Frage von baakbb, 34

Wie läuft die Scheidung genau ab, insbesondere die weitere Nutzung der eigenen Wohnung?

Hallo, angenommen, der Scheidungstermin ist nun bestimmt und der Versorgungsausgleich wurde auch bereits geregelt. Ich habe bisher nur einen Anwalt genommen, mein Mann hat noch keinen. Wie läuft das dann bei der Scheidung ab, insbesondere weil ich nur über Vermögenswerte verfüge (eigene Wohnung - Alleineigentümer, nur ich im Grundbuch und ich bezahle dies auch alleine). Mein Mann hat auch keinen Antrag auf Zugewinnausgleich gestellt.

Nun habe ich ja gehört, dass ich während der Trennungszeit meinen Noch-Mann nicht aus der Wohnung rauswerfen kann. Wie läuft es aber dann ab beim Scheidungstermin.

In einem Beitrag habe ich gehört, dass die Eheleute zur Trennungszeit befragt werden und ob man einverstanden ist, geschieden zu werden.

Mein Mann ist einverstanden, denn er hat eine neue Freundin, aber er sagt immer das er Geld möchte von mir (Hälfte). Mein Anwalt hat gesagt, wenn er irgendwelche Ansprüche gelten machen möchte, so geht dies nur auf Antrag.

Mein Noch-Mann möchte aber nicht zum Anwalt und hat sich auch bisher noch nicht erkundigt. Er hat seine Forderungen nur mir persönlich gegenüber bekundet und sagt, immer die Anwälte verdienen doch eh nur.

Wer kann mir also sagen, wie dann in so einem Fall das beim Scheidungstermin abläuft?

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Antwort
von DFgen, 14

Wenn dein Mann offiziell (durch einen Anwalt) nichts fordert, musst du ihm auch nichts zahlen.

Ansonsten könnte derjenige von euch beiden, der das geringere Einkommen (nicht Vermögen!) hat, evt. "Trennungsunterhalt" (bis zur Scheidung) vom anderen einfordern. 

Ein "Zugewinnausgleich" wird ebenfalls nur angestellt, wenn dies zumindest von einem von euch gefordert wird, ansonsten könntet ihr euch selbst einigen...

  • Allerdings gehört das, was jedem vor der Ehe gehörte, auch nach der Ehe allein, nur der "Zugewinn" müsste geteilt werden (bzw. ein entsprechender "Ausgleich" berechnet werden...) - also das gemeinsam Angeschaffte, gemeinsame Ersparnisse.. oder ein während der Ehe stattgefundener  "Wertzuwachs" z.B. einer Immobilie (nicht die Immobilie an sich) müssten geteilt werden ...

Forderung von Trennungsunterhalt und Zugewinnausgleich wären aber nicht "Bestandteil" des Scheidungsverfahrens an sich....

Kommentar von baakbb ,

Wenn mein Mann nichts fordern würde, dann wäre es natürlich mein Vorteil, da ich dann gar nichts an meinen Mann bezahlen müsste. Wie sieht es aber aus, wenn mein Mann erst nach der Scheidung auf die Idee kommt einen Zugewinnausgleich zu beantragen. Wer müsste dann die Kosten für den Anwalt  bezahlen?

Kommentar von DFgen ,

Jede Person, die einen Anwalt beauftragt, muss diesen selbst bezahlen.

Nur, wenn  Jemand ein von ihm angestrebtes Verfahren gegen einen Anderen "gewinnt", müsste der "Verlierer" ggf. auch die Anwaltskosten des "Gewinners" tragen.

Antwort
von sassenach4u, 13

Da die Wohnung Dir gehört,setz ihm eine Frist,bis wann er auszuziehen hat. Auch im Trennungsgang hättest du das schon tun können. Wenn er nichts fordert, freundlichen dich,kommt nichts schriftlich musst du nicht reagieren. Grundsätzlich steht ihm schon ein Zugewinnausgleich zu.

Antwort
von Liesino123, 5

Beim Scheidungstermin werdet ihr lediglich gefragt, ob ihr wirklich geschieden werden möchtet, wenn beide dies bejahen, ist die Scheidung nach einer Frist rechtsgültig. Diese Frist gibt es weil kein Anwaltszwang besteht und dein Mann keinen Anwalt dabei hat. 

Den Antrag auf Zugewinnausgleich kann er maximal drei Jahre nach Rechtskraft der Scheidung stellen. Da besteht jedoch Anwaltszwang bei Gericht. Wenn ihr euch außergerichtlich einigen könnt, könnte es natürlich günstiger werden. 

Da scheinbar nur du Zugewinn erzielt hast (Eigentumswohnung, abzüglich Restschulden), wirst du ihm vermutlich einen Ausgleich zahlen müssen. Es sei denn, die Whg. befand sich schon vor der Ehe in deinem Besitz oder er hat Vermögenswerte im etwa selben Wert. 

Kommentar von baakbb ,

Die Eigentumswohnung hatte ich durch ein Erbe, diese habe ich während der Ehe für den Kauf der neuen Immobilie eingesetzt. Das ist auch richtig, dass mein Zugewinn entsprechend höher ist. Nun beim Verkauf der jetzigen Immobilie abzgl. Restschulden und eingesetzter Eigentumswohnung ergibt sich evtl. einen Anspruch den mein Noch-Mann haben wird.
Da ich keinen Zugewinnanspruch habe, benötige ich auch keinen Antrag. Jetzt steht hier, dass für den Antrag Anwaltszwang besteht. Wenn jetzt aber mein Mann kein Interesse hat einen Anwalt zu bezahlen, obwohl er einen evtl. Anspruch hat, wer muss denn bezahlen, ich oder beide je hälftig oder nur mein Mann?

Kommentar von Liesino123 ,

Den Anwalt, um einen Anspruch auf Zugewinnausgleich geltend zu machen, müsste dein Mann zahlen, ebenso wie die Gerichtskosten, sofern er keine PKH gewährt bekommt. 

Er könnte dich auch ohne Anwalt auffordern, ihm eine Vermögensauskunft auszuhändigen und jeder Ehegatte ist auch dazu verpflichtet, dem anderen Informationen zum Vermögensstand auszuhändigen. Sollte er dich dazu tatsächlich ohne Anwalt auffordern, wird er den Anspruch aber trotzdem nie ohne Anwalt und Gericht durchsetzen können. 

Vielleicht werdet ihr euch aber ja einig, wenn er die Zahlen, samt indexiertem Anfangsvermögen, schwarz auf weiß sieht und davon dann seine Anwalts- und Gerichtskosten abziehen muss. 

Viel Erfolg! 

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