Frage von kraalhans, 120

Wie lange hällt ein 60W Gefrierwürfel an einer 60Ah Autobatterie?

Ich muss einen Eisblock 1500km fahren. Dazu muss ich ihn durchgehend unter 0°C halten (max. 4h über null ist in Ordnung). Er fährt in einem Auto, das drei mal über Nacht hält. Dieses Auto kann den Würfel nicht über Nacht an das Stromnetz anschließen. Die Autobatterien können danach auch kaputt sein. Ich wollte den Würfel über einen Wandler an eine Batterie anschließen, die Batterie steht in einer Reihe mit zwei weiteren Batterien (also insgesamt drei Autobatterien). Nach der Entladung der Batterie sollte nach 2h eine weitere Batterie angeschlossen werden. Ist das alles realistisch?

Expertenantwort
von Peppie85, Community-Experte für Elektrik & Elektronik, 21

gehen wir vom worst case aus, d.h. der kompressor der kühlbox läuft ununterbrochen, dann wären das 60 Watt geteilt durch 85% also etwa 70 Watt eingangsleistung. macht eine stromaufnahme von ungefähr 5,9 Ampere.

bei einer 60 Amperestunden Autobatterie entspräche das theroretisch 10 stunden. du kannst die batterie aber nur zu 60% entladen, bevor sie schaden nimmt und oder der tiefenetnaldungsschutz anspricht. also sagen wir realstischerweise 6 Stunden, dann ist die batterie leer...

während der fahrt kannst du ja das boardnetz des fahrzeuges bemühen diese zusätzliche last verkraftet es wohl locker...

wie wäre es denn, wenn du zu den standzeiten falls möglich statt dem wechselrichter eine kabeltrommel anschließt. man müsste eben nur parken, wos auch strom gibt.

lg, Anna

Antwort
von dompfeifer, 46

Mit der Angabe "60 Watt" ist hier nichts anzufangen. Das ist nämlich nur die aufgenommene Leistung bei vorübergehend aktivem Kühlaggregat. Das schaltet aber gleich wieder ab, wenn die voreingestellte Wunschtemperatur erreicht ist. Die Hersteller machen gewöhnlich Angaben zum durchschnittlichen Jahres- oder Tagesverbrauch unter gewissen Annahmen. Ich ziehe dazu einmal die Angabe von http://www.12v-kuehlgeraete.de/Seite%20Energieverbrauch.htm heran:

„AC-Kompressor-Kühlbox 65 Liter mit regelmäßigem Kühlgutwechsel bei 8° Innen- und 25° Außentemperatur“: Energie-Tagesverbrauch 350 Wh (=0,35 kWh). Beim DC-Gerät sind es nur 250 Wh pro Tag. Setzen wir nun einmal bei erstem (ungünstigeren) Gerät die Innentemperatur auf 0°C herunter, kommen wir auf 33° Mehrverbrauch, der locker wieder weg fällt ohne ständigen Kühlgutwechsel. Beim zweiten Angebot sind das 0,25 kWh/Tag. Wahrscheinlich ist aber die Box aber viel kleiner und wird somit eher auf einen Tagesverbrauch von 0,2 kWh oder weiniger kommen.

Der voll geladene 60-Ah-Akku mit 12 Volt speichert rechnerisch 720 VAh bzw. 0,72 kWh. Das reicht bei 0,2 kWh Tagesverbrauch rechnerisch für gut 3,5 Tage. Bei einer Box mit halb so großer Außenwand (zum Wärme-Austausch) reicht das für eine Woche. So lange wird das Auto wohl nicht still stehen!

Kommentar von kraalhans ,

Mehr als diese technischen Angaben, habe ich tatsächlich nicht. Der Würfel wird eingesteckt sein, unter voller Kühlleistung aussgesteckt und dann wieder eingesteckt. Dann wird der Würfel im Wagen wieder eingesteckt. Es wäre gut, wenn er von hier aus 3,5 Tage die Kühltemperatur von -14°C nicht über 0° sinken würde. Der Würfel bleibt die ganze Zeit versiegelt. Der Tagesverbrauch dürfte, wenn ich mal bei google nach einem ähnlichen Gerät gucke bei 0,56 kWh liegen...

Kommentar von dompfeifer ,

Ich hatte oben vergessen, dass die Nachttemperaturen gewöhnlich weit unter 25°C liegen, damit käme ich bei meiner Rechnung schon eher auf 2 Wochen.

Die Modalitäten der regelmäßigen In- und Aussteckereien kann ich nicht nachvollziehen. Handelsübliche Geräte sind doch durchweg mit Temperaturregelungen ausgestattet!?! Dazu wird die Wunschtemperatur einmal voreingestellt, den Rest regelt das Thermostat.

Ich kenne die Größe der Kühlbox nicht. 0,56 kWh Tagesverbrauch erscheint mir sehr hoch. Wenn wir hier für den Spannungswandler noch einige % Verluste dazu rechnen, sind wir bei 0,6 kWh/Tag. Bei einer Batterie mit 0,72 kWh Ladung würde die Entladung dann rechnerisch 28,8 Stunden dauern. Wegen des allmählichen Spannungsabfalls an der Batterie wären 24 Stunden realistischer. 

Kommentar von kraalhans ,

Es ist ja keine speziell für den Wagengebrauch gebaute Kühlbox. Es ist ein handelsüblicher Gefrierwürfel von Privileg, deshalb der Stromwandler. Dieser wird dann an die Batterie(n) angeschlossen... Um die sportliche Aufgabe noch zu maximieren, muss ich das alles unter 150 Euro hinbekommen...

Kommentar von dompfeifer ,

Kar, handelsübliche Geräte sind für die Netzspannung von 230 V gebaut, da brauchst Du einen Wandler (für 100 Watt ca. 30 Euro). Aber wozu die Stecker Rein-raus-Zeremonie, die haben doch alle eine voreinstellbare Temperaturregelung wie jeder Kühlschrank !?!

Antwort
von josef050153, 11

Du benötigst für diese Berechnung den Strumverbrauch des Gefrierwürfels. Entweder du findest den am Typenschild oder in sonstigen Herstellerangaben. Notfalls berechnest ihn aus Nennleistung (60W) dividiert durch Nennspannung und multiplizierst das ganze noch mit 0,25 bis 0,5 (je nach Isolation). Die 60Ah dividierst du dann durch den Stromverbrauch und du hast die Anzahl der Stunden, für welche die Batterie die nötige Spannung liefert. Sicherheitshalber würde ich noch etwa 25% von diesem Wert abziehen.


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