Frage von Turnschuhfreund, 42

Wie kriegt man die Hitze aus einem Niedrigenergiebau?

Ich arbeite in einem vor wenigen Jahren fertiggestellten Bau, der dick mit Styropor versehen wurde. Trotz Sonnenschutz haben wir durchgängig von etwa April bis Oktober 24-29 Grad drinnen, im Schnitt 25-26 ,nachts bläst die Lüftung die Aussenluft durch. Oft haben wir tagelang draußen 15 Grad, drinnen 25. Der Einbau einer Klimaanlage wurde abgelehnt. So behelfen wir uns mit Ventilatoren. Während der Arbeit Durchzug machen geht nur in den Pausen und bringt nur kurz was bis garnichts. Normales Lüften bringt lauten Strassenlärm. Hat jemand eine Idee? (Ausser vermehrt Lotto spielen , um den Job kündigen zu können...)

Antwort
von Nightstick, 21

Ihr macht es grundlegend falsch!

Nachts und morgens (bis 09:00 Uhr) lüften und die Fenster auf, danach schließen und geschlossen halten (!) bis zum Abend!

Sobald die Fenster und Türen tagsüber offen sind, kommt die Wärme herein - das sagt Dir jeder Klimatechniker.

Nachsatz: Und wenn die Wärme erst einmal drin ist, "speichert" sie sich sozusagen, und man bekommt sie schlecht wieder raus.

Na, dieser Sommer ist ja nun schon fast vorbei, aber dann weißt Du für´s nächste Jahr Bescheid :))

Gruß @Nightstick

Kommentar von Turnschuhfreund ,

Danke! Wir haben schon einiges ausprobiert, müssen aus versicherungstechnischen Gründen nachts die Fenster schliessen, und wir lüften natürlich nur, wenn es draussen kühler ist als drinnen oder wir dringend Frischluft brauchen.

Das ist wohl so mit den Neubauten, ich habe bei Arbeitsanfang z.B. 25 Grad, draußen sinds 19, ich habe die Fenster stundenlang auf Kipp, ertrage den Lärm, und wenn ich gehe, sind es durch die Körperwärme immer noch 24 Grad.

Kommentar von Nightstick ,

Du hast es leider nicht verstanden - lies meine Antwort noch einmal!

Antwort
von PoisonArrow, 25

Verstehe ich das richtig - ihr habt in Eurem Niedrig-Energie-Bunker eine kontrollierte Wohnraumlüftung? Also in den Räumen Zuluft- und Abluft-Tellerventile?

Falls JA, diese Anlagen haben einen Kreuzstrom-Wärmetauscher, der eigentlich immer die Restwärme der Abluft an die Zuluft (vereinfacht ausgedrückt) abgibt, damit diese nicht verlorengeht.

Wie gesagt: WENN Ihr eine solche Anlage habt, dann wäre die Frage, WO die Zuluft weggesaugt wird. Viele Planer-Genies legen die Zuluftöffnungen aus optischen Gründen irgendwo unter den Dachüberghang auf der Südseite, wo sich "schön" die Hitze staut.

Dort weggesaugt ist die Luft in der Tat "wärmer als draußen" und wird Euch den ganzen Tag permanent um die Ohren gepustet.

Weil solche Anlagen bedingt durch die EnEV (Enegie-Einspar-Verordnung) über einen 1-2-3(-4) Stufen-Schalter verfügen, kann man sie nicht komplett ausschalten - das wäre die 0 (Null), die hat der Schalter nicht!
Sicherung rausnehmen ist die einzige Möglichkeit.

Wie gesagt, es geht aus Deiner Schilderung nicht eindeutig hervor, jedoch könnte die Zeile

nachts bläst die Lüftung die Aussenluft durch

darauf hinweisen, dass eine solche Anlage im Niedrigenergiehaus verbaut wurde.

Wenn man sich ansieht, wie einige "Fachleute" sowas zusammenklempnern, dann freut man sich, dass nicht noch mehr Leute verzweifeln - schwitzend und vor sich hin siechend im eigenen Luxusbau mit KfW-Prädikat "Wertvoll".

Grüße, ----->

Kommentar von Turnschuhfreund ,

Danke! Die Anlage bläst thermisch unbehandelte Luft von der Westseite rein, lässt sich aber komplett abstellen. Sowas wie einen Wärmetauscher haben wir nicht, einfach rein/raus.(Soweit ich informiert bin). Da lob ich mir mein 60er -Jahre -Wohnung, mal ein bisschen, zu kalt, mal ein bisschen zu warm, aber nie diese Katastrophe! Der Architekt hat übrigens eine 5stellige Zahl von google-Einträgen.

Kommentar von PoisonArrow ,

Einfach reingeblasen von Westen.... ok, etwas unüblich, aber wird seinen Sinn haben.

Wenn Du dort arbeitest, wie Du schreibst, vermute ich, dass Du in einem Büro sitzt.

Die Niedrigenergie-Häuser haben fast alle einen Denkfehler bei der Planung eingebaut: das ist die Wärmezufuhr von Lichtquellen, Computern, Kopierern, usw. und den Menschen, die selbst auch jede Stunde etwa 100 Watt pro Nase abtrahlen.

Wenn ein Raum in einem NE-Haus nur einen Wärmebedarf von geschätzten 40 - 50 Watt / m² hat, so wird dieser Wert von den o.a. indirekten Wärmequellen schon ganz locker überschritten. Scheint dann noch die Sonne durch die Fenster, dann ist es im Nu unerträglich warm.

Dann ist es in der Tat die einzige Möglichkeit, die Temperatur mit einer Klimaanlage runterzukühlen.

Bedeutet: wieder haufenweise Energie verballern damit man es im Niedrig-Energie-Haus aushalten kann - super.

Denke, Dein Chef wäre nicht begeistert, wenn Ihr eine große Wäscheleine im Büro spannt und 3 Dutzend nassfeuchte Handtücher aufhängt, um die Verdunstungskälte auszubeuten...

In meinen Augen sind diese Niederig-Energiehäuser ein riesiger Unsinn. Ein hypersensibles System mit vielen Schwachstellen
und wenig "Platz" für den Menschen, der mit seinen nicht-energie-konformen Angewohnheiten und Vorlieben dort einzieht, immer auf der Suche nach Lösungen, den von der EnEV ausgebrüteten Quatsch auszutricksen.

60er-Jahre Wohnung mit hohen Decken, knarrenden Dielen, hier und dort zugigen Fenstern - das ist für mich eher ein WOHNraum als das digitale Wunderwerk der Neuzeit, in welchem der Mensch als Fremdkörper mehr das Gleichgewicht stört als wirklich LEBEN kann.

Sorry für die Antwort ohne konkrete Lösung - aber wo soll ich die hernehmen..?

Grüße, ----->

Antwort
von lifefree, 7

Es sollte  definiert sein, wann zeitlich ,,nachts" ist, vorher und danach könntet ihr lüften, insofern es draussen kühler als drinnen ist.Wenn es trotzdem nicht auszuhalten ist, suche Dir eine neue Arbeit.Ich würde auf Dauer unter diesen Bedingungen weder Arbeiten noch Wohnen wollen, es sei denn es wäre mein eigenes Haus und ich könnte Dinge verändern, so wie ich es will und brauche.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community