Frage von Krissi1307, 48

Wie lange kann man auf einen Erbanspruch, kein Pflichtteil, bestehen?

Hallo, vor 2 Jahren starb eine entfernte Verwandte eines Bekannten. Seine Schwester erbte das Haus in dem sie schon zuvor mit ihrem Ehemann lebte. Im Testament stand, dass sie ihrem Bruder nach Erbantritt die Einliegerwohnung übertragen solle. Er hat auf ein offizielles Schreiben, dass dies noch nicht erfolgt sei nicht geantwortet und sich auch nicht weiter darum gekümmert. Jetzt will seine Schwester das Haus deutlich unter Wert an ihren baldigen Exmann verkaufen. Kann mein Bekannter noch auf seinen Erbanspruch bestehen, oder hat er das Erbe stillschweigend abgelehnt? Vielen Dank für Eure Antworten

Antwort
von sassenach4u, 39

In Deutschland kann man ein Erbe nur ausschlagen innerhalb einer Frist von 6 Wochen, nachdem man vom Tod des Erblassers erfahren hat. Da er offensichtlich keine Ausschlagung vorgenommen hat, hat er das Erbe angetreten. Die Übertragung der Einliegerwohnung auf ihn muss durch einen Notar angeschoben werden, den auch die Schwester beauftragen kann. Denn verkauft sie das Haus an ihrem zukünftigen Ehemann (ist der andere tot? - oben schreibst du sie hat dort mit ihrem Ehemann schon gewohnt) unter Wert, kann der Bruder sie auf Zahlung einer angemessenen Summe ggf. verklagen. Sie sollte den Kontakt zu ihm suchen und die Angelegenheit mit ihm klären.

Kommentar von Krissi1307 ,

Zukünftigen Ex-Mann! Der Ehemann ist nicht verstorben, sie haben sich getrennt und lassen sich scheiden. Er lebt jetzt in dem Haus, sie bei ihrem neuen Lebensgefährten. Und sie will ihrem baldigen Ex jetzt ein ca 250.000,-€ Haus für 40.000,-€ verkaufen, weil sie angeblich Angst hat, er würde etwas kaputt machen, sollte sie es anderweitig verkaufen. Ist alles sehr kurios und widersprüchlich, was sie sagt.

vielen Dank für Deine Antwort!

Kommentar von sassenach4u ,

Das ist es wahrlich. Sie sollte ihm kündigen und einen solventen Mieter hineinsetzen. Aber vor allem sollte sie endlich mit Ihrem Bruder das Testament umsetzen! Das ist wichtiger, denn der hat ein Anrecht auf seine Einliegerwohnung!

Antwort
von imager761, 25


Kann mein Bekannter noch auf seinen Erbanspruch bestehen

Das käme darauf an: Erbe fällt einem automatisch und 6 Wochen nach Kenntnis der Erbeinsetzung unwiderruflich an, sofern man nicht form- und fristwahrend innerhalb von 6 Wochen Ausschlagung erklärt, § 1922 BGB.

Nur geht es hierbei um etwas anderes: Handelt es sich bei der Verfügung, wonach "sie ihrem Bruder nach Erbantritt die Einliegerwohnung übertragen solle" um eine Teilungsanordnung, führt die nicht unmittelbar einen Eigentumsübergang auf den bedachten Miterben herbei, sondern begründet schuldrechtliche Ansprüche zwischen den Miterben auf Vornahme einer entsprechenden Auseinandersetzung. Verfolgt man die jahrelang nicht und ignoriert gar enstprechende schriftliche Aufforderungen, sich darüber zu erklären, käme das einem Verzicht gleich.

Insbesondere dann, wenn der Miterbe deswegen Änderung des Grundbuchs mit ihm als Alleineigentümer beantragt hätte und der Miterbe dieser Eintragung nicht innerhalb von 4 Wochen schriftlich widersprochen hätte.

Wäre über die ELW hingegen Vorausvermächtnis, § 2150 BGB oder Vermächtnis n. 2174 ff BGB bestimmt, kann der Vermächtnisnehmer
seinen testamentarischen  Anspruch auf Übertragung der Wohnung IMHO sogar zehn Jahre, beginnend mit dem Ablauf des Sterbjahres des Testierenden, geltend machen, § 196 BGB; mindestens aber innerhalb der regelmäßigen dreijährigen Verjährungsfrist, §§ 195, 199 BGB.

Es sei denn, er hätte konkludent Verzicht erklärt, weil er in dem offiziellen Schreiben dies bei fruchtlosem Ablauf einer bestimmten Frist ohne Annahmeerklärung so angekündigt wurde.

Für eine zielführende, gar belastbare Antwort müsste man also das Testament und das ominöse Schreiben im genauen Wortlaut kennen.

G imager761




Antwort
von hauseltr, 33

Die Erbschaftswahlfrist beträgt sechs Monate ab dem Todesdatum und
erlaubt dem Erben Zeit seinen Rang in der Erbfolge anzuzeigen, und zwar,
ob er die Erbschaft antritt (einfach oder unter Einbeziehung des
Inventars) oder ausschlägt.

http://www.prejus.eu/index.php/3695.html

Kommentar von Krissi1307 ,

In dem Link steht aber nur etwas von stillschweigende Annahme, nichts davon ob es auch stillschweigend abgelehnt gewertet werden kann?

Kommentar von hauseltr ,

Wer sich innerhalb der gesetzlichen Frist nicht meldet, ist aussen vor. Immerhin ist er benachrichtigt worden. Das war es dann.

Kommentar von imager761 ,


Unsinn, wieso wäre hier rumänisches Erbrecht anwendbar?

Hierzulande fällt einem Erbe automatisch an, § 1922 BGB, ab Kenntnis seiner Erbenstellung unwiderruflich, falls man es nicht form- und fristwahrend innerhalb von 6 Wochen ausschlägt oder Nachlassverwaltung beantragt.

Antwort
von Otilie1, 33

wenn er sich da nicht drum gekümmert hat und offizielle schreiben ignoriert hat, kann es schon sein das es jetzt, nach 2 jahren zu spät dazu ist

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