Wie läuft es mit den Psychologen & Psychiater?

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10 Antworten

Ein Psychologe ist jemand, der Psychologie studiert hat und sich beruflich mit psychischen Phänomenen beschäftigt. Das kann alles mögliche sein, von Wirtschaftspsychologie über Kinder- und Jugendpsychologie bis zu forensischer Psychologie (Kriminalpsychologie). Dabei wichtig für Dich: ein Psychologe behandelt keine Patienten.

Ein Psychiater ist ein Facharzt, der sich mit psychischen Krankheiten und psychisch Kranken beschäftigt. Normalerweise ist er auch für Nervenerkrankungen zuständig und ist Facharzt für Neurologie und Psychiatrie.

Sowohl ein Psychologe als auch ein Psychiater können nach Absolvierung einer Zusatzausbildung als Psychotherapeut arbeiten - und das ist der- bzw. diejenige, den/ die Du benötigst.

Der Psychotherapeut beschäftigt sich mit an sich "normalen" Menschen, die ein psychisches Problem haben, und versucht, ihnen bei der Lösung dieses Problems bzw. Problemkreises behilflich zu sein.

In Deinem Fall würde ich einmal eine Jugendberatungsstelle aufsuchen und mich informieren, welche Möglichkeiten Dir zur Verfügung stünden.

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Wie die anderen schon gesagt haben: Zuerst zum Hausarzt, der kann dir dann sagen wo du hin sollst

Was das Gespräch mit dem Therapeut angeht:
Mit dem kannst du ganz normal sprechen, im Prinzip wie mit einem Freund dem du nichts verheimlichen musst
Und um deine Privatsphäre brauchst du dir auch keine Sorgen zu machen. Alle Ärzte und Therapeuten stehen uner Schweigepflicht, d.h. wenn du das nicht willst werden sie deinen Eltern nichts von dem was du ihnen erzählt hast sagen.
Und wenn dir die Fragen zu privat sind kannst du das denen ganz offen sagen und die wissen dann schon wie sie damit umzugehen haben :D

Generell brauchst du dir da nicht so viele Sorgen zu machen, das klappt schon alles :)

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Kommentar von Ariisuu
25.10.2016, 01:06

Vielen Dank für die Antwort :)Hilft mir wirklich weiter aber Ist der Hausarzt  wirklich ein muss ? Ich und meine Mutter kommen nicht sehr mit dem Hausarzt  klar und gehen wegen bestimmten Gründen nicht hin. 

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Ein Psychiater ist ein Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie. Er hat Medizin studiert und darf desshalb auch Medikamente (wie z.B. Antidepressiva) verschreiben. Obwohl man nicht verallgemeinern sollte lässt sich sagen, das die meisten (nicht alle) Psychiater eher für medikamentöse Behandlungen geeignet sind.

Psychologen mit entsprechender Weiterbildung nennt man Psychotherapeuten. Diese dürfen keine Medikamente verschreiben und arbeiten mittels einer Psychotherapie. Es gibt viele Formen der Psychotherapie und die meisten Psychotherapeuten haben sie auf ein spezifisches Verfahren (also eine spezifische Richtung) der Psychotherapie spezialisiert. Die bekanntesten Therapieformen sind die Verhaltenstherapie und die Psychoanalyse. Es gibt jedoch auch unzählige andere wie z.B. Körperpsychotherapie, tiefenpsychologische Therapie, Gruppentherapien usw. Psychotherapeuten sind also für eine Gesprächstherapie geeignet.

Eine Psychotherapie ist schwierig zu beschreiben, da es so viele Formen und unterschiedliche Verfahren gibt. Grundsätzlich ist das Ziel, ins Unterbewusssein vorzudringen und grundlegende Veränderungen zu erreichen. Die Verhaltenstherapie versucht dies mittels Übungen (Konditionierung), die Psychoanalyse mittels Aufarbeitung von Trauma's und Selbsterkentniss.

Medikamentöse Behandlungen hingegen lassen sich relativ gut beschreiben. Meist werden bei schweren Depressionen auch Medikamente eingesetzt, allen voran Antidepressiva der SS(N)RI-Klasse http://deprimed.de/ssri-ssnri-sndri-nari/). Da nicht jeder Mensch auf das jeweilige Medikament anspricht, müssen nicht selten diverse Umstellungen durchgezogen werden (inkl. Einnahmen ganzer Medikamentenkombinationen). Funktioniert es weder mit einem SSRI noch mit einem SSNRI können auch ältere Antidepressiva (Trizyklika oder Tetrazyklika) verordnet werden. Diese sind effektiver, haben jedoch viel mehr Nebenwirkungen.

Eine Psychotherapie ist eines der effektivsten Mittel gegen Depressionen und andere psychischen Beschwerden. Besonders effektiv ist sie, wenn das Gehrin noch in der Wachstumsphase (also bis ca. 21) ist. Das Problem liegt darin, dass es Monate, wenn nicht Jahre dauert bis eine Psychotherapie wirkt. Eine richtige Psychotherapie findet 2-3 Mal die Woche statt.

Medikamente können bei gewissen Personen wie Wunder wirken, bei anderen hingegen wirken sie nur unzureichend. Antidepressiva müssen täglich eingenommen werden. Eine erste Wirkung ist nach ca. 2-4 Wochen zu spühren. Das Problem von Antidepressiva (und anderen Psychopharmaka-Gruppen) ist, dass sie viele Nebenwirkungen (besonders zu Beginn der Behandlung) verursachen.

Beide, Psychotherapeuten und Psychiater stützen sich für eine Erstabklärung auf das internationale Diagnoseverzeichnis ICD-10 http://deprimed.de/depressionen/). Danach gibt es noch weitere Fragebögen wie z.B. die Hamilton-Skala under den BDI. Diesbezüglich gegen Psychologen und Psychiater gleich vor.

Oft arbeiten Psychotherapeuten (Psychologen) auch mit Ärzten zusammen. Ich würde an deiner Stelle am besten zu einem Psychologen mit entsprechender Weiterbildung, also einem Psychotherapeuten gehen. Reicht dies nicht aus und es müssen Medikamente her (was in deinem Alter eine Ausnahme wäre) kann immer noch ein Psychiater kontaktiert werden. Aber dies ist nur meine persönliche Meinung.

PS: Ich leide seit 5 Jahren unter Depressionen und war schon bei unzählingen Psychiatern und Psychotherapeuten.

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Um es einfach auszudrücken, ist ein Psychiater noch zusätzlich ein Arzt, d.h. er kann dir (bei freiwilligem Bedarf) Medikamente verschreiben, was ein normaler Psychologe nicht darf.

Beim ersten Gespräch geht es erst einmal darum, was genau dir fehlt. Du musst dabei nicht vorbereitet sein und dir keine Pseudodiagnose stellen; am besten ist es, wenn du einfach frei erzählst (ich weiß, dass das schwierig bei einer sozialen Phobie ist, allerdings ist dies trotzdem wichtig) und der/die PsychiaterIn sich selbst ein Bild macht.

Die nächsten Termine können aus Tests bestehen (das sind dann meist Fragebögen o.ä.), oder es wird generell über deine Situation gesprochen. Weil Therapien relativ teuer sind, wird früher oder später ein Psychiater aufgesucht werden müssen, welcher dann durch weitere Tests eine Diagnose stellt (das ist wichtig, damit die Krankenkasse Ruhe gibt).

Psychologen/Psychiater sind schweigepflichtig bis zu einem bestimmten Grad. Das bedeuted, sofern du nicht andeutest/drohst, dir z.B. das Leben zu nehmen oder andere akkut zu gefährden, dürfen sie nichts ohne dein Einverständnis an andere Personen weitergeben (einschließlich deiner Eltern!).

Um allerdings eine Therapie zu bekommen, werden deine Eltern jedoch aufgrund der Krankenversicherung eingeschaltet werden müssen. Außerdem kann es ein paar Wochen dauern, bis ein Therapieplatz gefunden ist. Das soll dich jedoch nicht davon abhalten.

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Kommentar von Ariisuu
25.10.2016, 01:07

Danke für diese tolle Antwort :) 

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Kommentar von Seanna
25.10.2016, 01:09

Nix zusätzlich Arzt. Der Psychologe hat Psychologie studiert und der Psychiater Medizin. Beide haben danach eine Zusatzausbildung gemacht über ca 5 Jahre um sich auf Psychotherapie (Psychologe) oder Psychiatrie (Arzt) zu spezialisieren. // Woher kommt nur dieses Gerücht, Psychiater hätten Medizin UND Psychologie studiert?! Die bräuchten mit Zusatzausbildung 16 Jahre!

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Der für dich richtige Ansprechpartner zur differenzialdiagnostischen Abklärung ist der Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie.

Psychiater / Kinder- und Jugendpsychiater sind die zuständigen Fachärzte für psychische Erkrankungen. Sie sind auch ärztliche Psychotherapeuten.

Psychologen haben Psychologie studiert (das ist ein mathematisch-naturwissenschaftliches Fach), sie dürfen keine Psychotherapie ausüben, Psychologe ist kein Heilberuf, das Studium hat oft auch keinerlei Bezüge zu Themen wie Gesundheit und Soziales.

Kinder- und Jugendlichentherapeuten sind idR Sozialpädogogen, Pädagogen, Heilpädagogen u.ä, selten Psychologen, die eine postgraduale Ausbildung in Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters absolviert und ein Staatsexamen abgelegt haben. Sie dürfen ausschließlich psychisch erkrankte Kinder und Jugendliche nur mit Psychotherapie behandeln (und die dafür notwendige Diagnostik durchführen). Alle anderen Aufgaben obliegen dem Facharzt (auch Einweisungen, Verordnungen, sozialrechtliche Anträge, Überweisungen, Atteste, ärztliche Berichte und Bescheinigungen uvm.).

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Du solltest zuallererst mal zu deinem Kinderarzt gehen und dir nicht irgendwelche Diagnosen selber stellen...

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Kinder und Jugendpsychotherapeut.

Die sind zur Diagnostik besser ausgebildet und bekommen Sie besser vergütet bzw Ärzte bekommen die Zeit besser vergütet wenn sie andere Dinge tun und stellen daher oft über den Daumen gepeilte Diagnosen nach 20min.

Die Behandlung findet eh beim Psychotherapeuten statt und in dem Alter bekommst du keine Medikamente. Bis auf den Konsilbericht den auch der Kinderarzt schreiben kann brauchst du also keinen Arzt.

Aber um festzustellen ob ÜBERHAUPT etwas behandelt werden muss, geh zum Kinderarzt.

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Kommentar von schloh80
25.10.2016, 07:07

Das ist  nicht korrekt. Der diagnostisch zuständige Arzt ist der Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie, bei V.a. biopolare Störung MUSS ein Psychiater aufgesucht werden. da hier eine medikamentöse Einstellung unerlässlich ist. Der Kinderüsychiater verdient übrigens auch mehr Geld, als ein KiJuTh. Ist für den Patienten aber egal.

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Kommentar von Seanna
25.10.2016, 11:18

Wenn denn ein Arzt gebraucht würde. Und den va. Bipolarität sehe ich in der Beschreibung nicht, nur eine Laiendiagnose aufgrund pubertärer "Stimmungsschwankungen". So scheint 1x Warteliste auf Therapeut sinnvoller. // Und ich sagte ja die Ärzte verdienen mehr. ua durch Rezepte, und das geht schneller und bringt mehr ein als Diagnostik, die bei Therapeuten dasselbe einbringt wie Therapie - sich also mehr lohnt. Nicht umsonst bieten nur wenige KiJuPsychiater Psychotherapie an. Lohnt sich halt nicht für die. Ebenso viel Zeit wird oft in die Diagnostik gesteckt. Der Therapeut lässt sich idr die 8 Probesitzungen Zeit, der Arzt bei weitem (!!) nicht.

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Was der Unterschied ist weiß ich leider nicht. Aber ich kann dir einiges über die Psychologenfrage beantworten :) Ich bin zu einer Psychologin gegangen und war auch schüchtern. Vorallem wollte ich nicht einsehen das ich Hilfe brauche und habe sie eigentlich nur angezickt :'). Um mich kennen zu lernen hat sich mir Fragen über meine Persönlichkeit,Hobbys,Ängste und auch was in der Zeit so passiert ist gestellt. Z.b. jemand ist gestorben oder Mobbing in der Schule etc. Dann haben wir uns kennengerlent und ich habe Vertrauen zu ihr gefasst. Tests haben wir kaum welche gemacht aber ganz viel geredet. Deine Schüchterne Seite ist irgendwann garnicht mehr zu erkennen. Psychologen haben diesen Beruf studiert und wissen wie man mit solchen Menschen umgeht :) Ich bin übrigens 15 also fast dein Alter, und auch wenn man es nicht glaube, irgendwann hört der ganze Mist auf und du kannst dein Leben normal weiterführen. Ich finde es gut das du freiwillig Hilfe animmst. Es war dumm von mir es damals abzulehnen.

Ich hoffe ich konnte weiterhelfen und viel Glück auf deinem weiterem Lebensweg )

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Mit 14 J. eher zusammen mit Mutter zum Psychologen (Adressen im Internet unter PID oder Kassenärztliche Vereinigung des jew. Bundeslands).Die Gespräche sind harmlos.  Psychiater bevorzugen medikamentöse Behandlung.

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Deine erste Anlaufstelle sollte Dein Hausarzt sein. Dieser kann Dir, je nachdem wie akut Deine Geschichte ist, einen Termin bei einem Psychiater besorgen. Und erst wenn eine Diagnose gestellt ist, folgt die Weitervermittlung an einen Kinder- und Jugendpsychologen.

Und überall kannst Du so reden wie Dir der Schnabel gewachsen ist. Es gibt dafür keine Vorgaben oder Regeln.

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