Frage von elevenmoons, 67

Wie kündige ich fristlos?

Ich möchte mein Ausbildungsverhöltnis fristlos kündigen. Ich kann in diesem Betrieb einfach nicht mehr weiterarbeiten. Ich quäle mich jeden Tag aufs Neue und es geht mir nun langsam an die Substanz. Ich lerne Mediengestaltung Digital&Print, Beratung und Planung. Jedenfalls habe ich folgende Gründe für eine fristlose Kündigung: - Ich erledige zu 80% ausbildungsfremde Tätigkeiten. Ich bin Mediengestalterin und mache größtenteils Verwaltung...Bewerber verwalten, Telefondienst, Empfang, Termine für Chef vereinbaren, Büromaterial organisieren und kontrollieren, allgemeine Telefonkommunikation, Personalüberwachung, Verkauf von Firmeneigentum über Ebay usw... - Mein Ausbilder ist sehr selten da. Zeitweise war er sogar zwei Wochen am Stück nicht da, ohne jegliche Information darüber. - Mein Ausbilder ist nicht in der Lage mir die Ausbildungsinhalte zu vermitteln, da er diese selbst nicht beherrscht. Da ich vertraglich gesehen auch noch auf die Berufsschule verzichte (ja, das ist rechtens und ich bin nicht mehr berufsschulpflichtig), und die mir versprochenen Seminare auch auf meinen Wunsch nicht stattgefunden haben und wohl auch nicht stattfinden werden, sehe ich mein Ausbildungsziel als gefährdet.

Ich hatte schon zwei Gespräche mit dem Geschäftsführer, woraufhin sich nichts geändert hat, sondern ich als so hingestellt wurde, da ich nicht wisse, was meine Tätigkeiten seien und ein völlig falsches Bild meines Berufes hätte.

Ich erhalte ständig Kritik, da ich die Aufgaben nicht gut genug erledige, obwohl sie nicht mal zu meinem Aufgabenfeld gehören. So soll ich zum Beispiel nächste Woche eine Schulung halten für einen Kunden über ein Webseiten-Management-Programm, von dem ich nicht mal wirklich weiß´, wie es funktioniert. Alles was man mir sagt ist, das sei nicht so schwer. Derjenige, der das Programmiert hat, darf die Schulung nicht haltenn, denn er ist ja ein "hinterwäldler" (haben es nicht wortwörtlich so gesagt, aber umschrieben.

Ich verschwende hier meine Zeit zwischen Zeitweisem stundenlangen nichts tun, da keine Arbeit vorhanden und alle Hände voll mit Dingen, die nicht in mein Aufgabenbereich gehören.

Ich weiß, dass nicht alles immer zum Berufsfeld gehört, aber es ist definitiv zu viel. Ich bin hier eine Art Sekretärin, aber keine Mediengestalterin.

Also möchte ich fristlos kündigen, wasserdicht und so schnell wie Möglich. Die IHK hilft mir nicht viel, hab da schon einen MArathon hinter mir.

Wer kann mir helfen?

Antwort
von nurlinkehaende, 37

Bauchgefühl: Den Betrieb schriftlich mit Fristsetzung abmahnen, die Ausbildung durchzuziehen. Das ist aber schon ziemlich überfällig. Deine Gutgläubigkeit in Bezug auf Berufsschule und Seminare kommentiere ich hier nicht.

Hast Du mal Betriebsrat, Ausbildungsbeauftragten oder Gewerkschaft gefragt?

Eventuell auch einen Arbeitsrechtsanwalt.

Bei der IHK würde ich an den Geschäftsführer gehen und gleichzeitig mal die Presse aufmerksam machen, wenn sich da nichts tut.

Kommentar von elevenmoons ,

Betriebsrat etc. gibt es bei uns nicht.

Die IHK bietet mir nur ein klärendes Gespräch...habe schon mit so vielen Gesprochen...sogar mit Herr Dr. Dr. Soundso....nichts.

Arbeitsrechtsanwalt war ich noch nicht. Habe erst vor kurzem eine Rechtschutz abgeschlossen und somit 3 Monate frist. Ist aber auf jeden Fall meine nächste Anlaufstelle.

Da ich weiß, dass meine Firma gerne verklagt, habe ich eben Bedenken, dass meine Kündigung nicht wirksam ist und ich denen auch noch zu Schadensersatz verpflichtet bin.

Antwort
von OxHawk, 37

Grund genug fristlos zu kündigen gibt es schon, einfach ein schreiben mit den obigen gründen einwerfen und tschüss...
Die werden dich garantiert nicht auf gehaltsnachzahlung verklagen können weil es ja alles drunter und drüber geht bei denen ;)

Aber ich würde mir an deiner stelle ernsthaft überlegen ob ich die ausbildung einfahc so hinschmeiße... Hast du shcon einen neuen/besseren job? wenn die jetzt schon mit dir unzufrieden sind, du es also nicht einmal packst solche dinge zu tun, glaubst du, du bekommst etwas bessseres???

Wärst du der super mitarbeiter des Jahres und wärst unfehlbar, immer da, in allem top, sähe die situation ganz anders aus. Versuch doch mal voll gas zu geben, alles mega gründich zu machen und dein bestes zu geben? DANN kannst du deinem Chef die Pistole auf die Brust setzen und ihn dazu bewegen etwas zu ändern...

Aber mit einem C klasse mitarbeiter würde ich mich auch nicht abgeben... Ganz im gegenteil, ich wäre froh wenn er weg wäre... Überlegs dir gut, ein Abbruch mit schlechtem Zeugnis macht sich wirklich nicht gut im Lebenslauf

Kommentar von OxHawk ,

ein guter mitarbeiter Erledigt alles super gründlich, super schnell und tut zumindest so als wäre alles toll und einfach ;)

Kommentar von elevenmoons ,

Ich bin in der Ausbildung, wie soll ich da ein Super Mitarbeiter sein? Ich habe keinerlei Berufskenntnisse und muss mir viele Dinge mit Google beibringen.

Ich mache alles so gut ich kann aber das Wissen kann ich mir nicht aus dem Ärmel schütteln.

Desweiteren gibt es Dinge, in denen man nicht so gut ist. Ich habe den Beruf der Bürokauffrau nicht gewählt, weil ich weiß, dass das nicht meine Stärken sind.

Stell Dir vor Du trittst einen Job als Immobilienmakler an und Du sollst aber am Ende nur renovieren und darfst nicht verkaufen. Aber Du  kannst gar nicht renovieren und bringst Dir daher alles selbst bei, denn zeigen kanns Dir auch niemand. Klar, dass Du dann nicht Top bist oder?

Und ich glaube, dass ich wenigstens verdient habe, meinen Ausbildungsberuf zu erlernen, auch wenn ich nebenher ausbildungsfremde Tätigkeiten mache.

Was bringt es mir die Ausbildung zu beenden um hinterher keinen Job zu finden, da ich überhaupt keine Ahnung von meinem Beruf habe. Voraussgesetzt natürlich ich besteht die Prüfung ohne jegliches Lehrmaterial!

Kommentar von AalFred2 ,

Schon mal drüber nachgedacht, dass ein Azubi am Ende der Ausbildung eine Prüfung bestehen muss?

Antwort
von Baltarsar, 27

Im wievielten Lehrjahr bist du?

Wie lange bist du schon in dem Betrieb? Bist du noch in der Probezeit oder nicht?

Das sind wichtige Fragen, die du leider in deiner Frage nicht beantwortest. Das Lehrjahr selbst spielt nach meiner Ansicht, nicht so eine wichtige Rolle, nur dir muss bewusst sein, dass es durchaus sein kann, dass du nach einem Lehrabbruch Schwierigkeiten bekommen könntest, in dem Beruf nochmal eine Ausbildung zu bekommen.

Wie lange du in dem Betrieb bist, spielt eine große Rolle, da es dann ggf. Kündigungsfristen gibt, die du in deinem Ausbildungsvertrag findest.

Eine fristlose Kündigung stellt immer eine sogenannte außerordentliche Kündigung dar und diese muss expliziet begründet sein. Die Gründe müssen nach dem Arbeitsrecht ausreichend sein um so kündigen zu dürfen. Eine Empfehlung daher, geh zu einem Fachanwalt für Arbeitsrecht und lass dich zumindest über Gründe einer außerordentlichen Kündigung beraten und lass dir bei der Kündigung helfen, damit diese rechtssicher ist.

Deine Begründungen, die du hier angibst, sind schon sehr Umfangreich und in meinen Augen auch sehr gute Gründe für eine außerordentliche Kündigung, nur auf rechtlicher Ebene weiß ich eben auch nicht, ob diese Gründe bestand hätten.

Reden scheint mit dem Ausbildungsbetrieb nichts zu bringen, jedoch muss dir eben auch bewusst sein, dass du in den verschiedenen Lehrjahren auch verschiedene Tätigkeiten durchläufst. Im ersten Lehrjahr ist es fast Branchenüblich dir die MFA (Mädchen für Alles) Aufgaben zu überreichen. Daher solltest du genau abwägen, ob du jetzt vielleicht nur überreagierst und dich noch ein bisschen gedulden solltest oder, wenn du jetzt schon in einem höheren Lehrjahr bist, wirklich eine Kündigung sinnvoll ist.

Lass dich allerdings auf jedenfall von einem Arbeitsrechtler dazu fachmännisch beraten, das bringt dir am meisten.

Kommentar von elevenmoons ,

Danke für Deine Antwort.

Ich bin im 2. Lehrjahr und somit keine Probezeit mehr.

Dass man in der Ausbildung auch das MFA ist, ist mir bewusst. Aber trotzdem sollte ich doch meinen Beruf erlernen. Ich habe nichts, aber wirklich garnichts bis heute gelernt! Ich bin die billige Arbeitskraft neben drei weiteren Azubis. Aus mehr besteht diese Firma nicht. Zwei Chefs, die den ganzen Tag nichts machen, denn sie haben von dem was Sie verkaufen keine Ahnung. Eingestellt werden nur Leute mit Erfahrung, bspw. Studienabbrecher oder eben nur Leute mit gewissen vorkenntnissen. Also eigentlich muss man schon alles können. Ob man das richtig kann und gut kann ist egal. Deshalb läuft hier alles drunter und drüber. Alles nur Azubis, die nicht zur Berufsschule gehen und sich mit Hilfe von Google ihr Wissen verschaffen. Keine Lehrbücher, keine Seminare, kein Wissen von dem Ausbilder.

Ich habe meinen Grund, wieso ich abbrechen möchte und das alles aufzuzählen, da würde ich einen Roman schreiben.

Alle in meinem Umfeld können nur den Kopf schütteln über diese Firma. Wenn ich erzähle, welche Zustände hier herrschen, löst es in den Meisten erst mal Wut aus. Selbst meine Eltern sagen, das hier wäre verschwendete Zeit und wenn die das schon sagen, dann hat das was zu bedeuten.

Kommentar von Baltarsar ,

Ich möchte deine Gründe auch gar nicht in Frage stellen. Aus persönlicher Sicht, sind das richtig gute Gründe. Nur musst du eben auch sehen, wenn du eine Kündigung machst, dass diese eben rechtssicher ist.

Ist im Grunde eigentlich nicht schwer. Du bist im 2 Lehrjahr, damit ist die Probezeit ja rum. Schau mal in deinen Ausbildungsvertrag, dort dürften die Kündigungsfristen drinnen stehen.

Meist sind das zwei Wochen. Dann kündige fristgerecht und lasse dich für die zwei Wochen der Kündigungsfrist von nem Arzt krankschreiben. Dann bist du auch raus aus der Nummer, aber eben einfach und vernünftig. Noch vernünftiger ist es, wenn du dich nicht krankschreiben lässt, sondern in den 2 Wochen noch ordentlich deinen Aufgaben nachgehst.

Aber mit einer fristgerechten Kündigung ist es halt einfacher.

Bewusst muss dir aber sein, dass du danach keinerlei Leistungen für 3 Monate vom Jobcenter erwarten kannst, selbst wenn du in dieser Zeit keinerlei Einkünfte erzielen kannst. Dann müssten dich deine Eltern, Freunde oder so mit durchfüttern oder du lebst von deinen Ersparnissen. Der Staat bestraft dich bei einer eigenen Kündigung auf jedenfall damit, dass er für dich nicht aufkommen wird, egal wie gut und plausibel deine Gründe sind. 

Kommentar von elevenmoons ,

Vielen Dank! :)

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