Frage von sydneyxabbi, 55

Wie läuft das eigentlich ab, wenn man eine Geschichte/Buch zu einem Verlag schickt?

Hey Leute. Ich bin Hobby Autorin auf wattpad und mir ist aufgefallen, dass viele ihr Buch veröffentlicht haben (als ein richtiges Buch) Ich weiß nur, dass sie es einen Verlage geschickt haben, doch wollte ich gerne wissen wie das alles so abläuft. Wie schickt man sein eigenes Buch zu einem Verlag? Was machen die damit? Wird entschieden ob es veröffentlicht wird oder nicht? Muss man etwas davor bezahlen? Etc.

Ich bedanke mich für die Antworten! LG, abbie

Expertenantwort
von Rubezahl2000, Community-Experte für Buch, 31

Wie das abläuft? Die Verlage werden Tag für Tag überschüttet mit Manuskripten von hoffnungsvollen Hobby-Autoren, aber die meisten Manuskripte werden da nicht mal gelesen :-(

Verlage sind kommerzielle Unternehmen, die Umsatz und Gewinne erzielen wollen!
Wunschträume vonHobby-Autoren zu erfüllen - ohne realistische Aussicht aufkostendeckende Einnahmen und Gewinne - das ist nicht ihr Geschäft;dann wären sie bald pleite :-(  Der Buchmarkt ist hartumkämpft!

Verlage, die Bücher AUF IHRE KOSTEN überarbeiten, drucken undveröffentlichen, tun das nur dann, wenn sie davon überzeugt sind, dass sich das Buch so gut verkaufen wird, dass alle Kosten wieder hereinkommen und zusätzlich noch Gewinne erzielt werden.
Erstlingswerke von unerfahrenen Jung-Autoren haben danormalerweise keine Chance, weil da erfahrungsgemäß nicht mit hohenVerkaufszahlen zu rechnen ist.
So ist leider die Realität:-(
Sogar z.B. Astrid Lindgren und J.K.Rowling mussten diese Erfahrung machen. Erst nach Jahren und vielengeschriebenen Büchern hat sich ein Verlag "erbarmt" undihre Bücher veröffentlicht.

Pass auf, dass du NICHT an einen Pseudo-Verlag gerätst,der sich als seriöser Verlag ausgibt und große Versprechungenmacht, aber im Endeffekt den Autor mit versteckten Kostenfallen imVertrag über den Tisch zieht und abkassiert.

Eine realistische Alternative wäre die Veröffentlichung als E-Book in Eigeninitiative oder "Book-on-Demand".

Oder, wenn man genug Geld hat, kann man einen Druckkostenzuschuss-Verlag mit der Veröffentlichung beauftragen und das selbst bezahlen. Dann trägt der Autor selbst das Risiko, ob die Einnahmen durch den Verkauf  die Kosten decken werden.

Viel Erfolg!

Kommentar von Amal1999 ,

Also nach dem, was ich gehört habe sollte man generell die Finger von Druckkostenzuschuss-Verlagen lassen. Eine bessere Alternative wäre es da doch, sich zur Not einen Lektor zu engagieren, um es dann per selfpublishing auf Amazon zu veröffentlichen, oder? :) Ein Lektor kann man recht leicht finden, (z.B. über Facebook, wo man jedoch auf die Seriösität achten sollte) die lassen sich oft nach Stunden bezahlen und könnten zusammengerechnet auf lage Sicht billiger sein als so manch ein Druckkostenzuschuss-Verlag, der sich (manchmal) nicht mal selber um gute Werbung etc. bemüht. 
Oder gibt es tatsächlich Vorteile für Druckkostenzuschlag-Verlage gegenüber Selfpublishing? :) ich bin noch nicht sehr lange in dem Gebiet unterwegs und höre gerne alle möglichen Meinungen & Erfahrungen ^^ 

mfg,
Amal

Kommentar von Rubezahl2000 ,

Das kommt drauf an, was man will und was man sich leisten kann.
Wer sehr viel Geld übrig hat und einfach nur sein Werk, so wie es ist, als gedrucktes Buch herausbringen möchte, ohne die "Qualitätskontrollen" eines seriösen Verlags über sich ergehen zu lassen, der kann es sich leicht machen und einfach einen Druckkostenzuschussverlag damit beauftragen und bezahlen.
Was dann aus den gedruckten Büchern wird, also ob die dann im Buchhandel angeboten werden und ob sich dafür Käufer finden, ist eine andere Sache. Hier geht's eher darum, dass ein (reicher) Autor sich seinen Traum erfüllt, dass sein Werk als gedrucktes Buch existiert.
Z.B. wissenschaftliche Arbeiten werden auch oft auf diesem Weg für die Zielgruppe gedruckt.

Für (mittellose) Hobby-Autoren ist das natürlich keine Alternative, dafür ist's viel zu teuer und die Zielsetzung ist ist auch nicht unbedingt die selbe.

Von Pseudo-Verlagen sollte man die Finger lassen (falls man sie erkennt ;-). Der Unterschied zwischen Pseudo-Verlagen und Druckkostenzuschussverlagen ist, dass Druckkostenzuschussverlage mit offenen Karten spielen bzgl. Leistung und Preis. Pseudo-Verlage verschleiern ihre Preise und versuchen, den Autor mit falschen Versprechungen abzuzocken.

Viel Erfolg für dich!

Antwort
von Amal1999, 33

Hey :) 

Ich selber bin angehende Jungautorin und versuche dir das mal so gut ich kann zu erklären :D 

Zu aller erst musst du ein "Exposé" schreiben. Das ist, man könnte sagen eine Art Inhaltsangabe. Auf (ich glaube) ca 4 Seiten sollst du knapp und möglichst ohne großartige Details erzählen, was in deiner Geschichte passiert. Von Anfang bis Ende. 

Dazu kommt dann noch eine Leseprobe von deiner Geschichte. Dann suchst du dir einen Verlag, der dir gefällt und wo du denkst, dass dein Buch gut reinpassen könnte, da schickst du deine "Buchbewerbung" dann hin. 

Und dann heißt es warten. Bis du eine Antwort erhältst kann es bis zu 6 Monate dauern. In dein Exposé solltest du geschrieben haben, welches Genre etc deine Geschichte etwa hat, so kann deine Bewerbung dann besser zugeordnet werden. Das schaut sich dann der verantwortliche Lektor (ein Lektor ist für die Inhaltliche überprüfung und optimierung deines Textes verantwortlich) an. Dann wird entschieden, ob es Potential hat und ob es überhaupt in das Programm des Verlages passt. 

Wenn du dann Glück hast und angenommen wirst, musst du den Rest von deinem Manuskript nachschicken, das bekommst du dann irgendwann mit einem Haufen Bemerkungen usw zurück. Die sollst du dann versuchen umzusetzen und ich denke Mal das geht einige Male so, bis der Inhalt passt. 

GANZ WICHTIG: ein guter Verlag verlangt NICHTS von dir. Keinen Cent. Es gibt noch die sog. Druckkostenzuschlagsverläge, die halt für den Druck Geld wollen. Die sind aber nicht seriös, bloß die Finger von lassen :) 

Meistens wird Cover und Titel vom Verlag dann bestimmt, genauso sorgt er für Werbung und Vertrieb. Aber ich glaube das ist von Verlag zu Verlag unterschiedlich. 

Und wenn du absolut keine Lust auf so eine große Aktion hast kannst du das auch selber Rausbringen :D bei Amazon über zB. Creatspace. Da bist du aber alleine für Lektorat und Richtigkeit von deinem Text verantwortlich, genauso für Cover usw. Das ist auch ne Menge Aufwand, das darf man nicht unterschätzen^^ 

ich hoffe ich konnte dir einen Eindruck vermitteln, 

allles Liebe,

Amal^^ 

Kommentar von sydneyxabbi ,

Danke für die liebe Antwort Amal! :D Hast du eigentlich selber schon ein Buch veröffentlicht? oder warum weist du so viel drüber? (wenn ich fragen darf) :3

Kommentar von Amal1999 ,

Klar darfst du fragen :D

Ich habe mit einer Autorenkooperative 2 Bücher bei Amazon per selfpublishing veröffentlicht :) 

Ich bin seit bald 2 Jahren in der Kooperation und da ist alles sehr freundschaftlich und persönlich, man bekommst viel mit und einem wird viel erklärt^^ Deswegen bin ich da recht gut im Bilde glaube ich :D 

Kommentar von sydneyxabbi ,

Wow ist ja echt cool! Aber viel Arbeit oder? :D Wie heißen eigentlich deine Bücher? Und wenn man jetzt z.b. das auf Amazon veröffentlichen will, wie macht man das eigentlich mit dem Cover? und lassen die einen den selben Titel? (sorry für dir vielen Fragen xD)

Kommentar von Amal1999 ,

Kein Thema ich helfe gern^^

Meine Bücher sind eher "Kurzromane" um ehrlich zu sein :D Mein erstes "Phoebe, ein Schattenroman" mit etwa 100 Seiten und "Und doch steh ich hier" mit ca 140 Seiten ^^ 

Der Arbeitsaufwand hält sich noch in Grenzen, zum Glück. Ich muss eig "nur" schreiben und später das korrigieren, was mein Chef so kritisiert :D 

Wenn du selber bei Amazon über creatspace oder epubli veröffentlichst, kannst du normalerweise alles selber bestimmen, von Cover, über Titel bis Klappentext. Aber Du bist auch mit der Fehlerkontrolle auf dich alleingestellt. Und man muss überall viel beachten, zB musst du natürlich die Rechte an dem Bild für den Cover haben, die Größe muss stimmen usw, usw. Bei mir übernimmt das mein Chef/Lektor/Gruppenpaps/LebensmüderHobbyloser :D 

Epubli zB musst du aber selber was zahlen. Bei creatspace so viel ich weiß nicht, weil da on Demand gedruckt wird. Heißt da wird erst gedruckt, wenn was bestellt wird und von den Kaufkosten werden die Druckkosten gleich abgezogen^^ 

Hoffe ist alles soweit verständlich :D 

Kommentar von sydneyxabbi ,

ich weiß deine Antworten echt zu schätzen! ich wollte nämlich selber mein Buch veröffentlichen wenn es fertig ist und eine Freundin von mir ebenfalls, doch haben wir keine Ahnung wie xD Jedenfalls haben mir deine Antworten echt geholfen. Nur eine letzte Frage noch: Wie macht man das mit dem Recht am Bild? ich kann jetzt nicht irgendein Bild nehmen und ein Cover drauß machen oder? xD

Kommentar von Amal1999 ,

Ähm ne, rechtlich gesehen nicht :D Da gibt es viele Möglichkeiten, zB bietet Pixabay copyright-freie Bilder an, aber ich glaube da muss man dann auch was angeben. Oder du machst selber ein Bild und bearbeitest es dir dann zurecht :D Aber da musst du halt auf die Größe achten, da kann ich dir leider nciht helfen da verstehe ich selber nicht wirklich was von xD 

Kommentar von sydneyxabbi ,

Also wenn ich z.b. mehrere Bilder zusammen bearbeite, kann ich es dann benutzten? :D und dank nochmal! es ist echt nett, dass du dir zeit nimmst mir zu antworten! <3

Kommentar von Amal1999 ,

Wenn es deine eigenen Bilder sind, kannst du damit machen was du willst :) aber halt keine einfach so von Google Bilder zB xD 

Ach, passt mir grad ganz gut :D das spornt mich an, ich glaube ich schreib gleich selber noch ne Stunde an meiner Geschichte :D 

Antwort
von Damir2408, 7

Ich weis zwar nicht, ob ich das hier posten darf, aber ich bin bei einem
Unternehmen beschäftigt, das gerade (im April) einen Workshop veranstalten
wird, wo Personen, die ein Buch schreiben wollen zur Rat und Tat gestanden
wird. Eventuell wäre dieser Workshop auch was für dich um alles zu erfahren, was du beim veröffentlichen eines Buches wissen musst.

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