Frage von Freibergertypen, 169

Wie lange ist man Reitanfänger?

Hallo:) Also ich werde aus all den Antworten nicht schlauer. Ich reite selbst und habe mich auf eine RB gemeldet wo stand "keine Anfänger".....es liegt an jeden selbst was man darunter versteht. Ab wann ist ma also kein Anfänger mehr, sprich für so eine RB geeignet? Und jetzt sagt bitte nicht wenn man Springen kann..... LG

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Kirukerli, 81

Also ich würde sagen dass man kein Reitanfänger mehr ist wenn man den grossteil der Probleme selbst lösen kann. Wenn man sich jedoch nicht sicher ist, sollte man auf jedenfall jemanden fragen! Schliesslich geht es immernoch ums Tier und nicht darum jemandem etwas zu beweisen.

Zudem sollte man auch Sattelfest sein. Mit ' keine Anfänger ' würde ich z.B. Meinen dass Leute die gerade mal ( wie in einem andern Komi erwähnt) 10 rst hatten sich nicht bewerben sollten.

Wie gesagt denke ich man sei kein Anfänger mehr wenn man Probleme selber lösen kann. -> wenn man weiss wie das Pferd tickt und es mit ruhig und konsequent korrigieren kann.

Expertenantwort
von Dahika, Community-Experte für Pferde, 91

Das  hängt unter anderem vom Blickwinkel ab. Für meine RL beginnt das Reiten erst ab M Dressur, alles andere ist Anfängertum. Na ja... Für mich hört man dann auf, Anfänger zu sein, wenn man eine vernünftige E-Dressur reiten kann.

In einer alten Freizeit im Sattel wurden mal Reitlehrer gefragt, ab wann man kein Anfänger mehr sei. Penquitt schrieb dann mal eine Reitaufgabe auf, die man können muss, wenn man kein Anfänger mehr ist. Schluck. Es war zwar eine Westernaufgabe, aber sie entsprach ungefähr dem M-Dressurniveau mit seinen Galoppvolten und fliegenden WEchseln und korrekten Übergängen.  Ich hätte das nicht reiten können.

Ich kenne eine Frau, die seit 20 Jahren reitet. 19 Jahre davon ohne Unterricht, denn "ich kann ja reiten." Aber sie schien das eine Jahr schlechten Unterrichts 19 mal wiederholt zu haben. Als sie sich ein neues Pferd kaufte, weil ihr altes in Rente ging, merkte sie, dass sie nichts konnte. Die RL  musste bei ihr quasi bei Null anfangen. Vorher lenkte und bremste sie ihr sehr braves altes Pferd durch Zügelziehen und antreiben tat sie es durch Klopfen.

Ich denke mir, dass jemand, der eine RB für sein Pferd sucht, das korrekte Reiten einer E-Dressur verlangt. Wenn er/sie mehr will, wird das gewöhnlich hingeschrieben. Allerdings kann - muss nicht - sich hinter den Worten "keine Anfänger" auch ein buckelndes und durchgehendes Ungeheuer an Pferd verbergen. Also solltest du auf jeden Fall fragen, was mit "keine Anfänger" gemeint ist.


Kommentar von sukueh ,

Solche Reiter gibt es erschreckend viele... Die lassen sich jahrelang auf gutmütigen Pferden durch die Gegend tragen, nehmen dann mal eine Reitstunde auf einem superausgebildeten Schulpferd und schimpfen anschließend auf das blöde Vieh, weil nichts klappt.... Leider hab ich (im Westernbereich) sogar C-Trainer gesehen, die derartige Probleme hatten :-(

(Und das Pferd steht mitten in der Reithalle, grinst sich innerlich eins und denkt sich "was hast du denn, ich tu doch nur, was du sagst... selbst schuld, wenn du keine klare Hilfe geben kannst" :-))

Expertenantwort
von Sallyvita, Community-Experte für Pferde, 92

Das ist wieder mal so eine Gummi-Auslegungssache.

Einige Pferdebesitzer erhoffen sich auf diese Weise Beritt, den sie nicht bezahlen müssen, sondern im Gegenzug sogar Geld von der RB bekommen. Das heißt, sie erwarten eine RB, die reiterlich weiter ist, als sie selber. Wie weit diese dann sein muss, hängt demnach von dem ab, was der Pferdebesitzer selber kann oder glaubt zu können....

Generell denke ich aber, dass damit jemand gemeint ist, der Erfahrung hat im Umgang mit Pferden und diese selbstständig und mit Verstand und Plan gymnastizieren und reiten kann. Jemand, der nicht nur Reitschulpferde gesattelt und unter Aufsicht und Ansage geritten hat, sondern auch über Kenntnisse und Fähigkeiten verfügt, sich fundiert an den Tagen, an denen er zuständig ist, um ein Pferd zu kümmern.

Ein banales Beispiel wäre zum Beispiel, dass das Pferd von der Weide eine ca. 2 mal 2 cm große Stelle am Kopf mitbringt, wo das Fell weg ist - keine Wunde, aber Fell weg - vielleicht hat es sich irgendwo gestoßen, beim Versuch, das Gras auf der anderen Weide zu erwischen, oder was auch immer. Ist nicht schlimm, sitzt aber so, dass das Reithafter schon recht dicht an dieser Stelle vorbei führt. Ein erfahrener Reiter polstert das Reithafter an der Stelle mit einem Stück Lammfell ab und schmiert nach dem Reiten eine Wundcreme drauf. Ein unerfahrener Reiter sieht die Stelle unter Umständen gar nicht und reitet sie dann noch mehr auf, oder aber er weiß halt nicht, was zu tun ist.

Würde ich eine RB suchen, wäre für mich ein Anfänger jemand, der außer einer wöchentlichen Schul-Reitstunde keinerlei Erfahrung hätte. Für mich hat das nicht nur was mit dem Reiten selber zu tun, sondern eben auch mit der Erfahrung im Umgang. Geht es nur um das Reiterliche, finde ich, ist man ab A-Niveau kein Anfänger mehr.


Kommentar von sushie91 ,

Du hast vorkommen Rech was du da schreibst. Nur als Bsp.
Ich reite seit Januar und bin jetzt, mit einer 6 Wochige pause erst 46-mal auf dem Pferd gesessen, (Reitstunden) davon sind es 5 an der Longe gewesen.

Bin jetzt in einen neuen Reitstall gewechselt, beim Vorreiten ca. 30 min. sagte mir der Reitlehrer, er schätzt das ich schon seit 5 oder mehr
Jahren reiten würde.
Ich habe genickt und nichts gesagt, in der Hoffnung dass mir jemand eine Reitbeteiligung anbietet. Ich reite jetzt in einer Gruppe die jüngste reitet schon seit 8 Jahren und die Älteste Frau schon seit 18 Jahren. Wenn ich ihnen die Wahrheit sage, halten Sie mich wahrscheinlich für einen Lügner.
Ich hoffe es geht so weiter und ich kann bald einige Reitabzeichen machen, bin zum Basispass angemeldet im Oktober.

Antwort
von Viowow, 48

Du hast recht, Das ist wirklich eine persönliche auslegungssache.
in vielen reitschulen bist du fortgeschritten, wenn du ein ausgebundenes pferd in alle GGA bekommst und ein paar bahnfiguren kannst.
Das z.b. ist für mich persònlich kein reiten, sondern ein "oben bleiben".

ich schreibe bewusst in anzeigen kein "keine anfänger" rein, denn mir ist es lieber, es meldet sich ein anfänger, der talent hat und gewillt ist, etwas zu lernen, als ein "pseudo-crack" der mir die pferde versaut.

ich würde einen fortgeschrittenen reiter nicht an dem können der leistung festmachen sondern am gefühl. was nutzt mir ein s-springreiter, der nicht das gefühl hat, ein junges pferd im gelände im schritt geradeaus zu reiten? (übertriebenes beispiel, aber ich hoffe du verstehst was ich meine)

ich lasse es bei rb anzeigen grundsätzlich offen, und schreibe rein, was ich erwarte und was ich dafür biete. der mensch und seine einstellung muss passen. alles andere kann man u.u. lernen.

wenn sich jemand als "fortgeschritten" bei mir vorstellt, erwarte ich, das er sich auf das pferd einstellt, eine positive grundeinstellung dem pferd gegenüber hat, die fehler bei sich sucht und eine pferd gesunderhaltend reiten kann. sprich, er soll mein pferd nicht kaputt machen, sondern es zumindest auf dem level halten, auf dem es ist. ausbilden soll er mein pferd nicht. das mache ich lieber selber.

Antwort
von FelixFoxx, 53

Für mich ist man kein Anfänger mehr, wenn man ein Pferd ohne Hilfszügel von hinten nach vorne an das Gebiss heran reiten und korrekt stellen und biegen kann. Springen muss nicht unbedingt dazu gehören, dafür aber mindestens die Kenntnisse, die man für den Basispass haben muss, besser noch mehr Kenntnisse rund um das Thema Pferd.

Expertenantwort
von friesennarr, Community-Experte für Pferde, 64

Für mich ist man dann kein Anfänger mehr, wenn man alles rund ums Pferd selbst erledigen kann und das Pferd beim reiten in jeder Lebenslage unter Kontrolle hat.

Damit meine ich nicht besondere Gefahrenumstände (da ist oft selbst ein Profi Machtlos).

Kommentar von Freibergertypen ,

Hey:)

Hab grad deinen Benutzernamen gesehen? Magst du Friesen gern?

Die RB wäre nämlich für einen Friesen....

Kommentar von friesennarr ,

Ich hab Friesen und ich hab bis jetzt Friesen gezüchtet. Also ja ich mag Friesen gerne.

Wenn also eine RB für einen Friesen gesucht wird, dann sucht derjehnige auf jeden Fall auch jemanden, der was von Gymnastik fürs Pferd versteht.

Kommentar von Freibergertypen ,

Na gut, mal schauen ob es was wird. Ich bin Friesen noch nie geritten, aber es gibt ja für alles ein erstes Mal

Kommentar von friesennarr ,

Ist auch nichts anderes als andere Warmblüter. Je nach Knieaktion ist halt der Trab etwas anders, aber der Galopp ist einfach genial. (zumindest bei meinen)

Antwort
von MuttiSagt, 71

Das entscheidend Kriterium ist, das du eigenständig reiten kannst. Benötigst du regelmäßige Abweisungen vom Reitlehrer oder kannst du ein Pferd - alleine von der Weide holen, putzen , Sattel, beherrscht die Hallenregeln und bist auch schon ein paar Mal ohne Lehrer geritten, ohne das das Chaos ausbrach? Weißt du was man macht, wenn ein Pferd scheut, zu schnell wird, oder nicht in die gleiche Richtung möchtest wie du? Weiß du was du machst, wenn du ein Pferd von der Weide holen willst und es möchte nicht? Oder es möchte doch, aber die ganze Herde beschließt , dass sie auch ganz gern in den Stall möchte? Diese Dinge sind viel wichtiger für eine RB als Dressur und Springkenntnisse

Antwort
von netflixanddyl, 51

Anhänger - Auslegungssache. Frag doch einfach den Besitzer?

Ich würde sagen, man ist kein Anfänger mehr, wenn man in allen Gangarten sicher ist und Umgang mit Pferden kennt. Sprich alles was dazu gehört. Auch mal ein durchgehendes Pferd wieder unter Kontrolle zu bekommen. Bodenarbeit mit dem Pferd zu kennen.

Antwort
von Dackodil, 75

Die Pferdebesitzer möchten niemanden, der grade 10 Reitstunden hatte. Ein paar Jahre Reiterfahrungen sind schon gewünscht.

Man kann es allerdings nicht nur an den Jahren festmachen. Talentierte und engagierte Reiter sind sicher schneller aus dem Anfängerstatus heraus.

Andererseits, manche lernen´s nie.

Kommentar von Freibergertypen ,

Klar, Jahre sagen nichts über Reiter aus. 

Danke für die schnelle Antwort

Antwort
von lollipopxcx, 56

Also klar es ist immer aus unterschiedlichen Sichten zu sehen, aber ich denke man ist dann kein Anfänger mehr, wenn man ein Pferd auf Halle und Platz, sowie auch im Gelände gut unter Kontrolle hat.

Außerdem wenn man mit den Grundlagen der Pferdehaltung etwas anfangen kann. Sprich auch mal ein Pferd auf die Koppel bringen, den Stall misten aber auch Longieren und Bodenarbeitstraining kann.

Ich denke in erster Linie geht es meist darum, dass die Besitzer Angst haben, der "Anfänger" könne das Pferd "kaputt reiten".

Du solltest einen sicheren Sitz haben und zumindestens was die klassische Reitweise betrifft ca. auf E-A Niveau reiten können. Meistens hat man ja eine Probestunde auf der RB, also kann der Besitzer für sich selbst auch entscheiden, ob die RB geeignet ist oder nicht.

Ob man Anfänger ist oder nicht hat nichts mit Springen oder Dressur zu tun. Ich reite seit 13 Jahren, könnte mit Springen allerdings auch nichts anfangen, noch könnte ich eine M Dressur hinlegen. Und das, obwohl ich kein Anfänger mehr bin. Liegt immer im Auge des Betrachters. :)

Antwort
von Pancacetime, 59

Wenn das Pferd sich erschreckt und los rennt ruhe bewahrt. 

Oder wenn das Pferd zur Seite springt und man nicht runter fällt 

Manche suchen aber auch welche ab 18 Jahren wegen Versicherung 

Antwort
von unbekannt24680, 70

Ich denke, wenn man alle drei Grundgangarten sicher reiten kann und sattelfest ist.

Kommentar von Freibergertypen ,

Was verstehst du denn unter sattelfest?

Kommentar von veronicapaco ,

Sattelfest heißt das man auch bei stärkerem Bocken und steigen sich im Sattel halten kann

Kommentar von Dahika ,

oh, dann bin ich nicht sattelfest. Wenn ein Pferd buckelt, fall ich unweigerlich runter. Trotzdem würde ich mich nicht als Anfängerin bezeichnen, da ich in der Lage bin, auf geeignetem Pferd (!) eine L Dressur zu reiten und M-Lektionen. Allerdings traue ich es mir nicht zu, einem Pferd eine L-Dressur beizubringen.

Kommentar von Viowow ,

wenn man alle 3 GGA sicher reiten kann und "sattelfest" ist. ja, das sind genau die, die meinen, sie können alles, und dann hat man den salat....

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