffnungen auf Änderungen gemacht, die letztendlich nur leere Wahlversprechen oder Lügen sind. Aber was kann man tun? Muss erst die Schüler- und vielleicht auch Lehrerschaft auf die Straße ziehen (was ja quasi kaum möglich ist, da für Flugblätter, Plakate usw. größtenteils einfach die Mittel fehlen... leider), bis die Politiker es einsehen? Natürlich ist das eine große Veränderung, aber sie ist notwendig. Wenigstens ein bundesweit einheitliches Schulsystem wäre ein Anfang.. Ist ja schon fast eine Schande, dass so etwas in einem föderalistischem Staat nicht möglich ist.

Aber was kann man als einzelner bewirken und was denkt ihr vom Schulsystem?

Antwort
von OlliBjoern, 318

Ich denke auch, dass das Schulsystem teilweise veraltet ist. Jedoch habe ich bei einigen der hier gegebenen Antworten etwas andere Ansichten. Aber erst mal zu deinen Punkten: ja, ich denke auch, dass ein besserer Praxisbezug gut wäre, z.B. in der Mathematik. Ich denke nicht, dass es ohne Theorie geht (auch das sind Dinge, die man lernen sollte), aber man sollte auch erläutern, wozu man bestimmte Dinge braucht.

Ja, in den Wald gehen ist auch gut, Biologie in der Praxis sozusagen.

Ich bin auch sehr dafür, Kreativität und Hobbies zu fördern (diese Dinge hab ich zu meiner Schulzeit auch gemacht, Sportverein, Musik gehört, auch gezeichnet usw.). Allerdings hatte mich der (auch schon damals übliche) "Frontalunterricht" nicht davon abgebracht, diese Dinge noch zusätzlich zu machen. Den heutigen Zeitaufwand für die Schule kenne ich nicht (vielleicht kannst du das für uns "ältere" noch ergänzen?).

Noch etwas zu den "Themen, die die Schüler nicht interessieren". Ich sehe es etwas kritisch, Themen allein nach Schülerwünschen auszuwählen. Ich finde schon, dass man Schüler auch mitunter "sperrige" Themen zumuten darf (in Grenzen). Im späteren Berufsleben kann man auch oft nicht selber aussuchen, auf was man gerade Lust hat und auf was gerade nicht.

Ein Beispiel: ich war früher erst mal gar nicht an Musik interessiert, klassische Musik fand ich zunächst mal langweilig und schräg. Jedoch bin ich gerade durch den Musikunterricht allmählich darauf gekommen, dass ich das doch dann selber (!) mochte. Heute bin ich recht dankbar dafür, auf dieses Thema "gestoßen" worden zu sein, von alleine hätte ich es wohl nicht gemacht.

Zu Schulzeiten fand ich Geschichte (und Politik) langweilig. Heute sehe ich die Sache mit anderen Augen, und kann heute Bezüge herstellen mit Sachen, die ich vor vielen Jahren mal gelernt hatte.

Eine breite, ausgleichende Bildung hat schon seinen Wert, denke ich. Wenn mathematisch begabte Schüler (nach ihrem Wunsch) nur noch Mathe machen würden (und Deutsch für sie uninteressant ist), und sprachlich begabte Schüler die Naturwissenschaften (nach ihrem Wunsch) ganz weglassen, erziehen wir fachlich stark eingeengte Menschen, die ihre "Schwachstellen" nie ausgeglichen haben.

Wir spezialisieren uns im Erwachsenenalter ohnehin. Wann, wenn nicht in jungen Jahren, sollte man die Leute an Themen heranführen, deren Wichtigkeit (oder auch Schönheit - siehe mein Beispiel mit der Musik) noch nicht wirklich beurteilbar ist für einen unerfahrenen Menschen?!

Wäre es nach mir gegangen, wäre ich mit Chemie + Mathe auf der Schule vollkommen zufrieden gewesen. Deutsch, Geschichte, Musik hätte ich weggelassen. Heute bin ich froh, dass es eben nicht alleine nach mir gegangen ist.

Ich stimme zu, dass Zeit bleiben muss für außerschulische Dinge.

Ich denke schon, dass Reformen sinnvoll sind. Aber ich vermisse noch ein bisschen das konkrete Konzept. Du nennst Stichpunkte (die ich ok finde), sagst, dass sich was ändern muss. Ok. Aber was beinhaltet dies nun konkret für Maßnahmen?

Schule braucht die Beteiligung von Eltern, Lehrern und auch den Schülern. Natürlich müssen die Lehrer (und die Schule) gewisse Leistungen erbringen, aber es hängt eben auch von den Schülern ab, was sie selber an Gewinn aus der Schule ziehen.

Kommentar von KoSaF ,

Da ich hier wegen der Zeichenlimits nicht alle Änderungsvorschläge aufschreiben kann, werde ich später eine andere Möglichkeit nutzen, sobald ich die Zeit finde, die ich hier verlinken kann.

Expertenantwort
von ArnoldBentheim, Community-Experte für Politik, 191


Das Schulsystem ist veraltet und nicht mehr auf die heutige Jugend angepasst.


Ist es nicht "angepasst"? Meines Erachtens schon. Denn wie "die gestrige Jugend" weiß auch "die heutige Jugend" nicht viel bzw. nichts. Um das zu ändern und der "Jugend" etwas beizubringen, bedurfte es früher und bedarf es ebenso heute der Schule!  :-)

Man sitzt stundenlang in schlecht ausgestatteten Klassenräumen,


Indieser Hinsicht gebe ich dir Recht! Die Heranwachsenden sind heute viel
zu lange in der Schule, es fehlt ihnen freie Zeit, um sich besonderen
Interessen zu widmen und ihre Persönlichkeit zu entfalten.

Und dass der Zustand der Schulen heute in vielen Gemeinden die reine Katastrophe ist und stattdessen von den Politikern das vorhandene Geld für sinnlose Prestigprojekte herausgeschmissen wird, ist ein unterträglicher Skandal!


bekommt Themen vorgesetzt, die viele kaum oder gar nicht interessieren
und sich daher langweilen und die außerdem in vielen Fächern kaum einer im späteren Leben braucht.

Das Thema "Ferien" dürfte fast alle Schüler besonders "interessieren". Aber das lässt sich nicht unterrichten. Dauerferien wären auch schnell langweilig.  :-))

Apropos: Dass sich Schüler in der Schule "langweilen", liegt oft am Lehrer, weniger am Schulfach. Außerdem bleibt der Schule nichts anderes übrig, als eine beträchtliche Fächerzahl zu unterrichten, denn wofür Schüler begabt sind, womit sie vielleicht beruflich oder in Form eines Hobbys ihr Leben verbringen können und/oder wollen, das wissen weder die Schüler selbst noch die Schule, sondern kristallisiert sich erst im Laufe der Schulzeit näher heraus. Man darf ihnen also diese Fächer nicht vorenthalten.

Die Hauptaufgabe der Schule ist, die Schüler möglichst umfassend in den Stand menschlichen Wissens der Gegenwart einzuführen. Wie könnten Heranwachsende Interessen entwickeln, wenn sie nichts wissen? Wofür sich die Heranwachsenden letztlich interessieren, hat zuerst in der Oberstufe, danach für die berufliche Laufbahn eine höhere Relevanz. Entsprechende richtungsweisende Entscheidungen treffen die Heranwachsenden dann eigenverantwortlich selbst. Bis dahin aber obliegt die orientierende Vermittlung von Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten in besonderem Maße der Schule und - was gerne vergessen wird - den Eltern! Es geht - der eine oder andere wird den Begriff schon einmal gehört oder gelesen haben - um Allgemeinbildung, nicht um berufs- oder hobbyvorbereitende Spezialbildung, die der Nachschulzeit überlassen bleibt.

Ganz davon zu schweigen, dass fast alles nur Theorie ist, aber für Praxis, fehlt wegen immer dichterem und anspruchsvollerem Lehrplan den Lehrern die Zeit, zum Beispiel mal in den Wald zu gehen, und dort den Schülern zu zeigen, wie, warum und mit welchen Voraussetzungen ein Baum so groß werden kann.


Die Kritik ist berechtigt - sofern sich das Fach, wie z. B. Biologie, überhaupt für eine solche "Praxis" eignet. In Mathematik, Sprachen oder anderen geisteswissenschaftlichen Fächern ist der Praxisbezug nicht unkompliziert. Zeitreisen im Fach Geschichte beispielsweise sind (noch) nicht möglich. Außerdem kommt es auf die Befähigung der Lehrer an, solche Praxiselemente in den Unterricht einzubauen. Man darf also persönliche negative Erfahrungen nicht generalisieren.

Dass das Schulsystem veraltet und so nicht mehr gut ist, sagen viele ...
So wie das Schulsystem jetzt ist, kann und darf es nicht mehr lange sein.


Das ist wahr, das "sagen viele". "Viele" wissen aber auch nicht, was man wirklich verbessern könnte oder müsste. Zahlreiche Vorschläge bleiben reine Theorie - und das ist wohl auch gut so. :-))

Wie man am gescheiterten Beispiel der durchaus sinnvollen sog. Inklusion erkennen kann, genügt es nicht, irgendwelche Ideen und Theorien undurchdacht, undifferenziert und ohne die notwendige Infrastruktur in der Praxis und der Realität scheitern zu lassen.

Unser Land darf es sich nicht mehr leisten, zuviele Dummheiten auf Kosten
vieler Schülergenerationen in blindem Aktionismus zu begehen. Es muss
also sehr sorgfältig überlegt werden, was an unserem Schulsystem noch "gut" und erhaltenswert, was "nicht mehr gut ist" und daher reformiert werden sollte. Das ist eine sehr schwere Aufgabe, für die z. B. die mögliche "Langeweile" des einen oder anderen Schülers kein Beurteilungskriterium sein kann.   ;-)


Wenigstens ein bundesweit einheitliches Schulsystem wäre ein Anfang..
Ist ja schon fast eine Schande, dass so etwas in einem föderalistischem
Staat nicht möglich ist.

Dieses Verlangen ist nachvollziehbar. In gewisser Weise ist das Schulsystem in den Bundesländern schon seit Jahrzehnten einheitlich, die Unterschiede sind eher marginal. Probleme gibt es noch nicht einmal bei den wesentlichen Lerninhalten, allenfalls bei den Schwerpunktsetzungen.

Wenn etwas fehlt, dann ein für die Schulen aller Länder zentralisiertes
Abschlussprüfungsverfahren. Ein solches könnte in der Tat ohne
Schwierigkeiten in der regelmäßig tagenden Konferenz der Kultusminister
der Länder beschlossen werden. Das würde natürlich eine vollkommene
Vereinheitlichung des gesamten Schulsystems und aller Lerninhalte
voraussetzen. Die Bundesländer müssten damit einen Teil ihrer
verbliebenen Souveränitätsrechte, nämlich die Kulturhoheit in Bezug auf
das Schulwesen, aufgeben - das aber weckt Befindlichkeiten und
verringert das Interesse an solchen Lösungen.


MfG 

Arnold         












Kommentar von KoSaF ,

Ich glaube nicht, dass das ganz richtig verstanden wurde. Klar wissen wir nicht viel und ich finde es auch gut, dass es Schule allgemein gibt, allerdings ist "die gestrige Jugend" nun mal die gestrige Jugend, die ganz andere Interessen vertritt und anders aufgewachsen ist als die heutige. Natürlich muss uns ein gewisses Allgemeinwissen beigebracht werden und auch ein gewisser Erziehungsauftrag erfüllt werden, aber auch, so bin ich der Meinung  wie auch sehr sehr viele Schüler, eine Grundlage für das spätere Leben. Es steht nicht in der Kritik dass, sonder wie und in bestimmten Fächer auch was bzw was nicht Unterrichtet wird. Und wenn schon das Thema "Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten in besonderem Maße" angesprochen wird, finde ich es auch wichtig anzusprechen, dass das Künstlerische und Musikalische oft sehr vernachlässigt und wenig unterrichtet wird, sodass immer weniger Menschen den Reiz am z.B. Musik machen verloren geht und so viele Leute einfach gar nicht von ihrer Begabung wissen und die Kreativität auch recht wenige Ausprägungen hat. Außerdem suchen immer mehr Musikschulen Schüler, da durch z.B. G8 kein Schüler mehr Zeit hat, neben Schule noch etwas anderes zu machen, als in maximal einen Sportverein zu gehen, da es sonst einfach viel zu viel ist und immer mehr gefordert wird. Und dann stelle ich mal die Gegenfrage? Wie soll ein Heranwachsender Interessen entwickeln, wenn ihm durch den massigen Stoff in der Schule die Möglichkeit dazu genommen wird und ihm ständig etwas vorgesetzt wird, was ihn eben nicht reizt? Wie soll er die Welt von sich aus entdecken, wenn er Nachmittags immer nur am Schreibtisch sitzt und sich mit Hausaufgaben und Lernen quälen muss, wenn draußen die Sonne scheint und man durch den Wald gehen könnte und der Vater einem beibringt, wie die ein oder andere Pflanze heißt?

Und nein, die Langeweile liegt nicht nur am Lehrer. Zum Teil schon, aber oft kann der Lehrer es auch nicht anders machen, oder es sind Themen, die maximal 2 % der Schüler interessiert. Was ich sage sind nicht nur eigene Erfahrungen, sondern auch solche, die im Austausch mit vielen vielen anderen Schülern, mit denen ich in Internetportalen oder Privat diskutiert habe, also Schülern auch von anderen Schulen und aus anderen Bundesländern, erzählt wurden. Ein Punkt ist z.B. die Trennung der Naturwissenschaften. Es wäre viel Sinnvoller, diese zu Kombinieren, dafür aber öfter zu Unterrichten und somit auch eine gewaltige Möglichkeit von einerseits viel Praxis und andererseits sich viel intensiver mit den einzelnen Themen beschäftigen zu können. Und so würde auch das Fach "Ferien" verschwinden, da man mit einem bewegten Unterricht auch mehr Interesse der Schüler weckt, es weniger langatmig ist und es auch einfacher ist, den Schülern die Themen zu vermitteln. Man könnte auch die Medien viel mehr einbeziehen, allerdings lassen sich die meisten Lehrer (nicht nur die alten, sondern auch neu ausgebildete) nicht dazu begeistern, auch nur ansatzweise ein Whiteboard zu benutzen um dort Grafiken zu zeigen  die vieles Verdeutlichen würden (Folien auf Overheadprjektoren sind qualitativ viel schlechter und die Handschrift des Lehrers auf diesen oft schlecht zu erkennen) und in der Mathematik z.B. anschaulich zu machen für was man das, was man jetzt errechnen soll usw. überhaupt braucht, was man damit erreichen will etc. Und dass sich Schüler oft langweilen, bzw. einfach dem Unterricht nicht folgen können liegt auch daran, dass man so früh in der Schule da sein muss. Man hat zwar zwischen 9-11 Uhr angeblich die beste und produktivste Konzentrationsphase, allerdings ist es dann umso unverständlicher, warum man dann, wie in meiner Region üblich, schon um 7.30 Uhr in der Schule sitzen muss und um solche Zeiten Arbeiten schreibt. Ein wacher unterricht ist auch für den Lehrer viel angenehmer, als wenn ständig jemand gähnt und sich jeder aufgrund der Müdigkeit lieber mit etwas Anderem beschäftigt. Ist an dieser Stelle mal Fakt. Es wäre auch viel weniger langweilig, wenn die Schüler den Unterricht mitgestalten dürfen könnten. Es macht mehr Freude, einem Mitschüler zuzuhören als einem "alten Mann". Damit meine ich aber nicht, dass es mehr Gruppenarbeit geben soll oder mehr Aufgaben, in denen sich Texte durchgelesen werden und dem Sitznachbarn dann der Inhalt erzählt wird, sondern dass Schüler etwas, was sie in diesem Fach sehr interessiert in einer Unterrichtsstunde vom Schüler unterrichtet wird. Das kann man natürlich mit dem Lehrplan in Verbindung bringen. Das sollte auch von einer sehr frühen Klasse angefangen werden, da das auch soziale Kompetenzen fördert und die Schüler dann später weniger Angst haben werden vor einer größeren Gruppe von Menschen zu reden. 

Bin am Zeichenlimit, drum jetzt kurz:

Um das alles machen zu können, muss das jetzige System reformiert werden. Der Unterricht ist für viele Schüler anstrengender als nötig und die Erwartungen an die Schule im Allgemeinen haben sich gewandelt und das nicht nur von Schülerseite.

Kommentar von OlliBjoern ,

Ja, ich denke auch, dass der zu frühe Beginn (7:30 Uhr, man muss ja auch erst mal hinkommen, Verkehr usw.) nicht gut ist. Da bin ich ganz deiner Meinung.

Ich finde es auch sehr gut, dass du das Mitmachen der Schüler in den Vordergrund gestellt hast. Ich denke, das könntet ihr dem entsprechenden Lehrer ruhig auch einmal vorschlagen. Zum Beispiel: die Punkte schriftlich fixieren, dann z.B. zu zweit (oder zu dritt) dem Lehrer diese konstruktiven Vorschläge unterbreiten. Wenn es schriftlich ist, hat es den Vorteil, "fixiert" zu sein.

Das finde ich machbarer und vor allem deutlich konkreter als Demonstrationen mit sehr abstrakten Zielen (alles muss besser werden).

Oder auch ruhig mal den Mathelehrer fragen, ob er die Anwendungen mal vorstellen kann. Vielleicht reagiert er ja positiver, als man zunächst meint. Ich denke, manche Lehrer sind durchaus offen für konstruktive Vorschläge.

Kommentar von ArnoldBentheim ,

... allerdings ist "die gestrige Jugend" nun mal die gestrige Jugend, die ganz andere Interessen vertritt und anders aufgewachsen ist als die heutige.



KoSaF, inwiefern vertritt die heutige Jugend denn "ganz andere Interessen" als die Jugendlichen zuvor? Diese Behauptung sollte erläutert werden.


Natürlich muss uns ein gewisses Allgemeinwissen beigebracht werden und auch ein gewisser Erziehungsauftrag erfüllt werden, aber auch ... eine Grundlage für das spätere Leben.


Für das "Allgemeinwissen" sind in erster Linie die Schule und dann die Schüler selbst zuständig, sofern sie selbständig zu arbeiten lernen und verstehen.

Der "Erziehungsauftrag" ist die gemeinsame Aufgabe von Schule und Eltern.

Was die "Grundlage für das spätere Leben" angeht, so wird meist vergessen, dass diese lebenspraktische Erziehung die Aufgabe der Eltern, nur zu geringen Teilen der Schule ist! Wenn die Eltern dabei versagen, ist das nicht die Schuld der Schule, die diese Aufgabe nicht übernehmen muss!

Wie soll ein Heranwachsender Interessen entwickeln, wenn ihm durch den massigen Stoff in der Schule die Möglichkeit dazu genommen wird und ihm ständig etwas vorgesetzt wird, was ihn eben nicht reizt?


Schon immer mussten Schüler eine Menge an Unterrichtsstoffs bewältigen, daran hat sich nichts geändert. Zum Lernstoff gehört allerdings auch, zu begreifen, dass das Leben nicht allein dazu dient, ständig "Reize" und Vergnügung zu erleben. Die Schüler lernen auf diese Weise - was ja offenbar erwünscht ist - "eine Grundlage für das spätere Leben", nämlich dass das Leben kein Spaß ist und sie auch später immer viele Dinge werden erledigen müssen, die sie nicht sonderlich interessieren und "reizen"!  :-))

Um aber "Allgemeinwissen" zu vermitteln, bleibt kaum eine andere Möglichkeit als die, die die Schulen anbieten, auch wenn es sich um "Themen (handelt), die maximal 2 % der Schüler interessiert". Denn auch diese Minderheit der Schüler hat ein Recht auf Bildung und Berücksichtigung ihrer Interessen!

Auf die restlichen Punkte gehe ich nur summarisch ein. Warum? Nun, sie kritisieren zu frühen Schulbeginn, Unterrichtsmethoden, fehlenden fächerübergreifenden Unterricht, die Vernachlässigung musisch-künstlerischer und, was ich noch ergänzen möchte, der geisteswissenschaftlichen Fächer. Allerdings handhaben die Schulen das, was du kritisch angemerkt hast, sehr unterschiedlich, weshalb die einzelnen Kritikpunkte für eine generelle Änderung des "Schulsystems" keine stichhaltige Begründung liefern. Die meisten aus dem Alltag einzelner Schulen gewonnenen negativen Eindrücke ließen sich an den Schulen selbst befriedigend lösen.

In einem grundlegenden Punkt, KoSaF, den du wohl in meinem obigen Beitrag überlesen hast, stimme ich dir ja zu: die Schüler bräuchten mehr Freizeit zur Entspannung, für Familie und Freunde, zur Entwicklung und Verfolgung eigener Interessen. Ich halte überhaupt nichts von G8 oder erzwungenem Ganztagsunterricht! Gerade die Oberstufe, eine Zeitspanne, in der die Schüler die Pubertät langsam überwinden und an Vernunft gewinnen, sich ernsthaft mit dem Leben und allem, was um sie herum geschieht, auseinandersetzen wollen, sollte, wenn es nach mir ginge, noch um wenigstens zwei Jahre verlängert werden, damit sich die Schüler intensiver gerade in solchen Fächern tummeln und sich mit solchen Themen beschäftigen können, die ihnen besonders zusagen.

Die fundierte Kritik an G8 ist bekannt und umfangreich, wird aber von den Politikern einiger Bundesländer vollkommen ignoriert, anderer Bundesländer aber durchaus erwogen. Deine hier vorgetragenen Kritikpunkte, KoSaF, beinhalten nur eine sinnvolle Veränderung des "Schulsystems", in dem wir ja übereinstimmen, die Ablehnung von G8.  :-)

MfG

Arnold



Kommentar von KoSaF ,

Für Demonstrationen würde ich das ganze noch mal sehr breitflächig und ausführlich Formulieren. Die Frage hier ist natürlich sehr knapp und sowas kann man nicht als Hintergrund nehmen. Ich habe dazu auch schon einen bald 30 seitigen Text dazu formuliert. aber nicht nur die Schüler sind es eben die sich beschweren und genau das ist das, warum die Politiker sich mal in Sachen Bildung mehr engagieren sollen aber ohne Demo wird schon seit langem nichts besseres drauß und besonders bei einem Bundesweiten "Boykott" des unterrichts durch Demos ist die Politik dazu gezwungen, etwas zu tun.

Antwort
von Becca22, 239

Zunächst: Ja- das meiste interessiert die Schüler nicht (bin selbst Schülerin^^) und wird im späteren Leben nicht mehr gebraucht (und auch ich rege mich manchmal darüber auf), aber der Grund warum es gelehrt wird, ist nicht, dass es die Schüler interessiert, sondern weil es als Allgemeinbildung bzw "Grundwissen" (im Sinne von, schon mal gelernt) zählt.
Dass es so sehr Theorie-bezogen ist, stimmt meiner Meinung nach, besonders an Gymnasien & ich denke auch, dass das nicht optimal ist (aber im Moment ist es halt so).
Aber was genau ist deiner Meinung nach veraltet? Es ist eine Sache, das generell so hinzustellen (mag ja auch teilweise stimmen, aber eben nur teilweise) und eine andere Sache, das konkret begründen zu können.
Früher hatte man nicht mehr Zeit für Hobbies (eher im Gegenteil) und es blieb auch nicht mehr Raum für Kreativität und Persönlichkeitsenfaltung. Gut, noch nie zuvor wurde so viel Aufmerksamkeit und Wert auf Individualität und Selbstverwirklichung gerichtet und gelegt.
Trotzdem, wir haben durch all die technischen Hilfsmittel mehr Zeit zur Verfügung, mehr Möglichkeiten… meiner Meinung nach, kann man seine Hobbies recht gut neben der Schule ausüben. Handys, PCs und allgemein das Internet sind viel schlimmer, sie rauben uns unsere Zeit.
Könntest du auch noch erklären, warum du eine Reform für so nötig hältst?
(Achso und: die meisten Schulreformen (siehe G8) die von Politikern bzw dem KuMi durchgesetzt werden, sind einfach Schwachsinn. Das wäre das viel größere Problem:D dass es eine gute Reform wird.
Ich glaube nicht, dass ein einheitliches Schulsystem in einem föderalistischen Staat nicht möglich ist, sondern dass es schlichtweg nicht benötigt wurde, eben wegen dem Föderalismus. Es bestand kein Grund dafür und ich denke, so kann sich theoretisch besser um die Bildung gekümmert werden, als wenn das alles zentral verwaltet würde.
Wie und wann die nächste Reform kommt, kann im Moment keiner sagen… (ich schätze ja, es geht letztendlich zurück zum G9…)
P.S. endlich mal eine interessante Frage! :D

Kommentar von KoSaF ,

Ich glaube nicht, dass es Notwendig ist, zu wissen, wie ich ein Gedicht auf Englisch analysiere oder wie ich den Nullpunkt einer Funktion errechne, wenn man inzwischen die einfachsten Möglichkeiten hat, diese Funktion ganz schnell als Graphen zu sehen. Generell kann man vieles, wenn man es benötigt sich sehr schnell erlernen und sollte nur in Fachlichen bereichen gelehrt werden wie z.B. in der Ausbildung oder im Studium.

Was ich mit veraltet meine: Das Schulsystem ist zu Zeiten entstanden, da war vieles, was heute selbstverständlich ist, nicht möglich. Damals wurde viel Wert auf Disziplin usw. gelegt. Die 45 min Stunden reichen für viele Themen nicht aus und haben ihrem Ursprung im Militarismus. Vieles ist um 1930 o.ä. entstanden usw.

Und ja. Früher hatte man nicht viel Zeit für Hobbies, aber früher wurde man auch nicht 10 (schul-) Stunden lang in die Schule geschickt und musste danach nicht noch lange Hausaufgaben machen und lernen, sodass man erst abends um 8 oder später Zeit für sich selbst hatte. 

Ja Technische Hilfsmittel gibt es, werden in Schulen aber sehr selten und sogar gar nicht genutzt...

Eine Reform ist nötig, weil die heutige Jugend ganz anders mit dem Stoff konfrontiert werden sollte. Das aktive erfahren und einander etwas beibringen fördert nicht nur die Persönlichkeit sondern auch den sozialen Umgang miteinander. Und ständig ruhig dazusitzen und zuhören zu müssen ist eine Qual für einen Zehnjährigen, der lieber raus möchte und z.B. spielen will. Wenn man sie einfach eine Weile zur Bewegung ermuntert, sind sie danach viel ruhiger und können sich leichter konzentrieren. Das ist jetzt nur ein Beispiel von vielen, aber ich bin grade etwas Schreibfaul um alles auszuführen tut mir leid...

Kommentar von OlliBjoern ,

Du schreibst "damals wurde viel Wert auf Disziplin gelegt". Ich darf mal etwas provokant formulieren: und heute muss es (auf magische Weise) ohne Disziplin funktionieren? :)

Ich bin nun keineswegs dafür, die Strenge der 1950er-Jahre wieder einzuführen, aber ohne ein gewisses Maß an Aufmerksamkeit und Mitmach-Bereitschaft von Seiten der Schüler wird es auch 2016 nicht funktionieren.

Ich stimme zu, dass 10 h zu viel sind, wir hatten damals nie mehr als 6 h pro Tag. Dafür waren wir auch samstags in der Schule (allerdings weniger als 6 h).

Und ja, wir wollten als 10-jährige auch gerne raus. Wir hatten auch Sport, aber der Sportunterricht war damals ziemlich, nun ja, daneben (für meinen Geschmack). In der Pause hatten wir (Klassiker!) Völkerball gespielt, war ganz nett.

Kommentar von Becca22 ,

Ich bleibe dabei, dass das (noch) zur Allgemeinbildung gehört. Wenn wir immer nur lernen das zu googlen oder technische Hilfsmittel nutzen, führt das ja zur Verdummung (auch wenn das etwas übertrieben ist).
Und man tut sich bestimmt leichter, wenn man schonmal was davon gehört hat. Es ist im Moment einfach noch ein Zeichen für "Anstand" und sozusagen ein Statussymbol.
Notwendigkeit herrscht heutzutage selten, da man nahezu alles googlen kann.
Wenn man nur in seinem persönlichen Interessenbereich (mal abgesehen von Grundrechenarten, Lesen, Schreiben etc) gelehrt wird, sagen wir ab der 5. Klasse, führt das (meiner Meinung nach) zu "Schachtel-denken", man lebt in seiner eigenen kleinen Box, erweitert seinen Horizont nicht.

Ich persönlich habe um ehrlich zu sein, keine Lust auf ständige Doppelstunden (nur am Rande).
Sicher, ist vieles wohl schon recht alt, aber trotzdem verlassen wir deutschen sehr gebildet die Schule.
Ich denke schon, dass es früher so viel Nachmittagsunterricht (+ Hausaufgaben) gab, wenn nicht noch mehr.
Und ganz ehrlich, wer von uns lernt und bereitet wirklich so viel vor?
(Ich weiß das ist nicht der Punkt, und ich bin auch erstmal "durch", wenn ich aus der Schule komme, aber ich denke das liegt nicht am Alter des Systems, eher ganz im Gegenteil:
Fast derselbe Stoff, in sehr viel weniger Zeit… also nahezu alles was rausgenommen wurde, fehlt jetzt an Übungszeit.)

Ich persönlich bin auch kein Fan, von beispielsweise Tablets oder Technik-Einbezug an Schulen…

Was sein sollte und wie Schüler mit dem Lernstoff konfrontiert werden sollten, ist allein Ansichtssache. Ein "aktiver" Unterricht wäre früher schon genauso gut (oder schlecht) gewesen wie heute. Was nicht heißen soll, dass was bist jetzt war, bleiben sollte…

Ich persönlich bin der Meinung, dass diese ganze Allgemeinbildung nur überflüssig ist, weil es sich sowieso keiner gemerkt. Dieses Bulimie-lernen ist meiner Meinung nach eine der größten Schwächen, die unser Schulsystem hat. Nach spätestens 3-4 Wochen ist bei dem größten Teil der Klasse nahezu keine Ahnung mehr von dem durchgenommen Stoff (weil, wie ich nur wiederholen kann, dass die Übungszeit fehlt).

Und sicher täte es dem 10-Jährigen gut, sich vorher zu bewegen, und er könnte sich dann auch besser konzentrieren, aber 1. muss er ja auch irgendwann lernen, still zu sitzen und 2. ist es schwer, diese persönlichen Bedürfnisse in das System zu integrieren.

Kommentar von KoSaF ,

Früher wurde in einem besonderem Maße wert auf Disziplin gelegt. Ich wollte damit nicht sagen, dass heute kein Wert mehr auf Disziplin gelegt wird, aber ständig leise zu sein und sich nicht mit seinem Sotznachbaren austauschen zu können, diesem bei einer kurzen frage zu helfen o.ä. ist meiner Meinung nach das falsche. Natürlich muss irgendwie zugehört werden, aber wie ich schon in einem anderem Kommentar erwähnt bin ich für bewegteren und aktiveren Unterricht und nicht für den "stillsitzen schweigen und zuhören" Unterricht.

Antwort
von Nashota, 106

So ein Gespräch zum Thema "veraltetes Schulsystem" habe ich vor 3 Tagen in der Schule meiner Tochter geführt.

Mir ist zum Beispiel völlig unverständlich, warum ein Schüler in Haupt-und Realschüler "geteilt" wird innerhalb eines Schuljahres. Wenn er mehr durchschnittliche, als bessere Leistungen hat, kann er doch als reiner Hauptschüler geführt werden und umgedreht halt als reiner Realschüler.

Früher zu meiner Schulzeit war es zumindest so, dass ein Schüler immer seine starken und seine schwachen Fächer hatte. Mich konnte man zum Beispiel mit Mathe jagen, hab ich trotz stundenlangen Übens trotzdem nie wirklich verstanden. Dagegen war ich in Deutsch absolut gut, weil ich schon immer auch der kreative Schreibertyp war und bin.

Warum muss man da in Kurse aufteilen, zum Beispiel drei Fächer Hauptschüler, 4 Fächer Realschüler? Absoluter Blödsinn in meinen Augen. Auf Nachfrage, wer den Mist mal eingerührt hat, kam als Antwort, "das Schulministerium". Selbst die Schulen wissen nur wenig bis nichts damit anzufangen.

Zu meiner Schulzeit gab es auch wöchentliche praktische Einsätze. Nannte sich richtig PA-Unterricht, übersetzt "produktive Arbeit". Sicher waren es manchmal nicht die tollsten Arbeiten, aber ich hab zum Beispiel im Omega-Staubsaugerwerk Einsätze gehabt. War eine Abwechslung zum Schulalltag und man bekam mit der richtigen Motivation auch ganz einfach gute Noten.

Was ich vermisse: Dass Schüler immer noch viel Schulstoff so vortragen oder in Arbeiten schreiben müssen, wie es im Buch oder Hefter steht. Freie Wortwahl, die inhaltlich auch die richtige Antwort ist, wird in meinen Augen immer noch zu oft abgewürgt.

Stupides Auswendiglernen bleibt erfahrungsgemäß nicht im Kopf hängen.

Die Benotung halte ich auch öfter für nicht nachvollziehbar. Gerade im kreativen Bereichen, wie Zeichnen, Musik oder auch Sport. Im Kindergarten kam es noch nur darauf an, dass man erkennen konnte, was ein Kind gemalt hat. War beim Mensch der Kopf zum Beispiel größer als der Rumpf, war das egal. Hauptsache, diese Figur hatte alles, was ein Mensch so hat.

Von Schülern wird dann aber erwartet, dass sie wahre Kunstwerke abliefern. Und wehe, es entspricht nicht den Vorstellungen des Lehrers. Wenn zum Beispiel aus einem vorgegebenen Bild ein erweiterter Rahmen gezeichnet werden soll, sollte es doch reichen, dass eine Wiese mit Mohnblumen als solche erkennbar ist.

Wer da nun als Lehrer erwartet, dass jede Blüte der Mohnblume wie auf einem Feld aussehen muss, hat in meinen Augen ein Rad ab. Ich wette, dass kein Kunstlehrer ein reiner Van Gogh ist.

Und wenn man nicht die beste Stimme hat, kann man auch nicht wie ein Opernsänger singen. Was bedeutet, es sollte mehr Wert darauf gelegt werden, dass ein Text gewusst wird und dass sich bemüht wird, die richtigen Töne zu treffen.

Allgemein wird viel gelehrt, was keinen Bezug zur Realität hat. Geschichte ist sicher kein schlechtes Fachgebiet. Aber muss man wirklich im Urschleim wühlen? Urzeit, Mittelalter, alles sicher interessant. Aber wo bleibt die aktuelle bzw. jüngere Geschichte? Wieviel Zeit wird zum Beispiel dem Thema "ehemalige DDR" eingeräumt?

Es gibt viele Kinder, deren Eltern und Großeltern die DDR-Geschichte erlebt haben. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass meine Töchter das Thema großartig behandelt haben. Nur an eine einzige Hausaufgabe kann ich mich erinnern, wo Unterschiede Ost-West aufgeführt werden sollten.

Dieser Geschichtsteil bedeutete aber für viele Menschen ihr bisheriges ganzes Leben. Und vor über 25 Jahren begann ihr 2. Leben im Westen. Und nicht jeder ist im Westen und seiner Ellenbogengesellschaft angekommen oder kommt mit dieser Mentalität klar! Sollte also diesem Thema nicht mehr als ein paar Stunden am Rande gewidmet werden?

Mein Fazit: Der Lehrstoff sollte aufgelockert werden. Praxisbezogener, aktueller, kreativer, individueller, bezogen auf freie Interpretation und eben nicht stures Auswendiglernen.

Kommentar von KoSaF ,

Da bin ziemlich deiner Meinung. Auch die Kriege und Kriesen der Zeit nach dem 2. Weltkrieg werden nur nebenbei oder gar nicht erwähnt, wobei diese meiner Meinung nach auch sehr wichtig sind. keiner, der sich nicht von sich aus mit dem Thema beschäftigt hat, weiß, wie es genau zu Vietnam oder Golfkriegen kam usw. Zum PA-Unterricht: es gibt von vielen die Idee, ein bundesweit für jeden 16 jährigen verpflichtendes fsj. damit könnten u.a. auch Probleme was den Mangel Pflegekraften oder Handwerkern sowie der gefühlte zwang zu studieren etwas eingedämmt werden.

Kommentar von Nashota ,

Ich finde es falsch, Leute in Berufsprofile zu zwängen, mit denen sie sich nicht identifizieren können. Besonders, was den Pflegebereich angeht. Dafür ist definitiv nicht jeder geeignet. Und aus Erfahrung weiß ich zufällig, dass es nicht mal im Bereich reine Betreuung, also Zeit mit älteren Menschen zu verbringen, viele Angebote gibt.

Es heißt nicht umsonst freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr, um eben die Möglichkeit zu haben, sich auch ohne Druck zu orientieren oder auszutesten, für was man geeignet ist. Und dabei sollte es auch belassen werden.

Kommentar von JanfoxDE ,

Niemand... wirklich niemand möchte Handwerker werden - der zumindestens ein Gehirn hat. Denn als Handwerker und Pflegekraft wirst du dein Körper andauernd balasten dass dich zum früheren Tod bringt oder zumindestens bevor dem Tod viele Krankheiten/Besonderheiten dir gibt. Außerdem machts nicht Spaß und viel Geld verdienen tut man da auch nicht.

Kommentar von KoSaF ,

naja ich stelle mir das so vor, dass jeder selber bestimmt, was genau er in diesem Jahr macht. Aber ich bin mir sicher, dass Einblicke in eine bestimmte Berufswelt ganz andere Eindrücke vermitteln können und besonders auch einen anderen Blick auf die Gesellschaft. man sieht was und wie viel eigentlich für einen selbst und alle anderen gemacht wird, wieviel Arbeit das oft ist und lernt es dabei wertzuschätzen. Es ist nicht ganz freiwillig, das stimmt, aber es wäre auch ein Zivildienst Ersatz und könnte ökonomisch und gesellschaftlich große Fortschritte bringen.

Kommentar von Nashota ,

Es gibt in diesen FSJ oder FÖJ vorgegebene Bereiche. Und von denen muss man sich dann das am meisten zu einem Passende aussuchen.

Es ist viel Nachfrage vorhanden, das zeigt, dass sich genug junge Menschen damit auseinandersetzen. Etwas sanfter Nachdruck seitens der Eltern bin ich dafür, staatlich verordnete Vorschriften in dieser Richtung bin ich aber abgeneigt. Es wird schon genug reglementiert.

Etwas Selbstverantwortung übernehmen sollen heißt aber, Wahlmöglichkeiten zu haben. Und da finde ich es besser, dass junge Menschen von sich aus sagen, dass sie so ein Jahr machen wollen.

Antwort
von Grobbeldopp, 64

Wer etwas ändern will muss bei etwas so wichtigem wie dem Schulsystem schon ziemlich genau wissen, was dabei herauskommt. Das ist für die Pädagogik, die zu lange von empirischer Wissenschaft nichts wissen wollte, gar nicht so einfach.

Viele der von vielen Seiten seit langem geforderten "Neuerungen" sind in dieser oder jener Form an den Schulen anzutreffen. Und funktionieren regelmäßig einfach nicht bzw man bräuchte wesentlich mehr Lehrer und wesentlich mehr Geld und Aufwand wenn es funktionieren sollte.  

Antwort
von MarkusJaja, 139

Es gibt viele Probleme im Schulsystem. Das fängt bei der Struktur des Unterrichts (zu frühe und starre Zeiten für Stunden; oft Frontalunterricht) an, der fragwürdigen Auswahl was relvantes Wissen sein soll und was nicht (wobei man sich immernoch an veralteten bürgerlichen Leitbildern des vorletzten Jahrhunderts orientiert), der Ökonomisierung durch pauschale und nachweislich nicht-objektive Noten (die auch jede Lust an Lernen zerstören und zu sinnlosem Auswändigpauken führen) und seit Neuerem auch der Verfälschung von Unterrichtsstoff durch gezielte Propagandamittel von Lobbyisten/Konzernen; der systematischen Benachteiligung von Kindern aus materiell benachteiligten Haushalten und schliesslich das Kaputtsparen, was nicht nur zu defekten, verdreckten WCs führt, sondern auch zu größeren Klassen und veraltetem Schulmaterial.

Daran wird sich solange nichts ändern, wie die gesellschaftlich-politischen Kräfteverhältnisse sich nicht ändern. Um wenigstens mehr finanzielle Mittel ins Bildungssystem zu stecken, müsste die deflationäre Politik der schwarzen Null durch eine Investitionspolitik und Steuern für Reiche ersetzt werden. Das ist mit den derzeitigen Parteien CDU/SPD/Grüne nicht zu machen.

Das ungerechte mehrgliedrige Schulsystem schützt im Kern immer die Privilegien der Oberschicht - was am Gymnasium festgemacht wird. Dieses wird nie in Reformen einbezogen, während das komplette Schulsysten darunter immerwieder "reformiert" - sprich umbenannt wird. So werden aus ungeliebten Hauptschulen eben Werkrealschulen und aus diesen dann Gemeinschaftschulen und wenn es nicht anders geht diese mit den Realschulen zusammengelegt unter den unterschiedlichsten Namen. Eine Änderung mit Einbeziehung der Gymnasien wird vielleicht in ca 20-30 Jahren stattfinden, wenn die Mittelschichten geschnallt haben, dass die tatsächlichen Eliten-Kinder sich längst auf immer mehr spriessenden teuren Privatschulen tummeln und staatliches Gymnasium kein Privileg mehr ist.

Noten wird man auf den öffentlichen schulen nicht wegbekommen. Zwar weiss man, dass diese nicht objektiv und ungerecht sind, lernen behindern und falsche Anreize setzen. Aber Menschen sind Gewohnheitstiere - die Eltern würden Sturmlaufen, wenn diese abgeschafft werden sollten. Einfach weil der Bauer es nicht besser kennt.

Antwort
von Smilie7, 123

Ich bin zwar schon lange mit der Schule fertig aber ich bin auch der Meinung das das Schulsystem eine große Veränderung braucht.

Ich habe einmal gelesen das die Schule nicht dafür da ist um ein auf das Leben vorzubereiten sondern um das gedächnis zu prüfen. Was meiner Meinung nach eher schwachsinnig ist weil man keine 9, 10 oder 12 Jahre dafür braucht um das gedächnis zu prüfen!

Und ich glaube es wird wahrscheinlich noch sehr lange dauern bevor das Schulsystem verändert wird. 

Unsere Politiker sind sehr stur und gehen nur selten auf die Wünsche der Bürger ein. Oder gar nicht. 

Mann kann nur Demonstrieren aber ob unsere Politiker sagen, das müssen wir verändert, da stehen die Chancen sehr gering bis gar nicht.

Wie oft wird in Deutschland Demonstriert ?(viel zu wenig!) und wie oft gehen die Politiker auf unsere Wünsche und Betürfnisse ein?

Der Deutsche Bürger lässt sich einfach noch zu viel gefallen und von den Politikern auf der Nase herum tanzen, es wirt Zeit das wir unsern Hintern bewegen und zeigen, unsere Gedult ist am Ende, jetzt reicht es, jetzt sprechen wir mal ein Machtwort!

Aber das tun nur die wenigsten Deutschen.

Antwort
von kiniro, 62

Ich denke, dass der Zwang, eine Schule aufsuchen zu müssen (!) endlich abgeschafft gehört.

Die Schule an sich kann von mir aus bleiben und zwar für diejenigen, denen es Spaß macht dort hin zu gehen.

Alle anderen sollten die Alternative des Freilernens bekommen, wo sie ihre echten Interessen und Stärken einbringen können.
Nicht jeder zwischen 6 und 18 Jahren ist darauf versessen, seine wertvolle Zeit unter Mitschülern zu verbringen, die er - wenn er könnte - noch nicht mal mitm Bobbes anschauen würde.

Ebenso ist das meiste, was in der Schule beigebracht wird, eher ein Lernen FÜR die Schule.

Sozialkompetenz wird dort auch nicht wirklich erlernt.
Es sei denn, Mobbing, Niedermachen, Kritisieren, Vergleichen, Werten, Verurteilen, Gruppenzwang usw. gehören dazu.

Das Schulsystem wurde schon mehrmals reformiert.
Nur leider nicht an der Stelle, an der es am wichtigsten wäre - nämlich an der Wurzel.

Zum Glück werden die Gruppen immer größer, in denen die Eltern diesen Zwang für ihre Kinder ablehnen.
Und dass Freilerner-Kinder beileibe keine dummen Wesen sind, zeigen so manche Berichte.
Die dazugehörigen Eltern sind auch keine wie auch immer gerichteten Fanatiker, sondern Menschen, die sich um ihre Kinder sorgen.

Allerdings braucht es dafür auch die Kraft, das Durchhaltevermögen sowie Entfernen des Jahrzehnte langen eingeimpften "aber nur in der Schule kann Bildung erfolgen" seitens der Eltern nötig.
Nie war es leichter an die Bildung zu kommen, die jeder Person (altersunabhängig) WIRKLICH benötigt.

Kommentar von Grobbeldopp ,

Viel Spaß beim Untergang der westlichen Zivilisation.

Kommentar von kiniro ,

Ich werfe mal über 7 Millionen funktionaler Analphabeten - TROTZ Schulpflicht mit Anwesenheitszwang - in den Raum.

Dann hätte ich noch eine Rechtschreibreform zu bieten, weil einige mit der alten Rechtschreibung ihre Probleme hatten.
Dabei ist diese Reform mitnichten immer logisch von statten gegangen.
Ich spreche lieber von Schlechtschreibreform.

Inklusion - ist ein schönes Wort, dessen echte Umsetzung noch viel Verständnis benötigt.
Am schwersten haben es die, die eine nicht auf den ersten Blick erkennbare Behinderung haben.

Ich behaupte mal, dass unsere Form der Schulpflicht schon seit Jahrzehnten für den Untergang der westlichen Zivilisation sorgt.

Mir ist klar, dass es die Schulpflicht schon vor Hitlers Zeiten gab. Allerdings hat er die Nicht-Erfüllung unter extreme Bestrafung gestellt.
Klar, er brauchte ja für seine Kriege gleichförmige Ja-Sager, denen das eigene Denken abgewöhnt wurde.

Kommentar von winstoner14 ,

Ich stimme Kiniro voll umfänglich zu! DH

Antwort
von bro5413, 105

Absolut richtig was du da schreibst. Haben meine Lehrer auch immer gesagt, unser Schulsystem ist nicht mehr zeitgemäß. Wir haben zu viele Schulabbrecher und arbeitslose Jugendliche, aber selbst das scheint die Regierung gar nicht zu interessieren. Schule soll auch Spaß machen und das tut es einfach nicht. Ist doch klar dass dann keine Motivation da ist die Schule mit einem Abschluss zu verlassen. Vor allem die Abschlussprüfungen, insbesondere die Abiprüfungen, sind einfach nur Mist und total unnötig. Ein Abschluss hat gar nichts mehr mit Intelligenz zu tun was ich für falsch halte. Ich kenne sehr intelligente Leute die nur einen Hauptschulabschluss haben und sehr dumme Leute mit einem Abitur. Da läuft definitiv was verkehrt.

Kommentar von OlliBjoern ,

Ich stimme zwar zu, dass vieles im Schulsystem nicht mehr zeitgemäß ist. Jedoch gebe ich folgende Sachen zu bedenken: wir sind damals (ich bin 1976 oder 1977 eingeschult worden) auch zur Schule gegangen, und ich erinnere mich, dass es auf dem Gymnasium Leute gab, denen die Schule Spaß gemacht hatte, und andere, bei denen das eben nicht so war. Da es aber dieselbe Klasse war, kann es logischerweise nicht alleine an der Schule gelegen haben.

Du sagst, Abiprüfungen seien total unnötig. Aus welchem Grunde?
Welche Alternative schlägst du vor?

Ja, Schule soll auch Spaß machen, das sehe ich auch so. Aber der Satz enthält ein "auch", das heißt, auch der Schüler muss etwas hineinstecken. Einfach nur hingehen, um Spaß zu konsumieren, ist nicht das Ziel der Schule; Spaß kann es auch machen, selber etwas zu verstehen, sich selber etwas zu erarbeiten.

Auch der Job sollte Spaß machen, aber ich kann auch nicht erwarten, dass ich im Beruf jeden Tag nur Fun habe, man muss oft Dinge machen, die einem nicht so ganz liegen, und wenn man das nicht (früh) lernt, fehlt ein Stück, denke ich.

Natürlich gibt es sehr intelligente Leute mit Hauptschulabschluss, da stimme ich zu. Allerdings muss man schon auch sehen, dass - entgegen populärer Annahme - Schulnoten und -abschlüsse keineswegs ohne Aussage sind. Man sollte es sich nicht zu einfach machen, und schlechte Noten alleine auf die Schule schieben.

Dennoch stimme ich darin zu, dass Zeit für außerschulische Aktivitäten, auch Sport, da sein sollte. Dass Schüler ein hohes Mitspracherecht haben sollten, dass der Praxisbezug gefördert werden sollte.

Kommentar von Becca22 ,

Aber "dumme" Leute mit Abitur waren dann eben fleißig & die intelligenten Hauptschüler nicht.
So gesehen ist das bessere Zeugnis im Bezug auf das Arbeitsleben gerechtfertigt.

Kommentar von bro5413 ,

@Becca22 ziemlich beschränkte Sichtweise. Es gibt nicht nur faul und fleißig. Schon mal was von kranken Schülern gehört die gesundheitsbedingt eben nur den Hauptschulabschluss machen konnten?

Antwort
von Suboptimierer, 70

Das Schulsystem ist veraltet und nicht mehr auf die heutige Jugend angepasst. 

Wenn es um veraltete Ausstattung und uninteressante Themen geht: Die gab es früher auch schon.

...und die außerdem in vielen Fächern kaum einer im späteren Leben braucht. Ganz davon zu schweigen, dass fast alles nur Theorie ist, aber für Praxis, fehlt ... die Zeit, zum Beispiel mal in den Wald zu gehen, und dort den Schülern zu zeigen, wie, warum und mit welchen Voraussetzungen ein Baum so groß werden kann.

Für was braucht man im späteren Leben das Wissen, wie groß ein Baum wird und unter welchen Voraussetzungen er wächst? Mit Kreativität hat das auch nichts zu tun.

Muss erst die Schüler- und vielleicht auch Lehrerschaft auf die Straße ziehen..., bis die Politiker es einsehen? 

Das wäre schon einmal ein Anfang. Eine gute, alte Demo. Gibt es auch nicht mehr. Scheint überholt zu sein. Ein paar Banner mit "Wir sind dagegen" können doch nicht all zu teuer sein.

Kommentar von KoSaF ,

Für was braucht man im späteren Leben das Wissen, wie groß ein Baum wird und unter welchen Voraussetzungen er wächst? Mit Kreativität hat das auch nichts zu tun.

Das war in diesem Fall nur ein Beispiel, allerdings gehört es für mich dazu, die Welt verstehen zu können, oder hast du dich das als kleines Kind nicht gefragt, wie ein Baum derartig hoch wachsen kann?

Ein paar Banner mit "Wir sind dagegen" können doch nicht all zu teuer sein.

Nicht die Banner sind das Problem sonder die Bühne und Technik, die gemietet werden müssen, die Werbung, die gemacht werden muss und das Unwissen, wie man eine Demo organisiert. Für einen Schüler sollten zumindest die ersten beiden Dinge eine recht großes Problem darstellen, wenn man keine Spender findet.

Kommentar von Suboptimierer ,

Die Schüler brauchen Rückhalt, entweder von den Eltern oder von den Lehrern. Es ist vollkommen klar, dass Schüler im Vergleich zu Erwachsenen noch recht unselbständig sind und so etwas nicht alleine auf die Beine stellen können.

Früher funktionierten Demos ohne Bühne. Da ist man einfach los gezogen.

Es geht doch schon mit der Schulpflicht los. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob die Schüler für eine Demo freigestellt werden dürfen. Dürfen Minderjährige überhaupt demonstrieren? Sie wählen ja nicht einmal. Wie ist das mit Aufsichtspflicht usw.?

Im Prinzip haben nur Arbeitslose und Studenten die Chance, zu demonstrieren. Die anderen können oder wollen sich dafür nicht extra frei nehmen. Und Studenten verlassen heutzutage sehr ungern ihr sorgfältig geregeltes Studium. Können Arbeitslose den nötigen Druck erzeugen?

Antwort
von FranziiCookiie, 38

Schulsystem ist nicht gleich Schulsystem. Man kann ein Gymnasium in Bayern nur sehr fern mit einem in Hessen vergleichen. Es ist einfach was vlllig anderes. Von der Schwierigkeit und vom Stoff her.

Noch größer ist der Unterschied zwischen Gymnasien und Hauptschulen.

Ich beziehe mich hier gerade auf das, was ich kenne und wie es bei mir ist!

Also:

Das Schulsystem ist veraltet und nicht mehr auf die heutige Jugend
angepasst. Man sitzt stundenlang in schlecht ausgestatteten
Klassenräumen, bekommt Themen vorgesetzt, die viele kaum oder gar nicht interessieren und sich daher langweilen

"Auf die heutige Jugend", wie soll die denn sein bzw. was will denn die Jugend von heute, was die frühere Jugend nicht wollte? IPads statt Hefte?

Und ja, man sitzt in Klassenzimmern, oh nein. Bei uns sind die aber nicht schlecht ausgestattet oder was ist das bei dir? Man hat Tafeln und nen Beamer/Projektor, das reicht.

Weil es nicht darum geht, was einen interessiert, sondern was man an Bildung so braucht. Über das, was dich interessiert, kannst du dich auch Zuhause schlau machen. Außerdem gefällt einem doch immer irgendein Thema in irgendeinem Fach.

die außerdem in vielen Fächern kaum einer im späteren Leben braucht.

So ziemlich alles, was man einmal in der Schule gelernt hat, braucht man entweder in irgendeiner Form selber oder wird in irgendeinem Beruf benötigt oder ist hilfreich.

Ganz davon zu schweigen, dass fast alles nur Theorie ist, aber für
Praxis, fehlt wegen immer dichterem und anspruchsvollerem Lehrplan den
Lehrern die Zeit, zum Beispiel mal in den Wald zu gehen, und dort den
Schülern zu zeigen, wie, warum und mit welchen Voraussetzungen ein Baum so groß werden kann.

Theorie ist es auch hauptsächlich an Gymnasien. An unseren Hauptschulen gibt es als Fächer Kochen und man lernt, wie man Serienbriefen an Computern schreibt und son Dreck.

Die Idee mit dem Natur einbinden und trotz theoretischen Unterrichts auch Praxis einzubauen, finde ich aber mega gut und das wäre auch eine tolle Veränderung. (Leider gibt es nicht immer nen Wald in der Nähe. :D)

Dass das Schulsystem veraltet und so nicht mehr gut ist, sagen viele.
Nicht nur Harald Lesch, Ranar Yogeshwar oder andere in den Medien
präsente Personen, sondern genauso normale deutsche Bürger, die ihre
Kinder zur Schule schicken und dabei sehen, wie Kreativität,
Selbstentfaltung, das Betreiben von Hobbies usw. ihrer Kinder nach und
nach verschwinden bzw. nicht mehr möglich sind und wenn, dann meist auf
Kosten des Zeugnisses

Naja, also wirklich jeder in meiner Klasse hat genug Zeit für Hobbies und
da muss auch das Zeugnis nicht drunter leiden. (Und wir haben alle 35
bzw. 38 Wochenstunden.)

Ob das Hobby jetzt Balett, Tennis oder wie in meinem Fall einfach Nichtstun und Zeichnen ist, jeder hat genug Zeit. Ab und zu wirds stressig, aber niemals ist die Zeit so knapp, dass man für nichts anderes mehr Zeit hat.

Kommentar von KoSaF ,

Aber sind die Unterschiede in den einzelnen Bundesländern nicht gerade das größte Problem?

Was sie heutige Jugend braucht ist Praxis, Aktivität und Bewegung. Und nein nicht IPads, das ist in der Tat lächerlich, wenn auch in Arbeiten, in der die gesamte Klasse sich beteiligt ist, der Austausch der Fortschritte untereinander über ein solches einfacher wäre.

Wir haben Tafeln, die Risse haben, nicht funktionierende Overhead-Projektoren, Beamer ohne Leinwände, Tische und Stühle auf denen "Ich war hier - 1979" steht und Schultoiletten, die seit gefühlt 30 Jahren weder geputzt noch repariert wurden.

Braucht die Bildung eine Gedichtsanalyse auf Englisch, einen auswendigzulernenden Stadtplan des alten Roms oder die Daten der Highlights der antiken Ägypter, wenn wir nichts über Golf- oder Vietnamkriege, das aktuelle Verfahren wie gewählt wird oder die Einflüsse, die das Wetter auf der anderen Seite der Welt auf unser Wetter hat, lernen?

Ja, an Hauptschulen gibt es viel, aber diese und Realschulen wurden auch deutlich öfter verändert als Gymnasien, die es am nötigsten haben.

Es leiden immer mehr Vereine, Clubs und anderes wie z.B. Musikschulen an schrumpfenden Mitgliedszahlen, besonders im Jungen alter. Das liegt u.a. daran, dass 5. Klässler schon Nachmittagsunterricht haben und durch das einreden der Lehrer, viel lernen zu müssen neben den inzwischen Stunden langen Hausarbeiten, kaum noch Zeit für sich selbst herrscht und man einfach noch Zeit für Familie und Freunde haben mag. Nichtstun und Zeichnen ist deutlich Zeiteffizienter als in einem Fußballverein zu spielen und 3 mal in der Woche Training und ein Spiel zu haben. Da bleibt nicht mehr viel Zeit für anderes...

Kommentar von FranziiCookiie ,

Was sie heutige Jugend braucht ist Praxis, Aktivität und Bewegung. Und
nein nicht IPads, das ist in der Tat lächerlich, wenn auch in Arbeiten,
in der die gesamte Klasse sich beteiligt ist, der Austausch der
Fortschritte untereinander über ein solches einfacher wäre.

Das braucht doch jede Jugend. Aber das sind doch eher kleine Veränderungen. Aber einer Angleichung der Bundesländer aneinander kann ich nur zustimmen (auch wenn mein bayerisches Abtur dann nicht mehr wertvoller ist :( :D).

Wir haben Tafeln, die Risse haben, nicht funktionierende
Overhead-Projektoren, Beamer ohne Leinwände, Tische und Stühle auf denen
"Ich war hier - 1979" steht und Schultoiletten, die seit gefühlt 30
Jahren weder geputzt noch repariert wurden.

Wir nicht, liegt aber auch daran, dass unser Schulhaus erst 2 Jahre alt ist. Und unserer Toiletten sind überraschend sauber.

Braucht die Bildung eine Gedichtsanalyse auf Englisch, einen
auswendigzulernenden Stadtplan des alten Roms oder die Daten der Highlights der antiken Ägypter, wenn wir nichts über Golf- oder
Vietnamkriege, das aktuelle Verfahren wie gewählt wird oder die
Einflüsse, die das Wetter auf der anderen Seite der Welt auf unser
Wetter hat, lernen?

Ja, genau das braucht sie. Durch Textanalysen lernt man, wie man mit Texten arbeitet. Das ist wichtig für so ziemlich alles.
Und über den Vietnamkrieg, sowie das Wahlsystem wird doch gelehrt? Jedenfalls bei uns. Was will man sonst in Sozialkunde lernen, außer Politik (inkl. Wahlsystem)?
Und was unser Wetter auf das Wetter auf der anderen Seite der Welt für Einflüsse hat, weiß ich echt nicht. Nur, dass minimale Änderungen große Auswirkungen haben und das haben wir in Physik gelernt. Stichwort Schmetterlingseffekt.

Also ich weiß ja nicht, auf was für einer Schule du bist, aber wir lernen sowas hier.

Antwort
von CountDracula, 52

Hallo,

ich sehe das Schulsystem als etwas, das uns alle zu konform denkenden Menschen machen soll. Jedenfalls wurde ich von den Lehrern an meiner letzten Schule schikaniert, weil ich anders gedacht habe als die anderen. Und das ging nicht nur mir so: Einer meiner Klassenkameraden hatte wegen seiner Lehrerin sogar Burnout.

In einer Gesellschaft wie unserer, in der jede Menge Ressourcen (Bücher, Internet, Fernsehen,...) zur Verfügung stehen, bedarf es auch nicht zwangsläufig einer Schule, um die Jugend zu bilden.

Ich habe letztes Jahr im Dezember aufgehört und betreibe jetzt etwas, das sich Unschooling nennt: Das ist eine Form des Heimunterrichts, die vollständig durch das Kind oder den Jugendlichen geleitet wird; Eltern und andere Erwachsene geben lediglich Ratschläge und bieten Hilfestellungen bei Fragen und Problemen. Das bedeutet, dass ich das lerne, was mich interessiert und was ich brauche.

Wenn ein Unschooler merkt, dass er etwas für sein Leben braucht (z. B. lesen oder Mathe), wird das Interesse daran geweckt und er bringt es sich auch bei. So ist es jedenfalls bei mir und allen anderen Unschoolern, die ich kenne.

Antwort
von voayager, 119

Komplett richtig was du schreibst, ich denke mal da wird sich so lange nichts ändern, so lange wir eine CDU-sPD Regierung haben. Erst ein wirklicher Wechsel in der Exekutive, eine andere Herrschaftsform wird das Schulproblem anpacken und auch lösen. Da dies nicht in Sicht ist, dümpelt alles weiter so dahin, wie z.Z.

Kommentar von earnest ,

Jo, eine CDU-CSU-FDP-AfD-Koalition wird das sicher besser machen. 

;-)

Kommentar von voayager ,

Der Weg zu noch größeren Verschlechterungen ist meist auch noch vorhanden, also man hat die Auswahl zwischen schlecht und noch schlechter.

Antwort
von zahlenguide, 73

Sobald mindestens 12 Millionen Menschen auf die Straßen gehen und vor den Häusern der Politiker und Wirtschaftsvertreter Ihre Zelte aufstellen, dann wird plötzlich so manch ein Politiker, der Reformen für unnötig hält, ein großer Fürsprecher für sinnvolle Reformen. Mag sein, dass das noch 20-40 Jahre dauert. Bis dahin sollten wir unseren Kindern, in der Gesellschaft selbst beibringen wie man richtig lernt.

Antwort
von Name3hoch3, 29

Man sitzt stundenlang in schlecht ausgestatteten Klassenräumen, bekommt Themen vorgesetzt, die viele kaum oder gar nicht interessieren und sich daher langweilen und die außerdem in vielen Fächern kaum einer im späteren Leben braucht.

Das mit der Langeweile ist eine schwierige Thematik, weil Interessen sehr unterschiedlich sein können. Schüler A interessiert sich sehr für Mathematik aber überhaupt nicht für Biologie. Bei Schüler B ist es genau andersherum. 

Die Schule (zumindest nach der Grundschule) ist dazu da, Jugendlichen die vielen möglichen Gebiete erstmal zu zeigen und ihnen ein Grundwissen darin zu vermitteln, und ihnen so eine informierte Grundlage dafür zu geben, herauszufinden in welchem Bereich sie später beruflich tätig sein möchten und was ihren Fähigkeiten entspricht. 

Davon ist dann eben auch abhängig, welche der vielen Inhalte der vielen Fächer die Schüler später im Leben braucht.

Daher ist es unerlässlich, dass Schüler in allen Bereichen einen gewissen Einblick bekommen. Ich finde jedoch, dass man im Gymnasium früher Fächer abwählen können sollte um sich zu spezialisieren, und die Abwahlfreiheit sollte größer sein. 

Das Problem dabei ist aber die Logistik: Frühere und freiere Spezialisierung würde deutlich mehr Lehrkräfte erfordern, aber auch mehr Schulräume oder komplett zerstreute Stundenpläne für die Schüler.

Antwort
von Dahika, 82

Ehrlich gesagt, hast du recht und auch wieder nicht. Ich finde, in den letzten Jahrzehnten ist das Schulsystem ununterbrochen reformiert worden. Zu oft und meist in Richtung Verschlimmbesserung.

Dass man vieles in der Schule lernen muss, was nicht interssiert und langweilt, ist aber normal. Das ging mir auch so. Theorie ist nun mal oft trocken, aber nötig. Was habe ich mich in Physik und Chemie gelangweilt, und heute weiß ich nur noch mit Mühe, dass Wasser H2O genannt wird.

Ein Freund von mir fand Chemie immer klasse.

In vielem hast du allerdings auch recht. Allerdings bei manchen Fragen zu Hausaufgaben, die hier gestellt werden, bin ich auch neidisch. Solche interessanten Hausaufgaben hatten wir damals nicht.

Schule wird niemals nur lustbetont sein. Vieles ist langweilig. Wie später auch bei JEDEM Beruf und sei er noch so interessant und toll. Da muss man halt durch.

Antwort
von Juergen2931, 11

Es gibt schon zahlreiche Ansätze. Unter anderem auch bei Walddorfschulen. Bis die staatlichen Schulen umgestellt werden, dauert wohl aber leider noch ein paar Jahrzehnte. 

Antwort
von Piratin2000, 95

Ich stimme dir vollkommen zu, allerdings denke ich ohne einen konkreten, genialen Plan wird wohl keine Demonstration oder sonstwas auch nur das Geringste bewirken.

Kommentar von voayager ,

Es sind schon so viele Vorschläge unterbreitet worden und es war und ist vergeblich, auch ein genialer Plan ändert daran nichts, wenn der Wille zur Veränderung einfach fehlt.

Antwort
von Kuestenflieger, 119

also mit sechs jahren wissen was man wird

und dann gezielt in die einzige deutsche fachschule dafür ,mit max 4 schülern/klasse.

alles andere braucht es ja nie .

Antwort
von monplyDE, 26

Das ist eigentlich ein sehr langeandauerner Prozess, der nciht auf einen Schlag beendet wird. Einige haben ihr System schon lange geändert und viele andere denken garnicht dran.

Antwort
von CherryMii, 127

Also was mich total stört, ist dass die mündliche Leistung so überbewertet wird.

Ich meine es gibt nunmal Menschen, die sind etwas schüchterner als andere. Vielleicht trauen sie sich auch nicht vor der Klasse zu sprechen. Das ist numal ihr Charakter. Die können ja meistns selber nicht wirklich was dafür...

Und sowas macht dann die halbe Note aus, obwohl die Person vielleicht gar nicht "dumm" ist. Irgendwie ungerecht....

Kommentar von KoSaF ,

Wobei eine Note generell nichts über die Person aussagt. Ein Medizinstudent braucht fast immer einen NC von 1,... das ist viel zu hoch und diejenigen, die einen so hohen NC im Abitur haben, sind oft nicht menschlich genug oder besitzen bestimmte soziale Fähigkeiten nicht, die als Mediziner notwendig sind...

Kommentar von CherryMii ,

Ja so sehe ich das auch. Einfach ungerecht...

Kommentar von Smilie7 ,

Stimmt. Man muss auch auf die Person achten und nicht nur auf die Noten und denn Abschluss. 

Ich habe Mediziner und Therapeuten kennengelernt die würden im Umgang mit anderen Menschen eine 6 auf dem Zeugnis kassieren.

Antwort
von earnest, 45

Wie lange?

Das kann ich dir ganz genau sagen: Sobald nicht mehr die wirtschaftsaffinen Lobbygruppen in diesem Staat bestimmen, wo es langgeht. Und sobald das föderale Bildungssystem abgeschafft ist. 

Wir werden uns also bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag gedulden müssen.

Gruß, earnest

Kommentar von earnest ,

P.S.: Ich würde hier nicht von einer "Reformation", sondern von einer grundlegenden Reform des Schulwesens sprechen.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community