Frage von D41178, 80

Wie läuft das mit dem Erbrecht bei Tot des leiblichen Vaters eines unehelichen minderjährigen Kindes?

Hallo, der leibliche Vater meines Sohnes ist gestorben. Unser Sohn war unehelich und er hatte kein besonders inniges Verhältnis zu seinen leiblichen Vater, allerdings auch kein schlechtes, sie haben sich nur nicht so oft gesehen.

Der verstorbene Kindsvater hatte zuletzt bei seinen Eltern gelebt .

Er hat noch eine Ehefrau, von der er wohl allerdings getrennt lebte und mit dieser auch ein eheliches Kind.

Für mein Sohn hatte in der Vergangenheit eine Beistandschaft beim Jugendamt alle belange wie Unterhalt usw geklärt.

Jetzt beim Erbe frage ich mich wie das alles abläuft, letztlich weiß mein Sohn ja nicht welche Versicherungen und welche Eigentümer sein leiblicher Vater hatte.
Wird sowas alles vom Nachlassgericht geklärt oder sollte man zum Wohl des Kindes lieber einen Anwalt einschalten, ?

Antwort
von beangato, 14

Ein unehelichesKind hat die gleichen Rechte wie ein eheliches Kind.

Ich hab damals die Erbschaft im Namen meines Kindes ausgeschlagen. Ich bekam Unterhaltsvorschuss. Mein Kind hätte das vlt. selbst zurückzahlen müssen.

Ob Du einen Anwalt einschaltest, musst Du selbst entscheiden.


Antwort
von Paladinbohne, 15

Er kommt auf jeden Fall als Erbe in Frage neben der jetzigen Witwe und dem ehelichen Kind. Sobald er bzw. sein gesetzlicher Vertreter Post wegen des Erbens bekommt, würde ich mich vllt. zuerst beim Nachlassgericht informieren und dann wenn nötig zu einem Anwalt. Behaltet diesbezüglich aber immer den Beratungshilfeschein im Hinterkopf.

Kommentar von D41178 ,

Prüft denn das Nachlassgericht auch die Besitztümer. Ich meine wer überprüft das?  Letztlich kann da doch viel unter Tisch fallen und im Erbe gar nicht auftauchen, oder ?

Antwort
von emily2001, 14

Hallo,

uneheliche Kinder werden leiblichen Kindern gleichgestellt. Du solltest also, dich darum kümmern und durch einen Anwalt fragen lassen, ob das Kind bedacht worden ist im Testament. Aber auch wenn das Kind nicht bedacht worden ist, erbt es... vorausgesetzt, du kannst nachweisen, daß das Kind wirklich mit dem vermeitlichen Vater verwandt ist, oder wenn der Vater ihn annerkannt hat...Am besten beim Nachlaßgericht fragen.

Emmy

Kommentar von Purnetic ,

Ob ehelich oder nicht leiblich bleibt leiblich. Vorausgesetzt ein Testament existiert.

Kommentar von DFgen ,

Ein leibliches Kind ist auch ohne Testament erbberechtigt.

Selbst wenn ein Testament existiert, in dem das uneheliche leibliche Kind "enterbt" wurde, hat es dann noch Anspruch auf seinen Pflichtteil..........

Expertenantwort
von ichweisnix, Community-Experte für Erbe, 11

In Bezug auf das Erbrecht gibt es keine Unterschied zwischen ehelichen und nicht ehelichen Kindern.


Er hat noch eine Ehefrau, von der er wohl allerdings getrennt lebte und mit dieser auch ein eheliches Kind.

Hier kommt es darauf ab, ob die Scheidung beantragt wurde und die Voraussetzung für die Scheidung erfüllt waren. Falls nein, erbt die Ehefrau 1/4 + 1/4 pauschalen Zugewinnausgleich.

Jedes der Kinder erbt wiederum 1/4.


Wird sowas alles vom Nachlassgericht geklärt oder sollte man zum Wohl des Kindes lieber einen Anwalt einschalten, ?

Das Nachlassgericht klärt da gar nichts, das stellt höchstens auf Antrag einen Erbschein aus. Ein Anwalt wird da aber nur begrenzt helfen, da dieser ja auch nicht das Vermögen ermitteln kann.

Bei minderjährigen Kindern ist es zudem so, das wenn der Erwerb 15000€ übersteigt, ein Inventar zu erstellen ist und den Familiengericht vorzulegen ist.

Sollte das zweite Kind auch minderjährig sein muß das Inventar für beide Kinder erstellt werden.



Antwort
von DFgen, 14

Der Sohn hat Anspruch auf ein Viertel der Hinterlassenschaft seines Vaters (die Hälfte erbt die Noch-Ehefrau, die beiden Kinder teilen sich die andere Hälfte...).

Selbst wenn er per Testament als Erbe ausgeschlossen worden wäre, hätte er Anspruch auf einen "Pflichtteil" (die Hälfte des gesetzlichen Erbteils, hier also ein Achtel).

letztlich weiß mein Sohn ja nicht welche Versicherungen und welche Eigentümer sein leiblicher Vater hatte.

Darüber, was genau das Erbe umfasst, muss der Sohn bzw. du als sein gesetzlicher Vertreter selbst in Erfahrung bringen (ggf. per Anwalt).

Auszahlungen aus Versicherungen fließen nicht automatisch in das Erbe mit ein, sondern nur, wenn dafür kein "Begünstigter" benannt wurde..... 

Wenn das Erbe nicht von vornherein ausgeschlossen wird, wäre es wichtig etwas über die Erbmasse zu wissen, denn auch Schulden werden vererbt....

Antwort
von Ronox, 12

Das Nachlassgericht ermittelt keine Nachlasswerte, sondern nur die Erbfolge auf Antrag. Das ist Sache der Erben. Er müsste sich also - sollte er die Erbschaft annehmen oder überhaupt Erbe sein - mit den Miterben in Verbindung setzen oder auf sonstigem Wege Nachforschungen anstellen.

Antwort
von Sonnenstern811, 13

Ob der RA sich lohnt hängt natürlich von der Höhe des Nachlasses ab. Dann würde ich es machen. Normal erbt ja die Ehefrau die Häfte, der Rest wird unter den Kindern aufgeteilt. Gleich, ob ehelich oder nicht.

Antwort
von Purnetic, 9

Gibts ein Testament vom Vater?

Falls nicht muss zuerst eine Liste erstellt werden wo alles erfasst wird, danach wird alles so Verteilt wie es Gesetzlich vorgeschrieben ist(1/2 Ehefrau, 1/4 Kind 1, 1/4 Kind2, oder ähnlich). Dies wird meistens vom Gericht entschieden

Kommentar von D41178 ,

wer schreibt die Liste ?  Da kann doch ach einiges unterschlagen werden, oder wird das ordentlich geprüft vom Gericht ? 

Kommentar von Purnetic ,

Beim Erben ist auch Aufmerksamkeit geboten, man kann nämlich auch Schulden erben. (z.B. nicht abbezahlte Sachen wie Haus, Auto, Schmuck, Kunst, Arbeitsgeräte bei einer Firma etc.)

Kommentar von Purnetic ,

Das sollte mit einem Notar gemacht werden

Antwort
von D41178, 10

weiß ich leider noch nicht, denke aber nicht

Antwort
von Harald2000, 6

Vor dem Tod wäre ein vorzeitiger Erbausgleich möglich gewesen; nach dem Tode nur noch, wenn auch was zu erben ist.

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