Frage von marilu12395, 174

Wie läuft eine Zwangseinweisung/ Fixierung ab?

Hallo,

ich (22, weiblich) bin wegen SVV und Suizidgedanken in Therapie. Mein Therapeut hat mir gestern gesagt, dass er mich in eine Klinik bringen lassen würde, wenn ich ihm nicht versichern könnte, dass ich die nächsten Wochen noch bei ihm sitzen würde. Ich bin mir nicht sicher, ob ich das kann.. Ich weiß, dass er eigentlich Recht hat - mir gehts schlecht- aber ich habe Angst vor der Psychiatrie. Wenn die kommen sollten, und mich mitnehmen wollen, fixieren die mich dann? Weil ich nicht mitkommen will? Und wie wird das ablaufen - Zwangsjacken sind "out", richtig?? Bitte, ich hab echt Panik... und bin so hin und hergerissen ob ich das wirklich will oder ob ich das allein schaffe... LG marilu

Antwort
von gabritta, 102

Hallo,

Ich lese diese Zeilen und spüre sowohl deine Ratlosigkeit als auch deine Angst. Ich kann beides gut verstehen!

Zwangseinweisungen sind dann möglich, wenn du dein Leben oder das Leben eines anderen Menschen gefährdest. (Eigen- oder Fremdgefährdung).

Das muss ein Gericht auf Antrag beschliessen. Dieser Beschluss geht an die Polizei als vollziehende Behörde. Diese benachrichtigt den Krankenwagen. Gemeinsam kommen Polizei und Krankenwagen zu dir. Polizei klingelt. Wenn du öffnest, werden die Polizisten dir den Einweisungsbeschluss vorlegen und dich bitten Sachen zu packen. Ab diesem Zeitpunkt bist du unter ständiger Beobachtung auf Grund der Gefährdung deiner Person - die - Polizei ist nun dafür verantwortlich, dass dir nichts geschieht. Lässt du dich auf du Sache eine ist alles unproblematisch und in der Regel erfolgt dann keine Fixuerung. Wehrst du dich, kann die Polizei dich mit Handschelln oder (wird in Einrichtungen oft gemacht, weil die keine Handschellen haben)  mit Kabelbindern fixieren. Dieses geschieht nicht um dir weh zu tun, sondern, damit du dir oder anderen nicht weh tust. Die Polizei bringt dich dann mit in den Krankenwagen. es kann sein, das der Transport auch polizeilich begleitet wird, dass liegt  daran wie du dich aufführst und ob die Sanitäter die Hilfe gern hätten.Das ist ganz grob der Ablauf.

Ob die Sanitäter auch in die Wohnung kommen hängt von der Situation ab. Wenn du dich verletzt hast, kann das sein, wenn du dich wehrst kann der Arzt evtl. Beruhigungsmittel einsetzen usw.

Das ist aber eigentlich nur die äussere Prozedur.

Eigentlich geht es doch darum, dass du Hilfe brauchst. Wenn du selber nicht weisste ob du die nächsten Wochen  überlebst, benötigst du dringend Hilfe. Warum also eine Zwangseinweisung? Warum gehst du nicht freiwillig und versuchst was für dich zu verändern? Wenn du mitarbeitet und trotz der sicherlich anfallenden Schwierigkeiten, der grausamen Gefühle und des Grossen Schmerzes, welches alles bei einer guten und intensiven Therapie auftreten kann, du wirst Ergebnisse erzielen die dir vielleicht weiterhelfen können - egal in welcher Richtung das auch sein wird.

Ich glaube, du willst nicht sterben, denn dann würdest du dir diese Gedanken nicht machen und auch nicht weiter zur Therapie gehen wollen.

Mein Rat daher   an dich: geh freiwillig, lass dir helfen!  Such wieder das Licht, was dir zeigt, dass das Lebn nicht nur in deinen Wunschträumen  sondern auch real schön sein  kann  - und wenn es auch fürs Erste nur ein ganz kleines bisschen ist

Ei  kleiner Sonnenstrahl macht auch hell und lässt einen das Eine oder Andere besser erkennen!

Ich wünsche dir ganz viel Kraft  und den besonderen Mut, den du brauchst, wenn du versuchst , diesen Weg zu gehen. Alles Liebe und wenn du magst, melde dich wieder. Gabri

Kommentar von marilu12395 ,

Vielen Dank für deine Worte, gabritta. Ich weiß das sehr zu schätzen und werde mir deinen Rat zu Herzen nehmen! Es ist schwer, aber vielleicht kann ich mich dazu bringen. Ich muss einfach nochmal in mich gehen... Danke.

Antwort
von TheAllisons, 86

Du kannst auch freiwillig mitgehen, dann läuft das alles sehr geordnet. Nur wenn du dich wehrst, kann es zu Zwangsmaßnahmen kommen, wenn du "zwangseingewiesen" wirst

Antwort
von Wuestenamazone, 61

Die kommen und reden dir erst mal gut zu. Die lassen sich auch Zeit das ist geschultes Personal. Fixierungen werden nur gemacht, wenn der Patient für sich und andere eine Gefahr darstellt. Ansonsten geht das ganz ruhig zu. Am einfachsten du gehst mit oder zu deinem Therapeuten. Auch in der Klinik geht das Personal ganz normal mit dir um. Ich kenn das von meiner Schwester. Die Sachen die man im Fernseher sieht die gibt es in der Art nicht. Vielleicht bekommst du was zur Beruhigung. Geh bitte mit das ist der angenehmste Weg. Du hast Angst, hätte ich auch aber sag dir immer die wollen mir helfen. Sicher ist das nicht schön aber dein Therapeut macht sich Sorgen sonst hätte er das nicht gesagt. Alles was du gesehen hast vergiß bitte. Geh mit dann wird gar nichts geschehen. Ich wünsche dir alles Gute und mach es dir nicht selber schwer. Und hab keine Angst

Antwort
von Ceres52, 60

Ohje, glaub den Horrorgeschichten nicht. Sorry aber Psychiatrie ist nicht anderes als Erholungsurlaub. Klar wenn Leute sehr starke Psychosen haben und durchdrehen fixiert man die und gibt Beruhigungsmittel, aber nur bei ganz schweren Fällen, die nicht mehr Herr ihrer Sinne sind.
Ansonsten macht man in der Psychiatrie folgendes: Ergotherapie (also malen, basteln, werkeln, tonen), Musiktherapie, Sport, Entspannungsübungen und reden reden reden usw. Es ist wie Erholungsurlaub. Man kommt runter und lernt mit seiner Krankheit umzugehen. So lange bis deine Medis wirken und du so stabil bist, dass du wieder nach Hause darfst. Und wenn du dich nicht gerade benimmst als wärst du vom Teufel besessen dann wirst auch nicht fixiert und in "Einzelhaft" gesteckt.
Ist nicht wie bei Shutter Island oder andere Hollywood Horrorstreifen.

Antwort
von LittleMistery, 95

So schlimm ist das nicht, wie manche behaupten und Zwangsjacken gibt es nicht mehr und fixiert wird man auch nur im größten Notfall.

Kommentar von user8787 ,

Richtig, im absoluten Notfall, also bei Selbst-oder Fremdgefährdung. 

Auch hier darf die Fixierung nur so lange andauern bis das Beruhigungsmittel wirkt. 

Sonst unterliegt die Fixierung einer richterlichen Anordnung, d.h. gefährdet sich ein Patient während des stat. Aufenthalts gibt es klare Richtlinien. 

Antwort
von ElfeLegolas, 92

man wird mit der Polizei eingesammelt, meist haben Sie einen Gerichtlichen Entschluss. ob da die RTW dabei ist, das weiß ich nicht? wenn man sich wert, bekommt man Handschellen angelegt.
man wird an Armen, Beinen und Bauch mit Lederrieben Fixirt. sehen aus wie Gürtels. aber auch Stoffriemen.
dann bekommt man Beruhigungsmittel, meist gespritzt. damit wird man Ruhig und man schläft ein. oft passiert es, das man sich einnässt.
in der Zeit ist man in der geschlossene. bis man wieder auf dem grünen Damm ist und der Entschluss ein ja gibt das man gehen darf. manchmal kommt auch regelmäßig ein Rechtsanwalt. wie man auch einen Gesetzlichen Betreuer oft zugewiesen bekommst. der ab da an für dich zuständig ist. den bekommt man schwer los.
der Aufenthalt kann kann einige Wochen, bis Monate sein. 

Kommentar von ElfeLegolas ,

P. S.: ich hab es bestimmt schon 20 oder 30 mal Miterlebt. in einer Psychiatrie. 

so gar wie die auf Station kamen, wie sie geschrien haben.... .

Kommentar von user8787 ,

Was ein Unsinn @ElfeLegolars....du sollttest weniger TV schauen. 

Was du bezüglich Fixierung und Überwältigung beschreibst ist in Germany nicht erlaubt. 

Ich bin viele Jahre auf dem RTW gefahren.....DAS dürfen wir nicht! 

Deine " Lederriemen-Story" ist Hollywood, sowas befindet sich nichtmal an Bord eines RTW. 

Und sage jetzt nicht wir sammeln die Gürtel der Passanten zusammen.....🙄

Kommentar von gabritta ,

Hallo ElfeLegolas, die Beschreibung und das was du erlebt hast, mögen richtig sein, aber, ganz ehrlich, glaubst du mit dieser doch drastischen Darstellung hast du marilu geholfen mit ihrer Angst klarzukommen?

Kommentar von ElfeLegolas ,

ich habe Ihre Frage Beantwortet. habe so gar vorher ein Freund gefragt ob die Antwort so okay ist. Bevor ich die Antwort abgeschickt habe. 

Antwort
von oki11, 102

Hallo Marilu,

da es bei meiner Mutter ganz genauso war, kann ich Dir folgendes sagen.

Solltest Dein Therapeut das Gefühl bekommen, Du spielst ihm nur was vor, dann passiert folgendes.

Er ruft einen RTW ( eine Fixierung wird es nicht geben ), die dortigen Kräfte werden Dich "bitten" freiwillig mitzukommen und dann triffst Du die Entscheidung.

Solltest Du dich weigern, dann wird die Polizei hinzugezogen und dann kann es passieren, dass Du fixiert wirst.

Bei einem akuten Versuch, oder auch bei einem begründeten Verdacht, darfst Du max. 24 in der geschlossenen bleiben ( gegen Deinen Willen ), aber nach den 24 Stunden wird ein Amstrichter einbestellt und der trifft dann die Entscheidung.

Einweisung geschlossene für xy Tage/ Wochen.

Eine Panik brauchst Du nicht haben, denn es läuft alles sehr freundlich ab und es ist JEDEM daran gelegen, dass es Dir gut geht!

Ich kann Dir nur anraten diesen Schritt zu wagen und das freiwillig, denn dann wirst Du schnell feststellen, dass es Dir auch tatsächlich besser gehen wird.

Dir alles Gute

Antwort
von Beelover, 121

Aus Erfahrung weiß ich, dass ein Krankenwaagen geholt wird.. wenn du mit diesem nicht mitfahren möchtest wird die Polizei gerufen. Danach wirst du vom polizeilichen Arzt untersucht ob es wirklich nötig ist und ob wirklich Gefahr für dich selbst besteht. Wenn dies so ist, wirst du mit genommen, im Notfall auch mit Handfesseln.

Ich war selbst 3 Tage geschlossene, glaub mir du brauchst keine Angst haben. Die Leute sind gut ausgebildet und wollen dir nur helfen. Wenn ich dir aber einen Tipp geben darf, wenn du das Gefühl hast, dass du dir wirklich etwas antun möchtest, geh freiwillig hin. In solchen Situationen muss man sich helfen lassen auch wenn man es alleine schaffen möchte. Es ist wirklich ganz ok dort.

Kopf hoch und kämpfen.

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