kimmo am 11.03.2009 um 14:03 Uhr
In Welcher Temperatur, Feuchte soll man die Weine lagern und wie lange die halten ?

Temperatur
Immer wieder wird in der Literatur und unter Weinfreunden über die optimale Lagertemperatur gesprochen. Diese ist jedoch meiner Überzeugung nach relativ unwichtig, solange ein Bereich von 8 Grad bis ca. 18 oder sogar 20 Grad eingehalten wird.
Temperaturschwankungen
Viel problematischer, als die absolute Temperatur, sind die Temperaturschwankungen. Die Temperatur des Lagerraumes sollte eine möglichst konstante Temperatur aufweisen.
Dabei ist zwischen Tag-/Nachtschwankungen und jahreszeitlichen Schwankungen zu unterscheiden. Erstere sollten nicht vorkommen oder sind zumindest sehr weitgehend zu minimieren. Jahreszeitliche Schwankungen sind in vernünftigem Maß (5 Grad oder auch mehr) durchaus akzeptabel.
Luftfeuchtigkeit
Mindestens genau so wichtig ist die Luftfeuchtigkeit. Eine ausreichend hohe Luftfeuchtigkeit ist notwenig, damit die Korken elastisch bleiben und die Flasche langfristig zuverlässig verschließen. Die Luftfeuchtigkeit in normalen Neubaukellern oder Wohnungen reicht dazu nicht aus.
Erschütterungen
Die Weine sollten frei von Erschütterungen gelagert werden. Das ist ein Grund, warum z.B. ein konventioneller Kühlschrank nicht der optimale Lagerplatz ist.
Licht
Die Flaschen müssen dunkel gelagert werden. Notfalls abdecken!
Zusätzliche Maßnahmen
Wem das nicht zu viel Aufwand ist, der kann eine zusätzliche Versiegelung der Flasche vornehmen, indem er den Kopf der Flasche mit Dokumenten-Siegellack überzieht. Damit ist dann der Verschluss gasdicht und selbst bei alternden Korken etc. kann kein Luftaustausch stattfinden. Weiterer Vorteil: Diese Behandlung schützt auch vor der gefürchteten Korkmotte.
Stehend oder liegend?
Weinflaschen sollten liegend gelagert werden. Damit ist sichergestellt, dass der Korken von innen nass bleibt. Ich möchte allerdings auch nicht verschweigen, dass es mittlerweile Untersuchungen gibt die bei ausreichender Luftfeuchtigkeit eine stehende Lagerung nahelegen. Ich selbst vertraue da aber eher auf die konservative Meinung.
Auch bei Champagner gehen die Meinungen auseinander. Häufig wird Champagner auch stehend gelagert, ebenso wie Sherry, Port und Madeira. Dies beruht darauf, dass Kohlensäure (bei Schaumweinen) bzw. hohe Alkoholgehalte den Korken schädigen könnten.
Bild/er:

Lieber Kimmo, leider nur ergoogelt:
Wein ist ein recht empfindliches Genußmittel, bei richtiger Lagerung kann er jedoch Jahrzehnte, wenn nicht sogar Jahrhunderte überdauern. Vor nicht allzulanger Zeit ist eine römische Galeere samt Ladung geborgen worden, der in der Ladung befindliche Wein war sogar noch genießbar. Um dem Wein ein solch langes Leben zu bescheren, sollte man wissen, was für den Wein schädlich ist.
Licht Im besonderen Sonnenlicht. Die darin befindliche UV-Strahlung fördert den Alterungsprozeß und begünstigt chemische Reaktionen, die zum Verderb des Weines führen. Aromastoffe werden aufgespalten, bzw. umgewandelt in andere, weniger wohlschmeckende Substanzen. Selbst Neonlicht oder Glühlampen tragen zum Verderb des Weins bei.
Frost, bzw. tiefe Temperaturen Die verschiedenen Bestandteile des Weins (Wasser, Glycerine, Alkohol, Phenole, etc.) haben unterschiedliche Gefrierpunkte. Gefriert nur ein Bestandteil, trennt er sich von den übrigen. Der Wein verwandelt sich in ein heterogenes Gemisch der verschiedenen Bestandteile.
Wärme Hohe Temperaturen begünstigen chemische Reaktionen im allgemeinen und Bakterienwachstum im speziellen. Wärme hat ähnliche Auswirkungen auf den Wein wie Licht, zusätzlich fördert Wärme das Wachstum eventuell vorhandener alkoholtoleranter Bakterien, die ein recht enges Temperaturspektrum zu Eigen haben.
Luft speziell Sauerstoff. Die Abwesenheit von Luft unterbindet das Wachstum aerob lebender Essigsäurebakterien. Den Effekt kann Jeder beobachten, der vielleicht mal einen Rest Wein einige Tage hat stehen lassen. Die Übriggebliebene Flüssigkeit hat mehr mit Balsamico als mit Wein gemeinsam.
Erschütterungen Die genauen Zusammenhänge sind noch nicht genau erforscht. Fest steht allerdings, daß Wein, der permanenten Vibrationen ausgesetzt wird, weitaus weniger haltbar ist, als solcher, der ruhen kann.
Einige Faustregeln gelten nach wie vor: Tanninreicher Rotwein ist länger haltbar als trockener Weißwein. Tannin unterbindet die mikrobischen Aktivitäten. Stehend gelagerter Wein verdirbt schneller als liegend gelagerter Wein. Der Korken des liegend gelagerten Weines benetzt permanent den Korken, wodurch dieser aufgequollen bleibt. Dies hält den Luftsauerstoff fern. Konstant hohe Luftfeuchtigkeit begünstigt ein hohes Weinleben. Luft mit hohem Feuchteanteil kann weniger verdunstete Flüssigkeit aufnehmen, sprich: es verdunstet weniger Flüssigkeit von der Außenseite des Korkens. Das Vakuum, welches durch die Verdunstung des Flüssigkeitsanteils in der Flasche entstanden ist, wird üblicherweise durch Luft ausgeglichen, somit auch Luftsauerstoff. Schimmel an den Kellerwänden ist daher nicht unbedingt ein schlechtes Zeichen.
Lange Korken sind besser als kurze Lange Korken schützen den Inhalt besser, da auf einer längeren Strecke im Flaschenhals eine Abdichtung gegen Luft und Verdunstung gegeben ist. Wie wir sehen, ist der ideale Lagerplatz für Wein tatsächlich der Meeresgrund. Doch auch angebrochene Flaschen müssen nicht sofort aufgebraucht werden oder am nächsten Tag in der Sauce landen. Ohne Spezielle Behandlung, einfach mit aufgestecktem Korken, sind geöffnete, volle Flaschen im Kühlschrank etwa 4-5 Tage haltbar. Eine zu 3/4 volle Flasche hält sich gekühlt 3-4 Tage, die halb volle Flasche "überlebt" gekühlt etwa 2-3 Tage, eine zu einem Viertel gefüllte Flasche Wein kann auch nach 1-2 Tagen noch bedenkenlos genossen werden. Weinflaschen mit geringeren Resten sollten allerdings am nächsten Tag aufgebraucht wrden. Rotwein sollte allerdings etwa 2 Stunden vor dem Genuß in den Raum gestellt werden, in dem er getrunken wird, damit sich die Temperatur angleichen kann. Neben dieser gängigen Methode gibt es noch zwei weiter verbreitete Verfahren, Weinreste aufzubewahren.
Vakuumisierung Die angebrochene Flasche wird mit einem Gummistopfen versehen, in dem ein Auslaßventil eingebaut ist. Mit einer Unterdruck-Luftpumpe wird ein Gutteil der Luft aus der Flasche entfernt. Vielfach scheitert es jedoch an Material geringer Qualität; so ist einerseits die Luftpumpe nicht stark genug, um genügend Luft aus der Flasche zu entfernen, andererseits lassen billige Gummistopfen wieder Luft in die Flasche zurück. Diese Methode ist nur für Flaschen geeignet, die noch zu mehr als 3/4 gefüllt sind.
Nitrogenisierung Bei diesem Verfahren wird die Luft, genauer: der reaktionsfreudige Sauerstoff, durch reaktionsträgen Stickstoff (Nitrogenium) ersetzt. Dieses Verfahren ist für Flaschen aller Füllhöhen geeignet, da es recht teuer ist, kommt es nur bei kostbaren Weinen zur Anwendung.
KalalaKa636 am 11. März 2009 14:06 Immer Quelle angeben, sonst gibts Rüffel :)
Biersoeldner am 11. März 2009 14:09 Hat er doch, nämlich ergoogelt
Eppendorf am 11. März 2009 14:10 Google ist ein Hilfsmittel, eine Quelle. ;-))
Eppendorf am 11. März 2009 14:13 ...Hilfsmittel, keine Quelle...
gruenbaer am 11. März 2009 14:14 http://www.winecat.de/wissen/lagerung/lagerung.html
...und gut ist...
Eppendorf am 11. März 2009 14:24 Brav! ;-)
kimmo am 11. März 2009 14:26 Herzlichen Dank ! kimmo

Das ist von Wein zu Wein unterschiedlich, wie lange sie halten.
Auf jeden Fall liegend lagern, dunkel, trocken und nicht zu kalt.

8 bis 18 Grad ohne starke Temperaturschwankungen.
Luftfeuchtigkeit 50 - 60 %, damit der Korken nicht schrumpft - aber kein feuchter Keller
dunkel lagern
Danke, das ist eine erschöpfende Antwort. DH.