Frage von Asparaaa, 121

Wie kommt meine Oma an ihr Recht?

Hey zusammen,

heute geht es nicht um mich sondern um meine Oma.

Sie hatte am 13.11.2011 mit meinem Bruder einen wirklich schweren Verkehrsunfall. Die Verkehrs Verursacherin ist mit 2,6 pro Mille fast frontal in ihr Auto gefahren.

Sie kam mit schweren Verletzungen in das Krankenhaus. Das linke Sprunggelenk wurde operiert, weil die Syndesmosen gerissen waren. Seit dieser Zeit hat sie große Schmerzen, trotz Operation, und ist auch sehr wetterfühlig.

Bis heute ist die gegnerische Haftpflichtversicherung NICHT in der Lage das Schmerzensgeld zu zahlen. Seit 5 Jahren zieht sich das immer wieder durch Gutachten hin, obwohl sie 100% zahlen müssten. Das nenne ich hin halte taktig. Selbst ihr Anwalt ist in der Warteschleife und kommt nicht weiter....

Unsere Frage: Von wem kann sie Hilfe erwarten? Bzw. bei wem kann sie sich öffentlich zeigen?

Ich und meine Oma sind für jede hilfreiche Antwort sehr dankbar!!

Einen schönen Abend noch 😊

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Expertenantwort
von siola55, Community-Experte für Versicherung, 53

Hey Asparaaa, schon mal mit dem Versicherungsombudsmann versucht???
Die ist für die Oma kostenlos und vielleicht kann dieser Ombudsmann ja  einen Vergleich anstreben...

www.versicherungsombudsmann.de/home.html

Gruß und viel Erfolg damit wünscht euch siola55 ;-)

Kommentar von Asparaaa ,

Vielen Dank für deine Antwort. Ich gebe es meiner Oma weiter ☺

Antwort
von Spielwiesen, 50

Das ist ja wieder mal so ein trauriger Fall!

Streng genommen müsste die Haftpflichtversicherung deines Bruders, die ja für Insaßenschäden zuständig ist, den Fall deiner Oma prüfen und ggf. in Vorleistung treten. Es wäre dann ein leichtes (stelle ich mir vor), wenn dort diesem Anspruch jetzt stattgegeben und dann später innerhalb der Versicherungen untereinander abgewickelt würde. Besprich das doch mal mit dem Rechtsanwalt. 

Eventuell geh vorher zur Verbraucherzentrale und lass dich dort beraten - die dortigen Anwälte kennen sich sehr gut aus und sind wenigstens nicht befangen oder interessengesteuert (was sowohl Euer Anwalt als auch die Haftpflichtversicherung deines Bruders sein könnte - aus welchen Gründen auch immer).

Und dann gibt es in manchen Fernseh-Sendeanstalten meines Wissens Magazinsendungen, die für solche Zuschauer-Anliegen kritisch bei diesen Versicherungsgesellschaften wegen der Verschlepp-Taktik nachhaken und das alles schön publik und fürs ganze Fernsehvolk sichtbar machen. Genau richtig, denn das einzige, womit man solche lumpigen Versicherungen beeindrucken kann, ist Negativwerbung, wie sie dadurch entstehen würde. Da sie positive Schlagzeilen wollen, könnte die Aktion eines Fernsehsenders in eurem Sinne sehr wohl erfolgreich sein.

Es gibt regionale Sender, aber auch das ZDF hat m.W. solche Formate. Nur: überleg dir gut, ob du zu den Privaten willst (ich hätte dort ziemliche Bedenken, dass die das auf eine stilistisch primitive Art ausschlachten, die nicht in eurem Sinne ist).
Erkundige dich doch mal in diese Richtung. Dank Internet kommst du an alle Adressen.

Ich hoffe, ich konnte dir und deiner Oma mit meinem Rat helfen!

Viel Erfolg.

Kommentar von Asparaaa ,

Vielen Dank für deine hilfreiche Antwort. Weißt du vielleicht noch wo genau, in welchem Programm sich meine Oma bei ZDF melden kann?

Kommentar von Spielwiesen ,

Ich versuche schon dauernd, mich zu erinnern: ich glaube, es war dienstags in Frontal 21, wo ich einen Beitrag über diese Schmerzensgeldverschlepperei gesehen habe. Dann griffen sie ein mit sehr geschickten Argumenten und ließen sich nicht abwimmeln - und immer schön die Kamera im Anschlag - und dann kam m.W. irgendwann später bei 'nachgefragt' noch mal etwas. Es hat mich beeindruckt, aber so ganz genau weiß ich nicht mehr, wie der Fall hieß. Versuchs einfach mal.

Beim MDR (je nachdem, wo ihr wohnt, könnte das auch der richtige Sender sein, die Dritten sind sowieso prima) gibts oder gabs die Sendung mit Escher.

Frag doch einfach mal alle Sender an, welches ihrer Formate sie dir empfehlen können. Manchmal - wenn du direkt in einer Redaktion anrufst, kannst du das herausfragen oder jemand im Raum weiß, wo man sich hinwendet.

Evtl. käme in euren Fall noch mehr Brisanz, wenn eure Oma schon älter ist (die Versicherungen spekulieren dann auf eine 'biologische Lösung').

Ich wünsche euch viiiiiel Glück!

Kommentar von Asparaaa ,

Danke für deine Hilfe 😊 Das hilft uns echt weiter.

Kommentar von Spielwiesen ,

Ja, gern geschehen. Und außerdem - wieso wendest du dich nicht auch mal an örtliche Zeitungen - auch für Printmedien könnte sich das als Geschichte eignen (wenn du das willst, bitte vorher gut abwägen, das könnte in einer Kleinstadt oder auf dem Dorf vielleicht auch  zu dolle werden).

Alles Gute dir und Oma!!!

Antwort
von hyfi01, 9

Eine Gerichtsverhandlung ist immer ein Versuch, entweder eine Einigung herbeizuführen oder eine Sachlage klar zu beweisen oder zu entkräften.

Bei Haftpflichtschäden ist es die Aufgabe der (gegnerischen) Haftpflichtversicherung, zum einen die Anspruchsgrundlage zweifelsfrei zu erforschen und zum anderen die Anspruchshöhe auf die notwendige Höhe festzusetzen.

Die Anspruchsgrundlage scheint ja klar zu sein, wenn der Unfall zweifelsfrei vom Gegner verursacht wurde.

Also ist wahrscheinlich die Anspruchshöhe der Streitpunkt. Hier dürften mehrere Punkte zu bedenken sein.

Viele versuchen verständlicherweise, eine möglichst hohe Schmerzensgeldzahlung durchzusetzen. Das deutsche Recht sieht aber keine amerikanischen Verhältnisse vor. Oft blockiert der Anspruchsteller rechtlich sinnvolle Angebote des Haftpflichtversicherers in der Hoffnung, doch noch mehr rauszuholen.

Um die Höhe nach oben zu bringen, werden dann verschiedene Gutachten vorgelegt, die oft einseitig sind und daher mit einem Gegengutachten plausibilisiert werden müssen. Wenn das dann gravierend abweicht, ist eines der beiden Gutachten falsch - welches, muss ein weiteres Gutachten über die Gutachten feststellen. Die Gutachtenkaskade kann sich dann schnell weiter verzweigen, wenn auch dieses Prüfgutachten wieder mit einem entsprechenden Gegengutachten angegriffen wird.

Bei der "Oma" würde ich als weiteren Streitpunkt auch noch aufgrud des Alters die Frage nach der Mitwirkung von bereits vorher bestehenden Erkrankungen vermuten. Zum Beispiel verschlechtert Diabetes die Wundheilung und verlängert dadurch bei Unfällen die Krankenhausaufenthaltsdauer. Der Unfallverursacher ist aber nur für die eigentliche Verletzung haftbar zu machen, nicht für Komplikationen, die in der Person der Verletzten begründet sind - also nur für den Heilungsprozess, den eine gleichartige Verletzung bei einer ansonsten gesunden Person verursachen würde.

Den genauen Anteil der bereits bestehenden Erkrankungen können auch Gutachter nur näherungsweise ermitteln. Hier kann man sich sogar noch viel besser mit widersprüchlichen Gutachten gegenseitig beharken und zu versuchen, die Oma auf dem Papier gesünder zu machen, um das Schmerzensgeld zu erhöhen.

Natürlich ist es aber genauso möglich, dass tatsächlich die Haftpflichtversicherung verzögern möchte. In den heutigen Niedrigzinszeiten ist das aber in der Regel unsinnig, da der Zinsertrag aus den Reserven weit unter den zusätzlichen Rechtskosten liegt.

Prüfen Sie also mal mit Ihrem Anwalt ehrlich, welche Schmerzensgeldhöhe unter Abwägung aller Aspekte realistisch wäre und ob nicht ggf. schon ein Angebot in dieser Größenordnung von der Versicherung vorlag.

Kommentar von Asparaaa ,

Vielen lieben Dank für deine Antwort. Meine Oma wird es mit ihrem Anwalt abklären.

Antwort
von TorDerSchatten, 61

Da kann nur der Anwalt helfen. Schmerzensgeldansprüche müssen zivilrechtlich eingeklagt werden. Ist dies erfolgt?

Kommentar von Asparaaa ,

Ja, aber dadurch das die gegnerische Haftpflichtversicherung immer wieder neue Gutachten anfordert zögert sich das schon auf 5 Jahren heraus. Sie wollen auch nicht zahlen, obwohl meine Oma unverschuldet rein gekommen ist. Die Versicherung weiß das sie eine Zahlung leisten muss.

Antwort
von schleudermaxe, 28

... und warum sind ihre Gutachter solche Pfeifen, die nichts gebacken bekommen?

Antwort
von Heduda12, 67

Leider könnt ihr nur auf dem Klageweg zu eurem Recht kommen!!

Antwort
von jetta1991, 51

Ich würde echt mal sagen das es an dem Rechtsanwalt liegt 😬 Das ist seine Aufgabe Fristen zu setzen und wenn die nicht eingehalten werden dann geht man vors Gericht so läuft es normal ab... vllt ein anderer Rechtsanwalt? Das wäre mein Vorschlag. Alles Gute wünsche ich deiner Oma 👍🏻

Kommentar von Asparaaa ,

Der Anwalt hat fristgemäß eine Klage eingereicht, aber die gegnerische Haftpflichtversicherung zögert das schon auf 5 Jahre durch Gutachten immer wieder hinaus. Meine Oma war schon bei 19 Gutachtern.

Kommentar von jetta1991 ,

Gab es schon eine Verhandlung? Das ist nicht normal 😳

Kommentar von Asparaaa ,

Ja eine Verhandlung gab es schon und da wurden wieder 2 Gutachten beantragt.

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