Frage von FrauFriedlinde, 80

Wie läuft die Schadensregulierung, wenn man die Versicherung schon gekündigt hat?

Ich habe meine Berufsufähigkeitsversicherung zum01.03.2016 gekündigt. Gesundheitsfragen hatte ich alle perfekt beantwortet, das ist kein Thema. Aber da ich so eine Versicherung auch von meinem Arbeitgeber erhalten habe, dachte ich, einen doppelten Schutz brauche ich nicht. Am 15.9.15 bin ich operiert worden. Eigentlich eine Operation, bei der alles gut geht. Außer bei mir. In einem 15 seitigen Rehabericht wurde ausgiebig dokumentiert, das ich nicht in meinem Beruf zurückkehren kann. Es steht mehrfach wortwörtlich so drin, ich soll eine Umschulung machen. Nun ist das ja quasi eine Berufsunfähigkeit und da ich während der 3 Jährigen Umschulungsphase nur 68% bekomme könnte ich die gut brauchen, zumal ausgerechnet in diesem Falle die andere BU nicht greift, weil es da wegen der Operation einen Ausschluss gab. Und nun mal die Frage an die Versicherungfreaks hier: habe ich trotz laufender Kündigung Anspruch auf Leistungen? Bei anderen Versicherungen ist es ja so, aber auch bei der Berufsunfähigkeitsversicherung ?

Antwort
von RudiRatlos67, 53

Siehe Antwort suzisirglos. Da die Höhe der Leistung das Einkommen nicht gravierend übersteigen darf, waren zwei Verträge schon nicht sinnvoll, daher kann dir niemand auch du selbst dir nicht vorwerfen leichtfertig gekündigt zu haben. Allerdings sollte man vor einer Kündigung schon genau schauen was man aufgibt und was man wiederbekommt. Passt die Höhe der Rente? Passt die Laufzeit, was passiert wenn man das Arbeitsverhältnis aufgibt. Da der Vertrag über den Arbeitgeber läuft, unterliegt die Rente der einkommenssteuer, deshalb sollte man 20% höhere BU Rente absichern als bei einem privat geführten Vertrag, passen in dem Fall die Beiträge noch zur Leistung? Bei diesen Dingen ist eine gute und faire Beratung unbedingt erforderlich sonst stößt man im Leistungsfall auf Nachteile die man nicht haben wollte und die vermeidbar waren. Weiterer Punkt, die von mir bereits beschriebene Kapital Ansammlung. Bei BUV über den Arbeitgeber wird auch meistens Kapital gebildet, das ab einmaligem rentenbezug verfällt.

Kommentar von FrauFriedlinde ,

Danke für die Antwort. Kannst du mir auch beantworten, ob die alte BUV noch den Leistungsfalle übernehmen muss?

Kommentar von RudiRatlos67 ,

Ja, das muss sie, aber nur bis zum Ablauf des Vertrags, also bis zum 1.3.2016 danach endet der Vertrag und somit auch die Leistungen.

Antwort
von constein, 38

Hallo, hast ganz schön die S...soße gefasst. Der Berater der dir den neuen Vertrag (BAV) verpasst hat, sollte ein gutes Beratungsprotokoll gemacht haben. Hier sollte, wenn ein RA eingeschaltet werden. Versuche die Kündigung zurück zu nehmen. Erkläre es nicht mit der Erkrankung, sondern mit einer schlechte Beratung eines Vermittlers. Würde mich echt interessieren wie es weiter geht. Viel Glück! constein


Antwort
von RudiRatlos67, 17

Nachdem ich hier alles nochmal gelesen habe, ein sehr wichtiger Punkt noch:
Die BUV über den Arbeitgeber, sollte dringend überprüft werden... und zwar darauf hin, ob beim Beitrag die Beitragsverrechnung gewählt war..... Meiner fachmännischen Meinung zufolge gibt es bei der Betrieblichen BUV nur die Möglichkeit der Überschussverwendung zum Kapitalaufbau.... Ganz genau an dieser Stelle wird es knifflig. Bitte prüfe umgehend, was mit dem angesammelten Kapital passiert... Ich gehe davon aus, das wie ich es schon mal beschrieben hatte, der Kapitalaufbau durch den einmaligen Rentenbezug gleichzeitig gestoppt ist, allerding nicht die Beiträge sondern NUR der Kapitalaufbau. Der Beitragsunterschied beläuft sich immerhin auf 2/3 des gesamten Monatsbeitrags. Bitte prüfe umgehend und lass Dir schriftlich bestätigen, dass am Ende der Vertragslaufzeit das vollständige angesparte Kapital trotz Leistungsfall ausgezahlt wird. Sollte das nicht der Fall sein, lasse den Vertrag ändern auf "Beitragsverrechnung als Verwendung der Überschüsse" Das ist nur möglich wenn der Vertrag privat weiter geführt wird. Der unterschied der Beiträge ist aber nicht unerheblich.

Antwort
von suzisorglos, 33

Falls hier die Leistungsvoraussetzungen erfüllt sind, kann eine vereinbarte BU-Rente höchstens bis zum Ende der Vertragslaufzeit gezahlt werden - auf Deinen Wunsch ist das dann der 01.03.2016.

Kommentar von FrauFriedlinde ,

Ah, ok

Antwort
von berlina76, 41

Eine eigene Berufsunfähigkeitsversicherung ist ja meist an eine Kapitallebensversicherung gekoppelt. Da du diese jetzt gekündigt hast bekommst du ja dein angespartes Geld zurück. Da glaube ich nicht, das du weitere Ansprüche hast.

Kommentar von FrauFriedlinde ,

Nein ... Unsinn! Es ist eine ganz normale BUV die für die Zeit der BU, hier wären es dann so 3,5 Jahre, 1000 monatlich zahlt. Nichts mit Kapitallebensversicherung, das ist ja was ganz anderes.

Kommentar von RudiRatlos67 ,

BUV mit kapitalansammlung gibt es zwar, ist aber ehr die Ausnahme. Der große Nachteil dabei ist, das zum Ablauf der Versicherung zwar ein großes Kapital ausgezahlt werden kann, das aber abhängig von einem zwischenzeitlich eingetretenen Versicherungsfall abhängig ist. Beispiel, jemand hat Kapitalansammlung gewählt, zum Ablauf sollen 50.000 Euro ausgezahlt werden. zwischendurch hat es einen Leistungsfall gegeben und es wurde 6 Monate lang je 1000 Euro also insgesamt 6.000 Euro Rente gezahlt. Damit sind die 50.000 zum Ablauf verfallen. Es gibt zwar auch Kapitalgarantie trotz Leistungsfall, das ist aber ehr die Ausnahme. Deshalb die Empfehlung, BUV immer mit beitragsvereechnung für die überschüss Verwendung wählen und den gesparten Teil der Beiträge in einen separaten Verträg investieren.

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