Frage von Farhampton, 79

Wie lange müssen die Unterbrechungen sein, damit Freundin nicht als Mitbewohnerin gilt?

Meine Freundin ist bei Ihren Eltern gemeldet, aber seit Anfang des Jahres hat sie immer öfter bei mir übernachtet. Jetzt meint der Vermieter, er müsste sie bei der Stadtverwaltung melden, weil Sie als Bewohnerin gilt.

Ich habe gelesen, als Mitbewohner gilt, wer länger als 6 bis 8 Wochen sich ständig in der Wohnung aufhält. Wie lange müsste die Zeit sein zwischen zwei solchen 8-Wochen-Abschnitten, damit das "Besuchsrecht" wieder von vorne beginnt?

Müsste sie einen Zweitwohnsitz anmelden, wenn sie auf jeden Fall bei ihren Eltern gemeldet bleiben möchte?

Expertenantwort
von johnnymcmuff, Community-Experte für Mietrecht, 54

Ich habe gelesen, als Mitbewohner gilt, wer länger als 6 bis 8 Wochen sich ständig in der Wohnung aufhält. Wie lange müsste die Zeit sein zwischen zwei solchen 8-Wochen-Abschnitten, damit das "Besuchsrecht" wieder von vorne beginnt?

Hast Du richtig gelesen, bis zu 6 Wochen und auch mehrmals im Jahr darf man Besuch haben.

Ein Anwalt hat mir mal gesagt: Wenn der Besuch einen eigenen Wohnsitz nachweisen kann und nach 6 Wochen mindestens 24 Stunden dann abwesend ist, dann kann der Vermieter nicht viel machen.

Jedoch darf er die Nebenkosten entsprechend anpassen.

Müsste sie einen Zweitwohnsitz anmelden, wenn sie auf jeden Fall bei ihren Eltern gemeldet bleiben möchte?

Nein.

MfG

johnnymcmuff

Kommentar von imager761 ,


Ein Anwalt hat mir mal gesagt: Wenn der Besuch einen eigenen Wohnsitz nachweisen kann und nach 6 Wochen mindestens 24 Stunden dann abwesend ist, dann kann der Vermieter nicht viel machen.


Rechtsirriger Blödsinn.
Aus der Tatsache, dass ein Besuch, etwa während der Ferien, auch mal 6-8 Wochen dauern kann den Umkehrschluss zu ziehen, dass innerhalb dieses Zeitraum alles Besuch wäre, entbehrt jeder Grundlage :-O

Der Anwalt sagt damit im wohlverstandenen eigenen Kosteninteresse genau das, was sein Mandant für sein Geld hören wollte :-)

Und es wäre vermutlich genau das Gegenteil, wenn ihm ein Vermieter oder bei den Allgemeinkosten übervorteilter Wohnungsnachbar diesselbe Frage gestellt hätte :-O

Auch ihnen dürfte die herrschender Meinung der Berufungsgerichte bekannt sein dass die Frage, wann noch von einem Besuch gesprochen werden kann und ab wann eine Gebrauchsüberlassung vorliegt, sich ausschließlich anhand der konkreten Umstände des Einzelfalls beantwortet.

Es kommt demnach darauf an, ob nach dem Gesamtbild für den Vermieter oder die Mietergemeinschaft eine zusammenhängende zustimmungspflichtige Mitnutzung angenommen werden kann oder nicht.

Wenn der Besucher  - wie in diesem Fall - die Wohnung nur kurzzeitig verlässt, anschließend nach dort zurückkehrt und/oder sich häuslich einrichtet, insbesondere Teil seine persönliche Habe durchgehend in der Wohnung belässt oder Gemeinschaftseinrichtungen wie Waschkeller für seine Belange nutzt, ist das kein Besuch mehr.

Das wesentliche Kriterium eines Besuchs ist, dass die Mitnutzung der Mietsache durch den Dritten nur vorübergehend, nicht aber
auf Dauer angelegt beabsichtigt ist.

Die strikte Einhaltung einer 6-Woche-Frist steht einer ungerechtferitgten Gebrauchsüberlassung i. S. d. § 540 BGB also nicht entgegen :-O

G imager761



Kommentar von johnnymcmuff ,

Blödsinnig ist zum großen Teil Dein Kommentar. :-O

Aus der Tatsache, dass ein Besuch, etwa während der Ferien, auch mal 6-8 Wochen dauern kann den Umkehrschluss zu ziehen, dass innerhalb dieses Zeitraum alles Besuch wäre, entbehrt jeder Grundlage :-O 

Es geht nicht um die Grundlage, sondern dass der Vermieter bzw. das Gericht nix machen kann/ wird.

Der Anwalt sagt damit im wohlverstandenen eigenen Kosteninteresse genau das, was sein Mandant für sein Geld hören wollte :-)

Nee, war kostenlos die Info.

Und es wäre vermutlich genau das Gegenteil, wenn ihm ein Vermieter oder bei den Allgemeinkosten übervorteilter Wohnungsnachbar diesselbe Frage gestellt hätte :-O

Möglich, aber in den meisten Fällen wird der Anwalt sagen, dass es schwierig ist.

Es kommt demnach darauf an, ob nach dem Gesamtbild für den Vermieter oder die Mietergemeinschaft eine zusammenhängende zustimmungspflichtige Mitnutzung angenommen werden kann oder nicht. 

Er kann die Nebenkosten anpassen.

Wenn der Besucher  - wie in diesem Fall - die Wohnung nur kurzzeitig verlässt, anschließend nach dort zurückkehrt und/oder sich häuslich einrichtet, insbesondere Teil seine persönliche Habe durchgehend in der Wohnung belässt oder Gemeinschaftseinrichtungen wie Waschkeller für seine Belange nutzt, ist das kein Besuch mehr.



Und wenn  der " Besuch " nur ein Koffer hat hat und seine Sachen woanders,dann ist es wieder schwierig etwas zu beweisen.  :-O

Ich habe das vor vielen Jahren erlebt,; wie in meiner Antwort geschildert.

Antwort
von cleverino, 57

Die Lücken müssten so gross sein, dass sie nicht als Bewohner auffällt sondern nur als Besucherin. D.h. da müssten auch mal Wochen vergehen, wo sie nicht da ist. Wenn sie wirklich dauerhaft bleibt muss sie sich ummelden bzw. einen Zweitwohnsitz anmelden.

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