Frage von haraldp1, 140

Wie lange kann das Finanzamt bei der Löschung einer GmbH seinen Einspruch aufrecht erhalten?

Eine GmbH wurde im Jahr 2011 zur Liquidation (Löschung), kein Konkurs, beim zuständigen Amtsgericht angemeldet. Das Finanzamt hat, wie zu erwarten, dagegen Einspruch eingelegt.

Alle notwendigen Unterlagen (Bilanzen, Umsatzsteuer usw.) liegen dem Finanzamt vor. Unbezahlte Forderungen vom Finanzamt gibt es nicht.

Wie lange kann das Finanzamt seinen Einspruch aufrecht erhalten?

Antwort
von mrlilienweg, 84

Als ich meine GmbH vor 4 Jahren altershalber aufgelöst und gelöscht habe, hat das Finanzamt keinen Einspruch erhoben. Man beantragt die Vormerkung zur  Liquidation beim Notar, diese wird im HR eingetragen. Ich war als Liquidator eingetragen, 1 Jahr später habe ich die Auskehrung der GmbH betrieben, alle Aktiven und passiven Posten der Bilanz wurden aufgelöst, am Ende gab es nur noch das Bankkonto und das gezeichnete Kapital das war die Schlussbilanz der GmbH i.L.  Als Liquidator muss verpflichtet man sich, die Unterlagen der GmbH noch 10 Jahre aufzubewahren. Nach der Auflösung des Bankkontos war die GmbH vollends aufgelöst die Buchhaltung hatte keine Kontenbestände mehr.

Kommentar von haraldp1 ,

Ja, so sollte es im Normalfall sein. 

Antwort
von wurzlsepp668, 97

wieso sollte das Finanzamt Einspruch einlegen gegen die Liquidation einer GmbH?

Kommentar von haraldp1 ,

Das machen die im Prinzip immer um noch eventuell offene Steuern einzutreiben.

Antworten sind mir aber lieber als Fragen ;-)

Kommentar von wurzlsepp668 ,

ich habe schon GmbH's gehabt, die auch in Liquidation gegangen sind.

wurde NIE Einspruch vom Finanzamt eingelegt ....

Kommentar von Bakaroo1976 ,

Ne, "die machen das im Prinzip" nicht "immer". Habe leider schon ein paar Liquidationen begleiten dürfen/müssen, insbesondere von Unternehmergesellschaften.

Die Anmeldung der Liquidationseröffnung wird beim Amtsgericht eingereicht. Damit ist dieLiquidation aber noch lange nicht abgeschlossen - damit ist die Liquidation gerade erst eröffnet.

Mit Ende des Liquidationszeitraums (mindestens ein Jahr) ist eine Liquidationsschlussbilanz zu erstellen und beim Handelsregister einzureichen. Gleichfalls sind Körperschaft- und Gewerbesteuererklärungen beim Finanzamt für den Liqudationszeitraum einzureichen. Umsatzsteuererklärungen und Jahresabschüsse sind während des Liquidationszeitraums jährlich zu erstellen - für die Umsatzsteuer pro Kalenderjahr, für die Jahresabschlüsse pro Wirtschaftsjahr.

Der Abschluss der Liquidation ist zur Eintragung beim Handelsregister anzumelden (Löschung der GmbH). Das Finanzamt muss der Löschung der GmbH zustimmen. Stimmt das Finanzamt nicht zu, so gibt es entweder noch Verbindlichkeiten der GmbH gegenüber dem Finanzamt oder aber das Finanzamt hat Zweifel an der Richtigkeit der Steuererklärungen der GmbH und aus diesem Grund der Löschung nicht zugestimmt.

Fragen Sie bitte den Notar, der die Löschung beantragt hat, falls diese denn beantragt ist (was ich bezweifel), aus welchem Grund das Finanzamt der Löschung aus dem Handelsregister nicht zugestimmt hat.

Kommentar von haraldp1 ,

Soweit ist das alles richtig. In Brandenburg wierdespricht das Finanzamt (außer bei einem Konkurs) fast immer. 

Der Notar hat die Löschung beantragt. Der Rechtspfleger vom Amtsgericht verweist auf Nachfrage auf das Finanzamt. Das Finanzamt wiederum wiederspricht der Löschung mit der Aussage gegenüber dem Amtsgericht "Wir melden uns dann unaufgefordert". 

So geht das nun schon seit Jahren. Gibt es Fristen für solche Einsprüche?

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