Frage von Fabiaan1, 171

Wie lange bleiben die akten in der psychiatrie?

Hallo erstmal Wie lange bleiben die akten in der psychiatrie? Was genau steht da(sind da auch berichte die die betreuer schreiben oder nur 'oberflächliches')? Wer genau kann da reinschauen? Nur der oberarzt oder sogar praktikanten/fsjler?

Antwort
von Arteloni, 104

In der Regel so lange bis Zivilrechtliche Ansprüche eines Patienten gegen seinen Arzt verjährt sind. Das ist nach 30 Jahren der Fall!

Daneben gibt es Mindestaufbewahrungsfristen die eingehalten werden müssen. Für Krankenakten sind das 10 Jahre.

Nach einiger Zeit kommen Akten ins Archiv. Wenn das Papierakten sind dann kommt man da nicht mehr so ohne weiteres dran.

Anders sieht es bei digitalen Dokumenten aus. Die sind in der Regel länger einsehbar und dann meistens vom gesamten Personal der Station, auf der der Patient war.

Der Datenschutz erlaubt jedoch nur den Personen, die an der Behandlung beteiligt waren Einblick in die Daten.

Was so eine Akte enthält unterscheidet sich von Krankenhaus zu Krankenhaus. In der Psychiatrie sind die Akten jedoch oft sehr ausführlich und enthalten sehr viel Text den die Ärzte/Pfleger/Therapeuten schreiben.

Kommentar von Fabiaan1 ,

Danke, jedoch frage ich mich wer genau von der psychiatrie da reingucken kann (nur der arzt oder mehr?) Und steht da nur was grobes oder wirklich alles?

Kommentar von Arteloni ,

Kommt auf das System an, das benutzt wird. Für Patienten die gerade in Behandlung sind, sind es in der Regel alle an der Behandlung beteiligten die Akteneinsicht haben. Also Auch z.B. Pfleger und nichtärztliche Therapeuten.

In der Regel wird alles Therapierelevante reingeschrieben.

Kommentar von derdorfbengel ,

"In der Psychiatrie sind die Akten jedoch oft sehr ausführlich und
enthalten sehr viel Text den die Ärzte/Pfleger/Therapeuten schreiben."

Kommentar von Arteloni ,

Was da reingeschrieben wird, liegt im ermessen des Schreibenden. Der kann da im Prinzip reinschreiben was er will. Heutzutage kann man in der Klinik EDV auch Kurzkommentare wie "Patient verweigert Medikamenteneinnahme" reinschreiben.

Aber da kann im Prinzip alles drin stehen.

Kommentar von Fabiaan1 ,

Vielen dank! Aber wenn man schon entlassen ist,wer darf denn reingucken? 

Kommentar von Arteloni ,

Digitale Patientenakten können, je nach verwendeter Software, auch nach der Entlassung noch eingesehen werden. Oft unbegrenzt, dann muss man aber manchmal eine Begründung für die Einsichtnahme angeben.

Kommentar von Fabiaan1 ,

Ich mach mal ein bsp: ein junge war vor 8 monaten in der psychiatrie(also er wurde vor 8 monaten entlassen) Dann wird eine neuer pfleger(aktuell, also nach der entlassung des junges) eingestellt. Darf der neuer pfleger in die akten gucken? Und dürfen die pfleger(die während des aufenhaltes bei dem jungen waren) dem neuen pfleger informationen über den jungen geben?

Kommentar von Arteloni ,

Nein, darf er er nicht, für die anderen Pfleger gilt die Schweigepflicht. Nur die Personen die an der Behandlung beteiligt sind/waren dürfen. Ob er kann (dann aber illegal) ist eine andere Frage. Oft ist technisch bedingt nicht zu trennen. Kommt auf die benutzte Software an.

Antwort
von user8787, 91

Bist du volljährig hast du uneingeschränkte Akteneinsicht . 

Nach Abschluss der Behandlung müssen die Patientenakten 10 Jahre archiviert werden. 

Hier noch einige Infos:

http://www.schupp-heiny.de/blog/wussten-sie-folgende-8-dinge-%C3%BCber-patienten...

Kommentar von Arteloni ,

Man hat als Patient nicht die uneingeschränkte Akteneinsicht. Es gibt Ausnahmen, die gerade in der Psychatrie oft greifen dürften. 

Hilfreich ist in solchen Fragen die Seite

http://www.patienten-rechte-gesetz.de/

Kommentar von user8787 ,

Da steht es doch:

Patientenakten

Jeder Patient hat ein Recht auf Einsicht in seine Patientenakte.


Ach psych. Kranken muss ich Einblick in ihre Akte gewähren.....





Kommentar von Arteloni ,

Wie gesagt, es gibt Ausnahmen. Es ist kein uneingeschränktes Recht. Aber das prinzipielle Recht hat der Patient natürlich, und das ist auch gut so!

Kommentar von user8787 ,

Ist mir nicht bekannt....in meiner Praxis muss ich das Recht allen gewähren. :o)

Kommentar von user8787 ,

Wie gesagt, ich gewähre Einsicht, anders habe ich noch keine Erfahrungen gemacht. Auch nicht bei Kollegen.

Was du hier evtl. andeuten möchtest sind Einzelfallentscheidungen. Dagegen können die Betreffenden vorgehen. 

Jeder Patient hat das Grundrecht auf Akteneinsicht....und das finde ich auch richtig. 

Debattiert wird noch ob persönliche Notizen flexibel zu händeln sind, hier kann ich mir vorstellen das man das einem labilen Pat. vorenthalten könnte. 

Sonst aber bleibt die generelle Verweigerung der absolute Ausnahmefall. 

Kommentar von Fabiaan1 ,

1.Wer darf nach der entlassung noch in die akte schauen? Dürfen nicht-ärzte (pfleger,betreuer..usw) reingucken? 2. Leute die in der ausbildung sind oder ein praktium/fsj machen, dürfen die im akten von vorherigen patienten gucken?

Kommentar von Arteloni ,

Es dürfen alle reinschauen die mit der Behandlung betreut sind oder waren. Das sind unter Umständen auch Praktikanten und FSJler. Es können unter Umständen noch weitere Personen einsicht nehmen (z.B. Personal anderer Stationen, je nach verwendetem System)

Kommentar von user8787 ,

Praktikanten eigentlich nicht (auch wenn das oft vernachlässigt wird ). 

 Auszubildende die dich mit betreuen unterschrieben eine Erklärung zur Schweigepflicht. Das heißt, es dürfen keine Infos aus deiner Akte an 3. weitergegeben werden. 

Ärzte, dein Therapeut, unmittelbares Pflegepersonal und dein Betreuer ja .

Kommentar von Arteloni ,

Na ja, ich hab sowas aber noch nicht mitbekommen. Bevor man vor Gericht geht wird man wahrscheinlich Einsicht gewähren. 

Kommentar von km11111 ,

Ich nicht. Es handelt sich um ein grundsätzliches Recht (das ist auch gut und richtig), dass aber in Ausnahemtatbeständen eingeschränkt werden (was ebenfalls gut und richtig ist). Gerade im psychiatrischen und psychotherpeutischen Bereich ist es mehr die Regel als die Ausnahme, dass mehrere dieser Ausnahmen greifen, ganz besonders dann, wenn eine Akteneinsicht nach einer Behandlung gewünscht wird, ohne dass es eine Möglichkeit gibt, das Gelesene therapeutisch zu besprechen, wobei es häufig auch dann kontraindiziert sein kann, die Einsicht zu gewähren.

Kommentar von Fabiaan1 ,

Ich mach mal ein bsp: ein junge war vor 8 monaten in der psychiatrie(also er wurde vor 8 monaten entlassen) Dann wird eine neuer pfleger(aktuell, also nach der entlassung des junges) eingestellt. Darf der neuer pfleger in die akten gucken? Und dürfen die pfleger(die während des aufenhaltes bei dem jungen waren) dem neuen pfleger informationen über den jungen geben? 

Kommentar von Arteloni ,

Nein, darf er er nicht, für die anderen Pfleger gilt die Schweigepflicht. Nur die Personen die an der Behandlung beteiligt sind/waren dürfen. Ob er kann (dann aber illegal) ist eine andere Frage. Oft ist technisch bedingt nicht zu trennen. Kommt auf die benutzte Software an.

Antwort
von Kreuzzzfeuer, 100

Frag doch einfach nach bei der Psychatrie. Fragen kostet nichts. Ich denke, dass du das auch selbst beeinflussen kannst.

Kommentar von Fabiaan1 ,

Ich mach mal ein bsp: ein junge war vor 8 monaten in der psychiatrie(also er wurde vor 8 monaten entlassen) Dann wird eine neuer pfleger(aktuell, also nach der entlassung des junges) eingestellt. Darf der neuer pfleger in die akten gucken? Und dürfen die pfleger(die während des aufenhaltes bei dem jungen waren) dem neuen pfleger informationen über den jungen geben? 

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