Frage von Nicolelogin, 111

Wie lange dauert es, bis ein Arbeitszeugnis erstellt ist?

Hallo.

Ich bin im Dezember, am letzten Tag meiner Probezeit gekündigt worden. Allerdings habe ich bis jetzt noch kein Arbeitszeugnis bekommen. Mitte Februar war ich noch einmal bei meiner alten Ausbildungsstelle um noch Papierkram abzugeben (und unterschreiben, dass ich alles abgegeben habe, etc.). Als ich nachgefragt habe, wann denn mein Arbeitszeugnis kommen würde kam als Antwort, dass ich dieses schon bekommen hätte. Ich verneinte es und mein früherer Arbeitgeber meinte, dass es dann die nächsten Wochen kommen würde. Wie gesagt war das Mitte Februar. Als ich dann im März beim Arbeitsamt nachgefragt habe, wann man das denn normalerweise bekommt. meinte mein Berater, zur Kündigung bzw. ein paar Wochen später. Da ich dieses ja für neue Bewerbungen dringend brauche. Es kommt schlamphaft rüber, wenn man kein Arbeitszeugnis vorzeigt und einige dann gar nicht mehr die Bewerbung genauer betrachten. Habe auch schon absagen bekommen (als Grund stand, dass ich kein Arbeitszeugnis abgegeben habe) Da ich dann im April immer noch nichts bekommen habe, hab ich dann vor ca. 2 Wochen in der Zentrale angerufen und telefonisch mein Arbeitszeugnis verlangt. Dort meinte man zu mir, sie würden es schicken, wenn es fertig erstellt ist.

Meine Schwester meint, ich soll es noch einmal schriftlich verlangen (mit Rückschein). Ich weiß allerdings nicht genau, wie ich das formulieren soll. Und wenn sie sich dann nicht melden, dass ich mich an ein Anwalt wenden soll und über den Arbeitsgericht das verlangen soll. So weit will ich aber nicht gehen, da mir das Geld dafür auch fehlt. Außerdem will ich auch nicht vorschnell handeln.

Deswegen auch meine Frage:

Wie lange dauert es, einen Arbeitszeugnis zu erstellen? Ich habe auch gelesen, dass man das auch selber erstellen kann. Aber ich glaube, das ist nichts für mich.

Antwort
von teutonix1, 86

Da dir durch das nicht erhaltene Zeugnis durchaus finanzielle Nachteile entstehen können, würde ich auch mal eine anwaltliche Erstberatung beim Fachanwalt (ist nicht so teuer) ins Auge fassen und vielleicht sogar Schadenersatzforderungen geltend machen. Der kann sich dann auch gleich das (dann hoffentlich schnellstens erstellte) Zeugnis auf "gewisse Formulierungen" hin ansehen und umgehend Nachbesserung fordern.

Kommentar von Nightstick ,

Das mit dem "nicht so teuer" ist als relativ zu betrachten. Auch weiß ich nicht, was Du unter teuer verstehst.

Fakt ist, dass eine Erstberatung zwischen 100,- € und 250,- € kosten kann - je nachdem, an welchen "Rechtsverdreher" man gerät.

Kommentar von teutonix1 ,

Ich hatte vor nicht all zu langer Zeit € 40.- bezahlt. Und der war gut.

Antwort
von Nightstick, 74

Deine Schwester hat vollkommen Recht!

Fertige ein Schreiben an Deinen Ex-Arbeitgeber, in dem Du alles Vorhergehende erwähnst, und noch einmal Dein qualifiziertes (!) Zeugnis anforderst. Darin setzt Du eine Bearbeitungsfrist von 14 Tagen.

Das Schreiben schickst Du per Einwurf-Einschreiben ab. Beim Postamt erhältst Du einen Einlieferungsnachweis, mit dessen Hilfe Du sogar die Zustellung per Internet nachverfolgen kannst.  

Den Termin musst Du natürlich genau überwachen. Sollte das Zeugnis dann noch nicht da sein, meldest Du Dich hier wieder in diesem Thread.

Viel Erfolg!

Antwort
von teutonix1, 64

Lass dich nicht hinhalten. Die haben da sogar Textbausteine, das ist innerhalb eines Tages erstellt. Schick ein Einschreiben mit Frist von 7 Tagen, andernfalls du dich genötigt siehst, rechtliche Schritte einzuleiten.

Kommentar von Nicolelogin ,

So ein ähnliches Problem hatte ich ja auch mit mein Ausbildungsvertrag. Ich musste ziemlich oft zu mein Arbeitgeber gehen. Im Sommer bekam ich per Post mein Ausbildungsvertrag, diesen musste ich anschließend zurückschicken (hab da noch nicht gewohnt.)
Musste dann bis Oktober warten, bis ich den bekam.

Antwort
von voayager, 45

Dauert die Ausfertigung gar zu lange - Firmen lassen sich oftmals sehr viel Zeit - dann ist das schriftl. anzumahnen. Hilft auch das nicht, kann man auch vor dem Arbeitsgericht klagen.

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