Frage von Dovahmon, 57

wie lässt sich diabetes typ 2 behandeln?

mit welchen medikamenten? und was bewirken sie? habe auch gelesen dass man sein lebensstil ändern soll d.h weniger zucker zu sich nehmen und mehr bewegung, aber was bewirkt das genau im körper?

Antwort
von Cassiopeija, 5

Blutzucker messen ist wichtig, denn nur so lassen sich Folgeschäden vermeiden. Wenn Du natürlich gern Polyneuropathie (heftige Nervenschmerzen), Erblindung und Arterioskerose mit anschliessender Amputation vorziehst, begleitet von Herzinfarkten und Schlaganfällen, dann solltest Du natürlich auf Dein Messgerät verzichten.

Ja, das war Sarkasmus, aber es sind genau die Probleme, die Du bekommen kannst, wenn Du Deinen Blutzucker nicht im Griff hast. Das dumme ist, das Diabetes erstmal nicht weh tut - viele Jahre nicht und man eigentlich denkt, was wollen die alle, ist doch alles ok.

Nur was da ganz langsam im Inneren abläuft, kriegst Du gar nicht mit und wenn es soweit ist, das Du es merkst, hast Du bereits Spätfolgen und musst alles mögliche unternehmen, um sie zu stoppen.

Also tu Dir selbst einen Gefallen und hör nicht auf andere, auch wenn es Deine Familie ist, sie stecken nicht in Deinem Körper und haben auch nicht mit Spätfolgen zu rechen.

Zur Behandlung. Die "normale" Vorgehensweise ist gesunde Ernährung, Keine Fertiggerichte und auf keinen Fall irgendwelche Lightprodukte. Süssstoff ist schlimmer als Zucker und Aspartam z.B. ist giftig.

Ausserdem solltest Du Dich viel bewegen und auf Dein Gewicht achten. Wenn dann der Zucker nicht im Normalbereich bleibt, dann produzieren Deine Betazellen in der Bauchspeicheldrüse einfach nicht mehr genug Insulin, bzw. die Insulinresistenz der Zellen ist so hoch, dass das körpereigene Insulin nicht ausreicht (oder beides).

Meine Meinung und auch die von Prof. Dr. Mehnert, der allgemein als Deutschlands Diabetes Papst gilt - je früher man mit einer Insulintherapie beginnt, desto länger halten die Betazellen durch und sorgen dann immer noch für eine kleine Basis.

Deinem Körper fehlt Insulin, als führt man ihm welches zu, eben das was fehlt. DAS ist natürlich. Natürlich kann man sich auch mit Antidiabetika, z.B. Metformin zu schmeissen, aber diese Chemiecocktails verändern Abläufe im Körper und überhaupt nicht natürlich.

Hab keine Angst vor Insulininjektionen, das sind keine Spritzen, wie die meisten glauben. Diese mittelalterlichen Methoden sind lange schon vorbei. Heute benutzt man Pens, ähnlich einem Füllhalter. Die Nadeln sind 4 mm kurz und habe nur 0,23mm durchmesser und sind auch noch beschichtet, damit sie besser gleiten. Machst Du es richtig (und das lernst Du), spürst Du nichts.

Ausserdem gibt Dir Insulin die Freiheit, zu essen und zu trinken, was Du willst, denn Du kannst immer genug Insulin spritzen. Verlang von Deinem Diabetologen eine ICT (erweiterte Insulintherapie). Du misst Deinen Blutzucker, addierst die Kohlehydrate dazu und injizierst Dir das benötigte Insulin und kannst dann essen/trinken. Hast Du keinen Diabetologen, lass Dir von Deinem Hausarzt eine Überweisung geben und such Dir einen.

Ausse5rdem solltest Du einige Nahrungsergänzungen zu Dir nehmen, von denen Diabetiker einen erhöhten Bedarf haben. Z.B. sehr wichtig sind Magnesium (an besten als Citrat), Chrom, Zink und Kupfer. Ausserdem noch Vitamin k2-MK7 (kennen die meisten gar nicht). Bist Du nicht viel in der Sonne, solltest Du Dir auch Vitamin D3 zuführen.

Machst Du alles, begleitet von etwas sportlicher Aktivität (sehr gut ist z.B. schwimmen), wirst Du ein langes Diabetikerleben ohne grosse Spätfölgen haben.

Antwort
von michi57319, 25

Mich hat der Diabetes auch getroffen, obwohl ich mich gut ernähre und KH meide, wo es geht. Gegen die Erbmasse kannst du kaum was machen.

Ich bekomme im ersten Schritt den Klassiker Metformin, in einer kleinen Dosierung.

Auf Anraten des medizinischen Fachpersonals in der Familie habe ich mein Messgerät weggelegt, weil die Auswirkungen eines Diabetes Typ 2 sich nicht innerhalb von wenigen Wochen manifestieren. Abgesehen davon beunruhigen mich die Werte, die ich gemessen habe auch eher, als daß sie helfen würden, das in den Griff zu bekommen.

Kommentar von Artus01 ,

Auf Anraten des medizinischen Fachpersonals in der Familie habe ich mein Messgerät weggelegt,

Such Dir eine andere Familie und einen vernünftigen Diabetologen.

Noch hast Du durch ständige Beobachtungen die Möglichkeit eventuelle Langzeitschäden zu verhindern.

Kommentar von michi57319 ,

Lies richtig. Ich bin in Behandlung.

Expertenantwort
von Lirin, Community-Experte für Diabetes, 7

Hallo!

Da Typ 2, je nach Fortschritt der Krankheit, meist mit Diät und eventuell mit Tabletten behandelt wird, ist es sehr wichtig einige Dinge zu beachten.

Umstellung der Mahlzeiten:

** Iss mehrere, kleine Mahlzeiten am Tag, die drei Hauptmahlzeiten und noch zwei Zwischenmahlzeiten - das lässt deinen Blutzucker nicht so stark ansteigen

** verwende Süßstoff und vermeide Zucker

** Iss kleine Portionen Fleisch, viel Gemüse - roh oder gekocht, kleine Portionen Kohlenhydrate, wie Kartoffeln, Nudeln, Reis, ein wenig Obst und Milchprodukte, wenig Fett, viel Salat

** Besonder gut sind Vollkornprodukte, denn sie lassen den Blutzucker
langsamer ansteigen und dein Körper hat so länger Zeit das benötigte
Insulin zu erzeugen

** Trink viel Wasser, ungesüßten Tee oder Zeroprodukte, eventuell mal eine Schorle

Willst du abnehmen, dann solltest du nach 18 Uhr nichts mehr essen, außer dir wurde eine Spätmahlzeit vorgeschrieben!

Bei den Tabletten gibt es viele verschiedene Behandlungsansätze:

** einige Tabletten fördern die Freisetztung von Insulin - leider wird dadurch die Bauchspeicheldrüse förmlich ausgequetscht und meist folgt dann eine Insulintherapie, weil die Bauchspeicheldrüse nicht mehr kann

** dann gibt es Tabletten, die die Aufnahme von Einfachzucker im Darm verzögern - die Bauchspeicheldrüse hat dadurch mehr Zeit Insulin zu erzeugen

** dann gibt es ein Medikament, das den Blutzucker senkt

** ein Medikament muss, wie Insulin gespritzt werden, es regt die Insulinfreisetzung an und verzögert die Magenentleerung

Es gibt natürlich noch ein paar, auch mit anderen oder kombinierten Ansätzen.

Ein wichtiger Punkt ist auch sehr viel Bewegung und regelmäßig Sport betreiben! Sport senkt den Blutzucker und entlastet dadurch die Bauchspeicheldrüse.

Zu guter letzt noch eine Anmerkung von mir. Viele Typ 2 Patienten sperren sich lange Zeit gegen eine Insulintherapie. Sie ackern sich zu tode und haben trotzdem schlechte Werte.

Mit einer Insulintherapie wird alles leichter! Man kann wieder ein wenig mehr essen und die Werte werden trotzdem besser sein. Lässt man sich nicht auf ein Mischinsulin einstellen sondern auf eine Basis-Bolus-Therapie, dann bekommt man eine ausführlich Schulung und kann danach alles essen, was das Herz begeht, wie ein Typ 1 Patient.

Es ist allso ratsam zeitgerecht auf Insulin umzusteigen, wenn die Werte nicht mehr passen, denn die Spätschäden bei dauerhaft hohen Blutzuckerwerten sind wirklich entsetzlich!

Noch ein wichtiger Aspekt, lass deinen Diabetes - egal welchen du hast - immer vom Facharzt, also einem Diabetologen - behandelt!!!

Gruß Lirin

Antwort
von Kendall, 24

Die Frage, wie man das medikamentös einstellt, ist immer individuell zu beantworten.

Allgemein lässt sich sagen, dass sich zumindest bei einem Prädiabetes (!) mit einer lowcarb-Ernährung (nach Vorbild der sog. GLYX-Diät) in Verbindung mit Gewichtsverlust (bei bestehendem Übergewicht oder Adipositas) noch einiges reißen lässt. Ein solcher Effekt ist u.U. auch bei manifestem Diabetes zu beobachten.

Auch gibt es Ärzte, die mittlerweile mit einer extremen Fastenkur dafür sorgen, dass die Krankheitssymptome sich wesentlich verbessern, bzw. in einigen Fällen sogar von einer (zeitweisen) Heilung zu sprechen ist.

Aber all dies muss individuell mit dem Diabetologen besprochen werden.

Antwort
von Chefelektriker, 21

Hier hast Du Lesestoff, sind auch hübsche Bilder bei.:)

http://flexikon.doccheck.com/de/Diabetes_mellitus_Typ_2#Typ-2-Diabetes_.28ADA_Kl...

Antwort
von Felixie1, 23

Oh Mann,der Arzt muss dir das sagen.Das ist nicht in einem Satz gesagt,das ist kompliziert.

Kommentar von Dovahmon ,

die frage war ja auch an die gerichtet die die antwort dazu wissen, und bereit sind mehr als nur einen satz zu schreiben

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