Frage von aldiasotfs, 40

wie lange dauerte damals ein Magister weil das heutige studium finde ich schrecklich?

Ich studiere zurzeit eine Wirtschaftswissenschaft und muss wirklich gestehen, dass das Studium das absolut hässlichste ist, was man sich antun kann.

Ich bin vollkommen in der Lage zu studieren, aber es macht überhaupt keinen Spaß, da man seit Einführung des Bachelors und des Masters nur noch gehetzt wird.

Ich bin nun im zweiten Semester. Im ersten Semester war ich motiviert gewesen und hatte ALLE 4 Klausuren mit 1,0 bestanden, volle Punktzahl, außer bei 2 Klausuren. Ich war Semesterbester gewesen. Mittlerweile habe ich komplett die Lust verloren, da immer nur gehetzt wird. Studieren ist für mich kein Lernen mehr, sondern ein Konsumieren von Lerninhalt. Es geht also nicht mehr darum, sich Wissen einzueignen, sondern in möglichst geringer Zeit viel Wissen in sich reinzustopfen. Ich muss niemandem erklären, dass Leute, die ihre Nahrung nicht richtig kauen, sondern reinwürgen, die Nahrung nicht richtig verdauen können. So ist es auch mittlerweile beim Studium.

Letztes Semester musste ich 1800 Seiten in mich reinstopfen. Mittlerweile werden es wieder 1800 Seiten in weniger als 6 Monaten. Ich finde es wirklich schade, dass man den weltbekannten und auch anerkannten Magister durch den nach amerikanischem Vorbild erstellten Abschluss Master ersetzt hat. Ich finde es sehr schade, dass ein so stolzes Land wie Deutschland, welches weltweit als eine großartige Nation angesehen wird, den Amerikanern hinterher hechelt, wie ein Hund seinem Besitzer, sogar hier im Studiumbereich.

Was ist eure Meinung hierzu? Findet ihr den Master besser als den Magister? Wie lange dauerte ein Magister denn?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von floppydisk, 22

als guter, alter diplomingenieur kann ich weder mit bachelor noch master etwas anfangen. dieser creditkram ist schon allein richtig bescheiden.

aber studium hat nun einmal hauptsächlich damit zu tun, sich unmengen theoretisches wissen anzueignen. wenn dies für dich nicht das richtige ist solltest du vielleicht über eine gewerbliche ausbildung nachdenken und darauf einen techniker oder ähnliches aufbauen. das ist praxisnah, mit weniger theorie und rein finanziell stehst du am ende auch nicht schlechter da.

ich habe mitunter fächer gehabt, da gab es 2400 powerpointfolien pro semester. und ich habe in straffen semestern 10 prüfungen gehabt. mit 1800 seiten könnte ich also noch ganz gut leben. im übrigen musst du nichts auswendig wissen, wenn du es verstanden hast - dann kannst du dir den kram häufig über vorwissen auch herleiten.

Kommentar von aldiasotfs ,

Du hast mich wieder motiviert! Ich gehe jetzt wieder lernen!

Wie viel Wissen hast Du Dir vom Studium im Kopf behalten können?

Kommentar von floppydisk ,

nicht wirklich viel. man braucht ehrlich gesagt auch kaum etwas davon im berufsleben - es sei denn, man ist jurist, arzt oder sonst etwas in dieser richtung.

ansonsten ist ein studium eher als einstieg in eine höhere position im berufsleben anzusehen.

Antwort
von howelljenkins, 21

ich hab' zwar nicht wirtschaftswissenschaften studiert, aber was anderes auf magister.

das regelstudium dauerte damals 8 semester. viele haben aber auch laenger studiert.

ich glaube auch, dass es frueher besser war, weil man sich mehr zeit lassen konnte und auch das "was" studieren mehr mitbestimmen.

Kommentar von DieKatzeMitHut ,

Wobei eben auch fraglich ist, wie gut es wirklich ist, wenn mancher mit 30 Jahren noch nie gearbeitet hat, sondern noch immer im Studium steckt..

Kommentar von howelljenkins ,

die meisten leute fangen nach wie vor nach dem abitur mit dem studium an. wenn sie dann 8 bis 10 semester studieren, sind sie maximal mitte 20, wenn sie fertig sind. da sind sie noch gut in der zeit. 

das problem beim wissen-reindreschen ist ja vor allen dingen, dass es gleich wieder vergessen wird, wenn die klausur/pruefung vorbei ist. das ist doch wertlos.

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